Kategorie: ‘Informationstechnische Systeme’
Die nächste Generation Computerchips ist „Made in Aachen“

Black Simiconduktor, v.l.: Sebastian Schall, Dr.Daniel Schall
Der Aachener Ingenieurpreis 2026 geht an die Black Semiconductor-Gründer Dr. Daniel Schall und Sebastian Schall – Ein Meilenstein für die Mikroelektronik aus der Region.
Die nächste Generation von Computerchips wird maßgeblich in Aachen geprägt. Wir freuen uns sehr, dass der diesjährige Aachener Ingenieurpreis an zwei Visionäre verliehen wird, deren Weg eng mit der exzellenten Forschung an unserer Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik verbunden ist: Dr.-Ing. Daniel Schall und Sebastian Schall, Gründer des Start-ups Black Semiconductor.
Die technologische Grundlage für diesen Erfolg bildet eine bahnbrechende Innovation in der Graphen-Photonik. Während konventionelle Halbleiterarchitekturen durch Hitzeentwicklung und begrenzte Bandbreiten bei der Datenübertragung zunehmend an ihre Grenzen stoßen, setzen die Schalls auf einen neuen Ansatz: Anstatt Daten ausschließlich über elektrische Leiterbahnen zu schicken, ermöglichen sie auf dem Chip eine direkte Umwandlung in optische Signale. Durch die Integration von Graphen, einem Material mit herausragenden physikalischen Eigenschaften, gelingt es, elektrische und optische Funktionen direkt auf einem Wafer zu vereinen.
„Dieser innovative Ansatz adressiert zentrale Leistungs- und Effizienzgrenzen bestehender Halbleiterarchitekturen und trägt entscheidend zur nächsten Generation von Hochleistungs- und KI-Systemen bei“, betont der Beirat des Aachener Ingenieurpreises in seiner Begründung.
Für unsere Fakultät ist diese Entwicklung ein herausragendes Beispiel dafür, wie wissenschaftliche Grundlagenarbeit in industrielle Souveränität übersetzt wird. Dr.-Ing. Daniel Schall, selbst promovierter Mikrosystemtechniker mit starkem Bezug zur Aachener Forschungslandschaft, legte während seiner Zeit am Forschungsinstitut AMO GmbH den Grundstein für diese Technologie. Der erfolgreiche Transfer aus der Forschung in ein Unternehmen, das heute über 130 Mitarbeitende beschäftigt, zeigt eindrucksvoll den Mehrwert der engen Verzahnung zwischen RWTH-Lehre und angewandter Forschung.
Inzwischen baut Black Semiconductor im Aachener Stadtteil Rothe Erde mit der „FabONE“ eine 15.000 Quadratmeter große Produktionsstätte auf, um Graphen-Chips in industriell relevantem Maßstab zu fertigen. Dieses Projekt stärkt nicht nur die europäische Halbleiterindustrie im Wettbewerb mit globalen Akteuren, sondern unterstreicht auch Aachens Rolle als Innovationshub für Zukunftstechnologien. Dabei setzen die Gründer konsequent auf CMOS-Kompatibilität, wodurch sich ihre Innovation nahtlos in bestehende industrielle Fertigungsprozesse integrieren lässt.
„Black Semiconductor stärkt den europäischen Halbleiterstandort durch seine enge Zusammenarbeit mit der Forschung und seine industrielle Ausrichtung nachhaltig. Das Unternehmen verkörpert somit in besonderer Weise innovationsgetriebene Ingenieurleistung“, erklärt Rektor Professor Ulrich Rüdiger. Auch die Stadt Aachen unterstreicht durch Oberbürgermeister Dr. Michael Ziemons die strategische Bedeutung: „Wir sind stolz, dass dieses Zukunftsunternehmen bewusst auf Aachen setzt.“
Die feierliche Verleihung des Aachener Ingenieurpreises findet am 5. September 2026 um 19 Uhr im Krönungssaal des Rathauses statt. Die Auszeichnung, gestiftet vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI), ehrt jährlich Persönlichkeiten, die das Ingenieurwesen maßgeblich vorangebracht haben.

Modulare Reinraumanlage innerhalb der neuen FabONE-Produktionshalle.
Dr.-Ing. Sabine Paarmann erhält bedeutende Förderung für Batterie-Forschung
Dr.-Ing. Sabine Paarmann wurde mit einem hochdotierten Forschungsstipendium des Bundesministeriums für Forschung Technologie und Raumfahrt (BMFTR) ausgezeichnet. Im Rahmen des Wettbewerbs „BattFutur – Junior Research Group for Battery Research“ erhält ihr Projekt über die nächsten fünf Jahre eine Förderung in Höhe von 2,7 Millionen Euro. Diese Initiative ist ein zentraler Bestandteil der Hightech-Strategie der Bundesregierung und zielt darauf ab, optimale Bedingungen für herausragende Wissenschaftler in der deutschen Batterieforschung zu schaffen.

ISEA
In ihrem Projekt „CooLIB – Thermal design and cooling strategies to boost the performance and lifetime of lithium-ion batteries“ entwickelt Dr. Paarmann mit ihrem Team innovative Zellkonzepte. Der Fokus liegt dabei auf der Untersuchung thermischer und elektrochemischer Inhomogenitäten innerhalb der Zellen. Durch systematische Zyklustests werden diese Inhomogenitäten gemessen und ihre Wechselwirkungen quantifiziert, um deren Einfluss gezielt zu mindern. Die Forschungsergebnisse sollen direkt in die Entwicklung neuer Batteriezellen sowie in das thermische Management einfließen, um zukünftige Batterien effizienter und langlebiger zu gestalten.
Die neue Forschungsgruppe „Thermisch-elektrisches Design von Energiespeichersystemen“ unter der Leitung von Dr. Paarmann ist am Center for Ageing, Reliability, and Lifetime Prediction of Electrochemical and Power Electronic Systems (CARL) der RWTH Aachen angesiedelt. Dr. Paarmann verfügt über eine exzellente wissenschaftliche Expertise: Sie promovierte 2021 am KIT in Karlsruhe im Fachbereich Chemieingenieurswesen und Verfahrenstechnik und forschte vor ihrem Wechsel an die RWTH Aachen als DFG-geförderte Postdoc am Imperial College London.
Die Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik freut sich, Dr. Paarmann als neue Gruppenleiterin am ISEA begrüßen zu dürfen, und blickt mit großer Erwartung auf die kommenden Forschungsjahre und eine erfolgreiche Zusammenarbeit.
Die Zukunft des Hörens: Öffentliche Vortragsreihe beim „NeuroSensEar“-Workshop
Wie sieht die Hörhilfe der Zukunft aus? Und wie kann uns das menschliche Gehirn dabei helfen, effizientere Computer zu bauen? Vom 3. bis zum 5. März 2026, im Rahmen des Workshops „NeuroSensEar – Neuromorphe akustische Sensorik für leistungsfähige Hörgeräte von morgen“, lädt das Institut für Nachrichtentechnik der RWTH Aachen zu drei hochkarätigen öffentlichen Vorträgen in den Hörsaal FT (Melatener Str. 23, 52074 Aachen) ein.
Das Projekt „NeuroSensEar“ widmet sich einer der spannendsten Herausforderungen der aktuellen Technik: der Entwicklung neuromorpher akustischer Sensorik. Das Ziel sind leistungsfähige Hörgeräte, die nicht nur besser verstärken, sondern intelligent und energieeffizient wie unser Gehirn agieren.

IENT
Begleitend zum Workshop geben drei renommierte Professoren unserer Fakultät exklusive Einblicke in ihre Forschung:
Neuromorphic Computing: Energieeffizienz durch biologisch inspirierte Hardware – Dienstag, 03.03.2026 | 17:00 Uhr
Univ.-Prof. i.R. Dr.-Ing. Dr. h.c. Rainer Waser
Die Informationstechnik steht vor einem Paradigmenwechsel: Klassische, algorithmische Datenverarbeitung wird zunehmend durch KI-basierte Ansätze ersetzt. Damit einher geht ein massiv steigender Energiebedarf. Um diesen zu senken, forschen Institute der Fakultät 6 an neuromorphen Systemen, die deutlich effizienter arbeiten als konventionelle Architekturen.
Im kommenden Vortrag präsentiert Prof. Waser die physikalischen Grundlagen redox-basierter memristiver Bauelemente. Der Fokus liegt auf einem interdisziplinären Ansatz zwischen Materialwissenschaften, Elektrotechnik und Informatik, der die Funktionsweise des menschlichen Gehirns als technisches Vorbild nutzt.
Neben der Hardware-Entwicklung werden konkrete KI-Anwendungen sowie deren gesellschaftliche Chancen und Risiken diskutiert. Den Abschluss bildet eine Reflexion über die Frage, ob zukünftige KI-Systeme ein Bewusstsein entwickeln könnten.
Reales Hören im Labor: Hörforschung in interaktiven VR-Umgebungen – Mittwoch, 04.03.2026 | 14:00 Uhr
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Janina Fels
Die Untersuchung auditiver Wahrnehmung und kognitiver Prozesse stützte sich bisher oft auf kontrollierte, aber unrealistisch vereinfachte Laborszenarien. Das Institut für Hörtechnik und Akustik (IHTA) der RWTH Aachen nutzt nun moderne audiovisuelle Virtual Reality (VR), um komplexe Alltagssituationen realitätsnah und interaktiv abzubilden.
Durch diese Technologie können Probanden in Echtzeit mit akustischen Szenen interagieren. Dies ermöglicht die präzise Untersuchung von Gehör und Aufmerksamkeit in akustisch anspruchsvollen Umgebungen wie Großraumbüros oder belebten Außenbereichen. Ein aktueller Forschungsschwerpunkt des IHTA liegt dabei auf der Analyse von Lärmbelastung, Aufmerksamkeit und Höranstrengung in Grundschulklassen.
Der Vortrag beleuchtet, wie VR-Methoden die Brücke zwischen klassischer Hörpsychologie und realen Lebenswelten schlagen. Zudem wird diskutiert, wie interdisziplinäre Ansätze aus Audiologie und virtueller Realität die Zukunft der Hörforschung prägen.
Brillen für die Ohren: Intelligente Kommunikationssysteme der Zukunft – Donnerstag, 05.03.2026 | 09:00 Uhr
Prof. Dr.-Ing. Peter Jax
Smarte Hearables entwickeln sich zunehmend von einfachen Kopfhörern zu intelligenten Mikrocomputern mit integrierter KI. Als „Brillen für die Ohren“ fungieren diese Systeme als persönliche Assistenten in den Bereichen Consumer Audio, Gesundheit und professionelle Kommunikation.
Ein zentrales Potenzial dieser Technologie liegt in der 3D-Telefonie. Durch räumliche Audio-Wiedergabe wird eine intuitive Unterscheidung von Sprechern ermöglicht, was die Immersion und das Präsenzgefühl in digitalen Meetings massiv steigert. Ziel ist eine Kommunikation, die trotz physischer Distanz die Natürlichkeit eines persönlichen Gesprächs erreicht.
Der Vortrag beleuchtet die aktuellen Entwicklungen aus Forschung und Industrie und diskutiert die akustischen sowie technischen Herausforderungen, die bei der Konstruktion solcher innovativen Plattformen bewältigt werden müssen.
Neuromorphic Hardware: Kick-off event im Januar
Der Zukunftscluster NeuroSys der RWTH geht in die zweite Phase.
Zu Beginn diesen Jahres geht der Cluster4Future NeuroSys (Neuromorphe Hardware für autonome Systeme der Künstlichen Intelligenz) in die zweite Phase. Die Initiative Clusters4Future ist Teil der Hightech-Strategie 2025 der deutschen Bundesregierung und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.
Bei der Kick-off-Veranstaltung Ende Januar tauschten sich die mehr als 90 Teilnehmenden im Super C der RWTH Aachen über ihre Ideen und Technologien zur Entwicklung der neuromorphen Hardware aus.
Neuromorphe Systeme sind den Grundbausteinen des Gehirns, Neuronen und Synapsen, nachempfunden. Neuromorphe Hardware ist eine ressourcenschonende aber leistungsstarke Basis für energieintensive Rechercheoperationen der Künstlichen Intelligenz. Das Ziel ist es, auf der Grundlagenforschung der RWTH Aachen und dem Forschungzentrum Jülich aufbauend, eine Technologiebasis zu neuromorphen Bauelementen und Algorithmen zu schaffen. Koordinator des Zukunftsclusters ist Professor Max Lemme, Leiter des Lehrstuhls für Elektronische Bauelemente der RWTH Aachen.
Lernfähige neuromorphe KI-Chips könnten schon bald eine energieeffiziente Vor-Ort-Datenverarbeitung erlauben und bieten damit hoffnungsschaffende Vorraussetzungen für zukünftige Arbeitsweisen, Smart-City-Konzepte sowie das „Internet of Things“. Ebenfalls werden verschiedene Beiträge vom Autonomen Fahren über lernende Systeme bis hin zur Personalisieierten Medizin geliefte.
Die zweite Phase des Projektes ist für drei Jahre geplant und sieht die RWTH in Zusammenarbeit mit verschiedensten Expert aus Forschung und Industrie.
Weiter Informationen zum Projekt finden sich hier
60 Jahre | IKS

Prof. Dr.-Ing. Peter Jax, Leiter des Instituts für Kommunikationssysteme. © IKS
Am 14. Juni 2024 feierte das Institut für Kommunikationssysteme (IKS) sein 60-jähriges Bestehen.
Im Rahmen eines Festkolloquiums mit Abendveranstaltung wurde dieses Jubiläum gemeinsam mit Projektpartnern, Kolleginnen und Kollegen sowie zahlreichen Alumni gefeiert. Die Veranstaltung ermöglichte einerseits einen Einblick in die Entwicklung der digitalen Sprach- und Audiokommunikation. Andererseits bot sie die Gelegenheit, auf die vergangenen sechs Jahrzehnte zurückzublicken und zukünftige Herausforderungen und Chancen im Bereich der Kommunikationssysteme zu diskutieren.
„Wir danken allen, die das Institut in den letzten 60 Jahren unterstützt haben und freuen uns auf viele weitere erfolgreiche Jahre“, verkündet das IKS.
Seit 2015 leitet Professor Jax das Institut. Er initiierte eine neue Namensgebung und Forschungsausrichtung hin zu modernen digitalen Kommunikationssystemen. Im Mittelpunkt der Forschung steht nach wie vor die Sprach- und Audiokommunikation als das wohl wichtigste und natürlichste Bindeglied zwischen uns Menschen. Die Forschungsarbeiten befassen sich mit der Signalverarbeitung in Kommunikationssystemen, z.B. in Hörgeräten, Hearables oder in der immersiven 3D-Telefonie. Ziel ist es, digitale Kommunikationssysteme so natürlich zu gestalten wie die „direkte“ Sprachkommunikation von Angesicht zu Angesicht. Dabei kommen sowohl modellbasierte Verfahren der digitalen Signalverarbeitung als auch Methoden des maschinellen Lernens in innovativen Hybridlösungen zum Einsatz.

Prof. Dr.-Ing. Albert Moser, Dekan der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik und Prof. Dr.-Ing. Marc Adrat, Forschungsgruppenleiter für Software Defined Radio (SDR) am Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie (FKIE) in Wachtberg und Lehrbeauftragter am IKS der RWTH Aachen. © IKS
Einer der Höhepunkte der Veranstaltung war die feierliche Ernennung von Marc Adrat zum Honorarprofessor. Er ist ein international anerkannter Experte auf dem Gebiet des Software Defined Radios, also programmierbarer digitaler Funksysteme, bei denen wesentliche übertragungstechnische Funktionen wie Codierung, Fehlersicherung, Modulation und Synchronisation durch Software realisiert werden. In der Lehrveranstaltung „Modern Channel Coding for Wireless Communications“, die im regulären „Masterstudiengang Elektrotechnik und Informationstechnik“ angeboten wird, legt er den inhaltlichen Schwerpunkt seiner Lehrtätigkeit auf moderne fehlerkorrigierende Kanalcodierung.
„Seine Expertise und sein Engagement werden zweifellos weiterhin einen großen Einfluss auf die Qualität unserer Lehre und Forschung haben.“, so das IKS.
Mit der Berufung werde zudem die Zusammenarbeit zwischen der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik und dem Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie gestärkt.

Oliver Steil, ehemaligen Mitarbeiter des IKS und aktueller CEO von TeamViewer. © IKS
Ein weiterer Höhepunkt war der Vortrag von Oliver Steil mit dem Titel „Digital Twins, AI, Spatial Computing, et al. – How Software is Finally Driving Industrial Digitalization“. Er handelte auch von seinem persönlichen Werdegang, der im Institut verwurzelt ist und Oliver Steil schließlich zu seiner heutigen Position des CEO von TeamViewer geführt hat. Dabei gab der Ehrengast spannende Einblicke in die Herausforderungen und Chancen, die mit der Führung eines global agierenden Technologieunternehmens verbunden sind.
Der Vortrag endete mit einer lebhaften Fragerunde, in der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit hatten, sich direkt mit Oliver Steil auszutauschen. Die Fragen reichten von spezifischen technischen Aspekten bis hin zu strategischen Überlegungen.

© IKS
Weitere Informationen findet Ihr auf der Homepage des Instituts für Kommunikationssysteme.
Michael Vorländer ist neuer Präsident der ASA

© IHTA
Mit Professor Vorländer, Inhaber des Lehrstuhls für Technische Akustik an der RWTH Aachen, steht erstmals ein nicht-amerikanischer Präsident an der Spitze der Acoustical Society of America (ASA).
Die 1929 gegründete ASA ist die weltweit größte Fachgesellschaft im Bereich Akustik. Professor Vorländer wird von Mai 2024 bis Mai 2027 dem Vorstand der ASA angehören und in den Jahren 2025/2026 als Präsident fungieren.
„Die Wahl zum Präsidenten der ASA ist eine große Ehre. Als erster nicht-amerikanischer Präsident gewählt worden zu sein, markiert einen bedeutenden Schritt für die internationale Zusammenarbeit in der Akustik und unterstreicht die zunehmende Bedeutung internationaler Perspektiven in der wissenschaftlichen Gemeinschaft“,
sagt Vorländer.
Mit rund 7.000 Mitgliedern widmet sich die ASA der Förderung und Verbreitung von Wissen auf dem Gebiet der Akustik. Die Fachgesellschaft deckt ein breites Spektrum akustischer Disziplinen ab, unterstützt Forschung, Lehre und Anwendung akustischer Prinzipien, entwickelt Standards und Richtlinien, organisiert Konferenzen und gibt wissenschaftliche Zeitschriften wie das renommierte „Journal of the Acoustical Society of America“ heraus.
Weitere Informationen zur Acoustical Society of America findet Ihr auf der Homepage der Organisation.
Exzellente Forschende auf interdisziplinärer Bühne: Vortrag von Professor Monti

© Peter Winandy
Professor Antonello Monti von der RWTH Aachen wird am 17. April im Rahmen der „Wissenschaftlichen Sitzung der Klasse für Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften“ der Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste über die Entwicklungsziele seines Fachgebietes im Hinblick auf die Lösung großer gesellschaftlicher Herausforderungen referieren.
Der Prozess der Energiewende ist vor dem Hintergrund der internationalen Situation wichtiger denn je. Der notwendige technologische Umbau des Energiesystems muss von zwei Seiten bewältigt werden: Auf der einen Seite ist ein neuer Hauptakteur in der Energieversorgung entstanden: die erneuerbaren Energien. Ihnen stehen auf der anderen Seite neue Verbraucher wie Elektromobilität und Wärmepumpen gegenüber. In diesem Prozess erweist sich die Digitalisierung als wichtiger Wegbereiter. Man kann sogar sagen, dass die Digitalisierung keine Option, sondern eine Notwendigkeit ist. Das Energiesystem wird dadurch zu einer großen, programmierbaren cyber-physischen Infrastruktur mit einem hohen Grad an Komplexität. In seinem Vortrag „The Digitalization of the Energy Systems: from the electrons to the cloud“ geht Professor Monti auf diese Komplexität ein, indem er die Lösungen analysiert, die derzeit für die verschiedenen Ebenen der Infrastruktur entwickelt werden.
„Die gesamte Architektur neu zu überdenken bedeutet, die grundlegenden Funktionsprinzipien des neuen Stromsystems, aber auch die entsprechenden IT-Systeme neu zu überdenken“,
so Professor Monti, Leiter des Institute for Automation of Complex Power Systems (ACS).
Was bedeutet es also, ein digitales Netz zu betreiben? Und werden wir in der Lage sein, ein digitales Stromnetz aufzubauen, das genauso zuverlässig ist wie die heutige Infrastruktur?
Die Lösungen, die er in seinem Vortrag vorschlägt, basieren auf konkreten Erfahrungen, die im Rahmen großer europäischer Forschungsprojekte gesammelt wurden. Professor Monti leitet eine wissenschaftliche Arbeitsgruppe, in der bis zu 50 Forscherinnen und Forscher intensiv an der Schnittstelle zwischen Energie und Informations- und Kommunikationstechnologien arbeiten. Er ist verantwortlich für die Koordination einiger der derzeit wichtigsten europäischen Projekte wie OneNet, TwinEU und int:net. Seine Forschungsarbeiten wurden bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem renommierten „IEEE Field Medal Award for Innovation in Public Infrastructure“ und dem „NRW Innovationspreis“.
In einem weiteren Vortrag dieser Sitzung – „Nachhaltige Metalle: Beiträge aus der Grundlagenforschung“ – beschäftigt sich Professor Dierk Raabe vom Max-Planck-Institut für Nachhaltige Materialien mit der Frage, ob es uns gelingen kann mit „grünem Stahl“ eine Schlüsselindustrie zu dekarbonisieren.
Weitere Informationen zur Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste findet Ihr auf der Homepage der Organisation.
ITG Konferenz zur Sprachkommunikation

© Katharina Uhlig
Die fünfzehnte Fachtagung einer erfolgreichen Reihe von Veranstaltung zu den Themen Sprachverarbeitung, Audio- und gesprochener Sprachverarbeitung fand vom 20. bis 22. September 2023 im SuperC-Gebäude der RWTH Aachen Universität statt.
Zentral und im Herzen des universitären Lebens fand ein lebhafter wissenschaftlicher Austausch mit dem Fokus auf Theorie, Algorithmen und Anwendungsbezug der Themenzusammenstellung statt. In Workshops tauschten sich die Konferenzteilnehmenden aus und profitierten sowohl von der fachlichen, als auch von der persönlichen Vernetzung. Abwechselnde Blöcke von Vorträgen und Posterpräsentationen, sowie eine Show & Tell-Sitzung bildeten Elemente der dreitägigen Konferenz.

© Katharina Uhlig
Weitere Höhepunkte bildeten drei Keynote-Vorträge von renommierten Personen mit Expertise:
Für Team Viewer präsentierte Dr. Hendrik Witt reale Anwendungsfälle für Augmented Reality Lösungen zur Prozessoptimierung in der Arbeitswelt und legte dar, in welchem Maße Wearables und Sensoren das industrielle Metaverse vorantreiben. Ziel sei die Digitalisierung fernab von Schreibtischen, beispielsweise in der Logistik, Fertigung oder im Außendienst. Team Viewer sieht das Metaverse als Schnittstelle zwischen realer Welt, Internet und Technologie. Ihre AR-Plattform Frontline bietet Augmented Reality, Mixed Reality und künstliche Intelligenz auf Smart Glasses, Smartphones, Tablets und anderen Wearables. Dadurch befähigte sogenannte Frontarbeiter könnten die nächste industrielle Revolution einleiten.
Professor Nilesh Madhu von der Universität Gent beschäftigte sich in seinem Vortrag anschaulich mit der Entwicklung der Kommunikationstechnik; von der Verwendung mühsamer, handgemachter, stochastischer Modelle bis zu einer Fülle beeindruckender datengetriebener Ansätze auf dem neusten Stand der Technik. Seine Ausführungen erlaubten ebenfalls einen Blick in die Zukunft und eröffneten die Diskussion, ob das Wissen und die Erfahrungen der Vergangenheit geeignet sind, den Weg dorthin zu ebnen.
Mit dem Schwerpunkt auf praktischen Erfahrungen und der Anwendung von Forschungsergebnissen, stellte Professor Frank Kurth vom Frauenhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie konkrete Sicherheitsanwendungsszenarien vor, die verschiedene Ansätze, einschließlich Deep Learning, zur Informationsextraktion nutzen. Insbesondere in Bezug auf die Sprachkommunikation ist die Extraktion von Informationen aus Sensorsignalen ein bedeutender Aspekt sicherheitskritischer Anwendungen. Dies erfordert zuverlässige Methoden, unter Einhaltung von geltendem Recht. Dabei besteht die Herausforderung oft in der schlechten Qualität der Audiosignale bei gleichzeitiger Notwendigkeit der Echtzeitverarbeitung großer Datenmengen.
Neben den spannenden wissenschaftlichen Inhalten, die auf der Konferenz geteilt wurden, eröffnete sich den Teilnehmenden ebenfalls ein reiches kulturelles Angebot. Die Karlsstadt zeigte sich bei den verschiedenen Führungen und Touren von ihrer besten Seite und gestattet viele Einblicke in ihr historisches Erbe.
Veranstaltet wurde die Konferenz von der Informationstechnischen Gesellschaft (ITG) im VDE, in Zusammenarbeit mit dem Fachausschuss Sprachkommunikation AT3, sowie dem technischen Programmausschuss und dem Institut für Kommunikationssysteme an der RWTH Aachen.
Umfangreiche Informationen finden Sie auf der Homepage der ITG Konferenz.
Schreibwerkstatt E-Technik Wintersemester 2023/24

© Martin Braun
Ihr studiert ein Bachelor- oder Masterfach der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik? Die Studien- oder Abschlussarbeit steht nun bevor? Dann holt euch die Unterstützung der Schreibwerkstatt und profitiert gleich doppelt!
Der Semesterkurs in Präsenz stärkt mit qualifizierter Schreibberatung die fachspezifische Schreib- und Textkompetenz. Praxisnah und auf der Basis von Textbeispielen aus der Elektro- und Informationstechnik werden Workshops angeboten, die Know-how zum Textaufbau, zu Sprache, Stil und Zitation vermitteln. Das Online-Expertenfeedback in der Schreibberatung hilft dabei, das im Kurs Gelernte individuell auf die aktuelle Projekt- oder Abschlussarbeit zu übertragen. Auch die freiwillige Teilnahme an einem Einführungskurs zur technischen Fachrecherche der Universitätsbibliothek wird im Rahmen des Kurses angeboten.
Nach erfolgreicher Teilnahme vergibt die Schreibwerkstatt ein Zertifikat und 3 CP, die nach Maßgabe der jeweiligen Prüfungsordnung anrechenbar sind.
Internationale Studierende müssen als Teilnahmevoraussetzung für den Kurs ein Deutschniveau von mindestens C1.2 nachweisen.
Die Anmeldung erfolgt über das Benutzerkonto am Sprachenzentrum.
Anmeldefrist: 29. September bis 10. Oktober 2023
Termine:
| Gruppe 1 02.54478 |
Gruppe 2 02.54479 |
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Mi, 08.11.2023 Mi, 22.11.2023 Mi, 06.12.2023 Mi, 10.01.2024 jeweils von 09.00 bis 12.00 Uhr |
Mi, 15.11.2023 Mi, 29.11.2023 Mi, 13.12.2023 Mi, 17.01.2024 jeweils von 09.00 bis 12.00 Uhr |
Kontakt bei Rückfragen: schreibzentrum@sz.rwth-aachen.de
60-jähriges Jubiläum des Instituts für Hörtechnik und Akustik

© Institut für Hörtechnik und Akustik
Einen besonderen Tag für das Institut für Hörtechnik und Akustik (IHTA/ITA), gestalteten alle aktiven und ehemaligen Institutsangehörigen am Samstag, den 19. August 2023, als sie sein 60 jähriges Bestehen feierten.
Das Institut für Technische Akustik wurde am 2. Januar 1964 offiziell unter der Leitung von Professor Wilhelm Janovsky gegründet und weist seitdem eine beeindruckende Geschichte in der Erforschung und Entwicklung von akustischen Technologien und Hörtechnik auf. Im Laufe der Jahre haben herausragende Persönlichkeiten die Leitung des Instituts übernommen, darunter Professor Heinrich Kuttruff im Jahr 1972, Professor Michael Vorländer im Jahr 1996 und schließlich Professorin Janina Fels, die seit 2020 die Leitung des heutigen Instituts für Hörtechnik und Akustik innehat.
Das Jubiläumsfest zog mehr als 120 ehemalige und aktive Mitglieder des Instituts an, die sich an einem Tag voller Feierlichkeiten und Aktivitäten beteiligten. Die Veranstaltung bot Führungen durch die Einrichtungen des Instituts und Demonstrationen aktueller Forschungsthemen, die die Fortschritte und Innovationen im Bereich der Akustik und Hörtechnik verdeutlichen. Natürlich durften Essen, Getränke und Live-Musik der IHTA-Band nicht fehlen, um die Feierlichkeiten abzurunden.
Ein besonderer Dank wurde der Gesellschaft für Technische Akustik e.V. (GfTA) zuteil, die maßgeblich zur Organisation und Durchführung dieser Jubiläumsfeier beigetragen hat. Die GfTA ist ein Verein, der sich auf die Förderung der Akustik in Aachen, insbesondere im Hinblick auf den Nachwuchs, konzentriert. Sie ermöglichte es, dass die Veranstaltung zu einem unvergesslichen Ereignis wurde und unterstützt und stärkt die Gemeinschaft der ehemaligen und aktiven Mitglieder sowie des Nachwuchses im Bereich der Akustik.

© Institut für Hörtechnik und Akustik
Mehr zur Jubiläumsfeier findet ihr auf dem Akustik-Blog. Ihre Ziele sowie weitere Informationen zur Gesellschaft für Technische Akustik e.V. und alle aktuellen News und Forschungsprojekte des Instituts für Hörtechnik und Akustik sind verfügbar.

