
Quelle: creativecommons.org
Ob wissenschaftliche Publikation, Präsentation, Grafik oder Lehrmaterial: Wer Forschungsergebnisse veröffentlicht, sollte festlegen, wie diese von anderen genutzt werden dürfen. Genau hier kommen Lizenzen ins Spiel.
Sie schaffen Klarheit darüber, ob Inhalte weitergegeben, bearbeitet oder auch kommerziell genutzt werden dürfen. Damit fördern sie die Nachnutzung wissenschaftlicher Ergebnisse und unterstützen die Ziele von Open Science.
Ein international etabliertes Lizenzsystem sind die Creative Commons-Lizenzen (CC-Lizenzen). Doch was bedeuten die verschiedenen Kürzel eigentlich und welche Lizenz eignet sich für welchen Zweck?
Was sind Creative Commons-Lizenzen?
Creative Commons ist eine gemeinnützige Organisation, die standardisierte Lizenzen für urheberrechtlich geschützte Werke entwickelt hat. Mit diesen Lizenzen können Urheber*innen bereits bei der Veröffentlichung festlegen, unter welchen Bedingungen ihre Werke genutzt werden dürfen.
Die Creative Commons-Lizenzen werden weltweit eingesetzt und sind insbesondere im wissenschaftlichen Bereich weit verbreitet. Sie kommen beispielsweise bei Open-Access-Publikationen, Lehrmaterialien, Präsentationen oder Abbildungen zum Einsatz.
Die vier Lizenzbausteine
| Baustein | Bedeutung |
| BY (Attribution) | Der Name der Urheberin oder des Urhebers muss genannt werden. |
| SA (ShareAlike) | Bearbeitungen müssen unter einer gleichwertigen Lizenz weitergegeben werden. |
| NC (NonCommercial) | Das Werk darf ausschließlich für nicht kommerzielle Zwecke genutzt werden. |
| ND (NoDerivates) | Das Werk darf nicht verändert oder bearbeitet werden. |
Die sechs Creative Commons-Lizenzen im Überblick
Aus den oben genannten Bausteinen setzen sich die sechs Creative-Commons-Lizenzen zusammen.
| Lizenz | Bearbeitung erlaubt? | Kommerzielle Nutzung erlaubt? | Bedingung |
| CC BY | Ja | Ja | Namensnennung |
| CC BY-SA | Ja | Ja | Namensnennung, Weitergabe unter derselben Lizenz |
| CC BY-ND | Nein | Ja | Namensnennung, keine Bearbeitungen |
| CC BY-NC | Ja | Nein | Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung |
| CC BY-NC-SA | Ja | Nein | Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, Weitergabe unter derselben Lizenz |
| CC BY-NC-ND | Nein | Nein | Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung und keine Bearbeitungen |
Grundsätzlich gilt: Je mehr Einschränkungen, desto geringer die Nachnutzbarkeit.
Welche Lizenz eignet sich wofür?
Welche Lizenz die richtige ist, hängt davon ab, was Sie mit Ihrem Werk erreichen möchten.
Möchten Sie eine möglichst freie Nachnutzung ermöglichen, ist CC BY häufig eine gute Wahl. Sie erlaubt die Nutzung, Bearbeitung und Weitergabe des Werkes, solange die Urheber*innen genannt werden. Deshalb ist sie auch die Standardlizenz vieler Open-Access-Publikationen.
Soll sichergestellt werden, dass Bearbeitungen ebenfalls offenbleiben, kann CC BY-SA sinnvoll sein.
Die Lizenzbausteine NC (NonCommercial) und ND (NoDerivatives) schränken die Nachnutzung hingegen deutlich ein. Das kann in bestimmten Fällen gewünscht sein, erschwert jedoch häufig die Wiederverwendung wissenschaftlicher Materialien.
Welche Lizenz passt zu welchem Forschungsergebnis?
Die folgende Übersicht bietet eine erste Orientierung.
| Forschungsergebnis | Häufig verwendete Lizenz bzw. Freigabe |
| Wissenschaftliche Publikationen | CC BY |
| Grafiken und Abbildungen | CC BY |
| Präsentationen | CC BY |
| Lehrmaterialien | CC BY oder CC BY-SA |
| Software | Spezielle Open-Source-Lizenzen |
Die Übersicht dient als Orientierung. Welche Lizenz geeignet ist, hängt immer vom konkreten Anwendungsfall ab. Dabei ist zu beachten, dass sich die Lizenz eines Gesamtwerks von den Lizenzen einzelner Bestandteile unterscheiden kann. So kann beispielsweise eine Präsentation unter CC BY veröffentlicht werden, obwohl einzelne enthaltene Abbildungen oder Grafiken unter einer anderen Creative Commons-Lizenz stehen. Voraussetzung ist, dass diese Bestandteile eindeutig gekennzeichnet und die jeweiligen Lizenzbedingungen eingehalten werden.
Wenn Sie unsicher sind, welche CC-Lizenz für Ihren Fall die beste Wahl ist, bietet der CC License Chooser weitere Hilfestellungen.
Was gilt für Forschungsdaten?
Für Forschungsdaten gelten besondere rechtliche Rahmenbedingungen. Anders als bei wissenschaftlichen Publikationen oder Abbildungen ist nicht immer eindeutig, ob Forschungsdaten überhaupt urheberrechtlich geschützt sind und ob Creative Commons-Lizenzen anwendbar sind.
Aus diesem Grund lassen sich die allgemeinen Empfehlungen zu Creative Commons-Lizenzen nicht ohne Weiteres auf Forschungsdaten übertragen.
Welche Besonderheiten bei der Freigabe von Forschungsdaten zu beachten sind und welche Rolle CC0 (Creative Commons Zero) dabei spielt, erläutern wir in einem separaten Beitrag.
Fazit
Creative Commons-Lizenzen schaffen Klarheit darüber, wie wissenschaftliche Werke genutzt werden dürfen. Sie erleichtern die Nachnutzung, fördern Open Science und unterstützen den offenen Austausch wissenschaftlicher Erkenntnisse.
Welche Lizenz die richtige ist, hängt immer vom jeweiligen Werk und dem gewünschten Grad der Offenheit ab. Wer die Bedeutung der einzelnen Lizenzbausteine kennt, kann eine fundierte Entscheidung treffen.
Für Forschungsdaten gelten jedoch Besonderheiten. Diese stellen wir in einem eigenen Blogbeitrag vor.
Sie sind unsicher, welche Lizenz für Ihre Forschungsdaten, Ihre Publikation oder andere wissenschaftliche Materialien geeignet ist? Das FDM-Team unterstützt Sie gerne bei allen Fragen rund um Forschungsdatenmanagement und die Veröffentlichung wissenschaftlicher Ergebnisse.
Verantwortlich für die Inhalte dieses Beitrags ist Arlinda Ujkani.
Als Informationsgrundlage für diesen Beitrag dienten folgende Quellen:
- Creative Commons. Was ist CC?
- Creative Commons. About CC licenses.
- Creative Commons. Frequently Asked Questions.
- Creative Commons Wiki. Data.



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