Kategorie: ‘Medizintechnik’
Etablierung eines jungen Forschungsfeldes: Synthetische biologische Intelligenz

Dr. Frank Sommerhage zeigt ein bioelektronisches System aus der Forschung im Bereich der synthetischen biologischen Intelligenz. © Frank Sommerhage
Am Institut für Werkstoffe der Elektrotechnik 1 (IWE1) wird das zukunftsweisende Forschungsfeld synthetische biologische Intelligenz weiter ausgebaut, ermöglicht durch eine Förderung im Rahmen des DAAD-Programms „Academic Horizons – Attracting Global Minds“. Konkret werden im Projekt „GROW-SBI“ unter der Leitung von Dr. Frank Sommerhage internationale wissenschaftliche Talente gewonnen und neue Impulse an der Schnittstelle von Elektrotechnik, Biotechnologie und KI gesetzt.
Die Forschung in diesem Bereich eröffnet Perspektiven für adaptive, energieeffiziente und lernfähige Systeme, die sich grundlegend von heutigen digitalen Architekturen unterscheiden. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie sich biologische und technische Prozesse koppeln lassen, um neuartige Formen der Informationsverarbeitung zu ermöglichen.
„Anders als bei klassischer Künstlicher Intelligenz steht bei synthetischer biologischer Intelligenz nicht Software allein im Mittelpunkt. Vielmehr geht es um das Zusammenspiel von moderner Technik mit lebenden Nervenzellen,“ erklärt Frank Sommerhage.
Gleichzeitig wirft die Forschung neue wissenschaftliche und ethische Fragestellungen auf, etwa in Bezug auf Kontrolle, Stabilität und Verantwortung im Umgang mit biohybriden Systemen. Das Thema vernetzt daher Forschende aus unterschiedlichsten Fachrichtungen. An der RWTH Aachen wird das Forschungsfeld der synthetischen biologischen Intelligenz derzeit aktiv aufgebaut; auch in Deutschland ist es bislang noch nicht institutionell verankert.

© Martin Braun
Projektleiter Dr. Frank Sommerhage hat die Forschungsrichtung über viele Jahre in den USA vorangetrieben und ist im Oktober 2025 an die RWTH, seine Alma Mater, zurückgekehrt, an der er 2011 mit der Arbeit „Chloride versus Protons – Ion Currents in the Cell-Transistor Junction“ promovierte. Nun möchte er selbst junge Talente fördern.
Bereits im Sommer kommt eine erste internationale Gruppe für ein dreiwöchiges Onboarding-Programm an die RWTH. Geplant sind Laborbesuche und Workshops sowie Einblicke in die Themen Zellkultur, Sensorik, computergestützte Auswertung, Philosophie und angewandte Ethik. Ergänzend werden Angebote bereitgestellt, die den Einstieg in die Forschung und das Leben in Aachen erleichtern sollen.
„Mit unserem Ansatz stärken wir das Profil der RWTH im Bereich der medizinischen Forschung und Technologie,“ so Frank Sommerhage.
Die RWTH Aachen erhält im DAAD-Programm „Academic Horizons – Attracting Global Minds“ bis Ende 2029 eine Förderung in Höhe von insgesamt 750.000 Euro. Die Mittel werden vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt im Rahmen des „1.000-Köpfe-Plus-Programms“ bereitgestellt. Ziel der Initiative ist es, deutsche Hochschulen dabei zu unterstützen, weltweit exzellente Talente für Master- und Promotionsprogramme in Schlüsseltechnologien sowie strategisch relevanten Forschungsfeldern zu gewinnen.
Die geförderten Forschungsthemen sollen einen interdisziplinären und vernetzenden Charakter aufweisen und zur Profilbildung sowie Internationalisierung der jeweiligen Universität beitragen. Bundesweit werden insgesamt 20 Hochschulen im Rahmen des Programms gefördert.
Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) wird als Verein von den deutschen Hochschulen und Studierendenschaften getragen. Er ist die weltweit größte Förderorganisation für den internationalen Austausch von Studierenden und Forschenden. Seit seiner Gründung im Jahr 1925 hat der DAAD mehr als 2.9 Millionen junge Akademiker:innen im In- und Ausland gefördert.
Die Zukunft des Hörens: Öffentliche Vortragsreihe beim „NeuroSensEar“-Workshop
Wie sieht die Hörhilfe der Zukunft aus? Und wie kann uns das menschliche Gehirn dabei helfen, effizientere Computer zu bauen? Vom 3. bis zum 5. März 2026, im Rahmen des Workshops „NeuroSensEar – Neuromorphe akustische Sensorik für leistungsfähige Hörgeräte von morgen“, lädt das Institut für Nachrichtentechnik der RWTH Aachen zu drei hochkarätigen öffentlichen Vorträgen in den Hörsaal FT (Melatener Str. 23, 52074 Aachen) ein.
Das Projekt „NeuroSensEar“ widmet sich einer der spannendsten Herausforderungen der aktuellen Technik: der Entwicklung neuromorpher akustischer Sensorik. Das Ziel sind leistungsfähige Hörgeräte, die nicht nur besser verstärken, sondern intelligent und energieeffizient wie unser Gehirn agieren.

IENT
Begleitend zum Workshop geben drei renommierte Professoren unserer Fakultät exklusive Einblicke in ihre Forschung:
Neuromorphic Computing: Energieeffizienz durch biologisch inspirierte Hardware – Dienstag, 03.03.2026 | 17:00 Uhr
Univ.-Prof. i.R. Dr.-Ing. Dr. h.c. Rainer Waser
Die Informationstechnik steht vor einem Paradigmenwechsel: Klassische, algorithmische Datenverarbeitung wird zunehmend durch KI-basierte Ansätze ersetzt. Damit einher geht ein massiv steigender Energiebedarf. Um diesen zu senken, forschen Institute der Fakultät 6 an neuromorphen Systemen, die deutlich effizienter arbeiten als konventionelle Architekturen.
Im kommenden Vortrag präsentiert Prof. Waser die physikalischen Grundlagen redox-basierter memristiver Bauelemente. Der Fokus liegt auf einem interdisziplinären Ansatz zwischen Materialwissenschaften, Elektrotechnik und Informatik, der die Funktionsweise des menschlichen Gehirns als technisches Vorbild nutzt.
Neben der Hardware-Entwicklung werden konkrete KI-Anwendungen sowie deren gesellschaftliche Chancen und Risiken diskutiert. Den Abschluss bildet eine Reflexion über die Frage, ob zukünftige KI-Systeme ein Bewusstsein entwickeln könnten.
Reales Hören im Labor: Hörforschung in interaktiven VR-Umgebungen – Mittwoch, 04.03.2026 | 14:00 Uhr
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Janina Fels
Die Untersuchung auditiver Wahrnehmung und kognitiver Prozesse stützte sich bisher oft auf kontrollierte, aber unrealistisch vereinfachte Laborszenarien. Das Institut für Hörtechnik und Akustik (IHTA) der RWTH Aachen nutzt nun moderne audiovisuelle Virtual Reality (VR), um komplexe Alltagssituationen realitätsnah und interaktiv abzubilden.
Durch diese Technologie können Probanden in Echtzeit mit akustischen Szenen interagieren. Dies ermöglicht die präzise Untersuchung von Gehör und Aufmerksamkeit in akustisch anspruchsvollen Umgebungen wie Großraumbüros oder belebten Außenbereichen. Ein aktueller Forschungsschwerpunkt des IHTA liegt dabei auf der Analyse von Lärmbelastung, Aufmerksamkeit und Höranstrengung in Grundschulklassen.
Der Vortrag beleuchtet, wie VR-Methoden die Brücke zwischen klassischer Hörpsychologie und realen Lebenswelten schlagen. Zudem wird diskutiert, wie interdisziplinäre Ansätze aus Audiologie und virtueller Realität die Zukunft der Hörforschung prägen.
Brillen für die Ohren: Intelligente Kommunikationssysteme der Zukunft – Donnerstag, 05.03.2026 | 09:00 Uhr
Prof. Dr.-Ing. Peter Jax
Smarte Hearables entwickeln sich zunehmend von einfachen Kopfhörern zu intelligenten Mikrocomputern mit integrierter KI. Als „Brillen für die Ohren“ fungieren diese Systeme als persönliche Assistenten in den Bereichen Consumer Audio, Gesundheit und professionelle Kommunikation.
Ein zentrales Potenzial dieser Technologie liegt in der 3D-Telefonie. Durch räumliche Audio-Wiedergabe wird eine intuitive Unterscheidung von Sprechern ermöglicht, was die Immersion und das Präsenzgefühl in digitalen Meetings massiv steigert. Ziel ist eine Kommunikation, die trotz physischer Distanz die Natürlichkeit eines persönlichen Gesprächs erreicht.
Der Vortrag beleuchtet die aktuellen Entwicklungen aus Forschung und Industrie und diskutiert die akustischen sowie technischen Herausforderungen, die bei der Konstruktion solcher innovativen Plattformen bewältigt werden müssen.
Kaffee, Pizza und das Elixier der Untoten
Volle Aula und jede Menge neugierige Schülerinnen und Schüler: Der erste MINT Science Slam an der RWTH Aachen war ein voller Erfolg. Über 30 Schulen aus der Region waren mit ihren Oberstufenklassen vor Ort, um sich beim MINT Science Slam einen unterhaltsamen Einblick in die Vielfalt der MINT-Studiengänge zu verschaffen.

Daphne Heil und Melih Dal
Das Konzept des Science Slams ist einfach und wirkungsvoll: Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler präsentieren ihr Forschungsthema in maximal zehn Minuten verständlich, kreativ und mit Begeisterung. Im Anschluss bewerteten die Schülerinnen und Schüler die Vorträge selbst. So entstand ein lebendiger Einblick in die Vielfalt von MINT, von Maschinenbau über Biotechnologie bis hin zur Medizin- und Elektrotechnik.
Mit dabei war auch Felix Walger, der in seinem Slam „Maßgeschneiderte Medizin(technik) für alle“ eindrucksvoll zeigte, wie ingenieurwissenschaftliche Forschung konkrete gesellschaftliche und medizinische Anwendungen ermöglicht. Sein Vortrag machte deutlich, welche zentrale Rolle Elektrotechnik bei der Entwicklung moderner, personalisierter Medizintechnik spielt, ein Thema, das bei den Schülerinnen und Schülern auf großes Interesse stieß.
Neben Walger standen weitere Nachwuchsforschende auf der Bühne, darunter Rosario Othen, der mit seinem Vortrag über Kaffee, Papier und Wissenschaft den Slam gewann, sowie Beiträge zu Themen wie Krebsforschung, Biotechnologie, Mathematik und nachhaltiger Energie. Wissensvermittlung traf auf Unterhaltung.
Der MINT Science Slam wurde erstmals als Kooperationsprojekt des RWTH Knowledge Hub und der Zentralen Studienberatung der RWTH Aachen durchgeführt. Professor Joost-Pieter Katoen, Prorektor für Lehre der RWTH, betonte in seinem Grußwort die Bedeutung der MINT-Fächer als Schlüsseltechnologien für das Verständnis unserer Welt. Moderiert wurde der Slam kurzweilig von Elena und Martin Lichtenthaler, unterstützt von der Campus Dance Crew, die zusätzlich für Begeisterung sorgte.
Der MINT Science Slam machte eindrucksvoll deutlich, wie wichtig niedrigschwellige, inspirierende Formate für die Studienorientierung sind und wie vielfältig, relevant und spannend MINT-Forschung an der RWTH ist. Für die Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik war die Teilnahme von Felix Walger ein gelungenes Beispiel dafür, wie Forschung, Lehre und Nachwuchsförderung wirkungsvoll zusammenkommen.
Europäischer Forschungsrat fördert zwei innovative RWTH-Projekte
Großer Erfolg für die RWTH Aachen: Zwei Wissenschaftler erhielten den renommierten ERC Starting Grant. Jeder wird mit 1,5 Millionen Euro über fünf Jahre gefördert.
Prof. Dr. Daniel Truhn, Oberarzt an der Uniklinik RWTH Aachen und Lehrbeauftragter am Lehrstuhl für Bildgebung und Bildverarbeitung unserer Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik, wo er die Vorlesung „Biomedical Engineering“ hält, startet das Projekt SAGMA (Semantic-Aware Generative Medical AI), das KI-gestützte Radiologie neu denkt – spezialisierte KI-Module sollen wie ein Expertenteam zusammenarbeiten und Ärztinnen und Ärzte bei komplexen Diagnosen unterstützen.

© Peter Winandy / RWTH Aachen University
In den Ingenieurwissenschaften wurde ein weiteres Projekt ausgezeichnet: Am Lehr- und Forschungsgebiet Kontinuumsmechanik entwickelt Dr. Khiêm Vu Ngoc mit PolyFun (Polymermechanik mittels Funktionsräumen) ein neuartiges Konzept, das Physik und maschinelles Lernen verbindet. Damit sollen Vorhersagen nicht nur präzise, sondern auch zuverlässig und transparent nachvollziehbar gemacht werden – mit großem Potenzial für Werkstofftechnik, Medizin und Robotik.
Diese Auszeichnungen unterstreichen die internationale Sichtbarkeit der RWTH und zeigen, wie eng unsere Fakultät in die KI- und Medizinforschung eingebunden ist.
Klee-Preis 2025: Exoskelette mit Regelungstechnik – Unterstützung statt Ersatz
Dr.-Ing. Lukas Bergmann beeindruckt mit seiner preisgekrönten Doktorarbeit, in der er ein aktives Exoskelett und einen kooperativen Regler entwickelt, um Bewegungsintentionen in Echtzeit zu unterstützen.
Schlaganfälle verursachen weltweit Bewegungsstörungen, und herkömmliche Therapien sind oft ressourcenintensiv. Robotische Rehabilitationssysteme können unterstützen, wenn Patienten eigenständig Bewegungen initiieren. Dr.-Ing. Lukas Bergmann erklärt:
„Die Forschung an Exoskeletten kann langfristig einen bedeutenden Beitrag zur Unterstützung von Menschen mit Störungen des Bewegungsapparats leisten. Fachlich spannend für mich dabei ist, dass die Regelungstechnik hier eine Anwendung findet, die einen sehr hohen Praxisbezug hat.“
Er beschreibt ein aktives Exoskelett, das eine sichere Kopplung zwischen Mensch und Gerät ermöglicht, sowie einen kooperativen Regler, der Gelenkdrehmomente in Echtzeit unterstützt.
Ebenfalls erwähnenswert ist, dass Dr.-Ing. Sonja Ehreiser (mediTEC, RWTH Aachen) beim Klee-Preis 2025 den ersten Platz für ihre Dissertation zur besseren Versorgung von Patienten mit Knie-Prothesen erreicht hat.
Der VDE, eine führende Technologie-Organisation Europas, fördert seit über 130 Jahren Innovation und technologischen Fortschritt. Mit dem Klee-Preis 2025 zeichnet der VDE herausragende Forschungsarbeiten aus, die einen hohen Nutzen für Patienten bieten und die Zukunft der Medizintechnik gestalten.
Sitz des VDE (VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.) ist Frankfurt am Main. Mehr Informationen unter VDE Webseite
Quelle: VDE Pressemitteilung
Professorin Janina Fels ist designierte Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Akustik

Professorin Fels im schallgedämpften Laborraum, umgeben von in unterschiedlichen Raumhöhen angebrachten Lautsprechern. © Peter Winandy
Mit großer Freude und Anerkennung dürfen wir mitteilen, dass Professorin Janina Fels, Leiterin des Instituts für Hörtechnik und Akustik (IHTA) an der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik, zur Vizepräsidentin und designierten Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Akustik e.V. (DEGA) gewählt wurde.
Professorin Fels beginnt ihre Amtszeit als Vizepräsidentin zum 1. Juli 2025 und wird gemäß der Satzung im Jahr 2028 zur Präsidentin der DEGA ernannt. Diese Wahl ist nicht nur ein persönlicher Erfolg für sie, sondern stellt auch eine bedeutende Würdigung der exzellenten Arbeit im Bereich Akustik an der RWTH Aachen dar. Mit ihrer wissenschaftlichen Expertise, die unter anderem von der akustischen virtuellen Realität über die Medizin- und Psychoakustik bis hin zur Raum- und Bauakustik reicht, hat sie das Fachgebiet nachhaltig geprägt und sich national wie international einen hervorragenden Ruf aufgebaut.
Dabei begann auch ihr Weg mit dem Studium der Elektrotechnik an der RWTH, bevor Professorin Janina Fels am Institut für Technische Akustik mit Auszeichnung über das Thema “From Children to Adults: How Binaural Cues and Ear Canal Impedances Grow” promovierte.
„Die Wahl von Professorin Fels an die Spitze dieser bedeutenden Institution ist ein starkes Zeichen für die Sichtbarkeit und Relevanz der Akustikforschung an der RWTH Aachen – und ein Ansporn für Nachwuchswissenschaftler:innen, diesen Weg weiter mitzugestalten“, sagt Martina Dahm, Geschäftsführerin der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik.
Die Deutsche Gesellschaft für Akustik (DEGA) ist der zentrale wissenschaftliche Fachverband für Akustik im deutschsprachigen Raum. Sie wurde 1988 gegründet und zählt derzeit rund 1.900 persönliche Mitglieder sowie mehr als 70 Förderinstitutionen. Die DEGA fördert die interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Akustik, organisiert jährlich die renommierte Fachkonferenz DAGA, verleiht Preise für wissenschaftliche Exzellenz und ist international in Verbänden wie der European Acoustics Association (EAA) und der International Commission on Acoustics (ICA) vernetzt.
Wir gratulieren Professorin Janina Fels herzlich zu ihrer Wahl und wünschen ihr für die kommende Amtszeit viel Erfolg, wissenschaftliche Impulse und eine weiterhin inspirierende Mitgestaltung der Akustik-Community.
Auf den Homepages des IHTA und der DEGA finden Sie weitere Informationen zur Akustikforschung.
Neuromorphic Hardware: Kick-off event im Januar
Der Zukunftscluster NeuroSys der RWTH geht in die zweite Phase.
Zu Beginn diesen Jahres geht der Cluster4Future NeuroSys (Neuromorphe Hardware für autonome Systeme der Künstlichen Intelligenz) in die zweite Phase. Die Initiative Clusters4Future ist Teil der Hightech-Strategie 2025 der deutschen Bundesregierung und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.
Bei der Kick-off-Veranstaltung Ende Januar tauschten sich die mehr als 90 Teilnehmenden im Super C der RWTH Aachen über ihre Ideen und Technologien zur Entwicklung der neuromorphen Hardware aus.
Neuromorphe Systeme sind den Grundbausteinen des Gehirns, Neuronen und Synapsen, nachempfunden. Neuromorphe Hardware ist eine ressourcenschonende aber leistungsstarke Basis für energieintensive Rechercheoperationen der Künstlichen Intelligenz. Das Ziel ist es, auf der Grundlagenforschung der RWTH Aachen und dem Forschungzentrum Jülich aufbauend, eine Technologiebasis zu neuromorphen Bauelementen und Algorithmen zu schaffen. Koordinator des Zukunftsclusters ist Professor Max Lemme, Leiter des Lehrstuhls für Elektronische Bauelemente der RWTH Aachen.
Lernfähige neuromorphe KI-Chips könnten schon bald eine energieeffiziente Vor-Ort-Datenverarbeitung erlauben und bieten damit hoffnungsschaffende Vorraussetzungen für zukünftige Arbeitsweisen, Smart-City-Konzepte sowie das „Internet of Things“. Ebenfalls werden verschiedene Beiträge vom Autonomen Fahren über lernende Systeme bis hin zur Personalisieierten Medizin geliefte.
Die zweite Phase des Projektes ist für drei Jahre geplant und sieht die RWTH in Zusammenarbeit mit verschiedensten Expert aus Forschung und Industrie.
Weiter Informationen zum Projekt finden sich hier
„Kolloquium Biomedizinische Technik und verwandte Gebiete“ – Einladung zum aktuellen Vortrag

Die Moderation des Vortrags mit dem Titel „Mobility in older adults“ erfolgt durch Professor Steffen Leonhardt, Inhaber des Lehrstuhls für Medizinische Informationstechnik (MedIT) am Helmholtz-Institut für Biomedizinische Technik der RWTH Aachen, am Donnerstag, den 30.01.2025.
Professor Wiebren Zijlstra, Leiter des Instituts für Bewegungs- und Sportgerontologie der Deutschen Sporthochschule Köln referiert über die Faktoren, die altersbedingten Veränderungen der Mobilität zugrunde liegen. Diese Ausführungen basieren auf experimentellen, laborgestützten Studien sowie Feldstudien zur Mobilität.
In der dem Vortrag vorangestellten Zusammenfassung skizziert Professor Zijlstra die verschiedenen Herausforderungen, die Mobilität im täglichen Leben mit sich bringt. Hierzu zählen beispielsweise die Navigation zur Erreichung eines Zielortes sowie die Gewährleistung von sicherem Fortkommen. Dies beinhaltet die kontinuierliche Wahrnehmung der Umgebung sowie die Anpassung der Fortbewegung bei Bedarf, um potenzielle Kollisionen mit Hindernissen, anderen Passierenden oder dem Verkehr zu vermeiden. Eine solche adaptive Steuerung der Fortbewegung erfordert sowohl physische als auch kognitive Funktionen. Selbst ohne offenkundige pathologische Zustände können altersbedingte Veränderungen der Funktionsfähigkeit dazu führen, dass ältere Menschen eine eingeschränkte Mobilität und ein erhöhtes Sturzrisiko aufweisen. Mobilitätseinschränkungen werden mit einer verminderten Lebensqualität, einer Vielzahl negativer gesundheitlicher Folgen sowie einer erhöhten Morbidität und Mortalität in Verbindung gebracht. Professor Zijlstra betont in diesem Zusammenhang die Relevanz der Untersuchung der Faktoren, die zu einer altersbedingten Einschränkung der Mobilität beitragen, sowie die Entwicklung wirksamer Maßnahmen zur Prävention und Kompensation.
„Die Ergebnisse neuerer Studien weisen darauf hin, dass die körperliche Leistungsfähigkeit allein die Mobilitätsleistung älterer Menschen im realen Leben nur unzureichend vorhersagen kann. Andere Studien zeigen, dass altersbedingte Veränderungen der kognitiven Fähigkeiten, insbesondere der sogenannten exekutiven Funktionen, mit einer verminderten Mobilität und einem erhöhten Sturzrisiko einhergehen“, erklärt der Bewegungswissenschaftler.
Exekutive Funktionen sind für die adaptive Fortbewegung von entscheidender Bedeutung, da sie eine Person in die Lage versetzen, ihr Verhalten in Bezug auf die Umwelt zu überwachen und das Verhalten bei Bedarf anzupassen. Der Fokus dieses Vortrags liegt auf zwei Schlüsselkomponenten der exekutiven Funktionen, nämlich der kognitiven Flexibilität und der inhibitorischen Kontrolle. Zudem werden aktuelle Studienergebnisse präsentiert, die darauf abzielen, die Rolle der kognitiven Kontrolle bei mobilitätsbezogenen Aufgaben besser zu verstehen.
Obwohl bereits zahlreiche Mobilitätsstudien durchgeführt wurden und ein zunehmendes Verständnis über Faktoren, die die Mobilität älterer Menschen beeinträchtigen, besteht, sei nach wie vor unklar, inwieweit die Kombination dieser Faktoren die Mobilität im Alltag vorhersagen könne, so der Experte. Nur eine begrenzte Anzahl neuerer Studien berücksichtigte verschiedene potenzielle Mobilitätsdeterminanten durch die Kombination von Messungen körperlicher, kognitiver und psychosozialer Funktionen.
„Diese Studien haben gezeigt, dass es noch nicht möglich ist, die Mobilität im wirklichen Leben gut vorherzusagen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass diese Ergebnisse gezieltere Studien über die tatsächliche Mobilität verschiedener Gruppen älterer Erwachsener sowie experimentelle Studien über die Leistung älterer Erwachsener bei der Bewältigung komplexer, alltagsähnlicher Mobilitätsaufgaben erfordern“, schlussfolgert Professor Zijlstra in seiner Vortragszusammenfassung.
Das „Kolloquium Biomedizinische Technik und verwandte Gebiete“ ist eine regelmäßig stattfindende, von der RWTH Aachen organisierte Veranstaltungsreihe. Die Zielsetzung dieser Serie besteht in der fachübergreifenden Weiterbildung in den thematischen Bereichen sowie in der Förderung des interdisziplinären Gedankenaustausches.
Es wird hiermit eine Einladung an alle Studierenden, Klinikerinnen und Kliniker, Ingenieurinnen und Ingenieure sowie Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftler ausgesprochen, an diesem spannenden Vortrag teilzunehmen und sich mit Expertinnen und Experten aus dem Bereich der Biomedizintechnik auszutauschen.
Die Veranstaltung findet von 17:00 bis 17:45 Uhr im Helmholtz-Institut für Biomedizinische Technik der RWTH Aachen, Pauwelsstraße 20, 52074 Aachen, Seminarraum 2.70, statt. Die Koordination liegt bei Univ.-Prof. Dr.-Ing. Klaus Radermacher, Lehrstuhl für Medizintechnik, RWTH Aachen. Für weitere Informationen kontaktieren Sie das Sekretariat unter meditec@hia.rwth-aachen.de oder telefonisch unter +49-(0)241-80 23870.
„Kolloquium Biomedizinische Technik und verwandte Gebiete“ – Einladung zum aktuellen Vortrag

Den Vortrag mit dem Titel: „Electrical impedance of muscle: from muscular dystrophy to Mars“ moderiert Professor Steffen Leonhardt, Inhaber des Lehrstuhls für Medizinische Informationstechnik (MedIT) am Helmholtz-Institut für Biomedizinische Technik der RWTH Aachen, am Mittwoch, den 25.09.2024.
Im Rahmen seines Vortrags wird Dr. Seward B. Rutkove, Nancy Lurie Marks Professor of Neurology, Harvard Medical School Chair, Department of Neurology, Beth Israel Deaconess Medical Center, über Innovationen auf dem Gebiet der elektrischen Impedanz der Skelettmuskulatur referieren. Den Schwerpunkt setzt er auf primäre Störungen, die sich auf die Muskulatur auswirken, einschließlich Muskeldystrophien, amyotropher Lateralsklerose, Muskelverletzungen und die Auswirkungen von Entlastungen wie der bei Mikro- oder Teilschwerkraft. Im Folgenden wird er über die angewandten Methoden und Messtechniken sowie den vorliegenden Datenbestand informieren, welcher unter Zuhilfenahme eines breiten Spektrums an Bedingungen bei Mensch und Tiermodell gewonnen wurde.
„Es ist zu klären, welche analytischen Ansätze bereits vorhanden sind und in welche Richtung die künftige Forschung gehen wird“,
legt Dr. Rutkove der anschließenden Diskussion zugrunde.
Das „Kolloquium Biomedizinische Technik und verwandte Gebiete“ ist eine regelmäßig stattfindende, von der RWTH Aachen organisierte Veranstaltungsreihe. Die Zielsetzung dieser Serie besteht in der fachübergreifenden Weiterbildung in den thematischen Bereichen sowie in der Förderung des interdisziplinären Gedankenaustausches.
Es wird hiermit eine Einladung an alle Studierenden, Klinikerinnen und Kliniker, Ingenieurinnen und Ingenieure sowie Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftler ausgesprochen, an diesem spannenden Vortrag teilzunehmen und sich mit Expertinnen und Experten aus dem Bereich der Biomedizintechnik auszutauschen.
Die Veranstaltung findet von 17:00 bis 17:45 Uhr im Helmholtz-Institut für Biomedizinische Technik der RWTH Aachen, Pauwelsstraße 20, 52074 Aachen, Seminarraum 2.70, statt. Die Koordination liegt bei Univ.-Prof. Dr.-Ing. Klaus Radermacher, Lehrstuhl für Medizintechnik, RWTH Aachen. Für weitere Informationen kontaktieren Sie das Sekretariat unter meditec@hia.rwth-aachen.de oder telefonisch unter +49-(0)241-80 23870.
Team AixSense erfolgreich beim SensUs Wettbewerb 2024

Das diesjährige AixSense-Team bei der SensUs 2024 ©RWTH
Mit ihrem Biosensor zur Überwachung bei Nierenversagen überzeugt das RWTH-Team
Bereits zum siebten Mal nahm das 15-köpfige Studierendenteam AixSense erfolgreich am SensUs Wettbewerb der Technischen Universität Eindhoven teil. Bei dem internationalen Wettbewerb traten in diesem Jahr 18 Teams mit ihren Point-of-Care (PoC)-Biosensorlösungen für den Echtzeit-Nachweis von Kreatinin zur Überwachung von akutem Nierenversagen gegeneinander an. Unter anderem gehören auch 3 Studierende der japanischen Partneruniversität Tokyo Institute of Technology zum AixSense-Team.
AixSense hohlt diese Jahr in drei von fünf Kategorien mit ihrem PoC den Sieg und belegt auch in den Kategorien technologische Neuheit und technische Machbarkeit jeweils den zweiten Platz. Besonders hervorzuheben ist dabei auch die Leistung im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und wissenschaftlichen Kommunikation, für ihr Videotagebuch erhält das Aachener Team den Vlog Award und auch das öffentliche Voting für den Public Inspirations Award entscheidet AixSense für sich.
Bereits seit 2018 engagiert sich das Institut für Werkstoffe der Elektrotechnik 1 der RWTH Aachen im Wettbewerb. Professor Sven Ingebrandt und Dr. Vivek Pachauri stellen hierfür jährlich ein Team aus diversen Studiengängen zusammen. Unterstützt wird das Team von verschiedenen Strukturen und Profilbereichen der RWTH, wie zum Beispiel dem Zentrallabor für Mikro- und Nanotechnologie (ZMNT), welches das Team in technischen Fragen berät.
Der jährliche Wettbewerb regt zur internationalen und interdisziplinären Zusammenarbeit im Rahmen, unter anderem, der Elektrotechnik und Mikro-Nano-Technologie, transformativen Materialien, der Biologie, der Ingenieurwissenschaften und der medizinischen Wissenschaften an.
Für den SensUs-Wettbewerb 2025 können sich Interessierte bis November 2024 bei pachauri@iwe1.rwth-aachen.de bewerben.


