
Quelle: EOSC
Die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) wurde europaweit aus insgesamt 121 Initiativen als eine von 13 Organisationen ausgewählt, die Teil der Aufbauphase der European Open Science Cloud (EOSC) Federation [1] sein werden. Dies stellt den Startschuss der Aufbauphase dar.
Was ist die EOSC?
Die Europäische Open Science Cloud (EOSC) ist eine wegweisende Initiative mit dem Ziel, einen integrativen und offenen Raum für den Austausch und die Nutzung von Forschungsdaten in Europa zu schaffen, um den Austausch und die Wiederverwendung von Daten zu erleichtern [2]. Die Idee hinter der Initiative, die 2021 ins Leben gerufen wurde, ist es, die Vernetzung und Föderation bestehender FDM-Infrastrukturen voranzutreiben.
Meldung zum Aufbau der EOSC-Föderation
Die EOSC Tripartite Governance hat sich auf Organisationen geeinigt, die zum Auftaktworkshop der EOSC Federation eingeladen wurden, und damit den Startschuss für die EOSC Aufbauphase gegeben.
Die Auswahl der 13 Organisationen ist der bisher wichtigste Meilenstein im Aufbau der EOSC-Föderation. Nach einem offenen Aufruf zur Interessenbekundung im Sommer 2024, auf den eine überwältigende Zahl von 121 Antworten einging, nahm die EOSC Tripartite Governance – bestehend aus Vertretern der EOSC-Association, der Europäischen Kommission und der Mitgliedstaaten und assoziierten Länder – die Herausforderung an, die Vielzahl der Organisationen, die am Aufbau der Föderation interessiert sind, einzugrenzen und eine Reihenfolge festzulegen.
Bei der vereinbarten Reihenfolge wurden Faktoren wie Reife und Vielfalt der Ressourcen, Inklusivität und geografische Repräsentanz sowie die organisatorische und technische Bereitschaft berücksichtigt, freiwillig – d. h. ohne zusätzliche Finanzierung – zur Aufbauphase der Föderation beizutragen. Die Aufbauphase wird mit weiteren Wellen von Candidate Nodes fortgesetzt und wird sich weiterhin an den folgenden vier Grundprinzipien orientieren:
- Von der Community gesteuerte Ziele;
- ein flexibler und entwicklungsorientierter Ansatz, der eine Adaptation der laufenden Arbeit ermöglicht;
- Mitgestaltung von Schlüsselelementen, einschließlich Anforderungen und Strategien, und
- community-weites Engagement, Informationsaustausch und Beratung.
Die zum Auftaktworkshop eingeladenen Organisationen spiegeln die Vielfalt des Europäischen Forschungsraums wider und repräsentieren potenzielle europäische, nationale und thematische Knotenpunkte, die über den gesamten Kontinent verteilt sind:
- BBMRI ERIC
- CERN
- CNR (Blue-Cloud 2026)
- CNRS (Data Terra)
- CSC – IT Center for Science
- CVTI SR
- Life Science Research Node (im Namen von vier Forschungsinfrastrukturen im Bereich der Lebenswissenschaften: ELIXIR, EMBL, Euro-BioImaging ERIC, and Instruct-ERIC)
- ESRF (PaNOSC)
- EUDAT
- Foundation ICSC
- NCN
- NFDI
- SURF
Der Auftaktworkshop am 17. und 18. März in Brüssel wird der erste Schritt im Aufbau der Föderation sein, an dem die oben genannten Organisationen, der EOSC EU Node und die Tripartite Group teilnehmen werden. Gemeinsam werden diese Gruppen damit beginnen, den Arbeitsplan der EOSC-Föderation auf der Grundlage der Entwürfe der einzelnen Projektchartas der Organisationen zu entwickeln und Knoten-übergreifende Gruppen für die Arbeit an spezifischen Themen einzurichten. Nachdem sie sich verpflichtet haben, an der Aufbauphase teilzunehmen, werden die Organisationen nacheinander die ersten EOSC Candidate Nodes bilden.
Als Leitfaden für den Workshop dient die erste Ausgabe des Handbuchs der EOSC-Föderation, dessen Entwicklung von der EOSC-Association mit Unterstützung eines Teams von freiwilligen Autor:innen, Prüfer:innen und Redakteur:innen aus der gesamten EOSC-Community durchgeführt wurde. Das Handbuch ist ein integraler Bestandteil der Entwicklung der EOSC-Föderation und wird unter Einbeziehung des Feedbacks aus den Erfahrungen dieser ersten Welle von EOSC Candidate Nodes weiterentwickelt werden.
Ende März findet ein Webinar und eine Informationsveranstaltung für alle Organisationen statt, die an der ersten Welle der Interessenbekundung teilgenommen haben. Diese Online-Sitzung, die erste von mehreren geplanten Veranstaltungen, wird sowohl einen Rückblick als auch eine Vorschau auf die weiteren Möglichkeiten bieten, zum Aufbau der EOSC-Föderation beizutragen.
Eine weitere Welle von EOSC Candidate Nodes wird der ersten folgen. Der nächste Aufruf zur Beteiligung am Aufbau der EOSC-Föderation soll bereits im Sommer 2025 veröffentlicht werden. Die Kandidatenknoten der zweiten Welle werden von den Erfahrungen der Knoten der ersten Welle sowie von der kontinuierlichen Feedback-Schleife profitieren. Es wird erwartet, dass die bestehenden Verfahren nach der zweiten Welle einen kontinuierlichen Strom von Anmeldungen für künftige EOSC-Knotenpunkte ermöglichen werden. (*)
NFDI@RWTH Aachen
An der RWTH engagieren sich verschiedene Konsortien der NFDI, wie NFDI4Ing, FAIRmat und NFDI4Chem, aktiv in der Entwicklung und Implementierung von Forschungsdatenmanagementstrategien. Durch die Beteiligung an der EOSC können diese Konsortien ihre Expertise auf europäischer Ebene einbringen und von den Synergien innerhalb der Föderation profitieren. Dies stärkt nicht nur den wissenschaftlichen Austausch, sondern auch die internationale Sichtbarkeit der Forschung an der RWTH.
Mehr erfahren
Die ZBW – Leibniz Informationszentrum Wirtschaft lädt am 8. Mai 2025 von 16 bis 17 Uhr zur EOSC Coffee Lecture ein, bei der Sie mehr über den Aufbau der EOSC Föderation erfahren können. (**)
Bei Fragen zur Rolle der NFDI in der EOSC-Aufbauphase wenden Sie sich bitte an die NFDI. Für allgemeine Fragen zum Thema Forschungsdatenmanagement steht Ihnen unser FDM-Team gerne zur Verfügung.
Verantwortlich für die Inhalte dieses Beitrags sind Hania Eid und Lina-Louise Kaulbach.
Als Informationsgrundlage für diesen Beitrag dienten folgende Quellen:
[1] EOSC
[2] ZBW – Leibnitz-Informationszentrum Wirtschaft
[3] NFDI



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