{"id":829,"date":"2016-05-31T14:04:05","date_gmt":"2016-05-31T12:04:05","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kreativesschreiben\/?p=829"},"modified":"2016-05-31T14:04:05","modified_gmt":"2016-05-31T12:04:05","slug":"die-fahrt-ans-ende-der-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kreativesschreiben\/die-fahrt-ans-ende-der-welt\/","title":{"rendered":"Die Fahrt ans Ende der Welt"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_829 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_829')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_829').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Wir bedanken uns bei Katharina Sch\u00e4fer aus dem <a href=\"http:\/\/www.zks.rwth-aachen.de\/go\/id\/hdup\" target=\"_blank\">Oberseminar: Texte in Arbeit<\/a> f\u00fcr eine weitere sch\u00f6ne Kurzgeschichte!<\/strong><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sie waren jung und verr\u00fcckt nach Leben. Was sie wollten: die Welt hinter sich lassen und ein neues Leben in ihrem kleinen roten Auto beginnen. Sie brauchten kein Haus, kein Geld und auch keinen Plan; nur die vage Idee von Sand und Meer f\u00fchrte sie. Alle vier liebten das Meer, und alle vier sehnten sich nach dem salzigen Geruch, der erbarmungslosen Hitze und den wilden Pflanzen.<\/p>\n<p>Keiner von ihnen unterschied sich von anderen Menschen in kleinen und gro\u00dfen St\u00e4dten. Damals tr\u00e4umten sie unerf\u00fcllbare Tr\u00e4ume, dachten an unvorstellbare Dinge, waren mit kleinsten Taten \u00fcberfordert und sahen nicht den \u00dcberfluss um sich herum. Eventuell w\u00fcrde das wiederkommen, aber nicht zwangsweise. Im Moment waren sie zusammen und jeder von ihnen glaubte daran, dass sie nicht wieder in diesen Strudel gezogen w\u00fcrden. Sie w\u00fcrden sich gegenseitig erinnern, tr\u00f6sten und, wenn es sein musste, auch zwingen.<\/p>\n<p>Langsam fuhren sie \u00fcber hei\u00dfe Landstra\u00dfen, w\u00e4hrend sie sich stetig ihrem Ziel n\u00e4herten. Es war Hochsommer, und die Fahrt \u00fcber die Autobahn w\u00e4re deutlich bequemer und schneller gewesen, aber keiner hatte es eilig. Wichtiger war, die pr\u00e4chtige Landschaft in sich einzusaugen, jeden Olivenbaum, jede Kaktee und jede Palme im Kopf nachzuzeichnen. Sich vorzustellen, wie es w\u00e4re, in den kleinen, verlassenen und teilweise abgebrannten H\u00fctten zu leben und nie wieder in die Stadt zur\u00fcckkehren zu m\u00fcssen. Leise, ohne gro\u00dfe Ank\u00fcndigung, waren sie aus diesem Traum, den sie mit Tausenden teilten, geflohen. Sie wollten nicht l\u00e4nger nur tr\u00e4umen \u2013 sie wollten leben.<\/p>\n<p>An einer Rastst\u00e4tte machten sie halt, a\u00dfen etwas, vertraten sich die Beine. \u201eMorgen m\u00fcssten wir das Meer erreichen\u201c, sagte einer von ihnen und zeigte in die Richtung, in die sie mussten. Freude. Jubel. Einigkeit. Man entschloss sich, die Nacht durchzufahren, um schon am kommenden Mittag im Meer baden zu k\u00f6nnen. W\u00e4hrend der Weiterfahrt lief Musik, es wurde gelacht und von der anstehenden besseren Zeit geschw\u00e4rmt.<\/p>\n<p>Irgendwo auf der Welt mochte Krieg sein, ihr Heimatland mochte kalt und traurig sein. Vielleicht waren alle Menschen auf der Welt, sie eingeschlossen, ersetzbar. Im Leben war nichts perfekt, doch nicht immer spielte das eine Rolle. F\u00fcr sie in diesem Moment auf jeden Fall nicht. In dieser Nacht bekamen die Eingeschlafenen auf der R\u00fcckbank die w\u00e4rmste Decke, wurde das letzte Kleingeld zusammengekratzt, um Kaffee f\u00fcr den Fahrer zu kaufen, h\u00f6rte man zum hundertsten Mal zu, wenn es wieder um das leidige Thema Liebe ging. Man lebte nur in dieser Nacht.<\/p>\n<p>Sie hatten nichts und waren gl\u00fccklich. Sie waren Liebende, verbunden in ihrer tiefen Freundschaft, Seelenverwandte, ohne die Bedeutung der Seele zu kennen, Br\u00fcder und Schwestern, nur weil sie am Leben waren. W\u00e4hrend es langsam d\u00e4mmerte, konnten sie bereits das Rauschen des Meeres h\u00f6ren. Niemand konnte ihnen noch etwas anhaben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Sie wollten nicht l\u00e4nger nur tr\u00e4umen\u00a0\u2013 sie wollten leben.&#8220; Vom Traum ins echte Leben und aus dem Kurs auf unseren Blog. 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