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IT Center Blog

Netzerneuerung: Vom Projekt zum Regelbetrieb

07. Juli 2025 | von
ein Netzwerkserver-Schrank mit ordentlich angeordneten blauen Ethernet-Kabeln, die mit mehreren Patchfeldern und Netzwerkgeräten verbunden sind

Quelle: Eigene Darstellung

Nach mehreren Jahren intensiver Planungs- und Umsetzungsarbeit nähert sich die Netzerneuerung an der RWTH Aachen einem wichtigen Meilenstein: Seit dem Start 2018 kommt so langsam die Zielgerade für Ende 2026 in Sicht. Über unser Zwischenstand in 2022 könnt ihr auch in unserem vorherigen Beitrag lesen. Der Abschluss der Maßnahmen in den einzelnen Hochschulgebäuden markiert den Übergang vom Projekt in den Regelbetrieb. Ziel der Netzerneuerung ist es, die in Teilen stark veraltete Kommunikationsinfrastruktur zu modernisieren und auf ein zukunftssicheres Fundament zu stellen – technisch, organisatorisch und betrieblich.

Die Herausforderungen für die Umstellung sind dabei nicht nur technischer Natur. Die RWTH ist als Hochschule stadtweit auf rund 350 Gebäude verteilt – ein logistischer Kraftakt, der enge Abstimmungen zwischen dem IT Center, den Gebäudenutzenden und externen Dienstleistenden erforderte. Die Maßnahmen erfolgen daher in Etappen mit einer klar definierten Kommunikation, Koordination und Qualitätssicherung.

 

Was genau wurde erneuert?

Im Rahmen der Netzerneuerung soll ein leistungsfähiges, aber auch sicheres Netz erreicht werden. Dazu wird die gesamte zentral gemanagte Netztechnik – vom Backbone über die Etagenverteiler bis hin zu den Endgeräten – umfassend überarbeitet. Dies beinhaltet die Erstellung eines strukturierten Netzwerks, Ersatz veralteter Hardware durch moderne Komponenten, zusätzliche Sicherheitsstandards, eine flächendeckende WLAN-Ausleuchtung in den Büro- und Arbeitsbereichen sowie die Ablösung der bisherigen Alcatel-Telefonanlage durch eine VoIP-basierte (Voice over Internet Protocol) Lösung der Firma Cisco mit Videotelefonie und Softphone-Clients.

 

Übergang in den Regelbetrieb

ein Telefon mit digitaler Anzeige auf einer hölzernen Fensterbank neben einer Grünpflanze im Topf

Quelle: Eigene Darstellung

Nach Abschluss der Netzerneuerung in einem Gebäude erfolgt automatisch der Übergang zum Regelbetrieb und den allgemein gültigen Prozessen. Die grundsätzliche Betreuung von Netzwerkkomponenten, Telefonen und WLAN- Access Points liegt dabei beim IT Center, Abteilung Netze. Autorisierte Netzansprechpartner*innen der Einrichtungen haben die Möglichkeit, durch extra entwickelte Webanwendungen, wie beispielsweise Interface-Admin, TK-Portal, Firewall-Admin, DHCP-Admin und DNS-Admin unter anderem selbständig Standardänderungen und -anpassungen vorzunehmen. Mehr Informationen findet ihr auf IT Center Help.

Um die Stabilität und Sicherheit des Netzbetriebs zu sichern, dürfen netztechnische Geräte wie Switche, WLAN-Access Points oder Cisco-Telefone nicht eigenmächtig entfernt, umgesteckt oder an anderen Orten verwendet werden – auch nicht temporär, etwa über Feiertage, in Urlaubszeiten oder weil sie gerade nicht benötigt werden. Die Geräte sind Bestandteil einer zentralen Standortdokumentation und bilden die Grundlage für effizienten Support im Störungsfall. Durch automatisierte Updateverfahren bei Switchen, Telefonen und WLAN-Access Points kann es bei inaktiven Geräten zu Problemen führen, wenn diese später mit veralteter Software wieder in Betrieb genommen werden.

Der Einsatz eigener Switche (von Einrichtungen oder Mitarbeiter*innen) ist aus Gründen der Netzsicherheit und des Managements grundsätzlich in den offiziellen RWTH-Netzen (Zugang zum Internet) nicht gestattet. Bei Netzbedarf sollte mit den direkten Netzansprechpartner*innen gesprochen oder Kontakt zum IT Center, Abteilung Netze, aufgenommen werden.

Auch beim Umgang mit der neuen Telekommunikationsinfrastruktur gilt: Cisco-Telefone müssen fest am vorgesehenen Standort installiert bleiben. Sie dienen nicht nur der Kommunikation, sondern sind auch im Notfall relevant – unter anderem für die Verortung durch die Hochschulwache. Die Standorte sind dokumentiert, um bei Notrufen den Ursprung eindeutig bestimmen zu können. Umzüge, Neuregistrierungen oder Ersatzbedarf werden über den elektronischen Telefonantrag beziehungsweise das IT Center, Abteilung Netze, abgewickelt.

 

Ordnung und Sicherheit bei der Verkabelung

Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die physikalische Infrastruktur: Patchkabel an Datenanschlüssen dürfen nur in Absprache mit der*dem Netzansprechpartner*in umgesteckt werden. Ebenso ist bei der Möblierung von Räumen darauf zu achten, dass Stolperfallen – etwa durch lose Kabel – vermieden werden. Der Einsatz von Trittschutzkanälen kann hier Abhilfe schaffen und gleichzeitig die Kabel selbst schützen. Insbesondere in Durchgangsbereichen und Fluchtwegen ist auf eine ordnungsgemäße Kabelführung zu achten.

Für die zentrale Netzwerkverkabelung selbst wurden klare Standards definiert: So erfolgt z. B. die Führung von Patchkabeln im Netzwerkschrank durch Rangierbügel und Überlängen werden ausschließlich auf der Patchfeldseite aufgewickelt. Auch die Kabelkennzeichnung folgt einem einheitlichen System mit gelben und weißen Clips zur eindeutigen Zuordnung.

 

Hat die Netzerneuerung etwas spürbar verändert?

Nach sieben Jahren und über 200 fertigen Gebäuden muss die Frage erlaubt sein, ob von der Netzerneuerung an der RWTH etwas zu spüren ist. Die klare Antwort lautet: JA.
Das Netz der RWTH und der Einrichtungen ist jetzt viel transparenter, aufgeräumter, standardisierter und auch deutlich umfangreicher dokumentiert. Damit lassen sich Störungen besser lokalisieren und beheben, aber auch spezielle Anforderungen für Projekte umsetzen. In einigen Einrichtungen wurde die Netzerneuerung als Anlass genommen, die vorhandenen Strukturen noch einmal zu überdenken und zu überarbeiten.

Von vielen Administrator*innen haben wir die Rückmeldung erhalten, dass durch die strukturierten und transparenten Netze, die deutlich größere Dokumentation und die angebotenen Webanwendungen die Netzwerkadministration deutlich einfacher geworden ist. Auch die Einarbeitung neuer Administrator*innen wird damit deutlich vereinfacht.Durch die intensive Zusammenarbeit, während der Netzerneuerung sind darüber hinaus auch Kontakte erhalten geblieben.

Durch den stärkeren Informationsaustausch wurde das IT Center, Abteilung Netze, bei Netzwerkfragen für Projekte mehr zur beratenden Unterstützung hinzugezogen. Durch die vielen Standardisierungen konnten auch Automatisierungen eingerichtet werden, z. B. für Updates oder Sicherheitseinstellung. Dies hilft bei der Verwaltung der Geräte, denn Zeit ist oft ein entscheidender Faktor.

 

Ein Ausblick in die digitale Zukunft

Die Netzerneuerung ist nicht nur ein technisches Großprojekt, sondern auch ein strategischer Schritt in Richtung einer digitalen, resilienten und vernetzten Hochschule. Mit seinem Umfang ist es eines der größten Infrastrukturprojekte der RWTH, welches 2018 begann und über zwei Phasen Ende 2026 enden wird. Im Fokus standen dabei nicht nur technologische Erneuerung und Zukunftssicherheit, sondern auch IT-Sicherheit, Nutzendenorientierung und Standortattraktivität. Bereits jetzt wurde mit der Arbeit an einem Folgeantrag an das Ministerium für Kultur und Wissenschaft begonnen, um auch in Zukunft den jetzt geschaffenen Standard weiterführen zu können. Die Netzerneuerung ist eingebettet in größere Entwicklungen der IT-Landschaft an der RWTH – wie die Einführung moderner Cloudstrategien, neue IT-Sicherheitskonzepte oder die Stärkung mobiler und hybrider Arbeitsmodelle. Die modernisierte Netzstruktur bildet das Rückgrat für diese Transformationen. Mit der neuen Infrastruktur steht der RWTH Aachen heute eine zukunftsfähige Plattform zur Verfügung – flexibel, skalierbar und sicher. Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, dass Forschung, Lehre und Verwaltung an einem der führenden technischen Hochschulstandorte Europas auch künftig verlässlich digital unterstützt werden können.

 


Verantwortlich für die Inhalte dieses Beitrags sind Hania Eid, Frank Lindner und Malak Mostafa.

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