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IEHK-Aktuell

Gerätschaften

Schmelzöfen am IEHK

Am Institut für Eisenhüttenkunde werden im Bereich der Flüssigmetallurgie unter anderem neue Legierungen entwickelt, Einflussparameter auf das Gussgefüge untersucht, Versuche zur Bestimmung von Löslichkeiten durchgeführt und die Schlackenführung verbessert. Zu diesem Zweck ist das Institut mit mehreren Schmelzöfen ausgestattet. Die offenen Induktionsöfen fassen 50 kg, 100 kg und 500 kg, und können unter Schutzgasatmosphäre betrieben werden. Zusammen mit einer Vielzahl an Spezialkokillen kann zum Beispiel die Auswirkungen von mechanischen und thermische Belastungen auf den erstarrenden Stahl untersucht werden.

Zusätzlich stehen vier Vakuumöfen zur Verfügung, in denen sekundärmetallurgische Behandlungen bei einem Schmelzengewicht bis 100 kg durchgeführt und mikrolegierte Stahlsorten präzise hergestellt werden können. Der Abguss erfolgt ebenfalls im Vakuum.

Maßgeschneiderte Wärmebehandlungen im Labormaßstab

Im Dilatometer können nahezu beliebige Erwärmungs- und Abkühlzyklen im Labormaßstab nachgebildet werden. Zur Aufnahme von isothermen und kontinuierlichen Zeit-Temperatur-Umwandlungs-Schaubildern (iso. und kont. ZTU) ist das Dilatometer ein unerlässliches Messinstrument. Weiterhin können Fließkurven und Wärmeausdehnungskoeffizienten bestimmt werden

Neue Projekte auf der RHESCA-Anlage

Letzte Woche wurden Wärmevorbehandlung-Versuche an dem Glüh- und Tauchbeschichtungssimulator des IEHK im Rahmen eines Industrieprojektes erfolgreich durchgeführt. Die RHESCA-Anlage ermöglicht es, den industriellen Glüh- und Warmtauchprozess von Stahlband im Labormaßstab zu simulieren. Die Hauptfunktionen der Schmelztauchsimulation sind die thermische Vorbehandlung des Bleches, sowie die endgültige Feuerverzinkung.

Die Anlage zeichnet sich durch eine vertikale Anordnung der Antriebseinheit aus und besteht aus einem Infrarot-Heizofen, einer Abkühlkammer und einem Schmelzgefäß, welches durch ein Absperrventil von der oberen Wärmebehandlungszone getrennt ist. Die Probe wird durch eine Spindel bewegt, welche am Servoantrieb angebracht ist. Innerhalb des geschlossenen Systems wird der frei definierbare Heizzyklus von einem Hochgeschwindigkeitsregler kontrolliert.

Durch die Programmsteuerung kann die Gasatmosphäre während des Glühens mit N2, H2 oder wahlweise CO, CO2 oder NO3 eingestellt werden. Das Prozessgas wird mit Hilfe einer Gasmixstation geliefert. Der Taupunkt der Atmosphäre kann im Bereich zwischen -60 ° C und + 5 ° C variiert werden. Die Abkühlkammer verwendet, abhängig von der Abkühlrate, N2, H2 und/oder He. Die Kühlkammer ist wassergekühlt, um konstante Kühlbedingungen zu gewährleisten.

Das Schmelzbad ist durch einen pneumatischen Absperrschieber getrennt. Die untere Kammer wird während des Betriebs permanent mit N2 als Schutzgas gespült. Der Graphitschmelztiegel wird durch eine leitende Heizvorrichtung erwärmt. Abstreifdüsen sind angebracht, um die Dicke der Beschichtung unter Verwendung von N2 zu steuern.