Einmal im Jahr bringt die ACI User Group Fachleute aus Wissenschaft und Industrie zusammen, um aktuelle Entwicklungen rund um moderne Rechenzentrumsnetzwerke zu diskutieren. In diesem Jahr fand das Treffen vom 23. bis 24. Juni 2026 bei BMW in Dingolfing, Bayern statt. Insgesamt 40 Teilnehmende aus verschiedenen Bereichen – darunter Service Provider, Banken, Automobilhersteller und das IT Center der RWTH Aachen – tauschten sich über aktuelle Herausforderungen und zukünftige Entwicklungen im Betrieb komplexer IT-Infrastrukturen aus.
Auch das IT Center bringt sich aktiv in die Gestaltung der User Group ein: Unser Kollege Benedikt Paffen war als Anwendervertreter im Cisco-Umfeld frühzeitig in die konzeptionelle Vorbereitung und Weiterentwicklung der Veranstaltung eingebunden und bringt dabei die Perspektive der Nutzenden ein.
Im Mittelpunkt standen unter anderem leistungsfähige Netzwerke für KI-Anwendungen, die Integration von IPv6, das Compliance Management, das Monitoring, die steigenden Sicherheitsanforderungen sowie die Zukunft der Virtualisierung. Die jährlich stattfindende Veranstaltung bietet eine Plattform, um Erfahrungen auszutauschen, neue Technologien zu bewerten und gemeinsam Lösungen für die Weiterentwicklung moderner Data Center-Umgebungen zu diskutieren.
KI-Anwendungen verändern die Anforderungen an Netzwerke
Ein zentrales Thema der diesjährige ACI User Group war die zunehmende Bedeutung leistungsfähiger Netzwerkinfrastrukturen für Machine-Learning- und KI-Anwendungen. Moderne KI-Systeme stellen hohe Anforderungen an die zugrunde liegende Infrastruktur: Große Datenmengen müssen schnell, zuverlässig und mit möglichst geringen Verzögerungen zwischen verschiedenen Systemen und Rechenzentren übertragen werden.
Diskutiert wurden unter anderem Konzepte zur Vernetzung mehrerer Rechenzentren sowie der Aufbau stabiler und leistungsfähiger Backend-Netze. Dabei spielte insbesondere RoCEv2 (RDMA over Converged Ethernet Version 2) eine wichtige Rolle. Die Technologie ermöglicht eine besonders effiziente Datenübertragung und wird zunehmend für anspruchsvolle KI- und Hochleistungsanwendungen eingesetzt.
Auch das IT Center bringt sich aktiv in die Weiterentwicklung solcher Technologien ein: Gemeinsam mit Cisco wurden erste Tests mit RoCEv2 durchgeführt, um die Einsatzmöglichkeiten für die eigenen Anforderungen zu bewerten – unter anderem im Hinblick auf die Unterstützung von IPv6. Darüber hinaus beteiligte sich das IT Center an der Erarbeitung eines Validated Designs, um Erfahrungen aus der Praxis in die Weiterentwicklung und Bewertung der Technologie einfließen zu lassen.
IPv6 in ACI: IT Center setzt weiterhin Maßstäbe
Auch die Integration von IPv6 in ACI-Umgebungen war erneut ein wichtiger Bestandteil der Diskussionen. Das IT Center hat hier bereits frühzeitig erste Funktionen aktiviert, getestet und Erfahrungen gesammelt. Damit nimmt das IT Center weiterhin eine Vorreiterrolle bei der IPv6-Integration in modernen DataCenter-Netzwerken ein.
Während viele Organisationen aktuell vor der Herausforderung stehen, IPv6 schrittweise einzuführen, verfügt das IT Center bereits über praktische Erfahrungen mit der Umsetzung innerhalb einer produktionsnahen ACI-Umgebung. Dieser Schritt ist ein wichtiger Beitrag zur langfristigen Zukunftssicherheit und Skalierbarkeit der Infrastruktur.
Die Bedeutung von IPv6 nimmt auch in der Wirtschaft weiter zu. Da verfügbare IPv4-Adressräume zunehmend begrenzt sind, wird die Fähigkeit, moderne Netzwerke IPv6-fähig zu betreiben, zu einer immer wichtigeren Voraussetzung für zukunftsfähige IT-Infrastrukturen.
Moderne Rechenzentren: Sicherheit, Monitoring und Zertifizierbarkeit
Neben den Entwicklungen im Bereich KI lag der Fokus der diesjährige ACI User Group wieder stärker auf klassischen DataCenter-Themen. Die Teilnehmenden tauschten sich unter anderem über die Anbindung mehrerer Rechenzentren untereinander, Policy-Enforcement, Monitoring und die Weiterentwicklung von Betriebsprozessen aus.
BMW gewährte Einblicke in die eigene ACI-Umgebung und stellte unter anderem vor, wie Konfigurationen und Betriebsprozesse gestaltet werden. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf der Vorbereitung und Umsetzung von Anforderungen aus der NIS-2-Richtlinie sowie der Frage, wie moderne Rechenzentren auf steigende Sicherheits- und Compliance-Anforderungen vorbereitet werden können.
Zukunft der Virtualisierung im Fokus
Ein weiterer wichtiger Diskussionspunkt war die Zukunft von Virtualisierungslösungen, insbesondere im Hinblick auf die aktuellen Entwicklungen rund um VMware ESXi. Die Veränderungen im Markt beschäftigen derzeit zahlreiche Unternehmen und Forschungseinrichtungen.
Im Rahmen der ACI User Group wurden Erfahrungen mit bestehenden Plattformen, mögliche Alternativen sowie Strategien für den zukünftigen Betrieb virtualisierter Infrastrukturen diskutiert. Der offene Austausch zwischen den Teilnehmenden ermöglichte dabei einen wertvollen Blick auf unterschiedliche Ansätze und Herausforderungen.
Gemeinsamer Austausch als Grundlage für zukünftige Entwicklungen
Die ACI User Group zeigt jedes Jahr aufs Neue, wie wichtig der Austausch zwischen Forschung und Industrie ist. Die Veranstaltung bietet eine wertvolle Gelegenheit, Erfahrungen zu teilen, neue Technologien zu bewerten und gemeinsam Lösungen für die Herausforderungen moderner IT-Infrastrukturen zu entwickeln.
Für das IT Center ist der regelmäßige Dialog mit anderen Organisationen ein wichtiger Impuls, um die eigene Infrastruktur kontinuierlich weiterzuentwickeln und frühzeitig auf technologische Veränderungen vorbereitet zu sein.
Hintergrund: Was ist ACI?
Application Centric Infrastructure (ACI) ist die DataCenter-Netzwerklösung des IT Centers und bildet die Grundlage für die Netzwerkkonnektivität von mehr als 1.500 virtuellen Maschinen sowie zahlreichen Bare-Metal-Servern.
Die ACI-Architektur ermöglicht eine zentrale und automatisierte Verwaltung von Netzwerk- und Sicherheitsrichtlinien. Über die vom IT Center entwickelte Verwaltungsplattform DataCenter-Admin können Administrierende die Infrastruktur kontrolliert verwalten und Konfigurationen effizient über die ACI-Umgebung bereitstellen. Durch die Kombination aus zentraler Steuerung, Automatisierung und flexibler Skalierbarkeit unterstützt ACI den zuverlässigen Betrieb moderner IT-Infrastrukturen für Forschung, Lehre und Verwaltung.
Du möchtest noch einmal nachlesen, welche Themen die vergangenen ACI User Group geprägt haben? Alle Beiträge zu den bisherigen Treffen und weitere Einblicke findest du auf unserem Blog.
Verantwortlich für die Inhalte dieses Beitrags sind Nicole Kaminski und Benedikt Paffen.




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