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Logbuch Lehre

ETS-Projekte stellen sich vor…

04. April 2016 | von

Seit 2010 wurden zahlreiche neuartige und spannende Lehrprojekte über ETS durchgeführt. Einige davon möchten wir im Logbuch Lehre vorstellen. Vielleicht finden Sie dabei Anregungen für ein eigenes Lehrprojekt. Die aktuelle ETS-Ausschreibung läuft bis 10. Mai 2016!

 

SIMBA – Simulator für Bauwerksdiagnostik

2013 hatten am ibac (Institut für Bauforschung) vier Studierende die Idee, das Wissen über Verfahren der Zustandsanalyse und Instandsetzung von Massivbauwerken, das ihnen theoretisch vermittelt wird auch praktisch erfahrbar zu machen. Dies sollte anhand einer Simulationsplatte möglich werden, an der die typischen Bauwerksschäden nachgebildet und mit zerstörungsfreien Prüfverfahren diagnostiziert werden können. Simone Wagner, Rebecca Achenbach, Romina Korrenz und Manfred Bornmann reichten ihren Antrag beim ETS ein und erhielten eine Förderung.

Während der ca. einjährigen Entwicklungszeit fand ein reger Austausch mit der TU München statt, wo an der Fertigung einer ähnlichen Simulationsplatte gearbeitet wurde. Im Frühjahr 2015 mussten nur noch geeignete Wetterbedingungen abgewartet werden, um an beiden Standorten die Platten zu betonieren.

Potentialbild Stellplatz

Potentialbild zum Simulationsfall „Stellplatz im Parkhaus“

Über einen Schaltkasten, der mit der Platte verbunden ist, kann eine Polarisation von Bewehrungssegmenten erfolgen und die Simulation von unterschiedlichen, typischen Bauwerksschäden in den einzelnen Segmenten eingestellt werden, vor allem die typischen Fälle von Korrosion der Stahlbewehrung im Beton. In der Praxis kommt es zu solchen Schäden z.B. auf Parkplatzflächen, wenn im Winter gelöstes Streusalz von den Autoreifen rinnt und in den Beton einsickert. Neben der möglichen Einstellung der Polarisation der Bewehrung sind auch Einbauteile, Fehlstellen im Beton sowie eine variable Bauteildicke in die Platte integriert, sodass die Durchführung von diversen zerstörungsfreien Prüfverfahren mit variablen Untersuchungsergebnissen möglich ist. Nachdem „Schäden“ oder Bauteil- bzw. Materialeigenschaften von den Studierenden mithilfe geeigneter Prüfgeräte detektiert worden sind, haben sie die Aufgabe, ein Instandsetzungskonzept zu erarbeiten. Neben dem Umgang mit den Prüfgeräten werden bei den Kleingruppenübungen gleichzeitig die Team- und Kommunikationsfähigkeit gefördert. Im Rahmen einer aktuellen Bachelorarbeit werden derzeit weitere Testmessungen durchgeführt, die sich mit der Verfeinerung der Messeinstellungen befassen.

Beim 50. Aachener Baustofftag wurde im Rahmen einer Institutsführung auch eine Vorführung der Platte für externe Fachleute und Interessierte angeboten, bei der diese Einblicke in die Potentialfeldmessung an der instrumentierten Übungsplatte erhalten konnten. Da die Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung (BAM) in Berlin ebenfalls eine derartige Prüfplatte besitzt, haben sich das ibac, die TU München und die BAM zu einer Kooperation zusammengeschlossen und bieten nun einmal jährlich an abwechselnden Standorten einen Fortbildungskurs zur Potentialfeldmessung an.

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