{"id":4641,"date":"2025-06-09T15:59:42","date_gmt":"2025-06-09T13:59:42","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/smartmed\/?p=4641"},"modified":"2025-09-15T16:07:26","modified_gmt":"2025-09-15T14:07:26","slug":"epa-im-praxistest-arzt-warnt-vor-ungewollter-transparenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/smartmed\/2025\/06\/09\/epa-im-praxistest-arzt-warnt-vor-ungewollter-transparenz\/","title":{"rendered":"ePA im Praxistest: Arzt warnt vor ungewollter Transparenz"},"content":{"rendered":"<p>Die Einf\u00fchrung der elektronischen Patientenakte (ePA) in Deutschland erfolgt seit Ende April schrittweise, und ab Oktober 2025 wird ihre Nutzung f\u00fcr alle Leistungserbringer verpflichtend sein. Das zentrale Anliegen ist es, medizinische Informationen an einem Ort zu speichern. Dies soll dazu dienen, \u00c4rzten eine bessere \u00dcbersicht \u00fcber den Gesundheitszustand der Patienten zu bieten und \u00fcberfl\u00fcssige Behandlungen sowie Wechselwirkungen zwischen Arzneimitteln zu verhindern.<\/p>\n<p>Allerdings zeigen erste Erfahrungen auch problematische Aspekte: Andreas Jepsen-F\u00f6ge, ein Gyn\u00e4kologe aus Lahnstein, warnt vor dem Umfang sensibler Daten, die in der ePA verf\u00fcgbar sind. Damit konnte er beispielsweise Zahnarztbehandlungen, Apothekeneink\u00e4ufe oder fr\u00fchere Arztbesuche seiner Patientinnen nachvollziehen \u2013 auch wenn diese Daten f\u00fcr seine Behandlung nicht von Bedeutung waren. In einem Fall wurde offensichtlich, dass eine Patientin nicht die Wahrheit gesagt hatte, als sie angab, die Krebsvorsorge verpasst zu haben.<\/p>\n<p>In einem weiteren Fall beinhaltete die Akte Angaben zu sexuellem Missbrauch, \u00fcber die die Patientin ihm gegen\u00fcber keine Informationen geben wollte.<\/p>\n<p>Jepsen-F\u00f6ge \u00fcbt Kritik daran, dass zahlreiche Patienten nicht informiert seien \u00fcber die Inhalte ihrer ePA und die Personen, die Zugang dazu haben. So sei es m\u00f6glich, dass Patientinnen und Patienten \u00fcber die ePA-App bestimmen, welche Daten gespeichert oder angezeigt werden sollen, und einzelne Befunde zu l\u00f6schen oder zu verschatten. Der Zugriff auf bestimmte Praxen k\u00f6nne ebenfalls eingeschr\u00e4nkt werden. Der Arzt bezweifelt jedoch, dass viele von diesen M\u00f6glichkeiten Kenntnis haben oder sie in Anspruch nehmen.<\/p>\n<p>Er steht der neuen Transparenz grunds\u00e4tzlich positiv gegen\u00fcber, insbesondere was die oft unbekannte Verg\u00fctung \u00e4rztlicher Leistungen betrifft. Er fordert jedoch eine intensivere Auseinandersetzung mit den Themen Datenschutz, pers\u00f6nliche Kontrollm\u00f6glichkeiten und die automatische Speicherung sensibler Gesundheitsdaten in der ePA, um unangenehme oder belastende Situationen zu verhindern.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.swr.de\/swraktuell\/rheinland-pfalz\/koblenz\/arzt-kritisiert-epa-elektronische-patientenakte-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.swr.de\/swraktuell\/rheinland-pfalz\/koblenz\/arzt-kritisiert-epa-elektronische-patientenakte-100.html<\/a><\/p>\n<p>(zuletzt aufgerufen 30.05)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.pharmazeutische-zeitung.de\/verraet-die-epa-zu-viel-156482\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.pharmazeutische-zeitung.de\/verraet-die-epa-zu-viel-156482<\/a><\/p>\n<p>(zuletzt aufgerufen 03.06)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Einf\u00fchrung der elektronischen Patientenakte (ePA) in Deutschland erfolgt seit Ende April schrittweise, und ab Oktober 2025 wird ihre Nutzung f\u00fcr alle Leistungserbringer verpflichtend sein. 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