Spätestens, wenn Forschungsdaten strukturiert gespeichert, archiviert oder veröffentlicht werden sollen, stellt sich eine wichtige Frage: Wo sind die Daten am besten aufgehoben?
An der RWTH stehen Forschenden verschiedene Services zur Verfügung. Gleichzeitig existieren zahlreiche disziplinspezifische Repositorien, die auf die Bedürfnisse einzelner Fachgebiete zugeschnitten sind. Die richtige Wahl hängt dabei weniger vom Dateiformat als vielmehr vom Ziel ab: Soll aktiv mit den Daten gearbeitet werden? Müssen sie langfristig aufbewahrt werden? Oder sollen sie veröffentlicht und nachnutzbar gemacht werden?
Sie arbeiten noch aktiv mit Ihren Forschungsdaten?
Dann ist Coscine meist die passende Lösung. Coscine ist die zentrale Plattform für das Forschungsdatenmanagement während eines laufenden Projekts. Sie unterstützt Forschende dabei, Daten strukturiert zu speichern, im Team zu bearbeiten und mit Metadaten anzureichern. Dadurch bleiben Daten nicht nur auffindbar, sondern auch nachvollziehbar dokumentiert.
Während eines Forschungsprojekts entstehen häufig große Datenmengen, die strukturiert organisiert, dokumentiert und gemeinsam genutzt werden müssen. Genau da setzt Coscine an. Die Plattform unterstützt Forschende bei der Verwaltung ihrer Daten und ermöglicht die Zusammenarbeit innerhalb von Projektteams. Durch die Nutzung von Metadaten können Datensätze zudem frühzeitig dokumentiert und später leichter wiedergefunden werden.
Coscine eignet sich insbesondere für:
- die strukturierte Ablage von Forschungsdaten,
- die Zusammenarbeit in Projektteams,
- die Dokumentation durch Metadaten,
- die Vorbereitung einer späteren Archivierung oder Veröffentlichung.
Im Mittelpunkt steht dabei die aktive Arbeit mit den Daten während des Forschungsprozesses.
Ihre Daten sollen langfristig erhalten bleiben?
Nicht alle Forschungsdaten müssen veröffentlicht werden. Dennoch verlangen viele Fördermittelgebende und wissenschaftliche Einrichtungen, dass Daten über einen definierten Zeitraum aufbewahrt werden. In der Leitlinie 17 der guten wissenschaftlichen Praxis wird beispielsweise eine Archivierung für mindestens 10 Jahre empfohlen.
Auch hierfür bietet Coscine passende Möglichkeiten. Durch die Archivierungsfunktion von 10 Jahren nach Projektende können Daten und Metadaten längerfristig gesichert werden, sodass Forschungsergebnisse auch Jahre später noch nachvollziehbar bleiben.
Eine Archivierung kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn:
- rechtliche oder institutionelle Aufbewahrungsfristen erfüllt werden müssen,
- Daten aus Gründen des Datenschutzes nicht veröffentlicht werden dürfen,
- die Nachvollziehbarkeit von Forschungsergebnissen gewährleistet werden soll.
Sie möchten Ihre Forschungsdaten veröffentlichen?
Dann lohnt sich ein Blick auf RWTH Publications. RWTH Publications ist das institutionelle Repositorium der RWTH Aachen University. Darin können unter anderem Forschungsdaten veröffentlicht und damit dauerhaft zugänglich gemacht werden. Für jeden Datensatz wird ein DOI vergeben, sodass er eindeutig zitierbar und langfristig auffindbar ist. Das Repositorium eignet sich besonders für abgeschlossene Datensätze, die der wissenschaftlichen Community zur Verfügung gestellt werden sollen. Alle Datensätze werden vor der Freischaltung redaktionell durch das Team der Universitätsbibliothek bearbeitet, um eine hohe Qualität sicherzustellen.
Typische Einsatzbereiche:
- Veröffentlichung abgeschlossener Forschungsdaten
- Vergabe eines DOI für Zitierbarkeit
- Erfüllung von Anforderungen durch Fördermittelgebende
- Sichtbarkeit und Nachnutzbarkeit von Forschungsergebnissen
Kurz gesagt: RWTH Publications macht Forschungsdaten dauerhaft öffentlich zugänglich und zitierfähig.
Gibt es ein Fachrepositorium für Ihre Disziplin?
Bevor Forschungsdaten in einem institutionellen Repositorium veröffentlicht werden, sollte geprüft werden, ob bereits ein etabliertes Fachrepositorium existiert.
Viele wissenschaftliche Communities haben eigene Plattformen entwickelt, die speziell auf die Anforderungen ihrer Fachgebiete zugeschnitten sind. Diese bieten standardisierte Metadatenschemata, fachspezifische Suchmöglichkeiten und eine hohe Sichtbarkeit innerhalb der jeweiligen Community.
Bekannte Beispiele sind:
- PANGAEA für Erd- und Umweltwissenschaften,
- GenBank für genetische Sequenzen,
- RSCB Protein Data Bank für Strukturbiologie,
- GEO für Genexpressionsdaten,
- GESIS Datenarchiv für sozialwissenschaftliche Forschungsdaten,
- und viele mehr.
Existiert ein etabliertes Fachrepositorium, ist dieses häufig die erste Wahl, da die Daten dort von der relevanten Fachcommunity leichter gefunden und nachgenutzt werden können, wenn es etablierte Lösungen in der eigenen Disziplin gibt.
Eine weitere Option ist das fachübergreifende Repositorium Zenodo. Es bietet eine niederschwellige Möglichkeit Forschungsdaten zu publizieren. Es handelt sich auch um ein fachübergreifendes Repositorium. Im Gegensatz zu RWTH Publications umfasst der Publikationsprozess keinen Redaktionsprozess.
Entscheidungshilfe auf einen Blick
| Ziel | Empfohlener Service |
| Forschungsdaten während des Projekts verwalten | Coscine |
| Im Team an Forschungsdaten arbeiten | Coscine |
| Forschungsdaten archivieren | Coscine |
| Forschungsdaten veröffentlichen | RWTH Publications |
| DOI für Datensätze erhalten | RWTH Publications |
| Fachspezifische Standards nutzen | Fachrepositorium / Coscine |
| Sichtbarkeit in der Fachcommunity erhöhen | Fachrepositorium |
| Vorhandenes Fachrepositorium nutzen | Fachrepositorium |
Fazit
Die Frage lautet nicht „Coscine oder RWTH Publications oder Fachrepositorium?“, sondern vielmehr: Welcher Service unterstützt mein Vorhaben am besten?
Für die aktive Arbeit mit Forschungsdaten ist Coscine die zentrale Anlaufstelle. Auf der Plattform können bereits Metadatenprofile basierend auf fachspezifischen Standards im späteren Fachrepositorium hinterlegt und genutzt werden. Geht es um die Veröffentlichung und Zitierbarkeit von Datensätzen, bietet RWTH Publications die passende Infrastruktur. Existiert darüber hinaus ein etabliertes Fachrepositorium, sollte dieses in die Entscheidung einbezogen werden.
Die Wahl des geeigneten Speicher- oder Veröffentlichungsortes ist ein wichtiger Baustein eines nachhaltigen Forschungsdatenmanagements und trägt dazu bei, Forschungsergebnisse langfristig auffindbar, nachvollziehbar und nachnutzbar zu machen.
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Sie sind sich unsicher, welcher Speicher- oder Veröffentlichungsort für Ihre Forschungsdaten geeignet ist?
Bei allen Fragen zum Forschungsdatenmanagement steht Ihnen das FDM-Team der RWTH gerne jederzeit zur Verfügung.
Verantwortlich für die Inhalte dieses Beitrags ist Arlinda Ujkani.




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