Diesen Monat ist es so weit: Coscine ist seit drei Jahren im Regelbetrieb und feiert Jubiläumsmonat. Ein guter Anlass, um kurz innezuhalten und einen Blick darauf zu werfen, wie sich die Plattform für Forschungsdatenmanagement technisch weiterentwickelt hat und was sich seit dem Start in den Regelbetrieb im April 2023 alles getan hat.
Coscine ist längst mehr als nur ein Projekt: Als zentraler Bestandteil des Forschungsdatenmanagements unterstützt die Plattform Forschende im Alltag und wächst kontinuierlich mit den Anforderungen aus der Praxis.
Stabiler Betrieb trifft kontinuierliche Weiterentwicklung
Mit dem Übergang in den Regelbetrieb wurde 2023 der Grundstein für einen stabilen, verlässlichen Service gelegt. Ein weiteres Zeichen für diese Verstetigung war die Anmeldung von Coscine als Marke, die die Plattform auch über den rein technischen Betrieb hinaus klar positioniert.
Gleichzeitig bedeutete „Regelbetrieb“ keineswegs Stillstand. Ganz im Gegenteil: In den vergangenen drei Jahren lag ein starker Fokus darauf, bestehende Komponenten zu festigen, neue Funktionen bereitzustellen und die technische Basis zukunftssicher auszubauen.
Die klare Struktur der Plattform sowie die zentrale API ermöglichen den Nutzenden einen einfachen Zugriff auf die gespeicherten Forschungsdaten sowie die Eintragung und Suche von Metadaten.
Moderne Speicherinfrastruktur: ein großer Schritt nach vorn
Ein zentraler technischer Meilenstein war die schrittweise Ablösung des bisherigen Research Data Storage (RDS) durch den DataStorage.nrw. Mit der Anbindung dieses landesweiten, georedundanten S3-Objektspeichers wurde die Speicherinfrastruktur von Coscine deutlich erweitert und vereinheitlicht.
Für Nutzende bedeutet das:
- höhere Ausfallsicherheit durch verteilte Standorte,
- deutlich größere verfügbare Kapazitäten sowie
- ein einheitlicher Ressourcentyp für DH.NRW-Hochschulen.
Die Migration der bestehenden Daten erfolgte dabei koordiniert und ohne aktiven Aufwand für die Forschenden. Eine Herausforderung, die sowohl technisch als auch organisatorisch umfangreich war und die Rolle von Coscine als zentrales Zugangssystem weiter gestärkt hat.
Seit Juli 2023 wird eine eigene Coscine-JARDS-Instanz für die Beantragung und Begutachtung von Speicherplatzanträgen genutzt. Wie Forschende teilnehmender Hochschulen einen Speicherplatzantrag stellen können und welche Dokumente Forschenden und Begutachtenden dabei Unterstützung leisten, wurde bereits in separaten Blogbeiträgen beleuchtet.
API, Automatisierung und Integration in Forschungsprozesse
Auch „unter der Haube“ hat sich viel getan. Die API als Herzstück der Plattform wurde kontinuierlich erweitert und durch eine neue API-Version im Herbst 2023 grundlegend weiterentwickelt. Sie bildet die Grundlage für:
- automatisierte Zugriffe auf Daten und Metadaten,
- die Einbindung von Coscine in lokale Workflows sowie
- die Nutzung spezialisierter Clients oder z.B. der Coscine Python SDK.
Damit unterstützt Coscine nicht nur die manuelle Arbeit über die Weboberfläche, sondern zunehmend auch automatisierte und reproduzierbare Forschungsprozesse, ein wichtiger Schritt für moderne datengetriebene Forschung.
Metadaten, FAIR und semantische Suche
Ein zentraler Schwerpunkt der Weiterentwicklung lag weiterhin im Bereich Metadaten und FAIR Digital Objects. Aufbauend auf bestehenden strukturierten Metadatenprofilen, RDF-basierten Datenmodellen und der Validierung über SHACL wurden in den letzten Jahren gezielte Verbesserungen umgesetzt, um Auffindbarkeit und Nachnutzbarkeit von Forschungsdaten weiter zu erhöhen.
Ein wichtiger Schritt war die Erweiterung der PID-Landingpage im Sinne von FAIR Digital Objects: Dort werden nun zusätzliche Metadaten angezeigt, sodass interessierte Personen einen besseren ersten Eindruck der Daten erhalten und bei Bedarf gezielt Zugriff bei den Projektverantwortlichen erfragen können.
Auch im Bereich der Suche wurden Fortschritte erzielt. Die semantische Suche ermöglicht es, Daten stärker über inhaltliche Zusammenhänge hinweg zu entdecken und verbessert so die Nachnutzung von Forschungsdaten.
Darüber hinaus wurden mehrere Funktionen eingeführt, die die Nutzung von Coscine im Alltag erleichtern. Dazu zählen unter anderem die Anbindung an den NFDI RegApp Community AAI Login, der das Onboarding neuer Hochschulen und Konsortien vereinfacht – mittlerweile konnten so bereits 14 Hochschulen angebunden werden. Außerdem können Nutzende E-Mail-Benachrichtigungen themenspezifisch im Nutzendenprofil konfigurieren. Darüber hinaus wurde ein Feature zur Anfrage einer Datenpublikation bei einem der gelisteten Publikationsservices umgesetzt.
Regelbetrieb heißt auch: Feedback ernst nehmen
Nicht zuletzt haben Rückmeldungen aus der Community eine wichtige Rolle gespielt. Umfragen, Supportanfragen und direkter Austausch mit Nutzenden fließen kontinuierlich in die Weiterentwicklung ein, sei es bei der Benutzerführung, bei neuen Ressourcentypen oder bei der Dokumentation.
Der Regelbetrieb bietet dabei den nötigen Rahmen, um Verbesserungen planbar umzusetzen und neue Funktionen schrittweise auszurollen.
Ausblick: bereit für die nächsten Jahre
Drei Jahre Regelbetrieb zeigen: Coscine ist technisch gewachsen, stabil und flexibel zugleich. Die Plattform hat sich an neue Anforderungen angepasst und bildet heute eine belastbare Grundlage für das Forschungsdatenmanagement, an der RWTH Aachen und darüber hinaus.
Habt ihr Coscine in den letzten Jahren im Einsatz gehabt? Welche Funktionen unterstützen euch besonders im Forschungsalltag? Schreibt es uns gerne in die Kommentare. Wir sind gespannt auf eure Erfahrungen!
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Heißer Tipp: Bis zum 30. April 2026 läuft noch die Coscine-Nutzendenumfrage. Nutzt diese Chance und gestaltet die Zukunft der Plattform für Forschungsdatenmanagement mit.
Verantwortlich für die Inhalte dieses Beitrags sind Hania Eid, Katja Jansen und Arlinda Ujkani.




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