Kategorie: ‘Allgemein’
RWTH Aachen unter den weltweit führenden Universität
Das TIME Magazin hat erstmals ein internationales Hochschulranking veröffentlicht, in dem die 500 besten Universitäten weltweit aufgeführt werden. In diesem globalen Vergleich konnte sich die RWTH Aachen erfolgreich positionieren und zählt damit offiziell zu den führenden Hochschulen auf internationaler Ebene.
Von den über 400 Hochschulen in Deutschland erreichten lediglich 44 Universitäten einen Platz in der Rangliste. Die RWTH Aachen belegt dabei Rang 120 weltweit und nimmt im nationalen Vergleich einen herausragenden siebten Platz ein. Dieses Ergebnis unterstreicht die starke Stellung der RWTH innerhalb der deutschen und internationalen Hochschullandschaft.
Die Bewertung im Ranking basiert auf mehreren Indikatoren, die zentrale Leistungsdimensionen von Universitäten abbilden. Dazu zählen die wissenschaftliche Leistung, die Innovationsfähigkeit, der Einfluss auf die Wirtschaft sowie die Internationalität. Diese Kriterien spiegeln wesentliche Aspekte wider, die auch den universitären Alltag in Forschung und Lehre prägen.
Ein besonderer Fokus liegt auf dem Bereich der Internationalisierung. Diese wird anhand der Anzahl der Mitarbeitenden und Studierenden gemessen, die aus dem Ausland an die jeweilige Hochschule kommen. In dieser Kategorie erreicht die RWTH 68,82 Punkte und belegt damit Rang 89 weltweit. Innerhalb Deutschlands liegt die RWTH in diesem Bereich auf dem zweiten Platz.
Das Abschneiden der RWTH im Ranking des TIME Magazins bestätigt die Position der Hochschule als leistungsstarker und international geprägter Forschungsstandort und bietet zugleich eine solide Grundlage für die weitere Entwicklung von Forschung, Lehre und akademischem Austausch.
Von Aachen nach Singapur und zurück: Perspektiven eines Informatikers

Dr. Achim Lindt vor der Merlion-Statue in Singapur © Achim Lindt
Im Rahmen der RIA-Vortragsreihe berichtet Dr. Achim Lindt am Mittwoch, 4. Februar 2026, von 17:00 bis 18:30 Uhr über seine persönlichen und beruflichen Erfahrungen während seiner fünfjährigen Tätigkeit in Singapur.
Dr. Lindt, Business Development Manager bei der mgm technology partners GmbH, Zweigstelle Aachen, lebte von 2018 bis 2023 in Singapur. Von dort aus verantwortete er die Geschäftsentwicklung einer Softwareplattform zur Automatisierung dokumentenbasierter Geschäftsprozesse in einem großen Teil Asiens, darunter Indien, Thailand, Malaysia, Hongkong, Südkorea, Japan und Australien. In seinem Vortrag berichtet er von Begegnungen mit unterschiedlichen Kulturen, Wertesystemen und Kommunikationsstilen sowie von den Erfahrungen, die seine Sicht auf gesellschaftliche Normen, Digitalisierung und den Umgang mit Künstlicher Intelligenz geprägt haben.
„Etliche unserer Absolventen zieht es in die weite Welt. Was ist dort anders bzgl. Gesellschaft, privatem Leben, insbesondere aber der Arbeitswelt. Vieles stellt man erst fest, wenn man wieder zurück ist“, heißt es in der Einladung der Fakultät für Informatik der RWTH.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie, die er in Singapur – dem „Red Dot“ – erlebt hat. Außerdem reflektiert Dr. Lindt die Rückkehr nach Deutschland und die Kompetenzen, Haltungen und Perspektiven, die er aus seiner Zeit in Asien mitgebracht hat.
Der Vortrag findet online über Zoom statt, der Eintritt ist frei. Ein Video des Vortrags und der anschließenden Diskussion wird kurz nach der Veranstaltung in der YouTube-Playlist verfügbar sein.
Die Veranstaltung wird in Kooperation mit der Fakultät für Informatik der RWTH Aachen, dem Forschungszentrum Jülich, der Regionalgruppe der Gesellschaft für Informatik (RIA), dem Regionalen Industrieclub Informatik Aachen (REGINA), der FH Aachen und der Gruppe Aachen des Deutschen Hochschulverbands durchgeführt.
Vorschau: Professor Johannes Erdmann vom Physikalischen Institut A der RWTH Aachen hält am Mittwoch, 29. April 2026, von 17:00 bis 18:30 Uhr den nächsten RIA-Vortrag: „Gute Teilchen, schlechte Teilchen: Deep Learning als Werkzeug in der Teilchenphysik“. Die Teilnahme ist kostenfrei über Zoom möglich, ein Video wird im Anschluss bereitgestellt.
Sollten Sie Interesse an Informationen zu zukünftigen RIA-Vorträgen haben, so besteht die Möglichkeit, dies über die E-Mail-Adresse vortrag@i3.informatik.rwth-aachen.de zu melden.
60 Jahre Leistungselektronik, elektrische Antriebe und Batteriesysteme
Mit der Gründung des Instituts für Stromrichtertechnik und elektrische Antriebe (ISEA) im Jahr 1965 begann an unserer Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der RWTH Aachen eine bis heute prägende Forschungstradition in den Bereichen Leistungselektronik, elektrische Antriebe und elektrochemische Energiespeicher. In einer Zeit, in der die Fakultät selbst noch im Aufbau war, legte das ISEA den Grundstein für eine enge Verbindung von Grundlagenforschung und industrieller Anwendung.
Aus einem kleinen Team von rund zehn Mitarbeitenden entwickelte sich über sechs Jahrzehnte eines der international sichtbarsten Institute seines Fachgebiets mit heute mehr als 150 Beschäftigten. Seit fast 30 Jahren wird das ISEA von Professor Rik W. De Doncker geleitet, dessen Arbeiten insbesondere die moderne Leistungselektronik maßgeblich beeinflusst haben.
Ein zentrales Forschungsziel des Instituts war von Beginn an die Entwicklung emissionsfreier elektrischer Antriebssysteme. Bereits früh wurden Anwendungen für Schienenfahrzeuge und erste Elektrofahrzeuge untersucht – lange bevor Elektromobilität zum gesellschaftlichen Leitthema wurde. Wesentliche wissenschaftliche Beiträge leistete das ISEA unter anderem zur digitalen Regelung von Drehfeldmaschinen, zur PWM-Raumzeigermodulation sowie zur Weiterentwicklung der geschalteten Reluktanzmaschine (SRM). Mit der im Jahr 2000 vorgestellten Direct Instantaneous Torque Control (DITC) konnte die SRM als robuste, kostengünstige und seltene-Erden-freie Alternative im Antriebsbereich etabliert werden.
Auch in der Leistungselektronik setzte das ISEA nachhaltige Impulse. Besonders hervorzuheben ist die von Professor De Doncker entwickelte Dual Active Bridge, die heute als zentrales Schaltungskonzept in zahlreichen DC/DC-Wandlern Anwendung findet. Die Einsatzfelder reichen von Fahrzeug- und Industrieantrieben über Haushaltsgeräte bis hin zu Energiesystemen für erneuerbare Energien, Batteriespeicher und DC-Netze.
Seit den 1970er-Jahren bildet zudem die Batteriespeicherforschung einen festen Bestandteil der Institutsarbeit. Während zunächst Bleibatterien im Fokus standen, wurde ab der Jahrtausendwende gezielt die Lithium-Ionen-Technologie ausgebaut. Am Standort Rothe Erde entstand das größte universitäre Batterieprüfzentrum Deutschlands, ergänzt durch ein 5-MW-Speichersystem. Aktuelle Forschungsschwerpunkte liegen in der Modellierung und Lebensdauerprognose, der Entwicklung von Batteriemanagementsystemen, der industriellen Elektrodenfertigung sowie in KI-gestützten Methoden für Betrieb und Analyse.
Die letzten zwanzig Jahre waren zudem durch eine gezielte strukturelle Weiterentwicklung geprägt: neue Professuren, der Aufbau des E.ON Energy Research Centers (E.ON ERC), der Forschungscampus Flexible Elektrische Netze (FEN) sowie der Neubau des Forschungsgebäudes CARL, das heute den Großteil des ISEA beherbergt. Ergänzt wird das Forschungsumfeld durch das Helmholtz-Institut Münster (HI MS) unter der Leitung von Professor Martin Winter.

Foto: heroal
Mit exzellenter Laborausstattung, über 230 abgeschlossenen Promotionen, mehr als 1000 Abschlussarbeiten und über 2000 wissenschaftlichen Publikationen steht das ISEA beispielhaft für die Forschungsstärke und Nachwuchsförderung unserer Fakultät. Nach 60 Jahren bleibt das Institut ein zentraler Motor für wissenschaftliche Innovation und akademische Ausbildung im Bereich der elektrischen Energietechnik.
Kaffee, Pizza und das Elixier der Untoten
Volle Aula und jede Menge neugierige Schülerinnen und Schüler: Der erste MINT Science Slam an der RWTH Aachen war ein voller Erfolg. Über 30 Schulen aus der Region waren mit ihren Oberstufenklassen vor Ort, um sich beim MINT Science Slam einen unterhaltsamen Einblick in die Vielfalt der MINT-Studiengänge zu verschaffen.

Daphne Heil und Melih Dal
Das Konzept des Science Slams ist einfach und wirkungsvoll: Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler präsentieren ihr Forschungsthema in maximal zehn Minuten verständlich, kreativ und mit Begeisterung. Im Anschluss bewerteten die Schülerinnen und Schüler die Vorträge selbst. So entstand ein lebendiger Einblick in die Vielfalt von MINT, von Maschinenbau über Biotechnologie bis hin zur Medizin- und Elektrotechnik.
Mit dabei war auch Felix Walger, der in seinem Slam „Maßgeschneiderte Medizin(technik) für alle“ eindrucksvoll zeigte, wie ingenieurwissenschaftliche Forschung konkrete gesellschaftliche und medizinische Anwendungen ermöglicht. Sein Vortrag machte deutlich, welche zentrale Rolle Elektrotechnik bei der Entwicklung moderner, personalisierter Medizintechnik spielt, ein Thema, das bei den Schülerinnen und Schülern auf großes Interesse stieß.
Neben Walger standen weitere Nachwuchsforschende auf der Bühne, darunter Rosario Othen, der mit seinem Vortrag über Kaffee, Papier und Wissenschaft den Slam gewann, sowie Beiträge zu Themen wie Krebsforschung, Biotechnologie, Mathematik und nachhaltiger Energie. Wissensvermittlung traf auf Unterhaltung.
Der MINT Science Slam wurde erstmals als Kooperationsprojekt des RWTH Knowledge Hub und der Zentralen Studienberatung der RWTH Aachen durchgeführt. Professor Joost-Pieter Katoen, Prorektor für Lehre der RWTH, betonte in seinem Grußwort die Bedeutung der MINT-Fächer als Schlüsseltechnologien für das Verständnis unserer Welt. Moderiert wurde der Slam kurzweilig von Elena und Martin Lichtenthaler, unterstützt von der Campus Dance Crew, die zusätzlich für Begeisterung sorgte.
Der MINT Science Slam machte eindrucksvoll deutlich, wie wichtig niedrigschwellige, inspirierende Formate für die Studienorientierung sind und wie vielfältig, relevant und spannend MINT-Forschung an der RWTH ist. Für die Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik war die Teilnahme von Felix Walger ein gelungenes Beispiel dafür, wie Forschung, Lehre und Nachwuchsförderung wirkungsvoll zusammenkommen.
Resilienz durch Autonomie: Das Stromnetz der Zukunft
Die Energiewende verändert unsere Stromversorgung grundlegend. Während konventionelle Kraftwerke das Netz über Jahrzehnte stabilisiert haben, sorgen volatile Quellen wie Wind und Sonne für völlig neue Herausforderungen. Ereignisse wie der Angriff auf die Stromversorgung in Berlin Anfang 2026 zeigen deutlich: Unsere aktuellen, starr synchronisierten Netze sind verwundbar.

Martin Braun
Ein Forschungsteam unserer Fakultät unter der Leitung von Professor Antonello Monti, Direktor des Instituts für Automation komplexer Stromversorgungssysteme (ACS), hat gemeinsam mit der Aalborg University einen wegweisenden Ansatz in „Nature Reviews Electrical Engineering“ veröffentlicht. Die zentrale Idee: Das Stromnetz sollte nicht länger als eine einzige synchrone Einheit fungieren, sondern dem Vorbild des Internets folgen. Durch die Aufteilung in kleinere, autonome Teilnetze, die asynchron miteinander gekoppelt sind, wird das Gesamtsystem robust gegenüber großflächigen Störungen.
Dieses Konzept bildet die wissenschaftliche Grundlage für das von der RWTH koordinierte Projekt SAFEr Grid (ERC Synergy Grant). Anstatt allein auf massiven Netzausbau zu setzen, nutzt das Team um Professor Monti moderne Leistungselektronik, um Schwankungen flexibel auszugleichen und die Versorgungssicherheit langfristig zu garantieren.
6G-Forschung für die Industrie: Der neue 6GEM+ Transfer Hub
Im Januar 2026 fiel der Startschuss für das Projekt „6GEM+: Wertorientierte 6G-Kommunikationssysteme für die vernetzte digitale Industrie“. Unter der Koordination von Professor Haris Gačanin, Leiter des Lehrstuhls für Verteilte Signalverarbeitung unserer Fakultät, soll die Brücke zwischen exzellenter Forschung und industrieller Anwendung geschlagen werden.

RUB, Marquard
Der aktuelle 5G-Standard stößt in der modernen Industrie zunehmend an seine Grenzen, insbesondere wenn es um die Integration von KI-Computing und die notwendige Zuverlässigkeit bei Echtzeitübertragungen geht. Hier setzt 6GEM+ an: Ziel ist es, extrem geringe Latenzzeiten und eine robuste Netzabdeckung zu realisieren, die den Anforderungen einer interaktiven Industrie der Zukunft gerecht werden. Das Vorhaben wird über eine Laufzeit von vier Jahren mit 25 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert.
Ein besonderes Merkmal des Projekts ist die enge Verzahnung mit der Praxis. Neben den Partnern der TU Dortmund, der Ruhr-Universität Bochum und den Fraunhofer-Instituten IPT und IML begleiten assoziierte Industriepartner als Use-Case-Mentoren die Entwicklungen. Durch Simulationen und Tests in großskaligen Testfeldern wird sichergestellt, dass Innovationen wie KI-basierte Produktion und hochdynamische Logistikkonzepte unter realen Bedingungen funktionieren.
Picture Coding Symposium 2025: Weltspitze der Bildcodierung zu Gast an der RWTH
Aachen wurde im Dezember 2025 zum globalen Zentrum der Bild- und Videocodierung. Erstmalig fand das traditionsreiche Picture Coding Symposium (PCS) an der RWTH Aachen statt. Unter der Leitung von Professor Mathias Wien und Professor Jörn Ostermann kamen 162 Teilnehmer aus 19 Ländern im SuperC zusammen, um neueste Forschungsergebnisse auszutauschen.

Foto: Mirco Seidler
Ehre für Professor Jens-Rainer Ohm Ein besonderer Höhepunkt war die Würdigung von Professor Jens-Rainer Ohm, dem langjährigen Leiter des Lehrstuhls für Nachrichtentechnik. Seine Beiträge zur Standardisierung von Videocodierverfahren wie AVC, HEVC und VVC bilden heute die Grundlage für die Videonutzung auf fast allen Fernsehern und Mobiltelefonen weltweit.
Die interaktive Atmosphäre förderte den intensiven Austausch von Wissen und Ideen zwischen internationalen Forschern aus Hochschulen und Industrie. Die Organisatoren zeigten sich erfreut über das positive Feedback der Teilnehmer und betonten die Bedeutung solcher Veranstaltungen für den wissenschaftlichen Fortschritt und die internationale Zusammenarbeit.
RWTH-Elektrotechnik sichert sich Platz 8 im europäischen Vergleich
Unsere Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik hat erneut ihre Exzellenz unter Beweis gestellt. Im aktuellen EngiRank 2025 belegt die RWTH Aachen nicht nur insgesamt den 7. Platz unter 239 technischen Universitäten in Europa, sondern glänzt besonders in unserem Fachbereich:
Top 10 in Europa: Im Bereich Elektrotechnik sichern wir uns den hervorragenden 8. Platz europaweit.
Starke Performance: Mit 91,91 von 100 möglichen Punkten konnte sich die RWTH im Vergleich zu den Vorjahren steigern und belegt deutschlandweit den zweiten Platz.
Innovationsmotor: Die Bewertung bestätigt unsere Stärke in den Kategorien Forschung, Innovation, Patentanmeldungen sowie bei der Einwerbung von EU-Forschungsmitteln.

Martin Braun
Dieser Erfolg ist das Ergebnis der harten Arbeit unserer Studierenden und Forschenden. Wir sind stolz darauf, eine der ersten Adressen für die Innovatoren von morgen zu sein.
Drei herausragende Abschlussarbeiten unserer Fakultät mit dem Friedrich-Wilhelm-Preis 2025 ausgezeichnet
Bei der Verleihung der Friedrich-Wilhelm-Preise 2025 wurden am vergangenen Freitag insgesamt 17 Studierende und Doktoranden der RWTH für exzellente wissenschaftliche Arbeiten geehrt. Unter ihnen befanden sich drei Preisträger aus der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik.
Aus unserer Fakultät ausgezeichnet wurden Jonas Timon Schroeder, M. Sc., für seine Masterarbeit (betreut von Prof. Monti), Dr.-Ing. David Wasylowski für seine Dissertation (betreut von Prof. Sauer) sowie Dr.-Ing. Felix Jiang für seine Dissertation (betreut von Prof. Ingebrandt). Die Preise wurden durch RWTH-Rektor Ulrich Rüdiger in der Aula des Hauptgebäudes überreicht, musikalisch begleitet von der RWTH-Bigband.

Foto: Andreas Schmitter
Der Friedrich-Wilhelm-Preis wird von der Friedrich-Wilhelm-Stiftung verliehen, die 1865 von der Rechtsvorgängerin der heutigen Aachener und Münchener Beteiligungsgesellschaft gegründet wurde. Ihr zentrales Anliegen ist die Förderung von Forschung und Lehre sowie die Unterstützung von Studierenden und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an der RWTH. Der Name der Stiftung geht auf Friedrich Wilhelm III. zurück, preußischer Kronprinz und späterer Kaiser: 1858 erhielt dieser eine Spende von 5.000 Talern, um ein Polytechnisches Institut in der Rheinprovinz zu gründen. Diese Spende bildete den Grundstock für die spätere Friedrich-Wilhelm-Stiftung und damit für die Entwicklung der RWTH.
Die ausgezeichneten Arbeiten zeigen eindrucksvoll die wissenschaftliche Breite und Leistungsfähigkeit unserer Fakultät. Die Preisträger repräsentieren zentrale Bereiche der modernen Elektrotechnik und tragen mit ihren herausragenden Abschlussarbeiten zur Sichtbarkeit und Stärke unserer Forschung bei. Die Fakultät gratuliert Herrn Schroeder, Herrn Dr. Wasylowski und Herrn Dr. Jiang herzlich zu dieser bedeutenden Auszeichnung.
Prof. Max Lemme als Co-Autor in Nature Photonics
Die Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik gratuliert Prof. Max Lemme zu einer besonderen wissenschaftlichen Leistung: Als Co-Autor hat er an einer Consensus Statement-Publikation in der renommierten Fachzeitschrift Nature Photonics mitgewirkt. Die Veröffentlichung trägt den Titel „Guidelines for accurate evaluation of photodetectors based on emerging semiconductor technologies“ und setzt wichtige Impulse für die internationale Forschungsgemeinschaft.

Eine Consensus Statement-Publikation fasst den aktuellen Wissensstand eines Fachgebiets zusammen und formuliert Empfehlungen, Standards oder Verfahren, die eine verlässliche und einheitliche wissenschaftliche Praxis fördern. Im vorliegenden Beitrag haben führende Expertinnen und Experten aus Forschung und Industrie erstmals ein umfassendes Rahmenwerk für die präzise Charakterisierung, Dokumentation und Vergleichbarkeit von Photodetektoren auf Basis neuartiger Halbleitermaterialien entwickelt.
Der Bedarf an solchen Leitlinien ist groß: Photodetektoren aus innovativen Materialklassen wie organischen Halbleitern, Perowskiten, Quantenpunkten, zweidimensionalen Materialien, Metalloxiden oder Kohlenstoffnanoröhren haben in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte erzielt. Gleichzeitig erschweren uneinheitliche Messmethoden und Berichtsstandards bislang die Vergleichbarkeit verschiedener Studien und damit die wissenschaftliche Weiterentwicklung des Feldes.
Die nun veröffentlichten Empfehlungen schaffen ein gemeinsames Fundament für die Community und unterstützen eine transparente, reproduzierbare und vergleichbare Forschungspraxis. Davon profitieren nicht nur akademische Arbeitsgruppen, sondern auch industrielle Entwicklungsprozesse und die Entstehung zukünftiger photonischer Technologien.
Prof. Max Lemme ist nicht nur Inhaber des Lehrstuhls für Elektronische Bauelemente an unserer Fakultät, sondern auch Geschäftsführer der AMO GmbH, deren Forschungsschwerpunkte eng mit den Themen der Publikation verknüpft sind. Die Entwicklung und Integration neuartiger Materialien für optoelektronische Bauelemente zählt dort zu den zentralen Aktivitäten. Die Beteiligung an diesem internationalen Konsenspapier unterstreicht die große wissenschaftliche und technologische Relevanz dieser Arbeiten.
Die AMO GmbH hat die Veröffentlichung ebenfalls in einem eigenen Beitrag hervorgehoben. Weitere Informationen finden sich auf der Website sowie auf LinkedIn.

