
Black Simiconduktor, v.l.: Sebastian Schall, Dr.Daniel Schall
Der Aachener Ingenieurpreis 2026 geht an die Black Semiconductor-Gründer Dr. Daniel Schall und Sebastian Schall – Ein Meilenstein für die Mikroelektronik aus der Region.
Die nächste Generation von Computerchips wird maßgeblich in Aachen geprägt. Wir freuen uns sehr, dass der diesjährige Aachener Ingenieurpreis an zwei Visionäre verliehen wird, deren Weg eng mit der exzellenten Forschung an unserer Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik verbunden ist: Dr.-Ing. Daniel Schall und Sebastian Schall, Gründer des Start-ups Black Semiconductor.
Die technologische Grundlage für diesen Erfolg bildet eine bahnbrechende Innovation in der Graphen-Photonik. Während konventionelle Halbleiterarchitekturen durch Hitzeentwicklung und begrenzte Bandbreiten bei der Datenübertragung zunehmend an ihre Grenzen stoßen, setzen die Schalls auf einen neuen Ansatz: Anstatt Daten ausschließlich über elektrische Leiterbahnen zu schicken, ermöglichen sie auf dem Chip eine direkte Umwandlung in optische Signale. Durch die Integration von Graphen, einem Material mit herausragenden physikalischen Eigenschaften, gelingt es, elektrische und optische Funktionen direkt auf einem Wafer zu vereinen.
„Dieser innovative Ansatz adressiert zentrale Leistungs- und Effizienzgrenzen bestehender Halbleiterarchitekturen und trägt entscheidend zur nächsten Generation von Hochleistungs- und KI-Systemen bei“, betont der Beirat des Aachener Ingenieurpreises in seiner Begründung.
Für unsere Fakultät ist diese Entwicklung ein herausragendes Beispiel dafür, wie wissenschaftliche Grundlagenarbeit in industrielle Souveränität übersetzt wird. Dr.-Ing. Daniel Schall, selbst promovierter Mikrosystemtechniker mit starkem Bezug zur Aachener Forschungslandschaft, legte während seiner Zeit am Forschungsinstitut AMO GmbH den Grundstein für diese Technologie. Der erfolgreiche Transfer aus der Forschung in ein Unternehmen, das heute über 130 Mitarbeitende beschäftigt, zeigt eindrucksvoll den Mehrwert der engen Verzahnung zwischen RWTH-Lehre und angewandter Forschung.
Inzwischen baut Black Semiconductor im Aachener Stadtteil Rothe Erde mit der „FabONE“ eine 15.000 Quadratmeter große Produktionsstätte auf, um Graphen-Chips in industriell relevantem Maßstab zu fertigen. Dieses Projekt stärkt nicht nur die europäische Halbleiterindustrie im Wettbewerb mit globalen Akteuren, sondern unterstreicht auch Aachens Rolle als Innovationshub für Zukunftstechnologien. Dabei setzen die Gründer konsequent auf CMOS-Kompatibilität, wodurch sich ihre Innovation nahtlos in bestehende industrielle Fertigungsprozesse integrieren lässt.
„Black Semiconductor stärkt den europäischen Halbleiterstandort durch seine enge Zusammenarbeit mit der Forschung und seine industrielle Ausrichtung nachhaltig. Das Unternehmen verkörpert somit in besonderer Weise innovationsgetriebene Ingenieurleistung“, erklärt Rektor Professor Ulrich Rüdiger. Auch die Stadt Aachen unterstreicht durch Oberbürgermeister Dr. Michael Ziemons die strategische Bedeutung: „Wir sind stolz, dass dieses Zukunftsunternehmen bewusst auf Aachen setzt.“
Die feierliche Verleihung des Aachener Ingenieurpreises findet am 5. September 2026 um 19 Uhr im Krönungssaal des Rathauses statt. Die Auszeichnung, gestiftet vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI), ehrt jährlich Persönlichkeiten, die das Ingenieurwesen maßgeblich vorangebracht haben.

Modulare Reinraumanlage innerhalb der neuen FabONE-Produktionshalle.


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