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Kilian

Australien – Wie Europa, nur besser? Teil 3 – Die Wirtschaft

20. August 2015 | von

Ich versuche mich mal an einer kleinen Analyse oder besser Zusammenfassung der Wirtschaft Australiens. Heute also weniger Gefühl und Lebensart, es geht um das liebe Geld und seine Freunde. Neben der Arbeit, hauptsächlich im Zug, lese ich hier viele Artikel und Kommentare der gängigen Zeitungen. Ich werde hier einige Zahlen in den Raum werfen, die ich alle relativ oberflächlich recherchiert habe, irgendwo aufgeschnappt oder grob über den Daumen gepeilt habe. Also alles ohne Gewähr (und Pistole). —Wer möchte, kann auch gerne einen Kommentar hinterlassen, das wäre dann der Erste, der nicht mit Spam inkl. suckysucky.com kommt.—

Australien als Binnenmarkt, Hochlohnland und relativ dünn besiedelt bezieht seine Wirtschaftskraft zu einem Großteil durch Exporte. Unter der weitläufigen Oberfläche finden sich Rohstoffe, weit mehr als Australien selbst benötigt. Vor allem findet man hier Eisenerz, nach China ist Australien der größte Förderer von Eisenerz. Im Gegensatz zu China, das sein Erz direkt selbst verwertet, exportiert Australien fast ausschließlich. Abnehmer ist China mit seinem riesigen Hunger an Ressourcen um die größte Volkswirtschaft der Welt am Laufen zu halten. Nun hat Australien gerade zwei gravierende Probleme, die zu einem Knick in der Wirtschaft führen.

Das erste Problem sind die niedrigen Rohstoffpreise. Gold als einer der weiteren wichtigen Exportgüter ist auf einem 6-Jahrestief. Öl ist zur Zeit auch nicht mehr, das was es mal war und ist bei unter $50 für den Barrell angekommen, der Gaspreis ist ja bekanntlich an den Ölpreis gekoppelt. Kohle, auch im Überfluss in Australien vorhanden, nähert sich einem 10-Jahrestief. Und der liebste Freund des Australiers, der Eisenerzpreis, hat sich in den letzten zwei Jahren halbiert, zuvor war er aber auch relativ hoch. Das mit dem liebsten Freund ist übrigens nicht nur scherzhaft, die allermeisten Australier wissen tatsächlich, wo der Eisenerzpreis gerade liegt.

Das zweite Problem ist der Abnehmer und der Zielhafen, der tausenden Tanker, die vor allem Western Australia verlassen: China. Die Wirtschaft im Reich der Mitte hat gerade das erste Mal in der jüngeren Vergangenheit „Probleme“. Probleme einer Art, die wohl 95% der Länder der Welt gerne hätten. Die Wachstumsprognose ist nur noch einstellig und wird etwa 7% erreichen. Nach Jahren der zweistelligen Wachstumsraten, unglaublichen Industrieaufträgen, auch für europäische Firmen, hat sich das Ganze also etwas abgekühlt. Einige halbwegs unabhängige Aktienindeces (meine Kenntnisse über den chinesichen Aktienmarkt sind wirklich grenzwertig minimal…) fahren Achterbahn. Hinter den Kulissen scheint es rundzugehen, anders sind Sprünge von mehreren Prozent in Minuten nicht zu erklären. Für Australien bedeutet das Ganze, dass der Bedarf an Erz und anderen Rohstoffen sich etwas abkühlt. Und für die dann schon reduzierte Menge bekommt man auch noch einen relativ schlechten Preis. Die großen Förderfirmen wie BHP billiton, FMG und Rio Tinto sind zu einem sehr großen Teil kreditfinanziert. Der mangelnde Zahlungsstrom stellt also eine reale Gefahr für das Überleben der Kollegen dar. Manch einer munkelt, dass für Falle einer Pleite einer der Firmen, chinesische Investoren schon mal die Geldkoffer bereitgestellt haben. Dies impliziert auch ein künstliches Preisdrücken der Chinesen um hier einen Fuß in die Tür zu setzen. Das sind wiederum wenig haltbare Vermutungen.

Nebenbei kommt den Exporten, aber die Australische Währung von der Seite zur Hilfe geeilt. Obwohl der Euro durch die ganzen Geschichten in Südeuropa nicht gerade seine Hochphase erlebt, verliert der Dollar sogar gegen den Euro kontinuierlich. Die allgemeine Meinung geht auf eine Überbewertung des Dollars während einer Phase hohen Eisenerzpreises zurück. Diese wird nun zurückgenommen und der Dollar stark abgewertet.Alles in allem bleibt die Lage nicht sonderlich rosig in der australischen Wirtschaft, man hat aber auch schon schlimmere Konjunkturphasen erlebt.

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