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Elektrotechnik und Informationstechnik

Kategorie: ‘Allgemein’

Preis für „Labs on Tour“

12. März 2026 | von

Das Projekt „Labs on Tour“ der RWTH Aachen ist mit dem „LeLa-Preis“ in der Rubrik „Mobile Angebote“ mit dem dritten Platz ausgezeichnet worden. Das Programm richtet sich an Schülerinnen und Schüler ab Klasse 7 und bringt Angebote der RWTH Schülerlabore direkt an Schulen. Ziel ist es, Einblicke in Themen aus den Bereichen Elektrotechnik, Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu ermöglichen.

Der Preis wird vom „Lernort Labor – Bundesverband der Schülerlabore e.V.“ in vier Rubriken vergeben und würdigt „herausragende Leistungen von Schülerlaboren und Netzwerken“. Im Rahmen der Jahrestagung in Osnabrück nahm Maria Hinkelmann, Koordinatorin von „Labs on Tour“ an der RWTH Aachen, die von der Dr. Hans Riegel-Stiftung gestiftete Auszeichnung entgegen. Mit dem Preis ist ein Preisgeld von 2.000 Euro verbunden. „Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung und das Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro. Die Anerkennung bestärkt uns darin, das Projekt weiter auszubauen und so hoffentlich noch mehr Schülerinnen und Schüler für MINT-Themen zu begeistern“, sagt Maria Hinkelmann. Sie arbeitet in der Arbeitsgruppe von Professorin Heidrun Heinke in der Fachgruppe Physik der RWTH Aachen.

„Labs on Tour“ wurde im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Verbundvorhabens „MINTplus“ entwickelt. Seit 2022 arbeiten hier die RWTH Aachen, die Städteregion Aachen und die Vereinigten Unternehmerverbände Aachen zusammen, um MINT Themen niedrigschwellig erlebbar zu machen, Neugier zu wecken und mögliche Hemmschwellen gegenüber naturwissenschaftlichen Fächern abzubauen.

Die Besonderheit von „Labs on Tour“ liegt im mobilen Konzept. Drei Angebote der Lernlabore kommen an jeweils vier Terminen für 90 Minuten an die Schulen. Dort nehmen Schülerinnen und Schüler über ein ganzes Schulhalbjahr hinweg in eigenen MINT Arbeitsgemeinschaften teil.

Aktuell kooperiert die RWTH Aachen mit zwölf weiterführenden Schulen in Aachen und der Städteregion. Rund 250 Schülerinnen und Schüler ab Klasse 7 nehmen jedes Jahr teil und beschäftigen sich insgesamt 18 Stunden mit unterschiedlichen MINT Themen. Sie programmieren beispielsweise Roboter, basteln Taschenwärmer oder löten Schlüsselanhänger.

Schüler:in beim Löten im Rahmen von Labs on Tours

Im vergangenen Jahr fand erstmals eine Abschlussveranstaltung des Jahrgangs an der RWTH Aachen statt. Schülerinnen und Schüler wurden zusammen mit ihren Familien auf den Campus eingeladen. Neben der Urkundenverleihung konnten sie verschiedene Lernlabore kennenlernen und an Mitmachangeboten teilnehmen. „Für viele war es eine spannende Gelegenheit, die Universität einmal aus nächster Nähe zu erleben und ihren Familien zu zeigen, woran sie bei Labs on Tour gearbeitet haben“, sagt Maria Hinkelmann. Für Juli ist die nächste Abschlussveranstaltung geplant.

Deep Learning in der Teilchenphysik: RIA-Vortrag von Professor Johannes Erdmann über KI am CERN

06. März 2026 | von
Porträt eines Mannes.

Professor Johannes Erdmann vom 3. Physikalischen Institut A der RWTH Aachen University © Johannes Erdmann

Wie findet man in Milliarden Teilchenkollisionen die entscheidenden Signale? Diese Frage beantwortet Professor Johannes Erdmann in dem nächsten RIA-Vortrag. Am Mittwoch, dem 29. April 2026, erläutert er von 17:00 bis 18:30 Uhr, wie Deep Learning Forschende dabei unterstützt, seltene physikalische Prozesse am CERN zu identifizieren und somit neue Erkenntnisse über die Bausteine der Materie zu gewinnen. 

Am Large Hadron Collider (LHC) des CERN in Genf untersuchen Forschende die Eigenschaften von Elementarteilchen in hochenergetischen Kollisionen. Die dabei entstehenden Daten werden mit großen Detektoren wie dem CMS-Detektor (Compact Muon Solenoid) aufgezeichnet. An den Experimenten mit diesem Detektor sind auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der RWTH Aachen beteiligt. Die Dimension dieser Experimente ist enorm: Bis zu 40 Millionen Teilchenkollisionen pro Sekunde und mehr als 100 Millionen Detektorkanäle erzeugen gewaltige Datenmengen, deren Auswertung eine große Herausforderung darstellt.

Hier kommen Methoden der künstlichen Intelligenz ins Spiel. Deep Learning hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Werkzeug entwickelt, um die komplexen Datensätze aus Teilchenexperimenten zu analysieren und ein genaueres Verständnis der fundamentalen Bausteine der Materie zu gewinnen.

Ein zentrales Ziel der Analyse besteht darin, sehr seltene physikalische Prozesse in den riesigen Datenmengen zu identifizieren – gewissermaßen die sprichwörtliche „Nadel im Heuhaufen“. Künstliche neuronale Netze können dabei helfen, Teilchensignaturen im Detektor präziser voneinander zu unterscheiden und seltene Ereignisse zuverlässiger zu erkennen. Dadurch werden genauere Messungen möglich und neue Einsichten in grundlegende physikalische Prozesse gewonnen.

Professor Erdmann leitet an der RWTH das Lehr- und Forschungsgebiet „Big Data-Analyse in der Physik“. Seine Forschung beschäftigt sich unter anderem mit der Analyse von Daten aus dem CMS-Experiment am LHC sowie mit der Entwicklung von Deep-Learning-Methoden für zukünftige Experimente wie das geplante Einstein-Teleskop zur Beobachtung von Gravitationswellen.

Der Vortrag findet online über Zoom statt, der Eintritt ist frei. Ein Video des Vortrags und der anschließenden Diskussion wird kurz nach der Veranstaltung in der YouTube-Playlist verfügbar sein.

Die Veranstaltung wird in Kooperation mit der Fakultät für Informatik der RWTH Aachen, dem Forschungszentrum Jülich, der Regionalgruppe der Gesellschaft für Informatik (RIA), dem Regionalen Industrieclub Informatik Aachen (REGINA), der FH Aachen und der Gruppe Aachen des Deutschen Hochschulverbands durchgeführt.


Interessierte können die Einladung gerne weitergeben. Wer regelmäßig über zukünftige RIA-Vorträgen informiert werden möchte, kann sich per E-Mail an vortrag@i3.informatik.rwth-aachen.de wenden.

An der Schnittstelle von Medizin und Ingenieurwissenschaft: Neue Technologien für die Implantationsforschung

17. Februar 2026 | von
Nahaufnahme eines Mikroskops mit Objektträger.

© Martin Braun

Im Rahmen eines Online-Seminars referiert Dr. Madhuri Salker über ihre aktuelle Forschung, bei der sie sich mit der Untersuchung von Implantationen beim Menschen und Schwangerschaftsverlusten befasst. Zu diesem Zweck nutzt sie rekonstruierte Assembloide, multimodale Einzelzellsequenzierung und die Entwicklung von Nanosensoren.

Dr. Madhuri Salker erforscht die molekularen und immunologischen Prozesse der frühen Schwangerschaft. Der Forscherin vom Universitätsklinikum Tübingen und Assistenzprofessorin an der University of British Columbia wurde kürzlich eine hochdotierte Projektförderung in Form eines European Research Council Consolidator Grants zugesichert. In ihrem Projekt babyRADAR möchte sie mithilfe modernster Technologien die Entscheidungsprozesse des Endometriums während der Implantation besser verstehen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Interaktion von Steroidhormonen, Immunzellen und Gewebedynamik – Prozesse, die sich durch nanoskalige Sensorsysteme erstmals in Echtzeit quantifizieren lassen können.

Im Mittelpunkt ihres Vortrags stehen rekonstruierte Assembloide – dreidimensionale Gewebemodelle des Endometriums –, multimodale Einzelzellsequenzierung sowie die Entwicklung hochsensitiver Nanosensoren. Mithilfe dieser Ansätze ist es möglich, die Kommunikation zwischen mütterlichem Gewebe und Embryo präzise zu analysieren und molekulare Fehlregulationen zu identifizieren, die zu Implantationsversagen oder Fehlgeburten führen können.

„Wenn wir verstehen, warum die Einnistung fehlschlägt, können wir neue Diagnoseverfahren entwickeln, Fruchtbarkeitsbehandlungen verbessern und betroffenen Familien neue Hoffnung geben,“ erklärt Madhuri Salker.

Eine besondere Rolle spielen dabei integrierte MEMS-Geräte (Micro-Electro-Mechanical Systems). Diese miniaturisierten, sensorintegrierten Mikrosysteme ermöglichen die präzise Steuerung mikrofluidischer Umgebungen sowie die Echtzeitüberwachung biochemischer und mechanischer Prozesse auf Zellebene. Dadurch lassen sich sowohl Zellkräfte als auch dynamische Signal- und Stoffwechselvorgänge kontinuierlich und hochauflösend erfassen.

Gerade hier ergeben sich klare Anknüpfungspunkte zur Forschung an der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik: Das von Professor Sven Ingebrandt geleitete Institut für Werkstoffe der Elektrotechnik 1 (IWE1) legt einen besonderen Schwerpunkt auf die Entwicklung von Mikro- und Nanosystemen für die Biotechnologie und die biomedizinische Diagnostik. Zu den zentralen Kompetenzen zählen die Kopplung biologischer Systeme – etwa lebender Zellen, Membranen oder Proteine – mit technischen Systemen, um neuartige Sensoren, mikrofluidische Systeme und intelligente Implantate zu realisieren.

Diese technologische Expertise bildet eine direkte Schnittstelle zur Forschung von Madhuri Salker. Für ihre implantationsbiologischen Untersuchungen ist sie auf integrierte MEMS-Bauelemente angewiesen. Die Verbindung von reproduktionsmedizinischer Grundlagenforschung und mikro- sowie nanosystemtechnischer Entwicklung eröffnet somit neue Möglichkeiten für interdisziplinäre Kooperationen zwischen Medizin und Ingenieurwissenschaften. Der Vortrag findet vor dem Hintergrund möglicher technologischer Kooperationen zwischen Professor Sven Ingebrandt und Dr. Madhuri Salker statt. Im Zentrum steht die Frage, wie mikro- und nanosystemtechnische Entwicklungen die biomedizinische Forschung unterstützen können.


Teilnahme: Am Dienstag, den 24. Februar 2026, findet die Veranstaltung online via Zoom statt und beginnt um 17:00 Uhr, wobei sie bis 18:30 Uhr andauert.
Meeting-ID: 644 5259 3117
Kenncode: 985261

RWTH Aachen unter den weltweit führenden Universität

05. Februar 2026 | von

Das TIME Magazin hat erstmals ein internationales Hochschulranking veröffentlicht, in dem die 500 besten Universitäten weltweit aufgeführt werden. In diesem globalen Vergleich konnte sich die RWTH Aachen erfolgreich positionieren und zählt damit offiziell zu den führenden Hochschulen auf internationaler Ebene.

Von den über 400 Hochschulen in Deutschland erreichten lediglich 44 Universitäten einen Platz in der Rangliste. Die RWTH Aachen belegt dabei Rang 120 weltweit und nimmt im nationalen Vergleich einen herausragenden siebten Platz ein. Dieses Ergebnis unterstreicht die starke Stellung der RWTH innerhalb der deutschen und internationalen Hochschullandschaft.

Die Bewertung im Ranking basiert auf mehreren Indikatoren, die zentrale Leistungsdimensionen von Universitäten abbilden. Dazu zählen die wissenschaftliche Leistung, die Innovationsfähigkeit, der Einfluss auf die Wirtschaft sowie die Internationalität. Diese Kriterien spiegeln wesentliche Aspekte wider, die auch den universitären Alltag in Forschung und Lehre prägen.

Ein besonderer Fokus liegt auf dem Bereich der Internationalisierung. Diese wird anhand der Anzahl der Mitarbeitenden und Studierenden gemessen, die aus dem Ausland an die jeweilige Hochschule kommen. In dieser Kategorie erreicht die RWTH 68,82 Punkte und belegt damit Rang 89 weltweit. Innerhalb Deutschlands liegt die RWTH in diesem Bereich auf dem zweiten Platz.

Das Abschneiden der RWTH im Ranking des TIME Magazins bestätigt die Position der Hochschule als leistungsstarker und international geprägter Forschungsstandort und bietet zugleich eine solide Grundlage für die weitere Entwicklung von Forschung, Lehre und akademischem Austausch.

Von Aachen nach Singapur und zurück: Perspektiven eines Informatikers

03. Februar 2026 | von
Ein Mann steht vor einer steinernen Statue, im Hintergrund stehen Wolkenkratzer.

Dr. Achim Lindt vor der Merlion-Statue in Singapur © Achim Lindt

Im Rahmen der RIA-Vortragsreihe berichtet Dr. Achim Lindt am Mittwoch, 4. Februar 2026, von 17:00 bis 18:30 Uhr über seine persönlichen und beruflichen Erfahrungen während seiner fünfjährigen Tätigkeit in Singapur. 

Dr. Lindt, Business Development Manager bei der mgm technology partners GmbH, Zweigstelle Aachen, lebte von 2018 bis 2023 in Singapur. Von dort aus verantwortete er die Geschäftsentwicklung einer Softwareplattform zur Automatisierung dokumentenbasierter Geschäftsprozesse in einem großen Teil Asiens, darunter Indien, Thailand, Malaysia, Hongkong, Südkorea, Japan und Australien. In seinem Vortrag berichtet er von Begegnungen mit unterschiedlichen Kulturen, Wertesystemen und Kommunikationsstilen sowie von den Erfahrungen, die seine Sicht auf gesellschaftliche Normen, Digitalisierung und den Umgang mit Künstlicher Intelligenz geprägt haben.

„Etliche unserer Absolventen zieht es in die weite Welt. Was ist dort anders bzgl. Gesellschaft, privatem Leben, insbesondere aber der Arbeitswelt. Vieles stellt man erst fest, wenn man wieder zurück ist“, heißt es in der Einladung der Fakultät für Informatik der RWTH. 

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie, die er in Singapur – dem „Red Dot“ – erlebt hat. Außerdem reflektiert Dr. Lindt die Rückkehr nach Deutschland und die Kompetenzen, Haltungen und Perspektiven, die er aus seiner Zeit in Asien mitgebracht hat.

Der Vortrag findet online über Zoom statt, der Eintritt ist frei. Ein Video des Vortrags und der anschließenden Diskussion wird kurz nach der Veranstaltung in der YouTube-Playlist verfügbar sein.

Die Veranstaltung wird in Kooperation mit der Fakultät für Informatik der RWTH Aachen, dem Forschungszentrum Jülich, der Regionalgruppe der Gesellschaft für Informatik (RIA), dem Regionalen Industrieclub Informatik Aachen (REGINA), der FH Aachen und der Gruppe Aachen des Deutschen Hochschulverbands durchgeführt.


Vorschau: Professor Johannes Erdmann vom Physikalischen Institut A der RWTH Aachen hält am Mittwoch, 29. April 2026, von 17:00 bis 18:30 Uhr den nächsten RIA-Vortrag: „Gute Teilchen, schlechte Teilchen: Deep Learning als Werkzeug in der Teilchenphysik“. Die Teilnahme ist kostenfrei über Zoom möglich, ein Video wird im Anschluss bereitgestellt.

Sollten Sie Interesse an Informationen zu zukünftigen RIA-Vorträgen haben, so besteht die Möglichkeit, dies über die E-Mail-Adresse vortrag@i3.informatik.rwth-aachen.de zu melden.

60 Jahre Leistungselektronik, elektrische Antriebe und Batteriesysteme

28. Januar 2026 | von

Mit der Gründung des Instituts für Stromrichtertechnik und elektrische Antriebe (ISEA) im Jahr 1965 begann an unserer Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der RWTH Aachen eine bis heute prägende Forschungstradition in den Bereichen Leistungselektronik, elektrische Antriebe und elektrochemische Energiespeicher. In einer Zeit, in der die Fakultät selbst noch im Aufbau war, legte das ISEA den Grundstein für eine enge Verbindung von Grundlagenforschung und industrieller Anwendung.

Aus einem kleinen Team von rund zehn Mitarbeitenden entwickelte sich über sechs Jahrzehnte eines der international sichtbarsten Institute seines Fachgebiets mit heute mehr als 150 Beschäftigten. Seit fast 30 Jahren wird das ISEA von Professor Rik W. De Doncker geleitet, dessen Arbeiten insbesondere die moderne Leistungselektronik maßgeblich beeinflusst haben.

Ein zentrales Forschungsziel des Instituts war von Beginn an die Entwicklung emissionsfreier elektrischer Antriebssysteme. Bereits früh wurden Anwendungen für Schienenfahrzeuge und erste Elektrofahrzeuge untersucht – lange bevor Elektromobilität zum gesellschaftlichen Leitthema wurde. Wesentliche wissenschaftliche Beiträge leistete das ISEA unter anderem zur digitalen Regelung von Drehfeldmaschinen, zur PWM-Raumzeigermodulation sowie zur Weiterentwicklung der geschalteten Reluktanzmaschine (SRM). Mit der im Jahr 2000 vorgestellten Direct Instantaneous Torque Control (DITC) konnte die SRM als robuste, kostengünstige und seltene-Erden-freie Alternative im Antriebsbereich etabliert werden.

Auch in der Leistungselektronik setzte das ISEA nachhaltige Impulse. Besonders hervorzuheben ist die von Professor De Doncker entwickelte Dual Active Bridge, die heute als zentrales Schaltungskonzept in zahlreichen DC/DC-Wandlern Anwendung findet. Die Einsatzfelder reichen von Fahrzeug- und Industrieantrieben über Haushaltsgeräte bis hin zu Energiesystemen für erneuerbare Energien, Batteriespeicher und DC-Netze.

Seit den 1970er-Jahren bildet zudem die Batteriespeicherforschung einen festen Bestandteil der Institutsarbeit. Während zunächst Bleibatterien im Fokus standen, wurde ab der Jahrtausendwende gezielt die Lithium-Ionen-Technologie ausgebaut. Am Standort Rothe Erde entstand das größte universitäre Batterieprüfzentrum Deutschlands, ergänzt durch ein 5-MW-Speichersystem. Aktuelle Forschungsschwerpunkte liegen in der Modellierung und Lebensdauerprognose, der Entwicklung von Batteriemanagementsystemen, der industriellen Elektrodenfertigung sowie in KI-gestützten Methoden für Betrieb und Analyse.

Die letzten zwanzig Jahre waren zudem durch eine gezielte strukturelle Weiterentwicklung geprägt: neue Professuren, der Aufbau des E.ON Energy Research Centers (E.ON ERC), der Forschungscampus Flexible Elektrische Netze (FEN) sowie der Neubau des Forschungsgebäudes CARL, das heute den Großteil des ISEA beherbergt. Ergänzt wird das Forschungsumfeld durch das Helmholtz-Institut Münster (HI MS) unter der Leitung von Professor Martin Winter.

Foto: heroal

Mit exzellenter Laborausstattung, über 230 abgeschlossenen Promotionen, mehr als 1000 Abschlussarbeiten und über 2000 wissenschaftlichen Publikationen steht das ISEA beispielhaft für die Forschungsstärke und Nachwuchsförderung unserer Fakultät. Nach 60 Jahren bleibt das Institut ein zentraler Motor für wissenschaftliche Innovation und akademische Ausbildung im Bereich der elektrischen Energietechnik.

Kaffee, Pizza und das Elixier der Untoten

28. Januar 2026 | von

Volle Aula und jede Menge neugierige Schülerinnen und Schüler: Der erste MINT Science Slam an der RWTH Aachen war ein voller Erfolg. Über 30 Schulen aus der Region waren mit ihren Oberstufenklassen vor Ort, um sich beim MINT Science Slam einen unterhaltsamen Einblick in die Vielfalt der MINT-Studiengänge zu verschaffen.

Volles Haus in der RWTH-Aula beim ersten MINT Science Slam.

Daphne Heil und Melih Dal

Das Konzept des Science Slams ist einfach und wirkungsvoll: Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler präsentieren ihr Forschungsthema in maximal zehn Minuten verständlich, kreativ und mit Begeisterung. Im Anschluss bewerteten die Schülerinnen und Schüler die Vorträge selbst. So entstand ein lebendiger Einblick in die Vielfalt von MINT, von Maschinenbau über Biotechnologie bis hin zur Medizin- und Elektrotechnik.

Mit dabei war auch Felix Walger, der in seinem Slam „Maßgeschneiderte Medizin(technik) für alle“ eindrucksvoll zeigte, wie ingenieurwissenschaftliche Forschung konkrete gesellschaftliche und medizinische Anwendungen ermöglicht. Sein Vortrag machte deutlich, welche zentrale Rolle Elektrotechnik bei der Entwicklung moderner, personalisierter Medizintechnik spielt, ein Thema, das bei den Schülerinnen und Schülern auf großes Interesse stieß.

Neben Walger standen weitere Nachwuchsforschende auf der Bühne, darunter Rosario Othen, der mit seinem Vortrag über Kaffee, Papier und Wissenschaft den Slam gewann, sowie Beiträge zu Themen wie Krebsforschung, Biotechnologie, Mathematik und nachhaltiger Energie. Wissensvermittlung traf auf Unterhaltung.

Der MINT Science Slam wurde erstmals als Kooperationsprojekt des RWTH Knowledge Hub und der Zentralen Studienberatung der RWTH Aachen durchgeführt. Professor Joost-Pieter Katoen, Prorektor für Lehre der RWTH, betonte in seinem Grußwort die Bedeutung der MINT-Fächer als Schlüsseltechnologien für das Verständnis unserer Welt. Moderiert wurde der Slam kurzweilig von Elena und Martin Lichtenthaler, unterstützt von der Campus Dance Crew, die zusätzlich für Begeisterung sorgte.

Der MINT Science Slam machte eindrucksvoll deutlich, wie wichtig niedrigschwellige, inspirierende Formate für die Studienorientierung sind und wie vielfältig, relevant und spannend MINT-Forschung an der RWTH ist. Für die Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik war die Teilnahme von Felix Walger ein gelungenes Beispiel dafür, wie Forschung, Lehre und Nachwuchsförderung wirkungsvoll zusammenkommen.

Resilienz durch Autonomie: Das Stromnetz der Zukunft

26. Januar 2026 | von

Die Energiewende verändert unsere Stromversorgung grundlegend. Während konventionelle Kraftwerke das Netz über Jahrzehnte stabilisiert haben, sorgen volatile Quellen wie Wind und Sonne für völlig neue Herausforderungen. Ereignisse wie der Angriff auf die Stromversorgung in Berlin Anfang 2026 zeigen deutlich: Unsere aktuellen, starr synchronisierten Netze sind verwundbar.

Eine Person arbeitet an einem Stromkreisverteiler

Martin Braun

Ein Forschungsteam unserer Fakultät unter der Leitung von Professor Antonello Monti, Direktor des Instituts für Automation komplexer Stromversorgungssysteme (ACS), hat gemeinsam mit der Aalborg University einen wegweisenden Ansatz in „Nature Reviews Electrical Engineering“ veröffentlicht. Die zentrale Idee: Das Stromnetz sollte nicht länger als eine einzige synchrone Einheit fungieren, sondern dem Vorbild des Internets folgen. Durch die Aufteilung in kleinere, autonome Teilnetze, die asynchron miteinander gekoppelt sind, wird das Gesamtsystem robust gegenüber großflächigen Störungen.

Dieses Konzept bildet die wissenschaftliche Grundlage für das von der RWTH koordinierte Projekt SAFEr Grid (ERC Synergy Grant). Anstatt allein auf massiven Netzausbau zu setzen, nutzt das Team um Professor Monti moderne Leistungselektronik, um Schwankungen flexibel auszugleichen und die Versorgungssicherheit langfristig zu garantieren.

6G-Forschung für die Industrie: Der neue 6GEM+ Transfer Hub

08. Januar 2026 | von

Im Januar 2026 fiel der Startschuss für das Projekt „6GEM+: Wertorientierte 6G-Kommunikationssysteme für die vernetzte digitale Industrie“. Unter der Koordination von Professor Haris Gačanin, Leiter des Lehrstuhls für Verteilte Signalverarbeitung unserer Fakultät, soll die Brücke zwischen exzellenter Forschung und industrieller Anwendung geschlagen werden.

A hand rotates a wooden block from the number 5 to 6 to spell out '6G' next to a Wi-Fi symbol block, symbolizing the transition to the next mobile generation.

RUB, Marquard

Der aktuelle 5G-Standard stößt in der modernen Industrie zunehmend an seine Grenzen, insbesondere wenn es um die Integration von KI-Computing und die notwendige Zuverlässigkeit bei Echtzeitübertragungen geht. Hier setzt 6GEM+ an: Ziel ist es, extrem geringe Latenzzeiten und eine robuste Netzabdeckung zu realisieren, die den Anforderungen einer interaktiven Industrie der Zukunft gerecht werden. Das Vorhaben wird über eine Laufzeit von vier Jahren mit 25 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert.

Ein besonderes Merkmal des Projekts ist die enge Verzahnung mit der Praxis. Neben den Partnern der TU Dortmund, der Ruhr-Universität Bochum und den Fraunhofer-Instituten IPT und IML begleiten assoziierte Industriepartner als Use-Case-Mentoren die Entwicklungen. Durch Simulationen und Tests in großskaligen Testfeldern wird sichergestellt, dass Innovationen wie KI-basierte Produktion und hochdynamische Logistikkonzepte unter realen Bedingungen funktionieren.

Picture Coding Symposium 2025: Weltspitze der Bildcodierung zu Gast an der RWTH

18. Dezember 2025 | von

Aachen wurde im Dezember 2025 zum globalen Zentrum der Bild- und Videocodierung. Erstmalig fand das traditionsreiche Picture Coding Symposium (PCS) an der RWTH Aachen statt. Unter der Leitung von Professor Mathias Wien und Professor Jörn Ostermann kamen 162 Teilnehmer aus 19 Ländern im SuperC zusammen, um neueste Forschungsergebnisse auszutauschen.

Eine große Gruppe internationaler Wissenschaftler und Experten des PCS 2025 steht vor der Glasfassade des SuperC-Gebäudes der RWTH Aachen und winkt in die Kamera.

Foto: Mirco Seidler

Ehre für Professor Jens-Rainer Ohm Ein besonderer Höhepunkt war die Würdigung von Professor Jens-Rainer Ohm, dem langjährigen Leiter des Lehrstuhls für Nachrichtentechnik. Seine Beiträge zur Standardisierung von Videocodierverfahren wie AVC, HEVC und VVC bilden heute die Grundlage für die Videonutzung auf fast allen Fernsehern und Mobiltelefonen weltweit.

Die interaktive Atmosphäre förderte den intensiven Austausch von Wissen und Ideen zwischen internationalen Forschern aus Hochschulen und Industrie. Die Organisatoren zeigten sich erfreut über das positive Feedback der Teilnehmer und betonten die Bedeutung solcher Veranstaltungen für den wissenschaftlichen Fortschritt und die internationale Zusammenarbeit.