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IT Center

Duales Studium MATSE/Scientific Programming – kurzes Interview mit einem Absolventen

04. Mai 2017 | von

Vor einiger Zeit haben wir an dieser Stelle von der Messe „Einstieg Köln“ berichtet, auf der auch die Ausbildungsgruppe MATSE des IT Centers vertreten war und das duale Berufsbild des/r Mathematische-Technische Softwareentwicklers/in (MATSE) vorgestellt hat. Einer derjenigen, der auch auf einer Messe auf MATSE aufmerksam geworden ist und sich daraufhin auch dazu entschieden hat, das duale Studium in Angriff zu nehmen, ist Mario Grunwald, 22 Jahre alt. Wieso er sich für MATSE entschieden hat und was seine Aufgaben sind, teilte er uns in einem kurzen Interview mit:

Wie bist du auf das duale Studium MATSE/Scientific Programming aufmerksam geworden?

Ich war erst auf der Realschule und habe dann auf einer Ausbildungsmesse in der Eifel nach einer Ausbildung mit Mathe gesucht. Da bin ich auf MATSE gestoßen. Erst war ich skeptisch, wegen des Studiums. Aber dann habe ich mich entschlossen, noch Abitur zu machen. An der RWTH Aachen habe ich dann noch ein Praktikum zu MATSE gemacht und dann war klar, dass ein duales Studium etwas für mich sein könnte, daher habe ich mich beworben.

Wo liegen in deinen Augen die Vorteile eines dualen Studiums?

Man macht eine Ausbildung und studiert gleichzeitig, dadurch kann man die Kenntnisse aus dem Studium direkt im Ausbildungsbetrieb anwenden. Außerdem kann es sein, dass einem manche Themen des Studiums leichter fallen, da man sich zuvor bereits im Ausbildungsbetrieb damit beschäftigt hat. Ich habe zum Beispiel viel Webentwicklung mit Datenbanken im Ausbildungsbetrieb gemacht. Als  das Thema „Datenbanken“ im Studium auf kam, hatte ich keine Probleme, weil ja alles schon aus der Praxis bekannt war.

Wie sahen deine Aufgaben in deinem Ausbildungsbetrieb, dem IT Center, aus? An welchen Projekten hast du mitgearbeitet? Bitte berichte davon.

Am IT Center habe ich in erster Linie Webentwicklung gemacht. Also Webseiten gepflegt, verbessert und erweitert. Das hört sich vielleicht etwas langweilig an. Mir hat das jedoch sehr gefallen, weil es so viel Tüftelei war. Ich fand das sehr spannend, vor allem, weil wir als Auszubildende  im Team an Projekten gearbeitet haben. Zudem sind die Ergebnisse unserer Arbeit meistens direkt für die Organisation unseres Studiengangs eingesetzt worden, so hatten wir auch einen persönlichen Nutzen von unserer Arbeit. Richtig gut fand ich auch, dass ich mir die Arbeiten immer selbst einteilen konnte.

Besonders cool war die Gelegenheit durch „Rent a MATSE“ an ein anderes Institut in der RWTH Aachen ausgeliehen zu werden. Ich war bei AVT – Aachener Verfahrenstechnik. Dort wird viel  mit Metallen und Auswertungen von Mikroskopbildern gearbeitet. Die Mitarbeitenden haben viele Auswertungen per Hand machen müssen. Sie hatten keinen MATSE, der für sie programmieren konnte. Dann bin ich dorthin gekommen. Gemeinsam mit den Mitarbeitenden wurde dann entschieden, was genau programmiert werden soll: Ich habe die digitale Auswertung der Bilder verbessert – nun kann ein ganzer Streifen einer Metalllegierung untersucht werden, statt vieler kleiner Einzelbilder. Zudem können viel mehr Messdaten in kürzerer Zeit ausgewertet werden. Mein Programm kann Formen erkennen, Messdaten erfassen und daraus Diagramme erstellen. Ich hätte noch immer weitermachen können, weil daraufhin den Mitarbeitenden einfiel, was weiter optimiert und programmiert werden könnte. Vielleicht macht das irgendwann ein anderer MATSE. Es hat auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht, in einen ganz anderen Bereich reinzuschauen.

In meiner Bachelorarbeit habe ich ein weiteres großes Projekt begonnen. Es beinhaltet eine verbesserte Anwesenheitskontrolle von Studierenden in Vorlesungen. Hierzu soll anstelle der üblichen Papierlisten, auf denen man mit seiner Unterschrift die Anwesenheit bestätigt ein digitales Verfahren eingesetzt werden. Dies erspart einem die manuelle Überprüfung der Listen. Hierzu sollen Tablets anstelle der üblichen Papierlisten in den Veranstaltungen herumgereicht werden. Auf dem Tablet kann dann unterschrieben werden. So kann zuverlässiger und schneller gesehen werden, wenn jemand nicht da ist. An der konkreten Umsetzung arbeite ich auch heute noch.

Was ist das Besondere an der Ausbildung im IT Center?

Erstmal: Der Weg von der Arbeit zu den Veranstaltungen des Studiums und zurück ist sehr kurz *grins*. Außerdem wird hier im IT Center viel Wert auf die Vermittlung von Kompetenzen gelegt. Hier lernt man seine Projekte anderen Azubis in Form von Präsentationen vorzustellen. Das bereitete einen gut auf die Abschlussprüfungen vor.

Zudem sind die Kollegen sehr nett, die Projekte waren sehr interessant und dadurch, dass alle zusammen in einem Büro gesessen haben, konnten wir gut zusammenarbeiten. Vor allem, die Tatsache, dass ich in so viele unterschiedliche Bereiche einen Einblick bekommen habe – auch Hardware, wie bei den Tablets – hat mich sehr bereichert.  Auch der Kontakt zu meinem Betreuer war sehr gut. Wenn es mal Fragen gab, konnte ich jederzeit kommen und mir wurde geholfen.

Dual bedeutet auch Doppelbelastung aus Arbeit und Studium. Wie ging es Ihnen damit? Würden Sie ihren Schritt zum dualen Studium wiederholen? Und wenn ja, warum?

Die Doppelbelastung kam mir gar nicht wie eine Belastung vor. Man merkt zwar manchmal schon, dass man weniger Zeit hat als man gerne hätte, aber im Gegenzug  hat man nach drei Jahren die Ausbildung und das Studium abgeschlossen und dafür lohnt sich der Mehraufwand. Das ist auch ein Grund weshalb ich meinen Schritt zum dualen Studium jederzeit wiederholen würde.
Das Beste ist – ich mag Programmieren. Das heißt: ich mache den ganzen Tag etwas, was mir Spaß macht. Und das noch mit viel Abwechslung.
Aktuell  mache jetzt meinen Master – wieder dual: also arbeiten und studieren gleichzeitig. So bleibe ich unabhängig und komme nicht aus der Übung. Es fällt mir gar nicht mehr auf, so sehr bin ich daran gewöhnt.

Wo sehen Sie sich in der Zukunft? Was sind Ihre Karriere-Ziele?

Erstmal den Master an der FH Aachen in Technomathematik erfolgreich abschließen. Ich habe ja gerade erst begonnen. Für nachher bin ich ganz offen und neugierig: mal schauen, was sich so ergibt.

 

Vielen Dank für dieses Interview!

 

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