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Markus

Wo ist eigentlich Zuhause und warum nicht hier?

23. Februar 2015 | von

Hallo zusammen,

nach längerer Schreibpause bin ich mal wieder hier. Hier? Zuhause quasi. Doch wo ist das eigentlich? Sitze ich zwar an einem Computer in Aachen, fühle ich mich aktuell nicht wirklich zu Hause und frage mich zum wiederholten Male wo dieses Zuhause eigentlich ist!?

Ist es in Korea im etwas ranzigen Wohnheim?
Auf dem Campus mit seiner abartigen Klimaanlage, die einen im Sommer zum Frieren und im Winter zum Schwitzen bringt?
Mit Koreanern bei einer Flasche Soju (oder zugegebener Maßen sehr vielen Flaschen Soju…)?
Auf einem der zahllosen Märkte Seouls zwischen Innereien und Meeresfrüchten?
Mit anderen ausländischen Studis beim All-You-Can-Eat BBQ kurz vor dem Fresskoma?

In Thailand oder Laos?
Zwischen goldenen Buddhas oder verrücktem Straßenessen?
In der herrlichen Berglandschaft oder bei der Meditation im Tempel?
Über den Dächern Bangkoks in einer Skybar mit Cocktails für 15 €?
Auf dem Mekong in einem wankendem Boot mit verrückten Kiffern und Hardcore-Backpackern?
Bei blauen Wasserfällen und Höhlen, die es zu erkunden gibt?

Oder doch hier in Deutschland?
Beim Abendessen mit meiner Familie?
In meiner Wohnung mit meiner Küche, meinem Schreibtisch, meinem Bett?
Beim Kochen mit Freunden um dem Erzählen von Geschichten?
Auf dem Marktplatz mit freudigen Karnevalisten?
In der „Kiste“ beim Bier mit Kumpels?

Ich weiß es nicht. Dennoch habe ich mich an all diesen Orten, bei all diesen Gelegenheiten schon einmal zu Hause gefühlt. Manchmal in der kurzen Vergangenheit, manchmal ist es schon länger her.

Und jetzt? Hm.
Eigentlich will ich nur wieder zurück.
Zurück zur Leichtigkeit des Auslandsstudiums.
Sich nicht viele Gedanken machen. Sachen erleben.
Täglich ein neues Abenteuer, so klein es auch sein mag.
Wenige Verbindlichkeiten, viele Gleichgesinnte, viel zu Entdecken.

Normalerweise bin ich sicher nicht der Mensch, der auf kurze und lose Bekanntschaften aus ist. Freunde sind mir wichtig und gute Freunde sind umso wichtiger.
Allerdings hat es auch etwas für sich, wenn eine Freundschaft von vorneherein ein Ablaufdatum hat und es allen bewusst ist. Man überspringt schnell die Kennenlernphase und gibt sich wirklich wie man ist. Oder wie man sein möchte.
Niemand fällt direkt in soziale Stereotypen zurück und irrwitziger Weise hilft auch die Sprachbarriere bei der Kommunikation. Da niemand so wirklich in seiner Muttersprache (von wenigen Ausnahmen abgesehen) spricht, wird zwar viel falsch verstanden, aber das was wichtig ist wird so lange besprochen und anders formuliert, bis es auch verstanden wurde.

Klar, soziale Unterschiede, insbesondere im Vergleich zu Asiaten führen oft zu Erstaunen und kleineren Schwierigkeiten. Andererseits ist niemand prüde oder schamlos, verschlossen oder extrovertiert, verrückt oder normal, egoistisch oder selbstlos. Er ist einfach anders.

Die vielen kleinen Schubladen, mit denen wir sonst unsere Umgebung zu bewerten und zu verpacken scheinen zu verschwinden oder viel mehr zusammengefasst zu werden. Zusammengefasst zur großen Schublade des Andersseins. Anders groß geworden zu sein. Andere Erfahrungen gemacht zu haben und in einem anderen Umfeld zu leben.

Wer das einmal akzeptiert hat, erweitert nicht nur in Windeseile seine eigene Toleranz gegenüber anderen, sondern wird sich allzu oft bei der Notwendigkeit ertappen, sein eigenes Verhalten gegenüber sich selbst rechtfertigen zu müssen.
Ich glaube dadurch habe ich nicht nur viel gelernt, sondern mich auch verändert im Umgang, Denken und Handeln. Hoffe ich zumindest 😉

Doch das war ja eigentlich gar nicht das Thema. Ich sprach über das Zuhause.
In den letzten Wochen habe ich viel darüber nachgedacht, wo ich zu Hause bin. Schon in Korea etwas, in Thailand und Laos immer mehr und seit ich wieder hier bin ist es ein Art konstanter Gedanke, der mich zwar nicht quält, aber dennoch hin und wieder zur Ratlosigkeit treibt.

Ich mag Deutschland. Ich mag Aachen und besonders meine Freunde. Sie und alles hier sind mir wichtig, doch bin ich mittlerweile nahezu sicher, dass ein Zuhause für mich nicht nur hier ist. Vielleicht sogar nicht mal wahrscheinlich hier.
Das Fernweh hat mich gepackt und ich werde versuchen, so offen und frei es mir möglich ist, dieses Zuhause auch an den verrücktesten Orten der Welt zu finden und zu suchen.

Wer weiß schon jetzt, wo er einmal in 20 oder 30 Jahre landet?
In Schwaben oder der Nordsee? In Deutschland oder gar Europa? Vielleicht in einem buddhistischen Tempel am Rande der Zivilisation?

Genau, niemand weiß es. Nicht mal die Leute, die sich sicher sind, wo sie ihr Leben gerne leben würden, können wirklich sicher sein, dass es klappt.

Also warum darüber Gedanken machen?
Zuhause ist ein Ort, der nicht auf der Erde liegt. Er ist in mir drin und ich nehme ihn mit, wenn ich einen Ort verlasse. Er gehört nur mir oder dir und da sollte er bleiben.

Daher nehmt euer Zuhause mit und lasst es nirgends liegen 😉

Viele Grüße

Markus

PS: Um etwas Tagesaktuelles zu schreiben. Ich bin wieder in der Aachener-Maschi-Lernphase angekommen und kämpfe nun mit Karteikarten gegen unnütze Wissens-Auswendiglern-Klausuren… Ein hoch auf exzellente Leere… War da nicht mal etwas mit Windmühlen…

 

 

 

 

Laos in 10 Tagen..

21. Januar 2015 | von

Hallo zusammen,

entschuldigt, dass ich mich nun länger nicht mehr gemeldet habe. Hier in Laos ist Internet etwas anderes, mal ist es da, meist eher nicht und erinnert mich stark das alte 56K Modem zurück, mit dem ich als Kind das Internet erkunden durfte 😉
Mein Beitrag wird auch etwas kürzer, ich habe aber zahlreiche Bilder angehängt oder hoffe zumindest, dass dies nicht Stunden zum Hochladen benötigt 😉

Nachdem ich die Grenze übertreten habe (erste Bilder), ging es für mich auf ein sogenanntes Slow-Boat den Mekong herunter nach Luang Prabang. Glücklicherweise war das erste Boot zu voll, weshalb mein kompletter Bus ein eigenes bekam und sehr gut im Zwischenstopp, Pad Peng (oder so ähnlich) ankam. Am nächsten Tag ging es dann weiter mit dem Boot in die nun sehr gebirgige Landschaft nach Luang Prabang.
Zusammen also 2 Tage auf dem Mekong. Ziemlich beeindruckende Landschaft und eine Menge Spaß. Als Beleg dafür habe ich mal ein Hinweisschild der Regierung des Slowboats (Alkohol und Drogenkonsum) angehängt, neben welchen die Minibar der Bootsfamilie neben Bier auch Rum, Marihuana oder Opium bereitstellte… Das es Verrückte gab, die alles davon probiert haben brauche ich wohl nicht zu verdeutlichen… Achso, die Opferblumen vor dem alten LKW Motor, der unser Boot antrieb hatten durchaus ihren Sinn. Als fast Ingenieur hätte ich jede Wette eingegangen, das dieses stinkende, qualmende und ölende sich bewegende Etwas noch vor unserer Ankunft in die Luft geht… Also hatten wir wenigstens göttlichen Beistand.

In Luang Prabang gab es dann neben zahlreichen Tempeln und einer sehr beeindruckenden Berglandschaft auch eine Scooter-Fahrt ohne Tacho (wozu auch… Ich schätze das Bild habe ich mit etwa 30 km/h gemacht) und einen wunderbaren Wasserfall 😉
Achja, fast vergessen. Ein Tuk-Tuk-Unfall 😉 Auf dem Weg zum Guesthouse musste mein Tuk Tuk Fahrer rückwärts in einen neuen Toyota brettern 😉 Witzig war das der Besitzer weder aggressiv noch irgendwie geladen war. Ganz gelassen schlendert er aus einem Cafe heraus und sieht so aus als hätte man ihm gerade einen Blumenstrauß geschenkt. Laotische Gelassenheit…

Im nächsten Schritt sollte es dann für mich über eine Bergroute nach Vang Vieng gehen, der Party- und Aktivity-City in Laos. Neben einer blauen Lagune und einer unglaublich großen Höhle (hier nur die erste Halle in der Sonnenlicht vorhanden ist)
Natürlich habe ich auch das allseits bekannte Tubing erlebt 😉 Totaler Unfug. Man wird mit einem Tube im Tuk Tuk etwa 10 Kilometer aus der Stadt gefahren, geht dort zu Wasser (in einen kleineren Fluss) und in je etwa 300 Meter Abstand wartet am Ufer ein oder mehrere Laoten, die einem aus dem Tube helfen, um in der anliegenden Bar einen freien Shot zu genießen. Nachdem zu viele Menschen dabei umgekommen sind wurden dann 2011 die vorher 20 Bars auf nur 4 reduziert, was definitiv genug ist. Die meisten konnten in der vierten Bar nicht mehr stehen und wurden in Gemeinschaftsarbeit in ein Tuk Tuk verladen. Ne Mischung aus laotischem Fusel-Rum, Weed und Opium haut scheinbar die härtesten Party-Gänger um. Aber naja, Verständnis dafür brauche ich ja zum Glück nicht haben 😉
Ich konnte nach der vierten Bar noch eine sehr gemütliche 1 1/2 Stunden Fahrt auf dem Fluss zurück in die Stadt genießen 😉

Weiter ging es via local Bus (der deutlich besser aussah als ich es erwartet hatte) nach Vientiane, der Hauptstadt von Laos. Ich hab mal nur ein paar Bilder von kommunistischen Prunkbauten, die auf Grund der unvorstellbaren Armut hier nicht wirklich beeindruckend sind. In Summe trotzdem eine schöne Stadt, die ich morgen noch mit dem Scooter erkunden werde und dann am Freitag leider zurück nach Korea fliege. Am Montag geht’s dann auch schon wieder nach Deutschland, womit meine Reise wohl zu Ende geht.
Den Rest des Semesters werde ich aber versuchen euch noch all meine Notizen zum Studiendasein und zu Korea niederzuschreiben, was bisher leider untergegangen ist ;(

Beste Grüße
Markus

PS: Entschuldigt die teilweise grausige Anordnung der Bilder aber irgendwie kriege ich das mit dieser RWTH Gammel Applikation nicht besser hin.
PPS: Was in meinem Reiseblog jetzt ein bisschen untergegangen ist, sind die Eindrücke von Menschen und der Bevölkerung die ich kennengelernt habe. Ich werde versuche dazu evtl. noch einen längeren Beitrag zu verfassen um auch die Nicht-Touri Eindrücke niederzuschreiben.


 

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Nordthailand und der schmerzhafte Weg zur Erleuchtung

10. Januar 2015 | von

Hi,

meine Reise geht weiter und so auch mein aktueller Reiseblog 😉
Nach Bangkok gab es für mich die Frage, wohin geht es jetzt? Grob im Zeitplan hatte ich Kambodscha und Laos eingeplant, allerdings ohne genaueres festzulegen. In Bangkok traf ich einige Backpacker und andere Touristen, die zum großen Teil Richtung Süden reisten oder eine der zahlreichen Inseln ansteuerten, weshalb für mich klar war, es muss nach Norden gehen.

Durch unseren Food Tour Guide wurde mir Chiang Mai empfohlen, also ab in einen Bus und los.
13 anstrengende Stunden in einem alten, verranzten, auseinanderfallenden thailändischen Bus später kam ich früh morgens in Chiang Mai an. Immer noch sehr touristisch, ist diese thailändische Provinzhauptstadt für viele Backpacker ein Sprungbrett weiter in den Norden.

Bei meiner ersten Erkundungstour gab es natürlich wie erwartet eine Menge Tempel zu erkunden und Gebäude, die 20141228_14173320141228_150236zu Ehren Buddhas oder irgendeines Königs erbaut wurden, hier mal eine vergoldete Pagode.
Beim Betreten des Tempels stockte mir dann der Atem, da direkt vier Mönche scheinbar am Meditieren waren und zahlreiche Thais zu ihren Füßen beteten (siehe rechts). Scheinbar standen diese aber still und atmeten nicht einmal. Ca. 10 Minuten später fand ich in meiner Dummheit heraus, dass es sich um lebensechte Wachsfiguren der ehemaligen Abte handelte 😉 Naja, man lernt ja nie aus. 😉

20141228_21143720141230_124731Als nächstes gab es dieses Highlight, ein Mann, der an einen Baum lehnte, direkt am früheren Graben, der den Stadtkern beschützen sollte.
Bei genauerem Hinsehen wird dem geübten Auge ein armbrustähnlicher Gegenstand auffallen. Und ja, der Typ war am Fischen 😉 Ich saß dort etwa 10 Minuten aber leider war er erfolglos. Ob diese Art des Angelns erfolgreicher ist als mit einer Angel kann ich also nicht beurteilen 😉 Abends wurde dann das Nachleben ein bisschen erkundet und ziemlich müde fiel ich in mein knarzendes Bett in einem naja sagen wir mal mittelprächtigen Hostel.

20141229_104745 20141229_111107 Am nächsten Tag ging es dann früh morgens los auf einen Tagestrip. Zuerst zu einer Orchideen- und Schmetterlingsfarm, dann weiter zum Elefantenreiten 😉 (siehe links) Witziger Weise durfte ich auf dem Nacken der Elefantin sitzen und nicht im langweiligen Sitz oben drauf 😉
Sie war auch glücklicher Weise eine sehr liebe Zeitgenossin, nachdem sie eine volle Staude Bananen verdrückt hatte, welche sie mir aus der Hand klaute 😉

Danach etwa ne Stunde wandern durch den Dschungel um diesen schönen Wasserfall zu erreichen, in dem wir schwimmen konnten und anschließend mit einem fruchtigen Mittagesse inklusive Pad Thai (im Bananenblatt unten) belohnt wurden.

20141229_12345720141229_121229Viel Zeit zum ausruhen gab es aber natürlich nicht, es ging weiter, zum Rafting 😉 Davon habe ich natürlich keine Fotos, da ich in Ermangelung einer Badehose mit meinen normalen Klamotten komplett durchtränkt wurde. Scheinbar hatte unser Guide einen Spaß daran dafür zu sorgen, dass niemand auch nur ansatzweise trocken wieder nach Hause kommt.
Die letzten 30 Minuten des Trips stiegen wir dann auf ein Bambusboot um, auf welchem wir dann das schöne Panorama genossen, bevor wir ziemlich nass und kaputt wieder in unserem Hostel abgesetzt wurden. Ziemlicher Spaß, ziemlich aufregend. Kann ich nur empfehlen 😉

Im nächsten Schritt sollte es dann nach Pai gehen, einem ehemaligen Hippie-Dorf hoch in den Bergen Thailands, in welchem heutzutage viele Aussteiger ihr mehr oder weniger ruhiges Leben genießen und sich ihren Alltag mit Tagesjobs verdienen. 20141231_11304820141231_090215
Durch das eindrucksvolle Panorama und die Menschen überzeugt blieb ich noch ne Nacht länger als geplant und verbrauchte auch Silvester mit tausenden Chinesen, mindestens doppelt so vielen Chinesischen Lampions (die auf Grund meiner Handykamera leider nicht wirklich in gut in Bildern festzuhalten waren) und jeder Menge verrückter Backpacker.

Natürlich musste ich auch gleich noch das Rollerfahren20141231_14261020141231_131234
lernen, das beste Transportmittel hier in Thailand.
Ziemlich verrückt, das man für unter 5 Euro einen Roller mieten kann ohne damit jemals gefahren zu sein. Nach kurzer Anleitung ging es los und als ich meine ersten Berührungsängste abgebaut hatte, konnte die Gegend erkundet werden 😉
Neben einem Chinatown (oben rechts), zahlreichen Wasserfällen gab es auch einen Canyon zu entdecken, bei dem man die außerordentliche Landschaft bestaunen durfte 😉

Nun kommen wir zum zweiten Teil des Titels dieses Beitrags.
Der schmerzhafte Weg zur Erleuchtung. 😉
Auf Grund zahlreicher Empfehlungen und einem verrückten20150102_14171820150102_142134
Wunsch es einmal auszuprobieren machte ich meinen Weg zurück Richtung Chiang Mai (über übrigens 720 Kurven, ein Traum für jeden Motorradfahrer) und hin zum Wat Umong.
Dieses buddhistische Kloster liegt außerhalb in einem Waldstück, beherbergt neben einigen vom Wald eroberten Pagoden auch eine Tunnelanlage (rechts) in deren Seitengängen zahlreiche goldene Buddhas versteckt sind und
Fischteich (unten links), in welchem sich gefühlt zehn Millionen Fische tümmeln.
Ein Königreich für eine Angel und die Erlaubnis dort zu fischen 😉 Naja, man kann nicht alles haben ne?:)
Warum schreib ich das denn? Ist ja nur nen Kloster.20150109_074718 - Kopie20150102_143859
Das warum erklärt wohl das Bild rechts unten am besten.
Dies war mein zu Hause für die nächsten 6 Nächte. Ja. Ich blieb dort. Zum Meditieren. Auf dem Weg zur Erleuchtung.
Nach diesen 6 Tagen und 6 Nächten muss ich gestehen, meditieren ist verdammt anstrengend, wenn auch erholsam im Endeffekt. Hunderte Hähne, die den ganzen Tag über krähen, Hunde die bellen, Motorräder und Autos der Touristen und Flugzeuge im Abend bildeten die größten anfänglichen Probleme sich auf seine Nase, bzw. seinen Atem zu konzentrieren.
Zugegeben brauchte ich 3 Tage bis ich Geräusche wirklich ignorieren konnte und erste Fortschritte bei der Meditation bemerkte. Ziemlich eindrucksvolles, aber leider auch nicht gut beschreibbares Gefühl 😉
Die dauerhafte Sitzhaltung mit gekreuzten Beinen und das Schlafen auf dem Boden sorgen dann für ein unvergessliches, aber auch schmerzhaftes Erlebnis, das ich nicht missen möchte und allen empfehlen würde. Klar, morgens um 4.30 Uhr aufzustehen ist anfangs mühsam, 8 Stunden Meditation am Tag eine Tortur und nur zwei Mahlzeiten definitiv gewöhnungsbedürftig, aber in Summe eine gute Erfahrung 😉
Also probiert es aus! 😉

Wieder zurück in der Zivilisation ging es für mich weiter nach Norden, nach Chiang Rai, von wo aus ich morgen dann Richtung laotische Grenze aufbrechen werde.
Den nächsten Eintrag gibt es also wahrscheinlich aus Laos, wobei ich nicht sagen kann, wie oft ich dort Internet und Zeit zum Bloggen habe, also entschuldigt, falls es etwas dauert 😉

Bis dahin alles gute, nen verspätet frohes neues Jahr und bis zum nächsten Mal,

Markus

PS: Noch ein paar Bilder meiner Reise und ein kleiner Tipp. Esst in Thailand niemals gebratenen Tintenfisch mit Soße, das zeug brennt euch jegliche Geschmacksnerven weg 😉
Zuerst ein riesiger Mamorbuddha, der auf einem Berg gelegen erst erklummen werden musste. Dann heiße Quellen in denen die Thais Eier kochen 😉 und der besagte Tintenfisch….


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One night in Bangkok makes a hard man humble…

01. Januar 2015 | von

… Not much between despair and ecstasy…

Da ich diesen wohl bekannten Song gerade höre empfehle ich allen Lesern dies ebenso zu tun, fürs Ambiente und so 😉
Tja, ich bin in Bangkok. Warum eigentlich?
Bisher wusste ich nur wenige Sachen über Bangkok Thailand:
– Wahrscheinlich größter Puff Südostasiens (inklusive Deutschen Sex-Touristen
– Thai Massagen gibt es mit und ohne Happy End
– Thailand ist ebenfalls das Reiseziel der „Nord-Asiaten“ im Winter
– Thailand ist nicht sonderlich wohlhabend
– Es gibt den ältesten Monarchen der Welt in Thailand (der wird seit geraumer Zeit nur noch am Leben gehalten)
– Bangkok ist verrückt, zumindest wenn man dem oben genannten Song Glauben schenken darf 😉

Nun bin ich also hier. Und muss feststehlen, Bangkok ist irre. Mit irgendwas um neun Millionen Einwohnern gibt es so gut wie keine U-Bahn/Hochbahn und Busse sind für Touristen meist nicht benutzbar, dafür gibt es an jeder Ecke Taxis und Tuk Tuks.
Tuk Tuks? Kann man das essen? Nein. Ein Tuk Tuk ist ein -zumindest dem Aussehen nach- selbst zusammen geschraubtes „Gefährt“ mit drei Rädern, auf dem hinten eine Sitzbank installiert ist um Touristen oder auch Einheimische zu befördern. Ums kurz zu machen, die Dinger stinken, fahren irre schnell und haben Fahrer, die in Deutschland definitiv an einer MPU scheitern würden!
Zusammengefasst also ein heiden Spaß 😉 Wenn man rausgefunden hat, das ein vernünftiger Preis für Tuk Tuk-Fahren etwa bei einem Sechstel bis Viertel des vom Fahrer veranschlagten Preises liegt, klappt das auch mit dem Verhandeln ganz gut. Eine Fahrt kostet etwa 80 Baht (2 Euro) für bis ca. 6 Kilometer, abhängig vom Verkehr und eurem Verhandlungsgeschick. Da es aber auch einfach Tausende von den Dingern gibt, lohnt es sich einfach weiterzugehen und den nächsten Fahrer zu fragen.

Aber naja, one night in Bangkok. Sind bei mir ein paar mehr aber ich beschreibe euch mal meinen ersten Tag, der ziemlich verrückt war. Vorab, jeder, der mit „komischem“ Essen oder alternativem Tierfleisch Probleme hat, sollte hier aufhören zu lesen und im nächsten

Nachdem Manuel (ebenfalls Deutscher, den ich in Seoul kennengelernt habe) Sonntagabend gut gelandet sind (never ever Air Asia again, nicht mal Wasser gibt es umsonst), das Hostel erreicht haben und ins kleinste Doppelzimmer der Welt eingezogen sind, konnte am Montag die Stadt unsicher gemacht werden.

20141222_104615 20141222_104623Fangen wir mal mit unserer direkten Umgebung an.
Laut Hostelbookers hat das Hostel eine schlecht Lage, wir fühlten uns hier aber gleich wohl (siehe rechts). Fußläufig in 2 Minuten liegt ein Autoverwehrter-/Reperaturviertel in nem Man alles findet 😉 Fand ich als Ingenieur schon beeindruckend und ich weiß nicht wie viele Tonnen Autoteile dort liegen aber es waren eine Menge 😉
Zum Glück hatten wir aktiv Hunger, sonst hätten wir wohl als Autozerleger in Bangkok angeheuert 😉

20141222_105319Weiter ging es also auf der Suche nach etwas Essbarem. An einer Straßenküche wurden wir fündig und bestellten mit Händen und ein bisschen Englisch Papaya Salat mit gebratenem Hähnchen (links). Zusammen für etwa 2 Euro. Sau günstig, sau scharf und sau lecker 😉
Die Papaya ist dabei nicht wie wir sie kennen voll ausgereift als Frucht sondern noch sehr früh gepflügt, in kleine Schnipsel geschnitten und dann im Salat als „Gemüse“. In einem Thai-Kochkurs (siehe Bilder unten) haben wir dann erfahren, dass die Thais viele Früchte unreif pflücken 20141222_105746un20141222_115437d dann als Salat benutzen. Super Sache fand ich und echt lecker. Unser Mal genossen wir natürlich unter einem der zahlreichen Konterfeis des Königs, der hier als eine Art Heiliger verehrt wird.
Auf der Straße schlecht über den König sprechen ist in Thailand übrigens verboten, weshalb viele Thais am liebsten garnicht über ihn oder Politik reden 😉
Trotzdem ist der König wie gesagt sehr beliebt und sein nahender Tot wird als große Tragödie gesehen, die das Land sogar an den Rand eines Bürgerkrieges bringen könnte.

Danach ging es ab ins erste „Wat“, die Tempel hier. Zu sehen gab es neben nem schönen Gebäude den größten Goldbuddha der Welt (siehe oben). Insgesamt über 6 Tonnen wiegt das Ding und ist schon ziemlich beeindruckend. Wer jetzt glaubt man würde auch nur einen Polizisten oder Militär als Sicherungsmaßnahme zu finden, der irrt gewaltig. Niemand. Sehr seltsam finde ich, dass dort nicht hin und wieder mal eine Ecke verschwindet, aber naja, Buddhas klauen scheint wohl nicht hoch im Kurs zu stehen.

Nachdem wir noch Chinatown und ein paar weitere Tempel unsicher
gemacht hatten ging es auf zum nächsten Tagesordnungspunkt: 20141222_18050820141222_172110
Food Tour!
Meiner Meinung nach definitiv ein Muss für jeden Thailand Touristen und mit 20-25 Euro nun auch nicht gerade unbezahlbar.
Als kleiner Starter gab es frittierte Frösche, die auf Grund ihrer Größe nun nicht wirklich intensiv nach irgendetwas schmecken. Ich würde sagen nen netter Snack, mit Chips vergleichbar 😉
Danach mehrere Salate, hier mal mit Schweinezunge und Ohren 😉 Super lecker, kalt gegessen, scharf mariniert mit süßer Chili Sauce.
20141222_18185020141222_184843Weiter ging es mit den beiden Gesellen im linken Bild. Ja richtig, das sind ebenfalls Frösche. Diesmal etwas größer als eine Hand unr nur auf Kohle gebraten statt frittiert.
Ziemlich lecker auch wenn man sicher etwas Überwindung braucht um es wirklich zu probieren 😉 Schmeckt nach einer Mischung aus Hähnchen und Fisch, wobei der Fischgeschmack nur ganz leicht zu spüren ist. Ne Delikatesse und nur zu empfehlen 😉
Da wir neben den Gerichten in den Bildern ungefähr noch 10 weitere Sachen probiert haben, konnten wir erst einmal nicht mehr weitermachen und die Tour Guide zeigte uns den Tempel neben dem Königspalast (Bild oben). Ziemlich beeindruckend, insbesondere wenn man bedenkt, dass dieser normalerweise für Besucher nach 5 Uhr geschlossen ist und wir durch einen Hintereingang an den Mönchen vorbei hereingegangen sind. Die Türme sind übrigens Grabstätten, wobei man sich nicht mehr sicher ist, ob wirklich noch Überreste von Menschen darin liegen, die Thais trauen sich einfach nicht nachzuschauen 😉

Weitere Details der Food Tour spare ich euch einfach mal, aber wir haben definitiv alles probiert, was die Küche in Bangkok so zulässt. Gleichzeitig noch ein paar schöne Sehenswürdigkeiten gesehen, ein gelungener erster Tag in Bangkok.
Geschichten über die Rotlichtviertel erspare ich euch mal, wir sind ja hier auf einem RWTH-Exzellenz-Blog und nicht auf einer zwielichtigen Seite 😉

Für mich geht es jetzt alleine weiter nach Chiang Mai, das liegt im Hohen Nordosten Thailands und ist nicht so touristisch, sondern mehr etwas für Backpacker. Aber denke auch dort gibt es Internet, so dass ich das ein oder andere Foto hochladen oder eine Geschichte erzählen kann. Wie es ausschaut gibt es neben Elefantenreiten und einem Hochseilgarten über ein Tal mit 400 Meter Tiefe auch ein Kloster zum Meditieren, das mich wohl für ein paar Tage aufnehmen wird. *Ommmmm*

Unten findet ihr noch ein paar weitere Bilder, unter anderem vom Kochkurs (würde ich übrigens auch jedem Bangkok-Touri empfehlen) bzw. unsrem Ergebnis, dem Wat Arun mit seinen krankhaft steilen Treppen und dem Sonnenuntergang in Bangkok 😉 Achja, eine Bootsfahrt, die ist lustig, daher davon auch noch zwei Schnapsschüsse..

Machts gut,
bis die Tage
Markus

 


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„Kacke, ich muss ja hier auch studieren“…

28. Dezember 2014 | von

… dachte ich mir und wusste doch, dass heute der erste Tag meines Universitätsstudiums in Korea sein wird.

Nichts mehr mit Sight-Seeing und Seoul kennenlernen. Studieren… Bücher wälzen… Powerpoint Präsentationen anschauen… *würg*…
So voll motiviert dreh ich mich einfach nochmal um und stelle dann doch irgendwann fest: Mein erster Kurs beginnt in 45 Minuten.
Also schnell unter die Dusche, ohne Frühstück aus dem Haus und ab dafür…

Doch erm, wo ist eigentlich der Hörsaal? Die Kursbeschreibung aus dem Internet? Tja, alles auf Englisch übersetzt, bis auf den Veranstaltungsort, großes Kino. Nach einem kurzen Telefonat mit meinem Buddy, der mir aus nahezu jeder Patsche zieht weiß ich zumindest das Gebäude und bin tatsächlich 5 Minuten vor Beginn des Unterrichts da.

Und sonst? Nö, genau, keiner.
14.00 Uhr. Eigentlich sollte hier jetzt „Nanomaterials and their Applications“ anfangen. Niemand da. Raum verschlossen. Auf dem Flur laufen an mir dutzende koreanische Studenten vorbei, die mich anschauen als sei ich gerade aus meinem Raumschiff gestiegen und hätte grüne Antennen auf dem Kopf.
14.05 Uhr. Niemand da.. Ich wage die Aussage meines Buddys zu hinterfragen und checke nochmal nach. Ein zweiter Anruf bringt aber keine neuen Erkenntnisse.
14.10 Uhr. Niemand da… Irgendwas ist doch hier falsch? Ich halte ein koreanisches Mädchen auf dem Flur an, frage sie höflich auf Englisch ob ich im richtigen Gebäude und dies der Raum sei. Nach meinen zwei Sätzen erwidert sie mir einen Blick, als hätten sich meine grünen Antennen auf dem Kopf gerade rot gefärbt und Kringel gebildet… Schüchtern und kichernd rennt sie weiter.. Na super.. Kommunikationsgenie Markus, Super gemacht.
14.15 Uhr. Kein Schwein mehr auf dem Flur zum Fragen, ich warte immer noch doof…

14.18 Uhr. Die Erlösung. Ein Student kommt, Badelatschen, kurze Shorts im Hawai Stil, Bayern München Trikot und Haarreif. Super Outfit. Er schließt die Tür auf und setzt sich gemächlich in die zweite Reihe des kleinen Seminarraums. Kommunikation? Fehlanzeige. Nach meinem „Hello, I’m Markus“ macht er mir halb englisch, halb mit dem Fuß deutlich, dass er zwar Deutschland wegen des Fußballs mag aber keiner westlichen Sprache mächtig ist. [Nachtrag: Die Koreaner können wahrscheinlich schon irgendwie englisch, trauen sich nur nicht…]

In Windeseile füllt sich der Raum, 20 Studis und der Prof .
Nach 20 Minuten ist das kurze Intermezzo vorbei. Es geht, oh Wunder, um Nanomaterials. Dummer Nebeneffekt, jeder Student muss alle 3 Wochen ein Paper vorstellen und den anderen erklären. Für eine englische Präsentation gibt es 5 % Bonus auf die Note… Nach kurzem drüber nachdenken schwant mir schlimmes….

Doch was kommt noch? Ich glaube jeder, der ins Ausland geht kennt das nun folgende Problem.
Wie ich leider feststellen musste sind 3 meiner 4 vorab gewählten Kurse nicht mehr existent oder werden nicht mehr auf Englisch angeboten, großartig.

Daher versuche ich mir direkt mal im Online-Campus-System neue zu suchen.  Die Betonung liegt auf „versuche“.
Nachdem ich mich in die Lobby des Campus-Zentrums in einen ultra gemütlichen Ledersessel gefläzt und die Füße hochgelegt habe beginnt die Recherche nach weiteren Kursen.
Schnell sind ein paar mögliche ausgemacht, ich habe neben Nanomaterials noch 4 ansatzweise sinnvolle zur Auswahl, zwei davon überschneiden sich und einer liegt Freitags.. Freitags?
Ne denk ich mir und streiche den schon mal von der Liste. Man will ja auch was vom Wochenende haben und donnerstags sind bestimmt die besten Parties…
Also gibt es für mich Intelligent Control (laut Syllabus ein Robotik-Kurs, kann also nicht schaden) und Advanced Measurement and Information System. Dort wird beschrieben, das es Teil des Kurszieles sei Emails von anderen Leuten im gleichen Wlan zu tracken und abzufangen, klingt also lustig und spannend und schadet bestimmt nicht, dort ein bisschen Expertise für das spätere Hackerleben aufzubauen, falls es mit dem Maschinenbau nicht klappt.
Als Gimmig gibt es noch einen Sprachkurs in Koreanisch für Masterstudenten, Montag bis Donnerstag 19.00 Uhr. Oh man, na das kann ja was werden. Ich sehe meine Motivation zur regelmäßigen Teilnahme schon neue Tiefpunkte erreichen.

Nachdem ich also meine Kurse beisammen habe, ist es auch schon wieder Zeit den ersten Sprachkurs zu besuchen, also mach ich mich gleich auf den Weg zum anderen Campus (hier wird zwischen Science- und normalem Campus unterschieden) und freue mich mein Koreanisch weiter zu verbessern. Ein schlimmer Fehler wie sich bald heraus stellen wird.

Wer jetzt übrigens auf den Gedanken kommt ich sei ein Vorlesungs-fauler Student, dem kann ich nicht direkt widersprechen, aber mal ehrlich. Jeden Tag 19.00 Uhr ne Vorlesung für 1 1/2 Stunden, das ist echt kein Zuckerschlecken. Gerade zur besten Zeit sich etwas zu Essen zu jagen oder den Abend mit einer Flasche Bier ausklingen zu lassen. Aber naja, wie ich das durchgehalten habe beschreibe ich euch mal später.

Hier sind wir auch schon am Ende meiner Kurswahlodyssee.
Auf Grund der Ferien bin ich gestern in Bangkok angekommen und werde mich von Dort über Nord-Thailand wahrscheinlich noch nach Kambodscha und Laos durchschlagen, weshalb sicher ein paar Bilder im nächsten Eintrag folgen.

Ansonsten wünsche ich euch frohe Weihnachten, ich hab hier 25+ Grad und finde, das ist auch mal ne gute Temperatur für Weihnachten 😉

 

Bis die Tage,
Markus

 

PS: Tut mir leid, das die angekündigte Wandertour nun doch erst mal hinten anstehen muss, aber ich werde es nicht vergessen euch auch davon zu berichten 😉

Warum es länger dauert eine Prepaid-SIM zu kaufen, als sich als Ausländer zu registrieren…

14. Dezember 2014 | von

Hi,

wer kennt es nicht, kaum in einem neuen Land angekommen, sucht man schon verzweifelt nach einem freien W-Lan Anschluss um endlich wieder Bilder zu verschicken, mit Freunden zu chatten oder einfach nur Google-Maps zu benutzen. Kommt man in den ersten Tagen noch recht gut damit zurecht, wird es mit jedem Tag schwieriger und die Sehnsucht nach mobilem Internet größer und größer … Da hilft es auch nicht, das Seoul vergleichbar viele freie W-Lan Netze bietet.
Also standen zwei Dinge für mich an. Die koreanische SIM Karte und sich als Ausländer in Seoul registrieren und eine Alien-ID Card beantragen.

In unserer neuen German-Connection, Nico, Manuel, Julia, Clara und Greta ging es los. Nach einigen Versuchen in Anam (meinem Uni-Viertel) mussten wir einer bitteren Tatsache ins Auge sehen:
Nur weil draußen ein Schild steht: „English service available“ heißt das noch lange nicht, dass einer der Verkäufer auch nur ein Wort Englisch spricht oder versteht…

Nico fand zum Glück einen Telefonshop im Regierungsviertel, der tatsächlich Englisch im Angebot hatte, also ging es nachmittags los, besagten Shop zu finden.
Dort angekommen (17.30 Uhr) freuten wir uns das ganze schnell erledigen zu können. Wie naiv….
„System is already shut down. You have to come back tomorrow.“ Bitte?? Der Laden sollte noch eine geschlagene Stunde auf haben und jetzt geht bereits nichts mehr?
Wie verdienen die Geld, wenn sie eine Stunde vor Ladenschluss nichts mehr verkaufen können??
Naja… Kann man nichts machen. Also was Essen und am nächsten Tag wieder hin. Doch vorher zum Ausländeramt.

Auf dem Weg dorthin kamen wir an einigen Tempel in Seoul Dongdaemun - StadttorSehenswürdigkeiten vorbei, die ich euch nicht vorenthalten möchte (rechts).
Zuerst das Dongdaemun-Tor, teil der früheren Stadtmauer Seouls um das herum die heutige Stadt einfach gewachsen ist. Außerdem ein weiterer Tempel direkt in der Skyline, wie ein kaum sichtbarer Fels in der Brandung 😉
Zur richtigen Tageszeit lassen sich hier auch Mönche beim Gebet beobachten und scheinbar ist eben dieser Tempel gerade ein Neujahr ein beliebter Platz für Pärchen um sich für das kommende Jahr viel Glück zu wünschen und gemeinsam anzustoßen.

Anzug gefällig?Doch wo war ich?
„Wolle Anzug kaufen?“
Nein? Naja, ich glaube mittlerweile in Seoul gibt es nichts (Ausnahme sind pornographische Inhalte), das sich nicht auf der Straße kaufen lässt. Oft zu guter Qualität und sicherlich auch zu ordentlichen Preisen. Naja, einen Anzug auf der Straße zu kaufen fanden wir dann doch etwas zu viel, aber definitiv eine interessante Art und Weise ein Auto zum Verkaufsladen umzubauen. Achja, das ist übrigens die Motorhaube, falls man es nicht auf den ersten Blick erkennt…

Aber ich schweife ab. Wir wollten eine Alien ID und eine SIM Karte. Also ab in die Ausländerbehörde. Wie erwartet hatten ungefähr 300 Leute die gleiche Idee wie wir, weshalb wir uns innerlich schon auf eine Wartezeit von mehreren Stunden einstellten. Von anderen Ausländern hatten wir Horrorgeschichten mit bis zu 7 Stunden Wartezeit vernommen…

Doch weit gefehlt.
Ab ins Office, Nummer gezogen, ich war die 117, bei aktuellem Counter-Stand von Nummer 6….
Kann ja was werden.. Ah, da sind ja ein paar Schweden, die ich vorher kennengelernt hatte, also ab im großen Warteraum zu meinen anderen Bekannten. So standen wir da, machten Smalltalk suchten verzweifelt mit den Augen nach Sitzplätzen. Und scheinbar standen wir einfach total dumm im Weg. 6 Deutsche, die dumme den Weg blockieren, was kann es besseres geben.
Keine 30 Sekunden später spricht mich eine koreanische Beamte auf Koreanisch an und merkt nicht mal an meinem Pferde-Augen-Blick, das ich kein Wort verstehe. Doch dann ein Wort. Student. „Yes, I am a Student, I want to apply for an Alien Registration Card“ antworte ich wahrheitsgemäß. Daraufhin packt sie mich am Ärmel und zieht mich und die anderen direkt vor einen bis dahin geschlossenen Schalter hinter dem sie direkt Platz nimmt. Weitere 2 Minuten später haben wir alle 6 unsere ausgefüllten Antragsformulare und Kopien, Passfotos und dergleichen abgegeben und müssen nur noch Fingerabdrücke machen lassen.
Nach genau 7 Minuten verlassen wir sechs gut gelaunt die Ausländerbehörde. So kann der Tag doch weiter gehen oder?
Also ab zum Phone-Shop….

Dort angekommen freuen wir uns, ein voll funktionstüchtiges Computersystem (welches auch hochgefahren ist) vorzufinden und der Mitarbeiter beginnt unsere Handys, sowie alle Reisepässe einzusammeln. Er bittet uns zu warten und verschwindet eifrig mit einem Kollegen in den hinteren Teil des Shops…
Eine halbe Stunde später… Nichts…
Eine Stunde später… Der Telefonfritze kommt zurück, stellt ein paar unbedeutende Fragen und geht wieder…Eineinhalb Stunden später… Nun bekommen 2 von uns 6 ihre Handys zurück, mit koreanischer SIM. Unglaublich…
Zweieinhalb Stunden später haben auch wir restlichen unsere SIM Karten samt Handy und müssen uns nun nur noch für das freie W-Lan des Telefonanbieters freischalten lassen, das sich ebenfalls als Odyssee herausstellt…

War das notwendig? Wirklich?
In der Zeit kann man in Deutschland wahrscheinlich ein Haus kaufen… In Korea reicht es gerade einmal für eine Prepaid SIM. Prepaid…
Scheinbar werden hier alle SIM Karten direkt bei der Regierung registriert, mit Namen und allem Pipapo, was eben seine Zeit dauert.
Witzig ist auch, dass Handynummern keine Sperrfristen haben. Wer also seine Nummer abgibt weil z.B. sein Vertrag ausläuft, der kann davon ausgehen, dass nur wenige Minuten später ein neuer Nutzer diese Nummer benutzt. Dadurch bekomme ich nun regelmäßig Anrufe und SMS von Koreanern auf Koreanisch, die davon ausgehen, dass ich jemand anderes bin, spannende Telefonate 😉

Naja, Tag geschafft, alles Wichtige erledigt also ab ins Bett. Am Tag darauf ging’s auf den Himalaya Seouls mit einer unglaublichen Aussicht, aber davon mehr im nächsten Beitrag… Achja, da nur wenige Bilder in diesem Beitrag waren, unten noch zwei Bilder eines Flusses in Seoul, der vor ein paar Jahren renaturiert wurde (vorher verlief dort eine Autobahn) und ein Bild unseres Mittagessens, Korean Barbeque. 😉

Bis die Tage,
Markus


Korean BBQ Fluss III Fluß II

 

Das blaue Haus und weitere Eindrücke aus Seoul

05. Dezember 2014 | von

Hallo zusammen,

Nach den ersten zwei Einführungstagen, in denenDas blaue Haus Koreas wir uns hauptsächlich mit organisatorischem Unfug, wie dem beantragen eines Studentenausweises und der damit verbundenen Kreditkarte (in Korea darf man sogar seine PIN selbst aussuchen) beschäftigt haben, geht es am dritten Tag endlich einmal in die Stadt, um die neue Heimat besser kennenzulernen.
Als erstes Ziel hat sich unser KUBA Team (Korea University Buddy Assistent) das blaue Haus Koreas ausgesucht (rechts).
Klar, warum auch nicht, wenn die USA ein weißes Haus haben, muss Korea natürlich ein schöneres, blaues Haus haben. Der Zweck des Hauses ist natürlich des gleiche, es ist das Arbeits- und Wohnhaus der koreanischen Präsidentin Geun-hye Park. Dabei habe ich direkt mal versucht bei den Koreanern etwas über ihre aktuelle Regierung und Politik zu erfahren und stelle zu meinem erschrecken fest, dass sich scheinbar niemand auch nur grundsätzlich mit dem Thema beschäftigt oder darüber spricht… Naja.. da muss ich wohl nochmal genauer nachhaken…

Königspalast IDer Lusttempel des Königs Weiter geht es in einen der vorhandenen Königspaläste. Links seht ihr eine Pagode eines alten Königs und sein Lusttempel. Lusttempel?
Ja genau… Es gibt sogar einen koreanischen Trink/Lust-Würfel den man hier in Souvenirshops kaufen kann. 16 Seiten hat er und enthält neben alkoholischen Trinkbefehlen auch diverses Unzüchtiges, aber naja, davon erzähl ich später noch einmal mehr.
Leider haben Franzosen und Japaner während ihrer Besatzungszeiten alles daran getan möglichst viel koreanische Kultur zu vernichten und zu zerstören, weshalb der größte Teil der Palastanlage im Herzen Seouls heutzutage nicht mehr das Original sondern einen Wiederaufbau darstellt.
Im Herzen Seouls? Wirklich?Der Palast und die Metropole Thronsaal des Königs
Kann nicht sein. Doch, ich war selbst überrascht. Rechts seht ihr erst den antiken Thronsaal und dann ein für mich damals unglaublich beeindruckendes Bild, das sich hier in Seoul allerdings tagtäglich bietet.
Hier Tempel oder Palast und dort Skyline, Großstadt, Leben, Geschäfte und Großkonzene. Direkt am Königspalast gelegen beginnt zum Beispiel in Richtung der Hochhäuser eines der Skyline-Viertel sowie die Stadtverwaltung Seoul. Für mich einfach beeindruckend, wie antike Kultur und Moderne zusammenpassen und einen tollen Kontrast bilden.

Nach dieser kurzen Besichtigung breitet sich schon wieder gähnende Leere im Magen aus, etwas zu frühstücken habe ich immer noch nicht gefunden… Als ab zur nächsten Station, nach Insadong..

Insadong Shopping StreetKoreanisch auf dem Boden essenWas ist denn Insadong? Sagen wir einmal einer der Dating-/Shopping- und Fressplätze in Seoul. Definitiv westlich angehaucht findet man hier Souvenirs, koreanische Pärchen die sich in verrückten Läden verrückten und unglaublich nutzlosen Tinnef kaufen und schenken, Kunstgalerien und jede Menge Restaurants.
Genau da wollten wir hin. Auf der Hauptstraße kurz abgebogen, ins dritte Untergeschoss und dann Schuhe aus…
Drittes Untergeschoss? Tja, kommt hier recht häufig vor, ein Untergeschoss hat quasi jedes Haus und dort finden sich meist die besten Restaurants, zwei oder drei kommt auch nicht gerade selten vor.
Und Schuhe aus? Jap. 29 Grad Außentemperatur, ein halber Tag durch die Gegend wandern und dann ziehen 70 Ausländer und Koreaner gemeinsam die Schuhe aus und setzen sich zum Essen in den Schneidersitz. Ich brauch es nicht zu beschreiben, aber nach kurzer Zeit macht sich der eklatante Geruch nach Fuß breit.Da auch die Kellner sich diesem Gestank nicht entziehen können werden schnell noch ein paar Räucherstäbchen angezündet und die ersten dampfenden Speisen servier.
Ich bin begeistert, das Essen schmeckt gut und die Tatsache, dass meine Füße nach keinen 3 Minuten eingeschlafen sind, ignoriere ich einmal getrost 😉

Traditioneller koreanischer NachtischKoltaraeNachdem unsere koreanischen Buddys allen beim Aufstehen geholfen hatten und jeder wieder laufen konnte ging es dann gut gesättigt weiter ein bisschen Shoppen und die Gegend erkunden.

Dabei stießen wir auf zwei weitere koreanische Leckereien (rechts).
Einmal in Weiß Kkultarae – sieht recht unscheinbar aus – eine Art Honig-Zucker-Nuss Süßigkeit. Sehr lecker, wird auf der Straße frisch zubereitet und besteht aus tausenden dünnen Zuckerfäden, in die dann eine Nuss oder sonstige Paste eingerollt wird. Zusätzlich noch einen koreanischen Nachtisch (ganz rechts). Diese zugegeben recht komisch aussehende Schüssel ist gefüllt mit gefrorenem Milchschaum, Nüssen und mit einer Riesen Ladung Krokant, Zimt und Mandelmehl überschüttet. Ziemlich lecker, gibt es auch noch in tausend anderen Varianten. 😉

Danach ging’s ab in eine Nanta-Show, eine Art Trommel-Musical und eins der meist exportierten Kulturgüter Korea. In Deutschland zahlt man pro Ticket gut und gerne einmal 200 € und mehr, zum Glück ist es hier deutlich günstiger und mal von dem ohrenbetäubenden Lärm ziemlich interessant und beeindruckend.

Doch nun war’s das erst mal mit Sight-Seeing und Spaß.
Die Uni ging los ;( Leider viel zu schnell. Außerdem standen noch ein paar Behördengänge an, von denen ich euch erzählen möchte…

Im nächsten Beitrag kläre ich daher die Frage, warum es länger dauert eine Prepaid SIM zu kaufen als sich als Ausländer im Ausländeramt zu registrieren. Natürlich auch dabei ein paar Bilder aus Seoul 😉

Beste Grüße

Markus

 

„Der erste Tag an der Korea University“ oder „Die wichtigste Regel an einer Elite-Uni in Korea“

21. November 2014 | von

Hallo zusammen,

es geht also los, das Abenteuer beginnt. So finde ich mich am ersten Montag meines Auslandsaufenthalt in der Inchon Memorial Hall / Global Leadership Hall (Imposanter Name wa?) der Korea University ein.
Zusammen mit etwa 600 weiteren Austauschstudenten, die meisten davon aus China und Restasien, dicht gefolgt von Europäern, Amerikanern und Australiern, die ich einfach mal unkorrekter Weise nicht zu Restasien hinzu zähle. So viele? Muss das sein? Was mach ich hier?
Genau.. wir werden unseren Buddys zugeteilt. je 2-4 Ausländer ein koreanischer Buddy und etwa 60 Austauschstudenten in einer Buddy Group zusammen. Zur Buddy Group später mehr…

Mein Buddy scheint nett zu sein und spricht erstaunlicher Weise gut englisch, Glück gehabt!
Es geht los. Gespannt oder gelangweilt verfolgen wir die Begrüßungsreden verschiedener Würdenträger und der Leitung der Korea University Buddys. Und dann? Schlagartig erwachten alle aus ihrem Tiefschlaf.

Was war passiert? Ein Erdbeben? Ein Tsunami? Krieg mit Nordkorea.
Nein! Es wird angekündigt, das nun die Sprecherin und Ethikbeaufragte Die wichtigste Regel...
des International One-Stop-Service Center (Sone Art Kombi aus International Office, ZPA und Fakultäten) zu Wort kommen wird. Gespannt warten alle darauf, was denn nun noch kommen sollte. Und was ist es? Genau, die wichtigste Regel, die es an der Korea University zu befolgen gilt

„Do not get drunk until you pass out!“ (siehe rechts)

Schnell entbrennen die ersten Diskussionen, ob das nun ein Scherz oder ernst sei, doch so selbstbewusst wie diese junge Frau diesen Leitsatz und seine Wichtigkeit betont, lässt keinen Zweifel, die meinen das ernst… Hier hinterfrage ich zum ersten Mal in was für einem Land wir sind.
Klar, ich will die Aussage nicht abschwächen, aber dachte ich, als erwachsener Mensch solche Regeln automatisch zu befolgen und stelle mir kurz vor, was gewesen wäre, wenn unser geliebter Rektor „Schmachti“ dies bei unserer Einführungsveranstaltung aus seinem Hut gezaubert hätte. Wahrscheinlich mehr eine Einladung als eine Regel, was denkt ihr?

Mensa in Korea Und nun? Tja. Gut Gelaunt und mit leerem Magen, Frühstück hatte ich  bis dahin noch keines in Korea gefunden, ging es ab in die Mensa. Mensa? Muss das sein? Wirklich? Wo ist die nächste Pontstraße?

Naja, im Gänsemarsch der Gruppe hinterher. Erstaunlicherweise funktioniert hier Mensa natürlich anders als in Aachen. Oft (es gibt mehrere konkurrierende Mensa-Unternehmen auf dem Campus) werden einfach viele Kleinigkeiten und ein paar „Hauptgerichte“ angeboten, die man sich frei auswählt. Daraus ist mein erstes Mahl entstanden, umgerechnet 2,10 teuer. Geht. Was gibt es denn?
(von .l.o. bis r.u.): Kimchi, später dazu mehr, Ananas, eingelegte Chilis, ne Art Frühlingsrolle, Sprossensalat und Tonkatsu, eine Japanische Version des Schnitzels. Dazu ein gruselig süßer Apfel-Irgendwas-Saft aus der Dose.

Meine Meinung? Kann man machen, Pontstraße scheint hier unnötig. Um vorweg etwas zu spoilern, ich gehe mindestens 4 mal die Woche in die Mensa und bin nach wie vor von Konzept, Preisen und Geschmack begeistert. Da könnte sich die Aachner Mensa mal eine Scheibe abschneiden. Übrigens wer glaubt, Lebensmittel seien hier einfach billiger als in Deutschland ist auf dem Holzweg. Im Supermarkt zahlt man mindestens doppelt soviel für Obst oder Gemüse, für Fleisch mindestens dreimal so viel. Nix billiger.

Danach gings weiter im Einführungsdschungel, Studentenausweis (inklusive Kreditkarte und Bankkonto) beantragen, Online Campus Software Zugang etc. etc…Das liebste Getränk der Koreaner..

Und abends ab in die Kneipe mit der neuen Kuba Gruppe koreanische Spezialitäten probieren. Was gabs? Chicken and Beer. Klingt nicht nach Korea? Ist es aber! Chicken and Beer scheint etwa 15-20% der Kneipen in Seoul auszumachen ..

Um nicht nur westlichen Kram zu konsumieren kommt natürlich noch Soju dazu, eine Spezialität auf die ich später ausführlicher eingehe.
Soviel sei gesagt, sie schmeckt gruselig und hat etwa 20 Prozent…

Mit deutlichen Kopfschmerzen wache ich am nächsten morgen in meinem Bett auf… Mist… noch ein Einführungstag…
Da der nicht so spannend war, hier nur noch zwei Fotos meines neuen Science Campus‘ und eins, bei dem ich verstanden habe, warum die wichtigste Regel der Korea University wirklich wichtig ist… (PS: Ja, das sind leere Kisten von Soju… Und unsere Buddy Gruppe war allein in diesem Restaurant/Bar/Kneipe)

Bis die Tage
Markus


Science Campus  Science Campus 2

Seoul Incheon International Airport – Samstag 14.30 Uhr und nun?

11. November 2014 | von

Tja da steh ich hier. In Seoul, am Incheon International Airport. Und nun?

Gerade noch in Aachen unterwegs in letzter Sekunde meine Wohnung geräumt und jetzt schon genau 8 626, 88 km weiter kann ich kaum glauben.
Sechs tausendsechshundertsechsundzwanzig. Komma acht acht. Das alles nach etwas Schlaf auf ungemütlichen Flugzeugssitzen und der ersten Kontaktaufnahme mit der koreanischen Bevölkerung im Flieger? Unmöglich. . .

Während ich noch so in meinen Gedanken schwelge, werde ich jäh von einem koreanischen Pulk überrannt, dass sich in rasantem Tempo in Richtung Passkontrolle bewegt. Achja, da war ja was. Passkontrolle… Ich bleibe ja nicht nur im Flughafen.
Schnell noch die Zähne geputzt, die koreanische Zollerklärung ausgefüllt und ein neues Hemd angezogen und ab in die Schlange. Deo wäre nicht schlecht gewesen doch das liegt ja in Düsseldorf am Security Check-In…

Ne gute Stunde später habe ich mich mit neuem Einreisestempel und meinen Koffern bewaffnet in den vorderen Bereich des Flughafens vorgekämpft, wo bereits die Korea University Buddies auf uns warten und uns in Bussen zu unserer Unterkunft bringen. Bei dieser Gelegenheit erklärt sich auch gleich ein mir bis dahin unverständliches Phänomen.
Ich nenne es mal National-Socialising.
Wer kennt es nicht aus Deutschland? Unterschiedliche Nationalitäten bilden in Windeseile kleine Gruppen innerhalb ihres neuen Heimatlandes und bleiben vermehrt unter sich. So auch hier. Und bei mir?
Nach keinen 5 Minuten hat sich die angekommene Ausländergruppe in 5 Nationalitäten aufgespalten, wobei neben den Hauptsprachgruppen Deutsch, Chinesisch, Amerikanisch und Japanisch eine Mischgruppe aus allen anderen Sprachen entsteht. Ohne das es jemand wollte, einfach automatisch. Aber naja, das ändert sich ja bestimmt nochmal…

Doch was nun? Im Wohnheim angekommen und ausgepackt breitet sich ein Hungergefühl aus, das dringend gestillt werden sollte. Also ab mit den neuen Kommilitonen raus, die Umgebung erkunden und bestmöglich etwas Essbares finden.
Unseren großartigen Zufallserfolgt (rechts) habt ihr schon letzteMeine erste Mahlzeit in Korea, super!
Woche gesehen, allerdings möchte ich darauf noch einige Worte verschwenden.
Warum Zufallserfolg? Naja, keine englische Karte, als einziger kann ich zwar lesen was dort in koreanischer Schrift steht doch kann ich nicht einmal gut raten was es bedeutet und ein Kellner der Englisch wohl für einen Ausländischen Schnaps hält, der leider nicht auf der Karte steht und nicht für eine Sprache.
Hierbei lernten wir aber direkt die koreanische Art des Essensgehen kennen. Wird in Deutschland jeder Gast mit einem Teller bedient ist es hier eher der Normalfall eine große Schüssel/Pfanne/Topf o.ä. pro Tisch zu bekommen in der, vor den Augen des Gasts, das Essen zubereitet wird. Dazu gibt es verschiedene Beilagen und alle essen gemeinsam.
Futterneid??? Gibt’s nicht, wenn einer noch nicht Satt ist wird weiter bestellt.

Hauptgebäude der Korea UniversityIm Anschluss an dieses vorzügliche Mal gab es noch eine kurze Campus-Erkundung mit dem (links) wunderschönen Hauptgebäude im koreanisch antiken Baustil. Findet ihr nicht? 🙂
Auf Koreanisch heißt die Korea University übrigens 고려 (Goryeo – geht auf ein antikes Königreich in Korea zurück), wurde 1905 als erste moderne Hochschuleinrichtung Koreas gegründet und gehört zu den SKY-Universities, den drei angesehensten Universitäten Koreas, die einen absoluten Elitestatus in der Gesellschaft genießen und als Garant für eine erfolgreiche Karriere und Wohlstand gelten.

Soviel aber erst einmal zum ersten Tag. Man kann sagen, ich bin gut angekommen, die Umgebung gefällt mir und ich hatte einen guten Start.
Mal sehen was noch kommt. Am Montag fangen die Einführungsveranstaltungen für alle Austauschstudenten an und eine Woche darauf dann leider schon die Uni…

Bis die Tage,
Markus

Socken, Schuhe, Unterwäsche. Hab ich alles?

03. November 2014 | von

Socken, Schuhe, Unterwäsche. Hab ich alles?

Reisepass, Tausende Kopien, Flugtickets. Hab ich wirklich alles?

Wird schon, denk ich mir! Koffer zu, Problem gelöst. Fürs Erste. Oder? Vielleicht doch noch einen Blick riskieren? Nein. Koffer zu! Was vergessen? Bestimmt. Egal, das wird schon! Muss ja!

Schnell zum Abschlussbier mit Freunden. Abschlussbier. Das letzte Mal deutsches Bier für fünf Monate. Ich vermisse es jetzt schon. Denn das erste Gesetz, dem ich mich ab jetzt unterwerfen möchte lautet: Kein deutsches oder westliches Essen oder gar Getränke, bevor ich wieder in Deutschland bin.

Acht Stunden später. Flughafen Düsseldorf. Security Check.
War klar, wer muss mal wieder etwas wegwerfen? Genau, ich. Wie immer.
Diesmal aber keine Schere, Taschenmesser oder Feile, nein, es ist nur Deo. Deo. Nicht mehr als 100ml. Im Handgepäck. Hat aber partout nicht mehr in den normalen Koffer gepasst. War eh zu schwer.
Aber warum exportiere ich Deo? Dazu später mehr.

Ab in den Flieger. 16 Stunden Flugzeit, zwei Stopps. Vier Stunden Zwischenaufenthalt mit Zeitverschiebung. 27 Stunden unterwegs. Uff. Beinfreiheit ist anders, aber kennt man ja.

Zum Frühstück gibt es kleine Nudeln, schon komisch oder? Aber lecker waren sie, wobei sie noch besser mit einem Löffel statt Stäbchen zu essen gewesen wären…

Aber wo geht’s eigentlich hin? Genau, nach Seoul, Südkorea! Zweitgrößte Metropolregion der Welt mit knapp 25 Millionen Einwohnern. Eingepfercht zwischen Bergen und Meer, auf engstem Raum gestapelt, geschichtet und verpackt und nun noch einer mehr. Ein Deutscher, der unbedingt mal ganz weit weg wollte!

Passende Wörter wie Schmelztiegel finde ich doof und viel zu überladen. Sagen wir einfach: Es wird ein Abenteuer.

Aber warum eigentlich?

  • Mein Koreanisch: Nennen wir es rudimentär.
  • Meine bisherige Auslandserfahrung: Es gibt noch was anderes als Europa??
  • Die Englischkenntnisse der meisten Koreaner: Dürftig bis Unterirdisch.
  • Nudeln zum Frühstück? Irgendwas ist hier verkehrt!?!

Das kann also nur Spaß machen!

Ein Semester an der Korea University und dann einen Monat Urlaub in Asien, das kann man mal gemacht haben, kurz bevor der Master-Abschluss und der nahende Berufseinstieg drohen, findet ihr nicht? Ich schon!

Daher schreib ich ab jetzt meine Erlebnisse für euch auf und hoffe, euch auch für ein Auslandssemester begeistern zu können (muss ja nicht gleich Südkorea sein).

Im nächsten Eintrag gibt es dann die ersten Eindrücke von Seoul, einen Kurzbericht über den Himalaya Seouls, Kimchi, koreanische Gastfreundschaft, warum ich Deo exportiere und mehr über die wichtigste Regel, wenn man einmal an einer koreanischen „Elite“-Uni studieren sollte.
Beste Grüße aus Seoul,

Markus

PS: Da die RWTH etwas mit dem Einrichten des Blogs gebraucht hat, werde ich etwas zeitverzögert bloggen, und euch viel aus der Vergangenheit erzählen. Solltet ihr aber Interesse an speziellen Dingen oder Themenbereichen haben, lasst es mich einfach wissen 😉

PPS: Wirklich passende Bilder zu diesem Eintrag gibt es nicht, daher einfach nur meine ersten Eindrücke in Seoul 😉

 

Renaturierter Fluss in Seoul_Blog 1 Na, was wird das wohl sein? Frühstück gefällig? Hauptgebäude der Korea University Meine erste Mahlzeit in Korea, super!