
Quelle: Eigene Darstellung
Wie können Hochschulen moderne Cloud-Dienste gemeinsam entwickeln und gleichzeitig ihre digitale Souveränität bewahren? Genau hier setzt die Kooperation Kube3 an. Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen (NRW) arbeiten gemeinsam daran, eine länderübergreifende Kubernetes-as-a-Service (KaaS)-Infrastruktur aufzubauen. Ziel ist es, gemeinsame Standards und zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln, die langfristig von allen beteiligten Einrichtungen genutzt werden können. Der NRW-Teil der Kube3-Föderation läuft zunächst bis zum Frühjahr 2028.
Kubernetes oder KaaS: Was ist der Unterschied?
Kubernetes ist eine Open-Source-Plattform zur Orchestrierung von Containern. Sie automatisiert unter anderem die Bereitstellung, Skalierung und Verwaltung containerisierter Anwendungen. Wer Kubernetes selbst betreibt, ist jedoch auch für Installation, Konfiguration, Netzwerk, Updates und Wartung verantwortlich.
Kubernetes-as-a-Service (KaaS) stellt Kubernetes hingegen als verwalteten Dienst bereit. Der Betrieb, die Wartung sowie Themen wie Sicherheit und Hochverfügbarkeit werden vom Provider übernommen. Dadurch können Nutzende Kubernetes verwenden, ohne sich um die zugrunde liegende Infrastruktur kümmern zu müssen. Die einzelnen Kubernetes-Cluster sind dabei voneinander getrennt und mandantenfähig, sodass Daten und Ressourcen anderer Nutzender geschützt bleiben.
Gemeinsame Infrastruktur für mehr digitale Souveränität
Das Ziel von Kube3 ist es, einheitliche Blaupausen für cloud-basierte Infrastrukturen zu schaffen und diese länderübergreifend zu erproben. Die entstandenen Lösungen sollen unmittelbar einsetzbar sein und gleichzeitig genügend Flexibilität bieten, um individuelle Anforderungen der einzelnen Hochschulen abzudecken.
Durch die enge Zusammenarbeit entstehen gemeinsame Standards, Workflows und Best Practices. Gleichzeitig stärkt das Projekt die digitale Souveränität der Hochschulen, da die Datenhoheit erhalten bleibt und offene Technologien eingesetzt werden. Darüber hinaus erhöht die Zusammenarbeit die Resilienz der Infrastruktur, da Komponenten und Konzepte zwischen den Standorten ausgetauscht und gemeinsam weiterentwickelt werden können.
Von der Infrastruktur bis zum produktiven Einsatz
Kube3 gliedert sich in zwei Handlungsfelder. Zunächst werden die technischen Grundlagen für eine gemeinsame KaaS-Infrastruktur geschaffen und Infrastrukturen an mehreren Standorten aufgebaut. Anschließend werden diese, hinsichtlich ihrer Einsatzzwecke und Skalierungseigenschaften, mithilfe konkreter Dienste in den beteiligten Bundesländern erprobt und kontinuierlich weiterentwickelt.
In NRW stehen dabei insbesondere Anwendungen wie Coscine.nrw, git.nrw, KI:Connect und JupyterHub.nrw im Fokus. Künftig sollen auch Dienste aus der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI), dem Nationalen Hochleistungsrechnen (NHR) sowie weitere zentrale Angebote die gemeinsame Infrastruktur nutzen können.
Während der Projektlaufzeit soll es auch die Möglichkeit geben, die KaaS-Ebene für weitere Einrichtungen innerhalb der Kooperation zu öffnen und damit föderiertes Arbeiten über Ländergrenzen hinweg zu ermöglichen.
Offene Standards als gemeinsames Fundament
Ein zentraler Baustein von Kube3 ist die Standardisierung. Als technologische Grundlage orientiert sich das Projekt am Sovereign Cloud Stack (SCS), einer europäischen Initiative für offene Cloud- und Containerstandards. Ziel ist es, transparente und kompatible Infrastrukturen zu schaffen, bei denen Datenschutz, Datenintegrität und Datenhoheit innerhalb Europas gewährleistet bleiben.
Beteiligte Einrichtungen
Insgesamt beteiligen sich acht Hochschulen und Forschungseinrichtungen an Kube3:
- Baden-Württemberg: Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Universität Heidelberg und Universität Tübingen
- Bayern: Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) und Universität Bamberg
- Nordrhein-Westfalen: RWTH Aachen, Universität Münster und Universität zu Köln
Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg
Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist der regelmäßige Austausch zwischen den Partnern. Im Mai 2026 traf sich die Projektgruppe der Kube3-Kooperation für zwei Tage beim KIT in Karlsruhe, um die Grundlagen der Zusammenarbeit festzulegen und die gemeinsame Vision weiterzuentwickeln. Um den Projektfortschritt kontinuierlich voranzutreiben, finden künftig vierteljährliche Online-Treffen sowie halbjährliche Präsenztreffen statt.
Alle weiteren Informationen zu Kube3 findet ihr auf der Kube3-Webseite.
Verantwortlich für die Inhalte dieses Beitrags ist Hannah Loock.



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