Mit DataArchive.nrw entsteht in Nordrhein-Westfalen ein neues Angebot zur langfristigen Archivierung großer Forschungsdatenmengen. Als Ergänzung zu DataStorage.nrw soll das neue System künftig die Speicherung sogenannter kalter Forschungsdaten ermöglichen. Welche Technologie dahintersteckt und welche Rolle DataArchive.nrw im Forschungsdatenmanagement (FDM) spielen wird, erfahren Sie in diesem Beitrag.
DataArchive.nrw – Archivierung von Forschungsdaten
Bei DataArchive.nrw handelt es sich um ein Tape-Speichersystem, welches an der RWTH sowie der Universität zu Köln aufgebaut wird. Mit einer Kapazität von bis zu ca. 35 Petabyte pro Standort wird weiterer Speicherplatz für Forschungsdaten geschaffen. Durch die redundante Speicherung an räumlich getrennten Standorten wird eine hohe Datensicherheit erreicht und die langfristige Verfügbarkeit der archivierten Daten gewährleistet.
Wie der Name des Systems bereits vermuten lässt, sollen auf dem DataArchive.nrw kalte Forschungsdaten gespeichert werden. Unter kalten Forschungsdaten versteht man Daten, die in der Regel nicht mehr oder nur noch sehr selten verändert und aufgerufen werden. Das System bietet den Forschenden daher eine gute Möglichkeit, um große Mengen an Forschungsdaten zu archivieren.
Technische Hintergründe
Um die langfristige Speicherung großer Datenmengen kosten- und energieeffizient zu ermöglichen, wird für DataArchive.nrw ein Tape-Speichersystem auf Basis der LTO-10-Technologie eingesetzt. Dabei werden die Forschungsdaten auf speziellen Magnetbändern gespeichert, die in Kassetten untergebracht sind. Im Gegensatz zu Festplatten oder SSDs, bei denen die Daten direkt über elektronische Speicherbausteine abgerufen werden, müssen die Magnetbänder für einen Zugriff zunächst in ein entsprechendes Laufwerk eingelegt und an die richtige Position gespult werden. Dadurch dauert der Abruf länger als bei herkömmlichen Speichersystemen. Dafür bietet die Technologie eine hohe Speicherkapazität bei vergleichsweise geringem Energiebedarf, da die Bänder ohne laufenden Betrieb des Laufwerks gelagert werden können. Sie eignet sich daher besonders für Forschungsdaten, die langfristig aufbewahrt, aber nur selten abgerufen oder verändert werden.
Ein Zugriff auf die Daten ist nicht wie beim S3-Speicher innerhalb kurzer Zeit möglich. Die Bereitstellungszeit ist abhängig von der Größe der angeforderten Daten, ihrer Verteilung auf den Speichermedien sowie der aktuellen Systemauslastung. Für archivierte Forschungsdaten stellt dies keine Herausforderung dar, da keine unmittelbare und zeitkritische Bearbeitung der Daten erforderlich ist.
Ausblick
Der Aufbau und die Inbetriebnahme von DataArchive.nrw laufen derzeit auf Hochtouren. Sobald diese abgeschlossen sind, werden Abnahmetests durchgeführt, um die Funktionalität des Systems zu überprüfen.
Darüber hinaus erarbeitet das Coscine-Team aktuell die Prozesse rund um den Workflow der Forschungsdaten bis zur Speicherung im DataArchive.nrw. Es wird angestrebt, dass der Prozess für die Forschenden leicht verständlich ist und wie bereits beim DataStorage.nrw die FAIRe Speicherung der Forschungsdaten ermöglicht wird. Benötigter Speicherplatz wird, auch für das Archivieren von Forschungsdaten, weiterhin gemäß des Begutachtungsprozesses in Coscine-JARDS beantragt. Wie genau der Prozess aussehen wird, was Forschende wissen und beachten müssen, wird derzeit erarbeitet.
Mehr erfahren
Wir werden sowohl über den FDM-Blog als auch über den Coscine-Newsletter sowie auf der Coscine-Webseite über Neuigkeiten, insbesondere die Inbetriebnahme von DataArchive.nrw, berichten.
Bei allen Fragen zu Coscine, DataStorage.nrw, DataArchive.nrw oder zum Forschungsdatenmanagement im Allgemeinen steht Ihnen das FDM-Team gerne jederzeit zur Verfügung.
Verantwortlich für die Inhalte dieses Beitrags sind Katja Jansen und Arlinda Ujkani.




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