
Zwei junge Teilnehmerinnen bauen bei den „Experimentierwelten“ eigene Schiebeschalter und Totmannschalter für ihre Stromkreise.
Wie wird aus Kabeln, einer Spannungsquelle und einer kleinen Glühlampe ein funktionierender Stromkreis? Bei dem Ferienprogramm „Experimentierwelten“ können Kinder Elektrotechnik selbst ausprobieren – begleitet vom Lernlabor Heureka der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik.
Suchend fährt ihr Blick über eine Tischreihe mit vielen roten Kabeln, die an beiden Seiten mit Krokodilklemmen enden. Eine Glühlampe ist schnell gefunden. Wenige Handgriffe später sitzt sie in der passenden Fassung.
„Sie leuchtet wirklich“, sagt eine Grundschülerin und strahlt mit dem Licht um die Wette.
Was im Alltag selbstverständlich ist, wird bei den „Experimentierwelten“ zum Ausgangspunkt für eine eigene Entdeckungsreise: Wie funktioniert ein Stromkreis? Was macht einen Schalter aus? Warum zieht ein einfacher Nagel plötzlich metallische Heftklammern an? Und lässt sich die Kraft eines Magneten auch sichtbar machen? Im Mittelpunkt steht dabei das eigene Ausprobieren: Fragen entstehen aus den Experimenten heraus und werden anschließend praktisch untersucht.
Das kostenlose Ferienangebot, das sich an Kinder und Jugendliche verschiedener Altersstufen richtet, findet im Nell-Breuning-Haus in zentraler Lage von Herzogenrath statt. Je nach Zielgruppe und Tagesprogramm können jedes Jahr unterschiedliche MINT-Angebote ausprobiert werden. Auch in diesem Sommer war das Lernlabor Heureka der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik bei den „Experimentierwelten“ dabei, um die jüngere Zielgruppe zu begleiten.
„Was habt ihr noch da?“, fragt ein neunjähriger Teilnehmer, der bereits im vergangenen Jahr dabei war, und freut sich über den gut gefüllten Experimentierkoffer.
Für die Fakultät ist die Beteiligung zugleich ein Teil der Nachwuchsförderung. Bei den „Experimentierwelten“ haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, Elektrotechnik und Informationstechnik frühzeitig kennenzulernen und eigene Erfahrungen mit technischen Fragestellungen zu sammeln. Dabei geht es nicht darum, bereits fertige Antworten mitzubringen. Vielmehr beginnt Forschung hier mit einer einfachen Frage – und mit dem Mut, selbst nach einer Antwort zu suchen.

Eine Schülerin experimentiert mit mehreren parallel geschalteten Glühbirnen.
Das abwechslungsreiche MINT-Programm, das vom 4. bis 14. August 2026 von verschiedenen Lernlaboren der RWTH Aachen gemeinsam angeboten wurde, führte die jüngeren Kinder zu weiteren Stationen. Sie programmierten beispielsweise den kleinen Computer „Calliope mini“, stellten Blumensamenbälle her oder gingen den Geheimnissen der Tomaten-DNA auf den Grund. Die Jugendlichen beschäftigten sich mit moderner Physik und lernten unter anderem, wie ein Rastertunnelmikroskop funktioniert und wie dieses einzelne Atome sichtbar macht.
Dass bei den Angeboten das Alter nicht unbedingt etwas über das technische Geschick aussagt, stellt Gina Goffart, Leiterin des Lernlabors SCIphyLAB der RWTH Aachen fest:
„Wir beobachten, dass das Löten – etwa beim Bau eines ‚Heißen Drahts‘ – jüngeren Kindern in der Regel leichter fällt. Sie sind häufig geschickter und schneller als die älteren Kinder. In diesem Jahr stellten sogar die Jüngsten den Rekord auf – sie waren am schnellsten mit dem Bau ihres ‚Heißen Drahts‘ fertig.“
Das Sommerferienangebot wurde durch die Zusammenarbeit der StädteRegion Aachen, der RWTH Aachen University und des Nell-Breuning-Hauses ermöglicht. Es wurde im Projekt MINTplus in der StädteRegion Aachen entwickelt. Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt das Projekt als Fördermittelgeber, die Bürgerstiftung Herzogenrath und die HEAD acoustics GmbH unterstützen es finanziell.
Das Lernlabor Heureka bietet auch im universitären Rahmen der RWTH Aachen die Möglichkeit, den Forschergeist zu wecken. In Workshops erhalten Schülerinnen und Schüler je nach Angebot die Möglichkeit, selbst zu experimentieren, Labore kennenzulernen und Einblicke in die vielfältigen Themen der Elektrotechnik und Informationstechnik zu gewinnen. Das Spektrum reicht von MINT-Themen über Mikro- und Nanotechnologie bis hin zur Energietechnik.


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