{"id":4757,"date":"2025-12-20T11:05:48","date_gmt":"2025-12-20T10:05:48","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/smartmed\/?p=4757"},"modified":"2026-05-03T11:10:28","modified_gmt":"2026-05-03T09:10:28","slug":"arzneimittelversorgung-in-notfallzentren-bleibt-umstritten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/smartmed\/2025\/12\/20\/arzneimittelversorgung-in-notfallzentren-bleibt-umstritten\/","title":{"rendered":"Arzneimittelversorgung in Notfallzentren bleibt umstritten"},"content":{"rendered":"<p>Im Zuge der geplanten Reform der Notfallversorgung m\u00f6chte die Bundesregierung sogenannte Integrierte Notfallzentren (INZ) an Krankenh\u00e4usern einrichten. Diese Zentren sollen die Notfallversorgung in Deutschland fl\u00e4chendeckend, besser vernetzt und sektoren\u00fcbergreifend organisieren. Ziel ist es, das bestehende Notfallsystem zu entlasten und Patientinnen und Patienten schneller in die passende Versorgung zu lenken. Auch die Ausgabe von Medikamenten soll direkt vor Ort erm\u00f6glicht werden. Vorgesehen ist daf\u00fcr, dass die INZ mit nahegelegenen Apotheken zusammenarbeiten. Falls dies nicht m\u00f6glich ist, soll eine Apotheke aus der Umgebung eine zweite Offizin auf dem Gel\u00e4nde des jeweiligen Zentrums betreiben k\u00f6nnen. Daf\u00fcr w\u00e4ren vereinfachte gesetzliche Vorgaben vorgesehen.<\/p>\n<p>Kritik an diesen Pl\u00e4nen kommt jedoch von mehreren Seiten. Die ABDA warnt davor, durch zus\u00e4tzliche Versorgungsangebote unn\u00f6tige Parallelstrukturen zu schaffen und den bestehenden Apothekennotdienst zu schw\u00e4chen. Auch der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) teilt diese Bedenken. In seiner Stellungnahme erkl\u00e4rt der Verband, dass der Aufbau neuer Apothekenstrukturen f\u00fcr die Notdienstversorgung erhebliche personelle und finanzielle Ressourcen erfordern w\u00fcrde. Gleichzeitig w\u00fcrden diese Einrichtungen nur zu begrenzten Zeiten ge\u00f6ffnet sein und nicht zur regul\u00e4ren Versorgung beitragen. Zudem bestehe die Gefahr, bereits etablierte und funktionierende Strukturen im Notdienst zu gef\u00e4hrden.<\/p>\n<p>Demgegen\u00fcber gibt es \u00dcberlegungen, die Arzneimittelversorgung moderner und digitaler zu gestalten. So kann sich die \u201eFreie Allianz der L\u00e4nder KVen\u201c, ein Zusammenschluss von acht Kassen\u00e4rztlichen Vereinigungen, eine enge Zusammenarbeit zwischen \u00e4rztlichen Bereitschaftspraxen und Arzneimittelversendern vorstellen. Erg\u00e4nzt werden k\u00f6nnte dies durch moderne Abgabeautomaten direkt an den Standorten der Notfallzentren. Laut einem LinkedIn-Beitrag eines Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers habe dazu bereits ein konstruktives Gespr\u00e4ch mit dem CEO von Redcare Pharmacy stattgefunden.<\/p>\n<p>Damit zeigt sich: W\u00e4hrend die Bundesregierung die Versorgung in Notf\u00e4llen verbessern will, ist noch offen, ob dies \u00fcber klassische Apothekenstrukturen oder durch neue digitale Modelle erfolgen soll.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.pharmazeutische-zeitung.de\/arzneimittel-am-abgabeautomaten-161129\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.pharmazeutische-zeitung.de\/arzneimittel-am-abgabeautomaten-161129\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.deutsche-apotheker-zeitung.de\/news\/artikel\/2025\/12\/01\/abgabeautomaten-im-notdienst-kven-liebaeugeln-mit-arzneimittelversendern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.deutsche-apotheker-zeitung.de\/news\/artikel\/2025\/12\/01\/abgabeautomaten-im-notdienst-kven-liebaeugeln-mit-arzneimittelversendern<\/a><\/p>\n<p>(zuletzt aufgerufen am 10.12.2025)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Zuge der geplanten Reform der Notfallversorgung m\u00f6chte die Bundesregierung sogenannte Integrierte Notfallzentren (INZ) an Krankenh\u00e4usern einrichten. 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