60 Jahre Leistungselektronik, elektrische Antriebe und Batteriesysteme
Mit der Gründung des Instituts für Stromrichtertechnik und elektrische Antriebe (ISEA) im Jahr 1965 begann an unserer Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der RWTH Aachen eine bis heute prägende Forschungstradition in den Bereichen Leistungselektronik, elektrische Antriebe und elektrochemische Energiespeicher. In einer Zeit, in der die Fakultät selbst noch im Aufbau war, legte das ISEA den Grundstein für eine enge Verbindung von Grundlagenforschung und industrieller Anwendung.
Aus einem kleinen Team von rund zehn Mitarbeitenden entwickelte sich über sechs Jahrzehnte eines der international sichtbarsten Institute seines Fachgebiets mit heute mehr als 150 Beschäftigten. Seit fast 30 Jahren wird das ISEA von Professor Rik W. De Doncker geleitet, dessen Arbeiten insbesondere die moderne Leistungselektronik maßgeblich beeinflusst haben.
Ein zentrales Forschungsziel des Instituts war von Beginn an die Entwicklung emissionsfreier elektrischer Antriebssysteme. Bereits früh wurden Anwendungen für Schienenfahrzeuge und erste Elektrofahrzeuge untersucht – lange bevor Elektromobilität zum gesellschaftlichen Leitthema wurde. Wesentliche wissenschaftliche Beiträge leistete das ISEA unter anderem zur digitalen Regelung von Drehfeldmaschinen, zur PWM-Raumzeigermodulation sowie zur Weiterentwicklung der geschalteten Reluktanzmaschine (SRM). Mit der im Jahr 2000 vorgestellten Direct Instantaneous Torque Control (DITC) konnte die SRM als robuste, kostengünstige und seltene-Erden-freie Alternative im Antriebsbereich etabliert werden.
Auch in der Leistungselektronik setzte das ISEA nachhaltige Impulse. Besonders hervorzuheben ist die von Professor De Doncker entwickelte Dual Active Bridge, die heute als zentrales Schaltungskonzept in zahlreichen DC/DC-Wandlern Anwendung findet. Die Einsatzfelder reichen von Fahrzeug- und Industrieantrieben über Haushaltsgeräte bis hin zu Energiesystemen für erneuerbare Energien, Batteriespeicher und DC-Netze.
Seit den 1970er-Jahren bildet zudem die Batteriespeicherforschung einen festen Bestandteil der Institutsarbeit. Während zunächst Bleibatterien im Fokus standen, wurde ab der Jahrtausendwende gezielt die Lithium-Ionen-Technologie ausgebaut. Am Standort Rothe Erde entstand das größte universitäre Batterieprüfzentrum Deutschlands, ergänzt durch ein 5-MW-Speichersystem. Aktuelle Forschungsschwerpunkte liegen in der Modellierung und Lebensdauerprognose, der Entwicklung von Batteriemanagementsystemen, der industriellen Elektrodenfertigung sowie in KI-gestützten Methoden für Betrieb und Analyse.
Die letzten zwanzig Jahre waren zudem durch eine gezielte strukturelle Weiterentwicklung geprägt: neue Professuren, der Aufbau des E.ON Energy Research Centers (E.ON ERC), der Forschungscampus Flexible Elektrische Netze (FEN) sowie der Neubau des Forschungsgebäudes CARL, das heute den Großteil des ISEA beherbergt. Ergänzt wird das Forschungsumfeld durch das Helmholtz-Institut Münster (HI MS) unter der Leitung von Professor Martin Winter.

Foto: heroal
Mit exzellenter Laborausstattung, über 230 abgeschlossenen Promotionen, mehr als 1000 Abschlussarbeiten und über 2000 wissenschaftlichen Publikationen steht das ISEA beispielhaft für die Forschungsstärke und Nachwuchsförderung unserer Fakultät. Nach 60 Jahren bleibt das Institut ein zentraler Motor für wissenschaftliche Innovation und akademische Ausbildung im Bereich der elektrischen Energietechnik.
Kaffee, Pizza und das Elixier der Untoten
Volle Aula und jede Menge neugierige Schülerinnen und Schüler: Der erste MINT Science Slam an der RWTH Aachen war ein voller Erfolg. Über 30 Schulen aus der Region waren mit ihren Oberstufenklassen vor Ort, um sich beim MINT Science Slam einen unterhaltsamen Einblick in die Vielfalt der MINT-Studiengänge zu verschaffen.

Daphne Heil und Melih Dal
Das Konzept des Science Slams ist einfach und wirkungsvoll: Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler präsentieren ihr Forschungsthema in maximal zehn Minuten verständlich, kreativ und mit Begeisterung. Im Anschluss bewerteten die Schülerinnen und Schüler die Vorträge selbst. So entstand ein lebendiger Einblick in die Vielfalt von MINT, von Maschinenbau über Biotechnologie bis hin zur Medizin- und Elektrotechnik.
Mit dabei war auch Felix Walger, der in seinem Slam „Maßgeschneiderte Medizin(technik) für alle“ eindrucksvoll zeigte, wie ingenieurwissenschaftliche Forschung konkrete gesellschaftliche und medizinische Anwendungen ermöglicht. Sein Vortrag machte deutlich, welche zentrale Rolle Elektrotechnik bei der Entwicklung moderner, personalisierter Medizintechnik spielt, ein Thema, das bei den Schülerinnen und Schülern auf großes Interesse stieß.
Neben Walger standen weitere Nachwuchsforschende auf der Bühne, darunter Rosario Othen, der mit seinem Vortrag über Kaffee, Papier und Wissenschaft den Slam gewann, sowie Beiträge zu Themen wie Krebsforschung, Biotechnologie, Mathematik und nachhaltiger Energie. Wissensvermittlung traf auf Unterhaltung.
Der MINT Science Slam wurde erstmals als Kooperationsprojekt des RWTH Knowledge Hub und der Zentralen Studienberatung der RWTH Aachen durchgeführt. Professor Joost-Pieter Katoen, Prorektor für Lehre der RWTH, betonte in seinem Grußwort die Bedeutung der MINT-Fächer als Schlüsseltechnologien für das Verständnis unserer Welt. Moderiert wurde der Slam kurzweilig von Elena und Martin Lichtenthaler, unterstützt von der Campus Dance Crew, die zusätzlich für Begeisterung sorgte.
Der MINT Science Slam machte eindrucksvoll deutlich, wie wichtig niedrigschwellige, inspirierende Formate für die Studienorientierung sind und wie vielfältig, relevant und spannend MINT-Forschung an der RWTH ist. Für die Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik war die Teilnahme von Felix Walger ein gelungenes Beispiel dafür, wie Forschung, Lehre und Nachwuchsförderung wirkungsvoll zusammenkommen.
Resilienz durch Autonomie: Das Stromnetz der Zukunft
Die Energiewende verändert unsere Stromversorgung grundlegend. Während konventionelle Kraftwerke das Netz über Jahrzehnte stabilisiert haben, sorgen volatile Quellen wie Wind und Sonne für völlig neue Herausforderungen. Ereignisse wie der Angriff auf die Stromversorgung in Berlin Anfang 2026 zeigen deutlich: Unsere aktuellen, starr synchronisierten Netze sind verwundbar.

Martin Braun
Ein Forschungsteam unserer Fakultät unter der Leitung von Professor Antonello Monti, Direktor des Instituts für Automation komplexer Stromversorgungssysteme (ACS), hat gemeinsam mit der Aalborg University einen wegweisenden Ansatz in „Nature Reviews Electrical Engineering“ veröffentlicht. Die zentrale Idee: Das Stromnetz sollte nicht länger als eine einzige synchrone Einheit fungieren, sondern dem Vorbild des Internets folgen. Durch die Aufteilung in kleinere, autonome Teilnetze, die asynchron miteinander gekoppelt sind, wird das Gesamtsystem robust gegenüber großflächigen Störungen.
Dieses Konzept bildet die wissenschaftliche Grundlage für das von der RWTH koordinierte Projekt SAFEr Grid (ERC Synergy Grant). Anstatt allein auf massiven Netzausbau zu setzen, nutzt das Team um Professor Monti moderne Leistungselektronik, um Schwankungen flexibel auszugleichen und die Versorgungssicherheit langfristig zu garantieren.
6G-Forschung für die Industrie: Der neue 6GEM+ Transfer Hub
Im Januar 2026 fiel der Startschuss für das Projekt „6GEM+: Wertorientierte 6G-Kommunikationssysteme für die vernetzte digitale Industrie“. Unter der Koordination von Professor Haris Gačanin, Leiter des Lehrstuhls für Verteilte Signalverarbeitung unserer Fakultät, soll die Brücke zwischen exzellenter Forschung und industrieller Anwendung geschlagen werden.

RUB, Marquard
Der aktuelle 5G-Standard stößt in der modernen Industrie zunehmend an seine Grenzen, insbesondere wenn es um die Integration von KI-Computing und die notwendige Zuverlässigkeit bei Echtzeitübertragungen geht. Hier setzt 6GEM+ an: Ziel ist es, extrem geringe Latenzzeiten und eine robuste Netzabdeckung zu realisieren, die den Anforderungen einer interaktiven Industrie der Zukunft gerecht werden. Das Vorhaben wird über eine Laufzeit von vier Jahren mit 25 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert.
Ein besonderes Merkmal des Projekts ist die enge Verzahnung mit der Praxis. Neben den Partnern der TU Dortmund, der Ruhr-Universität Bochum und den Fraunhofer-Instituten IPT und IML begleiten assoziierte Industriepartner als Use-Case-Mentoren die Entwicklungen. Durch Simulationen und Tests in großskaligen Testfeldern wird sichergestellt, dass Innovationen wie KI-basierte Produktion und hochdynamische Logistikkonzepte unter realen Bedingungen funktionieren.
Picture Coding Symposium 2025: Weltspitze der Bildcodierung zu Gast an der RWTH
Aachen wurde im Dezember 2025 zum globalen Zentrum der Bild- und Videocodierung. Erstmalig fand das traditionsreiche Picture Coding Symposium (PCS) an der RWTH Aachen statt. Unter der Leitung von Professor Mathias Wien und Professor Jörn Ostermann kamen 162 Teilnehmer aus 19 Ländern im SuperC zusammen, um neueste Forschungsergebnisse auszutauschen.

Foto: Mirco Seidler
Ehre für Professor Jens-Rainer Ohm Ein besonderer Höhepunkt war die Würdigung von Professor Jens-Rainer Ohm, dem langjährigen Leiter des Lehrstuhls für Nachrichtentechnik. Seine Beiträge zur Standardisierung von Videocodierverfahren wie AVC, HEVC und VVC bilden heute die Grundlage für die Videonutzung auf fast allen Fernsehern und Mobiltelefonen weltweit.
Die interaktive Atmosphäre förderte den intensiven Austausch von Wissen und Ideen zwischen internationalen Forschern aus Hochschulen und Industrie. Die Organisatoren zeigten sich erfreut über das positive Feedback der Teilnehmer und betonten die Bedeutung solcher Veranstaltungen für den wissenschaftlichen Fortschritt und die internationale Zusammenarbeit.
RWTH-Elektrotechnik sichert sich Platz 8 im europäischen Vergleich
Unsere Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik hat erneut ihre Exzellenz unter Beweis gestellt. Im aktuellen EngiRank 2025 belegt die RWTH Aachen nicht nur insgesamt den 7. Platz unter 239 technischen Universitäten in Europa, sondern glänzt besonders in unserem Fachbereich:
Top 10 in Europa: Im Bereich Elektrotechnik sichern wir uns den hervorragenden 8. Platz europaweit.
Starke Performance: Mit 91,91 von 100 möglichen Punkten konnte sich die RWTH im Vergleich zu den Vorjahren steigern und belegt deutschlandweit den zweiten Platz.
Innovationsmotor: Die Bewertung bestätigt unsere Stärke in den Kategorien Forschung, Innovation, Patentanmeldungen sowie bei der Einwerbung von EU-Forschungsmitteln.

Martin Braun
Dieser Erfolg ist das Ergebnis der harten Arbeit unserer Studierenden und Forschenden. Wir sind stolz darauf, eine der ersten Adressen für die Innovatoren von morgen zu sein.
Drei herausragende Abschlussarbeiten unserer Fakultät mit dem Friedrich-Wilhelm-Preis 2025 ausgezeichnet
Bei der Verleihung der Friedrich-Wilhelm-Preise 2025 wurden am vergangenen Freitag insgesamt 17 Studierende und Doktoranden der RWTH für exzellente wissenschaftliche Arbeiten geehrt. Unter ihnen befanden sich drei Preisträger aus der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik.
Aus unserer Fakultät ausgezeichnet wurden Jonas Timon Schroeder, M. Sc., für seine Masterarbeit (betreut von Prof. Monti), Dr.-Ing. David Wasylowski für seine Dissertation (betreut von Prof. Sauer) sowie Dr.-Ing. Felix Jiang für seine Dissertation (betreut von Prof. Ingebrandt). Die Preise wurden durch RWTH-Rektor Ulrich Rüdiger in der Aula des Hauptgebäudes überreicht, musikalisch begleitet von der RWTH-Bigband.

Foto: Andreas Schmitter
Der Friedrich-Wilhelm-Preis wird von der Friedrich-Wilhelm-Stiftung verliehen, die 1865 von der Rechtsvorgängerin der heutigen Aachener und Münchener Beteiligungsgesellschaft gegründet wurde. Ihr zentrales Anliegen ist die Förderung von Forschung und Lehre sowie die Unterstützung von Studierenden und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an der RWTH. Der Name der Stiftung geht auf Friedrich Wilhelm III. zurück, preußischer Kronprinz und späterer Kaiser: 1858 erhielt dieser eine Spende von 5.000 Talern, um ein Polytechnisches Institut in der Rheinprovinz zu gründen. Diese Spende bildete den Grundstock für die spätere Friedrich-Wilhelm-Stiftung und damit für die Entwicklung der RWTH.
Die ausgezeichneten Arbeiten zeigen eindrucksvoll die wissenschaftliche Breite und Leistungsfähigkeit unserer Fakultät. Die Preisträger repräsentieren zentrale Bereiche der modernen Elektrotechnik und tragen mit ihren herausragenden Abschlussarbeiten zur Sichtbarkeit und Stärke unserer Forschung bei. Die Fakultät gratuliert Herrn Schroeder, Herrn Dr. Wasylowski und Herrn Dr. Jiang herzlich zu dieser bedeutenden Auszeichnung.
Prof. Max Lemme als Co-Autor in Nature Photonics
Die Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik gratuliert Prof. Max Lemme zu einer besonderen wissenschaftlichen Leistung: Als Co-Autor hat er an einer Consensus Statement-Publikation in der renommierten Fachzeitschrift Nature Photonics mitgewirkt. Die Veröffentlichung trägt den Titel „Guidelines for accurate evaluation of photodetectors based on emerging semiconductor technologies“ und setzt wichtige Impulse für die internationale Forschungsgemeinschaft.

Eine Consensus Statement-Publikation fasst den aktuellen Wissensstand eines Fachgebiets zusammen und formuliert Empfehlungen, Standards oder Verfahren, die eine verlässliche und einheitliche wissenschaftliche Praxis fördern. Im vorliegenden Beitrag haben führende Expertinnen und Experten aus Forschung und Industrie erstmals ein umfassendes Rahmenwerk für die präzise Charakterisierung, Dokumentation und Vergleichbarkeit von Photodetektoren auf Basis neuartiger Halbleitermaterialien entwickelt.
Der Bedarf an solchen Leitlinien ist groß: Photodetektoren aus innovativen Materialklassen wie organischen Halbleitern, Perowskiten, Quantenpunkten, zweidimensionalen Materialien, Metalloxiden oder Kohlenstoffnanoröhren haben in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte erzielt. Gleichzeitig erschweren uneinheitliche Messmethoden und Berichtsstandards bislang die Vergleichbarkeit verschiedener Studien und damit die wissenschaftliche Weiterentwicklung des Feldes.
Die nun veröffentlichten Empfehlungen schaffen ein gemeinsames Fundament für die Community und unterstützen eine transparente, reproduzierbare und vergleichbare Forschungspraxis. Davon profitieren nicht nur akademische Arbeitsgruppen, sondern auch industrielle Entwicklungsprozesse und die Entstehung zukünftiger photonischer Technologien.
Prof. Max Lemme ist nicht nur Inhaber des Lehrstuhls für Elektronische Bauelemente an unserer Fakultät, sondern auch Geschäftsführer der AMO GmbH, deren Forschungsschwerpunkte eng mit den Themen der Publikation verknüpft sind. Die Entwicklung und Integration neuartiger Materialien für optoelektronische Bauelemente zählt dort zu den zentralen Aktivitäten. Die Beteiligung an diesem internationalen Konsenspapier unterstreicht die große wissenschaftliche und technologische Relevanz dieser Arbeiten.
Die AMO GmbH hat die Veröffentlichung ebenfalls in einem eigenen Beitrag hervorgehoben. Weitere Informationen finden sich auf der Website sowie auf LinkedIn.
Visibility für Spitzenforschung: Professor Weihan Li erneut unter den meistzitierten Forschenden

Professor Weihan Li, Inhaber der Juniorprofessur für „Artificial Intelligence and Digitalization for Batteries”. © David Ausserhofer
Professor Li vom Institut für Stromrichtertechnik und Elektrische Antriebe (ISEA) der RWTH Aachen University wurde erneut in die Liste der weltweit meistzitierten Wissenschaftler, den sogenannten „Highly Cited Researchers”, aufgenommen. Seine Arbeiten im Bereich der KI-gestützten Batterieforschung zählen demnach zu den einflussreichsten Publikationen weltweit.
Die Liste der „Highly Cited Researchers” wird jährlich von Clarivate Analytics veröffentlicht. Sie basiert auf dem Zitationsindex der Web of Science Core Collection und identifiziert Wissenschaftler:innen, deren Publikationen zu den meistzitierten ein Prozent ihres Fachgebiets und Publikationsjahres gehören. Zitationen fungieren in wissenschaftlichen Kontexten als Indikatoren für die Relevanz von Publikationen und werden als Maßstab für die Qualität der Arbeiten betrachtet. Die Sichtbarkeit eines Textes und damit auch die weltweite Wahrnehmung des Autors steigt mit der Häufigkeit seiner Zitierung. In der aktuellen Liste werden 7.131 Forschende aufgeführt, die nach Ansicht der Datenbank zu den einflussreichsten 0,1 Prozent der internationalen Forschungsgemeinschaft zählen.
Batterien stellen eine zentrale Technologie im Rahmen der Energiewende dar. Ihre Leistung ist maßgeblich für die Reichweite, die Sicherheit, die Lebensdauer und die Kosten während ihrer technischen Anwendungen verantwortlich. Professor Li untersucht, inwiefern sich Zustand und Leistungsfähigkeit von Batteriezellen bereits während der Produktion präzise prognostizieren lassen. Seit März 2025 hat er die Juniorprofessur für „Artificial Intelligence and Digitalization for Batteries“ an der RWTH Aachen inne. Seine Nachwuchsgruppe am Center for Ageing, Reliability and Lifetime Prediction of Electrochemical and Power Electronic Systems (CARL) entwickelt datenbasierte Modelle, digitale Zwillinge und automatisierte Diagnoseverfahren.
Das Ziel bestehe darin, der Batterie die Fähigkeit zur digitalen Kommunikation zu vermitteln, die durch Präzision und Echtzeitfähigkeit gekennzeichnet ist – an dieser Zukunft arbeitet Weihan Li.
Dabei wird sein Projekt „SPEED”: Schnelle Charakterisierung der Leistungsfähigkeit von Lithium-Ionen-Batterien aus der Produktionslinie mit maschinellem Lernen durch eine Förderung des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt in Höhe von 1,85 Millionen Euro im Rahmen des Wettbewerbs „BattFutur – Nachwuchsgruppe Batterieforschung” unterstützt.
Professor Li wurde in China geboren, schloss sein Studium der Fahrzeugtechnik an der Tongji University ab und kam 2014 an die RWTH Aachen, um den Master in Elektrotechnik und Informationstechnik und die Promotion am Institut für Stromrichtertechnik und Elektrische Antriebe (ISEA) zu absolvieren. Forschungsaufenthalte führten ihn an das Imperial College London, die University of Oxford und das Massachusetts Institute of Technology (MIT). Im Jahr 2021 schloss er seine Promotion mit Auszeichnung ab und gründete im darauffolgenden Jahr die Nachwuchsgruppe „Artificial Intelligence for Batteries“, die er auf 13 Doktorandinnen und Doktoranden ausbaute, unterstützt durch Industriekooperationen (ca. 40 % der Drittmittel) und die Infrastruktur des CARL mit über 6.000 Testkreisen, die eine verlässliche Datenbasis für die Modellierung mit KI liefern.
Der Wissenschaftler kann mittlerweile auf eine Reihe von Auszeichnungen und Preisen zurückblicken, darunter der Deutsche Studienpreis der Körber-Stiftung, der zu den höchstdotierten Preisen für Nachwuchswissenschaftler:innen in Deutschland zählt. Seine Publikationen umfassen 53 wissenschaftliche Artikel, zwei Monographien, drei Patente und über 40 betreute Abschlussarbeiten.
Für weiterführende Informationen bezüglich der Forschung sowie des Werdegangs von Professor Weihan Li sei auch auf die Website der RWTH Aachen University verwiesen.
Prof. Andreas Ulbig erneut in den Vorstand der VDE ETG gewählt
Die Energietechnische Gesellschaft im VDE (VDE ETG) hat ihren neuen Vorstand gewählt. Unter den bestätigten Mitgliedern befindet sich erneut Prof. Dr. sc. Andreas Ulbig, Lehrstuhlinhaber für Aktive Energieverteilnetze und Mitglied der Institutsleitung des Instituts für Elektrische Anlagen und Netze, Digitalisierung und Energiewirtschaft (IAEW) der RWTH Aachen.

© IAEW / Plattform Lernende Systeme
Mit rund 9.000 Mitgliedern zählt die VDE ETG zu den wichtigsten wissenschaftlichen Plattformen für den Austausch rund um das Energiesystem in Deutschland. Die Gesellschaft bündelt Expertise aus Wissenschaft, Wirtschaft und Industrie, um die Weiterentwicklung des Energiesystems fachlich zu unterstützen.
Die Vorsitzende Dr.-Ing. Britta Buchholz (Hitachi Energy) wurde für eine weitere dreijährige Amtszeit bis Ende 2028 wiedergewählt. Neu in den Vorstand rücken Dr. Alexander Montebaur (Westnetz GmbH) als stellvertretender Vorsitzender sowie Ben Gemsjäger (Siemens AG) nach. Neben Prof. Ulbig wurden auch Richard Tretter (Stadtwerke München GmbH) und Prof. Dr.-Ing. Jutta Hanson (TU Darmstadt) in ihren Ämtern bestätigt.
Prof. Ulbig ist seit der vergangenen Amtsperiode Mitglied des ETG-Vorstands. Er leitet an der RWTH Aachen den Lehrstuhl für Aktive Energieverteilnetze und ist zudem Gruppenleiter im Fraunhofer-Zentrum Digitale Energie des Fraunhofer FIT. Sein akademischer und beruflicher Werdegang umfasst Stationen an der Universität Stuttgart, der TU Hamburg, der französischen SUPELEC, dem California Institute of Technology (Caltech) sowie der ETH Zürich, an der er 2014 promoviert wurde. Anschließend war er bis 2021 Chief Operating Officer des von ihm mitgegründeten ETH-Spin-offs Adaptricity, bevor er den Ruf an die RWTH Aachen annahm.
Mit der Wiederwahl von Prof. Ulbig bleibt die RWTH Aachen im Vorstand der VDE ETG weiterhin stark vertreten.

