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Logbuch Lehre

Die Projekte der RWTH Digi-Fellows – Sign Creative

11. Mai 2017 | von

E-Learning Plattform für entwerfende und technische Disziplinen

Projektbeschreibung von Hannah Groninger

Ein Entwurfsprozess ist meist dafür da, dass anschließend materielle Dinge und Umwelten produziert und gebaut werden können. Dabei werden Rezeptions- und Abstraktionsprozesse vorausgesetzt und es werden künstlerisch-kreative Fähigkeiten verlangt. Das Blended-Learning Konzept signcreative beschäftigt sich mit der Frage, wie im Aufbau der digitalen Hochschullehre, die Erkenntnisse der Embodiment Theory – keine dichotomische Trennung von Körper und Geist, sondern die Wechselwirkung von Körper und Psyche – für kreative Fächer berücksichtigt werden können.

Das Projekt signcreative begegnet dabei in einem immer komplexer werdenden Zusammenspiel von Mensch, Medien und Technik der Diskrepanz zwischen haptisch-realer und virtuell-digitaler Wirklichkeit. Mit Hilfe der gestisch-visuellen Körpersprache (Deutsche Gebärdensprache, DGS) soll die sensomotorische Koordination und Wahrnehmung von Raum und Umwelt ermöglicht und ein kreativer natürlicher Umgang im Vorgang des Entwickelns und Kreierens von Ideen und Artefakten gefördert werden.

Signcreative baut auf die bestehende Lehr- und Lerneinheit Space, Body & DeSign auf, das als Pilotprojekt an der Fakultät für Architektur RWTH Aachen im WS2015/16 in Zusammenarbeit mit SignGes (Kompetenzzentrum für Gebärdensprache und Gestik) erstmals diesen Ansatz und Methodentransfer getestet hat. Als ergänzende Möglichkeit der Artikulation wird das kreative Potential der gestisch-visuellen Körpersprache (Sign Language) genutzt und für entwerfende Disziplinen bereit gestellt. In der Präsenzveranstaltung werden fachrelevante Elemente der visuell-räumlichen Gebärdensprache speziell für Studierende der entwerfenden Disziplinen unterrichtet und parallel auf der Lehr- und Lernplattform signcreative als Online e-learning Medien zur Verfügung gestellt. Ziel ist es mit Hilfe der Vermittlung von sprachlichen Ausdrucksformen der Deutschen Gebärdensprache (DGS) mentale Vorstellungen zu verkörpern, mit Hilfe von Gesten und Gebärden unmittelbar in den realen Raum zu positionieren, zu dimensionieren und dadurch zu begreifen. Bildwelten werden dann nicht mehr nur konsumiert, sondern dreidimensional manuell vergegenwärtigt und gleichzeitig körperlich erfahren. In einer sich wandelnden Wissensgesellschaft wird über das körperliche Produzieren und Verstehen von Bildern und Räumen, der Bezug zur realen materiellen Wirklichkeit hergestellt, das visuelle Denken und die räumliche Vorstellungskraft geschult. Durch Vorher-Nachher Studien wird die Relevanz der flankierenden Embodiment-Maßnahmen im Alltag der digitalen Hochschullehre kritisch überprüft.

Horst Sieprath, Gebärdensprachtrainer, Space, Body & DeSign

Die Plattform wird mit Hilfe von professionellen Gebärdensprachdarstellern produziert und dient den Studierenden zum Zwecke der eigenen Erfahrung und Auseinandersetzung mit der DGS, der Wiederholung und selbstständigen Weiterentwicklung. Das Transition Quiz ist ein weiteres Feature von signcreative das mehrere interaktive Spiele präsentiert. Die Aufgabe besteht darin, räumliche Beschreibungen von einer Bildsprache in die andere zu übertragen und visuelle Übersetzungsspiele durchzuführen. Dabei geht es sowohl um das Verständnis und das Lesen der sign language in einem visuellen-räumlichen Kontext, sowie um das Nachgebärden und das Professionalisieren von Mimik und Körperhaltung. Ein weiterer positiver Nebeneffekt dabei ist die Förderung der Teilnehmer in ihrem Gesamtkonzept als handelnde Wesen (Complete Agent).

Sign Creative ist ein im Rahmen des Programms „Fellowship für Innovationen in der Hochschullehre“ des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW und des Stifterverbands gefördertes Blended-Learning Projekt.


www.signcreative.de (Seite im Aufbau)

www.signges.de

www.bildnerischegestaltung.de



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