Mit dem Aktionsplan „AMTS 2026–2029“ startet das Bundesministerium für Gesundheit die inhaltliche Umsetzung eines neuen Programms zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit in Deutschland. Im Mittelpunkt steht dabei vor allem die Digitalisierung des Gesundheitswesens. Digitale Anwendungen wie das E-Rezept oder die elektronische Patientenakte mit Medikationsplan sollen helfen, den Medikationsprozess sicherer, strukturierter und übersichtlicher zu gestalten.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken betonte zur Auftaktsitzung der Koordinierungsgruppe AMTS, dass moderne Arzneimittel und Therapien zwar immer bessere Behandlungsmöglichkeiten bieten, die gleichzeitige Einnahme mehrerer Medikamente jedoch Risiken mit sich bringt. Unerwünschte Neben- und Wechselwirkungen könnten in vielen Fällen vermieden werden, wenn mehr Aufmerksamkeit für Medikationsrisiken bestehe und ein besserer Überblick über die aktuelle Medikation geschaffen werde. Laut Warken führen Medikationsfehler jährlich zu schätzungsweise 250.000 Krankenhauseinweisungen.
Die Koordinierungsgruppe AMTS untersucht daher, wie digitale Instrumente die Abläufe im Medikationsprozess verändern und welche Verbesserungen sich daraus für die Patientensicherheit ableiten lassen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der systematischen Nutzung von Gesundheitsdaten, insbesondere Routinedaten aus der Versorgung. Diese sollen künftig dazu beitragen, Entwicklungen in der Arzneimitteltherapiesicherheit kontinuierlich zu beobachten und zu bewerten.
Besonders vulnerable Gruppen wie Kinder, Schwangere, Frauen und hochbetagte Menschen sollen stärker berücksichtigt werden, da hier teilweise noch Forschungslücken bestehen. Die Koordinierungsgruppe setzt sich interprofessionell aus Vertreterinnen und Vertretern von BMG, Ärzteschaft, Apothekerschaft, Pflege, Krankenhäusern, Patientenorganisationen, Fachgesellschaften und gesetzlicher Krankenversicherung zusammen. Damit wird die Bedeutung gemeinsamer Zusammenarbeit für eine sichere Arzneimitteltherapie hervorgehoben.
(zuletzt aufgerufen 29.05.2026)
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