Kategorien
Seiten
-

Elektrotechnik und Informationstechnik

Wie ein deutsches Start-up das nächste Tech-Epizentrum formt

11. September 2026 | von
Auf dem Gruppenbild auf der Bühne sind die relevanten Personen rechts und links der beiden Preisträger beim gemeinsamen Applaus zu sehen.

Applaus für die Preisträger: RWTH-Rektor Professor Ulrich Rüdiger, Ministerin Ina Brandes, Oberbürgermeister Dr. Michael Ziemons, Sebastian Schall, Dr. Daniel Schall, Professor Max Lemme und vdi-Präsident Professor Lutz Eckstein (v.l.) © Andreas Herrmann

Für ihre Forschungsarbeit an der integrierten Graphen-Photonik und den Aufbau ihres Start-ups Black Semiconductor wurden Daniel und Sebastian Schall mit dem diesjährigen Aachener Ingenieurpreis ausgezeichnet. Die Geschichte der beiden Brüder zeigt, wie eng Wissenschaft und Unternehmertum in Aachen miteinander verbunden sind.

Der historische Krönungssaal des Aachener Rathauses verwandelte sich am 5. September 2026 in eine Bühne für die Zukunft der globalen Mikroelektronik. Zum zwölften Mal wurde der renommierte Aachener Ingenieurpreis verliehen – doch dieses Mal mit einem Novum: Erstmals ging die Auszeichnung an ein Duo. Daniel und Sebastian Schall, Gründer des Start-ups Black Semiconductor, nahmen den Preis gemeinsam entgegen und machten zugleich eindrucksvoll deutlich, dass technologische Quantensprünge immer zwei unterschiedliche Seiten einer Medaille erfordern: Während ein Bruder, Dr. Daniel Schall, als wissenschaftlicher Vordenker den technologischen Erfindergeist verkörpert, bringt der andere Bruder, Sebastian Schall, als kaufmännischer Stratege die nötige Tatkraft ein, um aus einer komplexen Labor-Idee ein skalierbares Unternehmen zu formen.

Was ihre Aufgabenbereiche nicht über das Preisträger-Team verraten, bringt Laudator Professor Max Lemme, Leiter des Lehrstuhls für Elektronische Bauelemente an der RWTH Aachen und Geschäftsführer der AMO GmbH, auf den Punkt:

„Sie sind geerdet, ihnen ist nicht der Radar dafür abhanden gekommen, was uns Menschen ausmacht.“ 

Aus diesem stabilen Fundament heraus richten sie ihren Blick nach vorne und entwickeln Lösungen für Probleme, an denen bewährte Systeme scheitern: Während die Anforderungen durch datenintensive Softwarearchitekturen und KI-Modelle kontinuierlich steigen, nähert sich die Skalierung konventioneller Halbleiterhardware ihren physikalischen Grenzen. Nach dem Motto „More than Moore“ setzen die Schall-Brüder auf einen Paradigmenwechsel in der Halbleiterindustrie, der diesen technologischen Engpass zu überwinden sucht: von der bloßen geometrischen Verkleinerung hin zu einer funktionalen Diversifizierung. Anstatt die Leistungssteigerung ausschließlich über die Dichte der Schaltkreise zu erzwingen, werden neue Technologien und komplementäre Materialien direkt in den Chip integriert.

Als Schlüsseltechnologie ist die integrierte Photonik bereits heute Realität. Der Prozessor rechnet dabei wie gewohnt elektrisch. Die Datenübertragung erfolgt allerdings per Laser über integrierte, optische Wellenleiter in Lichtgeschwindigkeit. Diese Architektur eliminiert den elektrischen Widerstand auf den Kommunikationspfaden vollständig. Während bei der aktuellen „Insel-Lösung“ die Daten vom elektrischen Hauptprozessor einige Bruchteile eines Millimeters als Strom zum photonischen Nachbarchip wandern müssen, um dort in Lichtsignale umgewandelt zu werden, wird diese „Brücke“ in einer 3D-Chiparchitektur vertikal durchlaufen: Hierbei wird der Raum mithilfe modernster Verpackungsverfahren dreidimensional genutzt, um die Wege zwischen elektrischen Rechenchips und photonischen Bauelementen maximal zu verkürzen.

Die direkte, optische Signalumwandlung auf Chip-Level ist nun Black Semiconductor gelungen. Eine Schlüsselrolle nimmt dabei das zweidimensionale Kohlenstoffgitter Graphen ein. Das Material gilt wegen seiner spezifischen, physikalischen Extremwerte als Schlüsselkomponente für künftige Halbleiterarchitekturen. Aufgrund der einlagigen, hexagonalen Atomstruktur bewegen sich Elektronen darin nahezu ohne Widerstand, was Graphen eine extreme Ladungsträgerbeweglichkeit verleiht. Hinzu kommen eine hervorragende thermische Leitfähigkeit sowie eine breitbandige, optische Absorption. Doch in der Praxis scheiterte der großflächige Einsatz bisher an einer entscheidenden Hürde: Das atomar dünne Material ließ sich nicht fehlerfrei und reproduzierbar in industrielle Fertigungsprozesse integrieren.

Genau diesen verfahrenstechnischen Brückenschlag schafft das Aachener Start-up nun und ermöglicht so eine echte monolithische Integration der Photonik. Die Graphen-Strukturen werden direkt im regulären CMOS-Herstellungsprozess auf den bestehenden Wafer aufgebracht. Durch ihre Schnittstellenfunktion ermöglichen sie logische Rechenoperationen und Signalwandlung auf ein und demselben physischen Chip. Das erklärte Ziel des Start-ups ist es, Tausende von Halbleitern so zu koppeln, als wären sie ein einziges Bauteil.

Bei den bisherigen Lösungsansätzen der integrierten Photonik müssen die Datensignale die elektronische Logikebene verlassen und über physische, metallische Übergänge oder vertikale Mikrosäulen zum photonischen Chiplet wandern. Obwohl diese Strecken kurz sind, entstehen an den metallischen Grenzflächen signifikante Verluste. Diese fehleranfälligen Verbindungen sowie die Notwendigkeit nachträglicher mechanischer Montageverfahren bei der Herstellung entfallen künftig.

„Ihre Lösung ist nichts anderes als eine Revolution“, sagte Professor Max Lemme bei der Verleihung des Aachener Ingenieurpreises. „Halbleiter sind das Gehirn der KI, eine strategische Technologie und kein nice-to-have.“

Dass diese Entwicklung in Aachen und nicht im Silicon Valley initiiert wurde, verdeutlicht die enge Verknüpfung zwischen wissenschaftlicher Exzellenz und anwendungsorientiertem Unternehmertum im Umfeld der RWTH Aachen. Die technologische Basis für das Spin-off entstand in den Laboren der Forschungseinrichtung AMO GmbH, die eng mit unserer Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik verzahnt ist und von Professor Max Lemme geleitet wird. Während seiner Promotion fand Dr. Daniel Schall hier die spezialisierte Reinrauminfrastruktur und den wissenschaftlichen Freiraum, um die Grundlagen der integrierten Graphen-Photonik experimentell zu validieren. Das Aachener Ökosystem fungiert hierbei als gezielter Nährboden, in dem exzellente Grundlagenforschung und die Translation in marktfähige Unternehmensstrukturen Hand in Hand gehen:

„Wir hatten immer den Plan zu gründen, als wir genug über die Physik wie auch die Technologie wussten und davon ausgehen konnten, dass die offenen Probleme in einer Volumenfertigung mit besten Anlagen lösbar sein müssten, sind wir nur den entscheidenden Schritt aus dem Labor in die Produktion gegangen.“ 

In einer Fabrikhalle sind Anlagen zu sehen, die Räume im Raum darstellen.

Modulare Reinraumanlage innerhalb der neuen FabONE-Produktionshalle in Aachen-Rothe Erde © Heike Lachmann

Diese strategische Standortwahl ebnet den Weg für die ambitionierte Weiterentwicklung des Unternehmens: Mit Förderungen und Investitionen von über 254 Millionen Euro treibt das Start-up seine Expansion massiv voran. In der 15.000 Quadratmeter großen Produktionsstätte „FabONE” im Aachener Stadtteil Rothe Erde sind inzwischen rund 167 internationale Fachkräfte beschäftigt. Ihr klares Ziel ist es, die innovative Graphen-Chip-Fertigung aus dem Labor in die industrielle Massenproduktion zu überführen. Über den regionalen Erfolg hinaus besitzt dieses Vorhaben eine erhebliche geopolitische Relevanz. In einer Phase, in der globale Lieferketten für Halbleiter technologischen und politischen Interdependenzen unterliegen, sichert die Etablierung einer solchen Schlüsseltechnologie in Deutschland und damit in der Europäischen Union ein Stück technologischer Souveränität.

„Black Semiconductor stärkt den europäischen Halbleiterstandort durch seine enge Zusammenarbeit mit der Forschung und seine industrielle Ausrichtung nachhaltig. Das Unternehmen verkörpert somit in besonderer Weise innovationsgetriebene Ingenieurleistung, die strategische Bedeutung für Zukunftstechnologien hat“, erklärt der Rektor der RWTH, Professor Ulrich Rüdiger

Es ist genau diese Kombination aus ingenieurwissenschaftlicher Pionierarbeit und strategischer Tragweite, die die Grundlage für die Verleihung des Preises bildet. Der Aachener Ingenieurpreis, der seit 2014 gemeinsam von der RWTH Aachen und der Stadt Aachen vergeben wird, zeichnet Persönlichkeiten aus, die das Ingenieurwesen nachhaltig prägen. Die Preisskulptur „Kreuzende Ellipsen“ wird vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI) als maßgeblichem Partner der Auszeichnung gestiftet. Mit dem Gewinn reihen sich die Brüder Schall in eine Riege namhafter Preisträger:innen wie die Nobelpreisträgerin Emmanuelle Charpentier oder der Technologie-Pionier Sebastian Thrun ein und setzen zugleich ein unübersehbares Signal für die Innovationskraft der Aachener Elektrotechnik.


Der Durchbruch der Graphen-Photonik in Aachen ist erst der Anfang einer weitaus größeren Entwicklung: Um strategische technologische Autonomie zu erlangen, investiert die Europäische Union auch in vielen weiteren Schlüsselbranchen in Graphen und andere zweidimensionale Materialien.

Experimentierwelten: Elektrotechnik entdecken

14. August 2026 | von
Zwei junge Mädchen basteln mit Elektrotechnik-Bauteilen.

Zwei junge Teilnehmerinnen bauen bei den „Experimentierwelten“ eigene Schiebeschalter und Totmannschalter für ihre Stromkreise.

Wie wird aus Kabeln, einer Spannungsquelle und einer kleinen Glühlampe ein funktionierender Stromkreis? Bei dem Ferienprogramm „Experimentierwelten“ können Kinder Elektrotechnik selbst ausprobieren – begleitet vom Lernlabor Heureka der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik.

Suchend fährt ihr Blick über eine Tischreihe mit vielen roten Kabeln, die an beiden Seiten mit Krokodilklemmen enden. Eine Glühlampe ist schnell gefunden. Wenige Handgriffe später sitzt sie in der passenden Fassung.

„Sie leuchtet wirklich“, sagt eine Grundschülerin und strahlt mit dem Licht um die Wette.

Was im Alltag selbstverständlich ist, wird bei den „Experimentierwelten“ zum Ausgangspunkt für eine eigene Entdeckungsreise: Wie funktioniert ein Stromkreis? Was macht einen Schalter aus? Warum zieht ein einfacher Nagel plötzlich metallische Heftklammern an? Und lässt sich die Kraft eines Magneten auch sichtbar machen? Im Mittelpunkt steht dabei das eigene Ausprobieren: Fragen entstehen aus den Experimenten heraus und werden anschließend praktisch untersucht.

Das kostenlose Ferienangebot, das sich an Kinder und Jugendliche verschiedener Altersstufen richtet, findet im Nell-Breuning-Haus in zentraler Lage von Herzogenrath statt. Je nach Zielgruppe und Tagesprogramm können jedes Jahr unterschiedliche MINT-Angebote ausprobiert werden. Auch in diesem Sommer war das Lernlabor Heureka der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik bei den „Experimentierwelten“ dabei, um die jüngere Zielgruppe zu begleiten.

„Was habt ihr noch da?“,  fragt ein neunjähriger Teilnehmer, der bereits im vergangenen Jahr dabei war, und freut sich über den gut gefüllten Experimentierkoffer.

Für die Fakultät ist die Beteiligung zugleich ein Teil der Nachwuchsförderung. Bei den „Experimentierwelten“ haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, Elektrotechnik und Informationstechnik frühzeitig kennenzulernen und eigene Erfahrungen mit technischen Fragestellungen zu sammeln. Dabei geht es nicht darum, bereits fertige Antworten mitzubringen. Vielmehr beginnt Forschung hier mit einer einfachen Frage – und mit dem Mut, selbst nach einer Antwort zu suchen.

Eine junge Teilnehmerin bringt mehrere parallel geschaltete Glühbirnen zum Leuchten

Eine Schülerin experimentiert mit mehreren parallel geschalteten Glühbirnen.

Das abwechslungsreiche MINT-Programm, das vom 4. bis 14. August 2026 von verschiedenen Lernlaboren der RWTH Aachen gemeinsam angeboten wurde, führte die jüngeren Kinder zu weiteren Stationen. Sie programmierten beispielsweise den kleinen Computer „Calliope mini“, stellten Blumensamenbälle her oder gingen den Geheimnissen der Tomaten-DNA auf den Grund. Die Jugendlichen beschäftigten sich mit moderner Physik und lernten unter anderem, wie ein Rastertunnelmikroskop funktioniert und wie dieses einzelne Atome sichtbar macht.

Dass bei den Angeboten das Alter nicht unbedingt etwas über das technische Geschick aussagt, stellt Gina Goffart, Leiterin des Lernlabors SCIphyLAB der RWTH Aachen fest:

„Wir beobachten, dass das Löten – etwa beim Bau eines ‚Heißen Drahts‘ – jüngeren Kindern in der Regel leichter fällt. Sie sind häufig geschickter und schneller als die älteren Kinder. In diesem Jahr stellten sogar die Jüngsten den Rekord auf – sie waren am schnellsten mit dem Bau ihres ‚Heißen Drahts‘ fertig.“

Das Sommerferienangebot wurde durch die Zusammenarbeit der StädteRegion Aachen, der RWTH Aachen University und des Nell-Breuning-Hauses ermöglicht. Es wurde im Projekt MINTplus in der StädteRegion Aachen entwickelt. Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt das Projekt als Fördermittelgeber, die Bürgerstiftung Herzogenrath und die HEAD acoustics GmbH unterstützen es finanziell.


Das Lernlabor Heureka bietet auch im universitären Rahmen der RWTH Aachen die Möglichkeit, den Forschergeist zu wecken. In Workshops erhalten Schülerinnen und Schüler je nach Angebot die Möglichkeit, selbst zu experimentieren, Labore kennenzulernen und Einblicke in die vielfältigen Themen der Elektrotechnik und Informationstechnik zu gewinnen. Das Spektrum reicht von MINT-Themen über Mikro- und Nanotechnologie bis hin zur Energietechnik.

Schüler:innenuni in deinen Ferien

06. August 2026 | von

Auch in diesem Jahr öffneten die Institute und Lehrstühle der Fakultät wieder ihre Türen und gaben Einblicke in Studium, Campusleben und Forschung.

Die Dozenten und Dozentinnen waren sehr motiviert, uns die Dinge zu erklären. Man hat richtig gemerkt, wie sie für das Leben, was sie machen. Das war auch in den Projekten spürbar, bei denen wir beispielsweise löten oder einen Elektromotor bauen mussten.
Das fand ich sehr abwechslungsreich. -Sarah

Können wir uns mit Energie versorgen, ohne dabei CO2 zu emittieren? Warum werden Autos elektrisch, Flugzeuge aber nicht? Wie kommunizieren Computer und welche Rolle spielt künstliche Intelligenz in der Mikro-elektronik? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhielten die Teilnehmenden in Probevorlesungen und Workshops, aber auch während der gemeinsamen Mittagspausen mit den Lehrenden sowie bei Ausflügen mit unseren Studierenden.

Ich würde sagen, dass vor allem die persönlichen Erfahrungen, von denen in den Mittagspausen erzählt wurde, sehr informativ waren. So erfuhr man z. B., wie der Karriereweg der Dozent:innen aussieht und was sie gemacht haben, um dorthin zu gelangen, wo sie jetzt sind. Das ist ein Ziel, das man in der eigenen Zukunft auch verfolgen könnte.
Dieser persönliche Austausch und das Gefühl, wirklich angenommen zu werden, haben mich sehr glücklich gemacht. -Maximilian

Die Schüler:innenuni lebt vom Engagement vieler: Ein herzliches Dankeschön an das IAEW sowie an alle beteiligten Institute und Lehrstühle, die den Schüler:innen mit spannenden Experimenten und Einblicken die Vielfalt der Elektrotechnik und Informationstechnik nähergebracht haben. Vielleicht hat diese Woche bei der einen oder dem anderen bereits den Grundstein für den weiteren Studien- oder Berufsweg gelegt.

Man hat einfach gesehen, wie breit dieses Feld aufgefächert ist. Man kann beispielsweise einen Elektromotor bauen, der relativ groß wird. An anderen Stellen hat man dann Mikro-und Nanoelektronik, die extrem klein ist. -Sarah

Auf dem Programm standen Vorlesungen und Workshops am Institut für Stromrichtertechnik und Elektrische Antriebe, Lehrstuhl für Verteilte Signalverarbeitung, Institut für Elektrische Maschinen, Lehrstuhl für Kommunikationssysteme sowie am IAEW. Ergänzt wurde die Woche durch Einblicke in die Mikro- und Nanoelektronik bei der AMO GmbH, Lötübungen, eine Campus-Tour und Gespräche rund um das Studium.

„Labs on Tour“ bringt Elektrotechnik an Schulen

14. Juli 2026 | von
Schüler:innen arbeiten an Lötstationen mit verschiedenen Bauteilen.

Beim Bau von Ventilatoren unter Verwendung von Lötkolben und 3D-Drucker war die Nachfrage groß. © Daphne Heil

Bei „Labs on Tour“ konnten Schüler:innen Elektrotechnik nicht nur kennenlernen, sondern selbst ausprobieren. Die Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik war erstmals mit ihrem Lernlabor Heureka beteiligt und zeigte, wie spannend Technik durch eigenes Experimentieren wird.

Die ersten Erfahrungen mit einem Lötkolben, eine selbst bestückte Platine, ein eigenhändig gelöteter LED-Schlüsselanhänger: Für viele Schüler:innen wurde Elektrotechnik durch „Labs on Tour“ greifbar. Das Projekt der RWTH Aachen bringt naturwissenschaftlich-technische Themen direkt an die Schulen und ermöglicht Jugendlichen, verschiedene MINT-Fächer im Rahmen von AGs praktisch kennenzulernen.

Auch die Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik beteiligte sich in diesem Schuljahr erstmals an dem Programm. Mitarbeitende des Lernlabors Heureka gestalteten einen Löt-Workshop, bei dem das praktische Arbeiten und das unmittelbare Erleben im Mittelpunkt standen.

„Ich fand die Erklärungen der Studierenden richtig gut. Mir hat es gefallen, wie spielerisch die Experimente gestaltet waren“, sagt Carina, eine Aachener Schülerin, der besonders das Löten und der 3D-Druck in Erinnerung geblieben sind.

Das Lernlabor Heureka verfolgt genau diesen Ansatz. In Workshops, die regulär an Instituten und Lehrstühlen stattfinden, erhalten Schüler:innen Einblicke in die vielfältigen Themenfelder der Elektrotechnik und Informationstechnik – von Mikro- und Nanotechnologie bis hin zur Energietechnik. Durch Experimente und eigene Projekte werden komplexe technische Zusammenhänge verständlich gemacht und in der Lebensrealität der Jugendlichen verankert.

Ein Vortrag, der in einem Hörsaal gehalten wird und bei dem sowohl Kinder als auch Erwachsene anwesend sind.

Begrüßung der Teilnehmenden am Abschlussevent von Labs on Tour im Physikzentrum der RWTH Aachen. © Heike Lachmann

Bei der diesjährigen Abschlussveranstaltung von „Labs on Tour“ kamen rund 150 Gäste im Physikzentrum der RWTH Aachen zusammen. Neben Schüler:innen und ihren Familien nahmen auch Lehrkräfte sowie Mitarbeitende der RWTH teil.

„Das Abschlussevent bietet den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, die Universität aus nächster Nähe zu erleben, die Betreuerinnen und Betreuer wiederzutreffen und ihren Familien zu zeigen, was sie in der AG erlebt und gelernt haben“, sagt Maria Hinkelmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Fachgruppe Physik der RWTH Aachen.

„Labs on Tour“ richtet sich an Schüler:innen der Klassenstufen sieben und acht. RWTH-Studierende und Mitarbeitende bringen dabei Workshops aus verschiedenen Fachbereichen direkt in das Nachmittagsprogramm der Schulen ein. Neben Elektrotechnik und Informationstechnik stehen unter anderem Physik, Biologie, Mathematik, Materialwissenschaften und Maschinenbau auf dem AG-Programm. Ziel ist es, Berührungsängste mit technischen und naturwissenschaftlichen Themen abzubauen und Interesse an MINT-Fächern zu fördern.

Die Nachwuchsförderung ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik. Angebote wie „Heureka” ermöglichen es jungen Menschen, die Bedeutung der Elektrotechnik und Informationstechnik für den Alltag, die Wissenschaft und die Gesellschaft frühzeitig kennenzulernen. Gleichzeitig erhalten sie Einblicke in die Möglichkeiten eines späteren Studiums sowie in verschiedene Berufsfelder.

Die Fakultätsmitarbeitenden freuen sich darauf, auch im nächsten Jahr junge Menschen im Rahmen von „Labs on Tour“ beim Entdecken technischer Themen zu begleiten und gemeinsam neue Experimente umzusetzen.


Weitere Informationen zum Lernlabor Heureka sowie zum Projekt Labs on Tour sind online verfügbar.

Informationsveranstaltung zur Wahl des Schwerpunktgebietes für Bachelorstudierende des Studiengangs ETIT

07. Juli 2026 | von

Für Studierende des Bachelorstudiengangs Elektrotechnik und Informationstechnik findet am Donnerstag, 23. Juli 2026, eine Informationsveranstaltung zur Wahl des Schwerpunktgebiets statt.

Termin: Donnerstag, 23.07.2026, 13:00–14:30 Uhr
Ort: H02, C.A.R.L. (1385|102)

Programm
Vorstellung der Schwerpunktgebiete

13:00 Uhr: Mikro- und Nanoelektronik
Prof. Gemmeke – Lehrstuhl für Integrierte digitale Systeme und Schaltungsentwurf

13:15 Uhr: Biomedizinische Technik
Prof. Fels – Institut für Hörtechnik und Akustik

13:30 Uhr: Informations- und Kommunikationstechnik
Prof. Heinen – Lehrstuhl für Integrierte Analogschaltungen

13:45 Uhr: Energietechnik
Prof. Steentjes – Institut für Elektrische Maschinen und Lehrstuhl für Elektrische Maschinen und Antriebe

Allgemeine Informationen
Im Anschluss erhalten Sie allgemeine Informationen zur Wahl des Schwerpunktgebiets sowie zum Wahlverfahren in RWTHonline.

Alle interessierten Bachelorstudierenden im 4. Semester des ETIT-Studiengangs sind herzlich eingeladen.


Wenn Sie sich bereits vor der Veranstaltung einen fachlichen Überblick verschaffen möchten, finden Sie auf der Fakultätswebsite weiterführende Informationen zu den Kompetenzfeldern der Forschung. Diese bieten einen guten Einblick in die Themen und Forschungsbereiche der einzelnen Schwerpunktgebiete.

Die nächste Generation Computerchips ist „Made in Aachen“

01. Juni 2026 | von

Black Simiconduktor, v.l.: Sebastian Schall, Dr.Daniel Schall

Der Aachener Ingenieurpreis 2026 geht an die Black Semiconductor-Gründer Dr. Daniel Schall und Sebastian Schall – Ein Meilenstein für die Mikroelektronik aus der Region.

Die nächste Generation von Computerchips wird maßgeblich in Aachen geprägt. Wir freuen uns sehr, dass der diesjährige Aachener Ingenieurpreis an zwei Visionäre verliehen wird, deren Weg eng mit der exzellenten Forschung an unserer Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik verbunden ist: Dr.-Ing. Daniel Schall und Sebastian Schall, Gründer des Start-ups Black Semiconductor.

Die technologische Grundlage für diesen Erfolg bildet eine bahnbrechende Innovation in der Graphen-Photonik. Während konventionelle Halbleiterarchitekturen durch Hitzeentwicklung und begrenzte Bandbreiten bei der Datenübertragung zunehmend an ihre Grenzen stoßen, setzen die Schalls auf einen neuen Ansatz: Anstatt Daten ausschließlich über elektrische Leiterbahnen zu schicken, ermöglichen sie auf dem Chip eine direkte Umwandlung in optische Signale. Durch die Integration von Graphen, einem Material mit herausragenden physikalischen Eigenschaften, gelingt es, elektrische und optische Funktionen direkt auf einem Wafer zu vereinen.

„Dieser innovative Ansatz adressiert zentrale Leistungs- und Effizienzgrenzen bestehender Halbleiterarchitekturen und trägt entscheidend zur nächsten Generation von Hochleistungs- und KI-Systemen bei“, betont der Beirat des Aachener Ingenieurpreises in seiner Begründung.

Für unsere Fakultät ist diese Entwicklung ein herausragendes Beispiel dafür, wie wissenschaftliche Grundlagenarbeit in industrielle Souveränität übersetzt wird. Dr.-Ing. Daniel Schall, selbst promovierter Mikrosystemtechniker mit starkem Bezug zur Aachener Forschungslandschaft, legte während seiner Zeit am Forschungsinstitut AMO GmbH den Grundstein für diese Technologie. Der erfolgreiche Transfer aus der Forschung in ein Unternehmen, das heute über 130 Mitarbeitende beschäftigt, zeigt eindrucksvoll den Mehrwert der engen Verzahnung zwischen RWTH-Lehre und angewandter Forschung.

Inzwischen baut Black Semiconductor im Aachener Stadtteil Rothe Erde mit der „FabONE“ eine 15.000 Quadratmeter große Produktionsstätte auf, um Graphen-Chips in industriell relevantem Maßstab zu fertigen. Dieses Projekt stärkt nicht nur die europäische Halbleiterindustrie im Wettbewerb mit globalen Akteuren, sondern unterstreicht auch Aachens Rolle als Innovationshub für Zukunftstechnologien. Dabei setzen die Gründer konsequent auf CMOS-Kompatibilität, wodurch sich ihre Innovation nahtlos in bestehende industrielle Fertigungsprozesse integrieren lässt.

„Black Semiconductor stärkt den europäischen Halbleiterstandort durch seine enge Zusammenarbeit mit der Forschung und seine industrielle Ausrichtung nachhaltig. Das Unternehmen verkörpert somit in besonderer Weise innovationsgetriebene Ingenieurleistung“, erklärt Rektor Professor Ulrich Rüdiger. Auch die Stadt Aachen unterstreicht durch Oberbürgermeister Dr. Michael Ziemons die strategische Bedeutung: „Wir sind stolz, dass dieses Zukunftsunternehmen bewusst auf Aachen setzt.“

Die feierliche Verleihung des Aachener Ingenieurpreises findet am 5. September 2026 um 19 Uhr im Krönungssaal des Rathauses statt. Die Auszeichnung, gestiftet vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI), ehrt jährlich Persönlichkeiten, die das Ingenieurwesen maßgeblich vorangebracht haben.

Modulare Reinraumanlage innerhalb der neuen FabONE-Produktionshalle.

Verleihung der apl. Professur an PD Dr. Marian Walter

04. Mai 2026 | von

PD Dr.-Ing. Marian Walter wurde offiziell die Urkunde zur Verleihung der Bezeichnung „außerplanmäßiger Professor“ (apl. Prof.) überreicht. Diese Ernennung durch die Fakultät erfolgt als Anerkennung seiner langjährigen und kontinuierlichen Leistungen in der akademischen Lehre sowie seiner wissenschaftlichen Profilbildung in der Medizintechnik.

Die Verleihung einer außerplanmäßigen Professur ist an strikte wissenschaftliche Kriterien gebunden. Voraussetzung ist die Habilitation, mit der die Lehrbefähigung (Venia Legendi) bereits nachgewiesen wurde. Der Titel wird an Wissenschaftler vergeben, die über die Habilitation hinaus in Forschung und Lehre hervorragende Ergebnisse erzielt haben. Im akademischen System übernimmt ein apl. Professor Aufgaben in der eigenständigen Vertretung seines Fachgebiets, der Betreuung von Promovenden sowie in der Akquise und Leitung von Drittmittelprojekten.

Dr.-Ing. Marian Walter ist seit vielen Jahren am Lehrstuhl für Medizinische Informationstechnik (MedIT) des Helmholtz-Instituts für Biomedizinische Technik der RWTH Aachen tätig. Nach seiner Promotion im Bereich der automatisierten Lungenventilation festigte er seine Expertise an der Schnittstelle zwischen Elektrotechnik und klinischer Anwendung.

Neben seiner Forschungstätigkeit ist Marian Walter maßgeblich an der Ausbildung von Studierenden der Elektrotechnik, Informationstechnik und Biomedizinischen Technik beteiligt. Seine Lehre zeichnet sich durch die methodische Vermittlung systemtheoretischer Grundlagen und deren Transfer in die medizinische Praxis aus. Die Ernennung zum außerplanmäßigen Professor unterstreicht die personelle Exzellenz am Lehrstuhl MedIT und sichert die hohe Qualität der wissenschaftlichen Ausbildung an der RWTH Aachen im Bereich der Medical Information Technology.

Die Fakultät und das Institut gratulieren Prof. Dr.-Ing. Marian Walter zu dieser akademischen Anerkennung und freuen sich auf die Fortführung der erfolgreichen Zusammenarbeit.

Theorie in der Praxis: IAEW-Exkursion zur HGÜ-Infrastruktur

28. April 2026 | von

Mit Helm und Warnweste: 20 IAEW-Studierende vor der beeindruckenden Kulisse der Konverterstation.

20 IAEW-Studierende vertieften ihr Wissen über Hochspannungsgleichstromübertragung bei einer Besichtigung der Ultranet-Konverterstation in Meerbusch-Osterath.

Im Rahmen des Seminars „Hochspannungsgleichstromübertragung“ erhielten 20 Studierende des IAEW die Gelegenheit, den praktischen Ausbau der HGÜ-Infrastruktur unmittelbar vor Ort kennenzulernen. Ziel der Exkursion war die Station in Meerbusch-Osterath, die als Teil des Ultranet-Projekts die erste multiterminale HGÜ-Verbindung in Deutschland darstellt. Ein technisches Highlight der Anlage ist die deutschlandweit erstmalige Übertragung von Gleich- und Wechselstrom auf demselben Mast. Die Konverterstation wird zukünftig als Teil eines geplanten Bipol-Systems die Umwandlung zwischen AC und DC übernehmen, wobei die Anbindung in Richtung Emden über eine DC-Kabelverbindung erfolgt. Der Besuch bot den Teilnehmenden die ideale Möglichkeit, ihre im Januar erworbenen theoretischen Kenntnisse in der Baupraxis zu vertiefen.

Wir danken der Amprion GmbH herzlich für die fachkundige Führung und die spannenden Einblicke in dieses zukunftsweisende Projekt.

Etablierung eines jungen Forschungsfeldes: Synthetische Biologische Intelligenz

24. April 2026 | von
Ein Mann im weißen Kittel hält in einer Laborumgebung eine Platine mit verschiedenen integrierten Bauelementen in der Hand.

Dr. Frank Sommerhage zeigt ein bioelektronisches System aus der Forschung im Bereich der Synthetischen Biologischen Intelligenz. © Frank Sommerhage

Am Institut für Werkstoffe der Elektrotechnik 1 (IWE1) wird das zukunftsweisende Forschungsfeld der Synthetischen Biologischen Intelligenz (SBI) weiter ausgebaut, ermöglicht durch eine Förderung im Rahmen des DAAD-Programms „Academic Horizons – Attracting Global Minds“. Konkret sollen im Projekt „GROW-SBI“ unter der Leitung von Dr. Frank Sommerhage internationale wissenschaftliche Talente gewonnen und neue Impulse an der Schnittstelle von Elektrotechnik, Biotechnologie und KI gesetzt werden.

Die Forschung in diesem Bereich eröffnet Perspektiven für adaptive, energieeffiziente und lernfähige Systeme, die sich grundlegend von heutigen digitalen Architekturen unterscheiden. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie sich biologische und technische Prozesse koppeln lassen, um neuartige Formen der Informationsverarbeitung zu ermöglichen.

„Anders als bei klassischer Künstlicher Intelligenz steht bei Synthetischer Biologischer Intelligenz nicht Software allein im Mittelpunkt. Vielmehr geht es um das Zusammenspiel von moderner Technik mit lebenden Nervenzellen,“ erklärt Frank Sommerhage.

Gleichzeitig wirft die Forschung neue wissenschaftliche und ethische Fragestellungen auf, etwa in Bezug auf Kontrolle, Stabilität und Verantwortung im Umgang mit biohybriden Systemen. Das Thema vernetzt daher Forschende aus unterschiedlichsten Fachrichtungen. An der RWTH Aachen wird das Forschungsfeld der Synthetischen Biologischen Intelligenz derzeit aktiv aufgebaut; auch in Deutschland ist es bislang noch nicht institutionell verankert.

Forscherin trägt Probe auf Objektträger auf.

© Martin Braun

Projektleiter Dr. Frank Sommerhage hat die Forschungsrichtung über viele Jahre in den USA vorangetrieben und ist im Oktober 2025 an die RWTH, seine Alma Mater, zurückgekehrt, an der er 2011 mit der Arbeit „Chloride versus Protons – Ion Currents in the Cell-Transistor Junction“ promovierte. Nun möchte er selbst junge Talente fördern.

Bereits im Sommer kommt eine erste internationale Gruppe für ein dreiwöchiges Onboarding-Programm an die RWTH. Geplant sind Laborbesuche und Workshops sowie Einblicke in die Themen Zellkultur, Sensorik, computergestützte Auswertung, Philosophie und angewandte Ethik. Ergänzend werden Angebote bereitgestellt, die den Einstieg in die Forschung und das Leben in Aachen erleichtern sollen.

„Mit unserem Ansatz stärken wir das Profil der RWTH im Bereich der biomedizinischen Forschung und Technologie,“ so Frank Sommerhage.

Die RWTH Aachen erhält im DAAD-Programm „Academic Horizons – Attracting Global Minds“ bis Ende 2029 eine Förderung in Höhe von insgesamt 750.000 Euro. Die Mittel werden vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt im Rahmen des „1.000-Köpfe-Plus-Programms“ bereitgestellt. Ziel der Initiative ist es, deutsche Hochschulen dabei zu unterstützen, weltweit exzellente Talente für Master- und Promotionsprogramme in Schlüsseltechnologien sowie strategisch relevanten Forschungsfeldern zu gewinnen.

Die geförderten Forschungsthemen sollen einen interdisziplinären und vernetzenden Charakter aufweisen und zur Profilbildung sowie Internationalisierung der jeweiligen Universität beitragen. Bundesweit werden insgesamt 20 Hochschulen im Rahmen des Programms gefördert.


Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) wird als Verein von den deutschen Hochschulen und Studierendenschaften getragen. Er ist die weltweit größte Förderorganisation für den internationalen Austausch von Studierenden und Forschenden. Seit seiner Gründung im Jahr 1925 hat der DAAD mehr als 2,9 Millionen junge Akademiker:innen im In- und Ausland gefördert.

Neubau für Informatik mit integriertem KI Center geplant

26. März 2026 | von

180 Millionen Euro werden in den Neubau Informatik an der RWTH investiert. Diese gute Nachricht überbrachte Wissenschaftsministerin Ina Brandes an (v.l.) Prorektor Matthias Wessling, Professor Holger Hoos und den Dekan der Fakultät Informatik Leif Kobbelt. Fotograf: Andreas Schmitter

Die Informatik an der RWTH Aachen erhält einen deutlichen Ausbau der Infrastruktur. Bis zu 180 Millionen Euro aus dem „Nordrhein-Westfalen-Plan für gute Infrastruktur“ werden in einen Neubau mit integriertem „KI-Center“ investiert. Damit entstehen neue räumliche und strukturelle Voraussetzungen für Forschung und Lehre im Bereich der Künstlichen Intelligenz und angrenzender Disziplinen.

Der Neubau an der Ahornstraße soll Platz für rund 400 wissenschaftliche, technische und administrative Mitarbeitende sowie für fast 5000 Studierende bieten. Vorgesehen sind neben klassischen Arbeitsplätzen auch Reallabore und Co Working Spaces, die neue Formen der Zusammenarbeit ermöglichen. Ziel ist es, die bestehenden Strukturen der Informatik zu erweitern und gleichzeitig moderne Arbeitsbedingungen zu schaffen, die den Anforderungen aktueller Forschung gerecht werden.

„Exzellente Forschung und Lehre brauchen eine exzellente Infrastruktur“, betonte Wissenschaftsministerin Ina Brandes bei der Übergabe der Förderzusage. Mit dem neuen „KI-Center“ soll die Attraktivität des Standorts Nordrhein Westfalen weiter gesteigert und ein Umfeld geschaffen werden, das international konkurrenzfähig ist. Die Investition ist Teil einer strategischen Ausrichtung auf Zukunftsthemen, insbesondere im Bereich der Künstlichen Intelligenz.

Auch innerhalb der RWTH wird der Neubau als wichtiger Entwicklungsschritt eingeordnet. „KI-Center is coming home“, sagte Professor Leif Kobbelt, Dekan der Fakultät Informatik, mit Blick auf die geplante Verlagerung des aktuell an der Theaterstraße angesiedelten Zentrums an die Ahornstraße. Professor Ulrich Rüdiger hob hervor, dass moderne Infrastruktur eine zentrale Voraussetzung dafür ist, Forschungsergebnisse in die Gesellschaft zu übertragen und die Rolle der RWTH als leistungsstarker Forschungsstandort weiter auszubauen.

Das „KI-Center“ wird von Professor Holger Hoos gemeinsam mit Professor Sebastian Trimpe geleitet. „Der Neubau für das KI-Center der RWTH Aachen ist ein weiterer, essenzieller Schritt auf dem Weg von der Kohle zur KI“, erklärte Hoos. Der Fokus liegt dabei auf der Entwicklung sicherer, verlässlicher und nachhaltiger KI Systeme.

Die neuen Gebäude sollen zudem die interdisziplinäre Zusammenarbeit stärken. RWTH Kanzler Thomas Trännapp verwies darauf, dass die Informatik eine hohe fachübergreifende Vernetzung aufweist und die geplanten Strukturen diesem Anspruch gerecht werden. Ziel ist es, optimale Bedingungen für Forschende und Mitarbeitende zu schaffen und die Weiterentwicklung der Informatik langfristig zu unterstützen.