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Chemie für nachhaltige Baustoffe

Neue Veröffentlichung
Strukturbildung in Oligomeren

10. August 2016 | von

Wie kann die thermische Stabilität und Kristallinität von Oligomeren gesteuert werden? Vier Mitglieder einer homologen Reihe von chlorierten Poly(vinylester)-Oligomeren von Poly(vinylacetat) bis Poly(vinylstearat) mit Polymerisationsgraden von 10 und 20 wurden durch Telomerisierung mit Tetrachlorkohlenstoff hergestellt. Alle Oligomere werden thermisch in zwei Hauptschritten abgebaut, wobei zunächst HCl und Seitenketten verloren gehen, bevor das Rückgrat abgebaut wird. Die Polymere mit kurzen Seitenketten, bis hin zum Poly(vinyloctanoat), sind amorph und zeigen eine interne Plastifizierung, während diejenigen mit langen Seitenketten aufgrund der Seitenkettenkristallisation teilkristallin sind. Die Glasübergangs- und Schmelztemperaturen sowie die Anfangstemperatur der Zersetzung werden stärker von der Seitenkettenlänge als vom Polymerisationsgrad beeinflusst. Die thermische Stabilität wird verbessert, wenn sowohl die Größe als auch die Anzahl der Seitenketten zunimmt, aber nur lange Seitenketten führt zu einer signifikanten Erhöhung der Zersetzungsbeständigkeit.

D. Heinze, T. Mang, C. Popescu, O. Weichold
Effect of side chain length and degree of polymerization on thedecomposition and crystallization behaviour of chlorinated poly(vinylester) oligomers
Thermochimica Acta 2016, 637, 143-153. http://dx.doi.org/10.1016/j.tca.2016.05.015

Cold as Ice – schonend trocknen

18. Mai 2016 | von

Mit der Coolsafe Pro Gefriertrocknung können wir durch ein etabliertes Verfahren empfindliche Materialien schonend trocknen. Dabei sublimiert das gefrorene Wasser direkt in die Dampfphase. Das Verfahren ermöglicht eine effiziente, ressourcenschonende Trocknung, die die Qualität und Haltbarkeit der Materialien steigert. Wir nutzen sie um verholzte Ausgangsmaterialen, Reaktionsprodukte aus wässrigen Synthesen oder Gele zu trocknen.

Tg, Tm, OMG – Polymere verstehen

21. Juli 2014 | von

Bei jeder Änderung in einem System (z. B. Phasenumwandlung, chemische Reakionen) wird Wärme entweder aufgenommen oder abgegeben. Dies kann mittels Dynamischer Differenzkalorimetrie quantitativ untersucht werden. Wir können mit einer DSC 204 F1 Phoenix der Fa. Netzsch Kühl-und Heizvorgänge von ca. −50 bis 600 °C gemessen werden, die Kühl- und Heizraten sind von 0,1 bis 100 K•min−1 einstellbar.

Neue Veröffentlichung
Poly(vinyl acetat) plastifiziert sich selbst

06. Dezember 2013 | von

Kein zusätzlicher Weichmacher nötig. Poly(vinylacetat), PVAc, mit einem Polymerisationsgrad Xn≈10 wurde durch radikalische Kettenübertragungspolymerisation mit Tetrachlorkohlenstoff hergestellt und als oligomerer Weichmacher für kommerzielles PVAc verwendet. Nach H/Cl-Austausch an den Kettenenden weist das Produkt eine hohe thermische Stabilität und ausgezeichnete Schmelzcompoundiereigenschaften auf. Mischungen aus oligomerem und kommerziellem PVAc zeigen einfache Glasübergangstemperaturen, die mit höherem Oligomergehalt abnehmen, und weisen geringe negative Abweichungen von der Fox‘ linearer Additivitätsregel auf. Dies deutet darauf hin, dass die Plastifizierung und Mischbarkeit hauptsächlich auf entropische Effekte zurückzuführen sind. Spritzgegossene dicke Probekörper zeigen bei Oligomergehalten >10 Gew.-% duktiles Verhalten, während Platten mit einer Dicke von 0,2–0,5 mm bereits bei 7,5 Gew.-% flexibel erscheinen. Die Sauerstoffdurchlässigkeitskoeffizienten sind um eine Größenordnung niedriger als die von Polyethylen niedriger Dichte. Aufgrund der Summe ihrer Eigenschaften stellen die weichgemachten Platten eine vielversprechende Alternative bei der Herstellung von für die Herstellung von Barrierematerialien dar.

D. Heinze, T. Mang, K. Peter, M. Möller, O. Weichold
Synthesis of Low Molecular Weight Poly(vinyl acetate) and Its Application as Plasticizer
J. Appl. Polym. Sci. 2014, 40226. https://doi.org/10.1002/APP.40226