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IT Center Blog

Tücken des Alltags – Informationssicherheit im Alltag

08. Juni 2026 | von
ein Laptop umgeben von Symbolen für IT-Sicherheit

Quelle: Eigene Darstellung

Wir alle gehen täglich mit sensiblen Informationen um; im Büro, an der Hochschule oder zu Hause. Dabei wird oft unterschätzt, wie vielschichtig das Thema Informationssicherheit mittlerweile ist. Sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen verfügen über schützenswerte Daten und diese können digital gespeichert sein oder ganz klassisch auf Papier oder im Kopf vorhanden sein. Der Schutz von Informationswerten erfordert also mehr als nur Technik: Er bedeutet ebenso das achtsame und verantwortungsbewusste Verhalten im Alltag. Während Angreifer*innen ihre Methoden stetig weiterentwickeln, müssen auch wir unsere Aufmerksamkeit und unser Wissen regelmäßig schulen.

 

 

Die Schutzziele der Informationssicherheit und ihre Umsetzung

Um Informationswerte gezielt zu schützen, orientiert sich die Informationssicherheit an drei grundlegenden Schutzzielen: Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit. Diese Ziele helfen dabei, Risiken systematisch zu erkennen und angemessene Schutzmaßnahmen zu definieren.

Bevor konkrete Maßnahmen ergriffen werden können, ist jedoch eine Datenklassifizierung notwendig. Um die Kritikalität oder Vertraulichkeit einer Information zu bewerten, kann beispielsweise das „Traffic Light Protocol“ eingesetzt werden. Dieses international anerkannte System unterteilt Informationen in vier Stufen:

  • Rot: streng vertraulich – nur für einen sehr engen Empfängerkreis bestimmt
  • Gelb: vertraulich – darf eingeschränkt weitergegeben werden, innerhalb Organisation und Klienten
  • Grün: innerhalb einer Community – für einen größeren, aber definierten Kreis innerhalb einer Organisation
  • Weiß: öffentlich – keine Einschränkungen beim Teilen

Je nach Klassifizierung werden dann Maßnahmen zur Umsetzung der einzelnen Schutzziele getroffen:

  1. Vertraulichkeit gewährleisten: Darunter zählt Nachrichten und E-Mails verschlüsseln, Meetings (digital wie vor Ort) vertraulich gestalten und Arbeitsplätze absichern. Das geht etwa durch Abschließen von Räumen oder Sperren von Bildschirmen. Und letztens keine sensiblen Gespräche im öffentlichen Raum führen.
  2. Integrität sicherstellen: Hier werden Dokumenten versiegelt, fälschungssicher archiviert oder unterschrieben.
  3. Verfügbarkeit erhalten: Durch regelmäßige Backups – idealerweise offline und an getrennten Orten oder Testläufe zur Wiederherstellung, um die Funktion im Ernstfall sicherzustellen.

 

Verhalten in Alltagssituationen

Viele kleine Verhaltensweisen tragen dazu bei, sensible Informationen wirksam zu schützen – häufig reicht schon ein wacher Blick für die Umgebung und ein wenig gesunder Menschenverstand.

In öffentlichen Räumen sollte auf vertrauliche Gespräche am Telefon verzichtet werden. Wer unterwegs arbeitet, sollte den Bildschirm durch eine Sichtschutzfolie vor neugierigen Blicken (sogenanntem Shoulder Surfing) schützen. Laptops sollten nie unbeaufsichtigt bleiben und wenn doch, dann mindestens per Bildschirmsperre gesichert und idealerweise mit einem Kabelschloss gesichert werden. Ein „Clean Desk“ ist nicht nur im Büro sinnvoll, sondern auch in der Bahn, in der Hochschule oder zu Hause. Vertrauliche Unterlagen gehören nach Gebrauch nicht in den Papierkorb, sondern in den Aktenvernichter.

Bei der Nutzung von WLAN-Verbindungen ist Vorsicht geboten: Mit öffentlichen Netzwerken – wie WiFi on ICE oder offenen Café-Hotspots – sollte man sich nicht automatisch verbinden, da diese anfällig für sogenannte Rogue Access Points sind. Eine sichere Alternative bietet z. B. Eduroam, das durch ein Zertifikat-basiertes Verfahren und auch EAP-PWD (wenn man das so konfiguriert hat, mehr auf IT Center Help) abgesichert ist). Zusätzlich sorgen VPN-Verbindungen und SSL-Verschlüsselung für mehr Sicherheit beim Surfen und Arbeiten im Netz.

Das Smartphone ist heute ständiger Begleiter und potenzielle Schwachstelle zugleich. Eine einfache Wischgeste oder ein sichtbarer PIN beim Entsperren reichen oft nicht aus. Besser: ein Fingerabdrucksensor, der diskret, sicher und auch bei beschädigtem Display funktioniert. Für den Fall eines Verlusts oder Diebstahls sollte eine „Remote Wipe“-Funktion aktiviert sein, um gespeicherte Daten aus der Ferne löschen zu können.

Nicht zuletzt sollte auch das WLAN zuhause nicht vernachlässigt werden: Ein starkes Passwort, regelmäßige Firmware-Updates des Routers (am besten automatisch) und die Deaktivierung unnötiger Funktionen tragen hier zur Grundsicherheit bei.

 

Beispiele aus dem Alltag

Nicht alle Gefahren der Informationssicherheit sind theoretisch, viele passieren täglich und oft genau dort, wo man sie am wenigsten erwartet. Die folgenden Beispiele zeigen typische Angriffsszenarien aus dem Alltag und geben Hinweise, wie man sich in solchen Situationen richtig verhalten sollte:

  1. „Service-Techniker“ übernehmen die Firmen-IT

In einem Testfall verschafften sich sogenannte White-Hat-Hacker – ethische Hacker im Auftrag des Unternehmens – Zugang zu einem Firmennetzwerk, indem sie sich als externe Techniker ausgaben. Mit einem Laptop und ein paar Kabeln konnten sie unbehelligt Netzwerkequipment manipulieren ohne ernsthafte Nachfrage. Lösung: Immer nach dem Ausweis fragen, Besuch bei der zuständigen Stelle anmelden und sicherstellen, dass Besucherausweise ausgegeben werden.

  1. Social Engineering am Telefon: „Microsoft ruft an.“

Eine häufige Masche: Eine angebliche Microsoft-Hotline meldet sich und behauptet, der PC sei gehackt. Der Nutzende soll TeamViewer installieren – danach wird auf Bankkonten und PayPal zugegriffen.

Lösung: Misstrauisch bei unerwarteten IT-Anrufen sein. Keine Fernwartung zulassen! Microsoft ruft keine Privatpersonen an.

  1. Phishing per E-Mail oder SMS

Hierbei treten angebliche DHL-Sendungsverfolgung, gefälschte Bankbenachrichtigung oder ein vermeintliches Amazon-Konto auf. Die E-Mails sehen oft täuschend echt aus. Lösung: Die Absendeadresse genau prüfen, nicht nur auf den Anzeigenamen achten. Vorsicht bei Dringlichkeit, Drohungen oder Links. Im Zweifel nicht anklicken, sondern direkt über die offizielle Webseite des Anbieters gehen. Mehr dazu findet ihr auf IT Center Help.

  1. WhatsApp-Konto durch Nummernwechsel übernommen

Betrüger nutzen die wirtschaftlichen Ängste der Menschen aus, um mit Lockangeboten zu tricksen, die zu gut oder zu schlecht sind, um wahr zu sein! Sie setzen auch KI ein, um Angriffe zu kreieren. Ein Kontakt schreibt plötzlich: „Ich habe meine Nummer gewechselt, kannst du mir den Code weiterschicken, den du gerade bekommen hast?“ Dahinter steckt ein Angreifer, der versucht, den Account zu kapern. Lösung: Niemals Sicherheits- oder Bestätigungscodes weiterleiten. Im Zweifel direkt telefonisch rückversichern.

 

Gemeinsam für mehr Sicherheit

Informationssicherheit ist eine ständige Herausforderung. Sie erfordert Aufmerksamkeit, gesunden Menschenverstand und die Bereitschaft, bei ungewöhnlichen Situationen kritisch nachzufragen. Oft hilft es, neue oder digitale Gefahren mit bekannten analogen Situationen zu vergleichen: Würdet ihr einem Fremden auf der Straße eure Kontodaten geben? Wahrscheinlich nicht, also auch nicht per E-Mail oder Messenger.

Bleibt wachsam gegenüber Auffälligkeiten, aber auch mutig, offen Fragen zu stellen oder mögliche Fehler zu melden. Niemand ist perfekt – wichtig ist, dass wir aus Vorfällen lernen. Fehlermeldungen werden diskret behandelt, denn nur durch Offenheit und Vertrauen können wir gemeinsam ein sicheres Umfeld schaffen.

Weitere Informationen sind auf der Infoseite zum SOC zu finden. In den meisten Fällen ist der IT-ServiceDesk die erste Anlaufstelle.

 


Verantwortlich für die Inhalte dieses Beitrags ist Malak Mostafa.

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