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Freie Software für freie Lehre! – Gemeinsame Erklärung der deutschen, communitygestützten Open-Source-Bildungsplattformen

03. Juli 2020 | von

Der letzte Semesterstart stand ganz unter dem Zeichen der Umstellung auf digitale Lehre. Doch wie gelingt eine solch drastische Veränderung? Die Umstellung sollte sowohl für erfahrene als auch für unerfahrene Nutzende von digitalen Angeboten möglichst nahtlos sein. Die angebotenen Lösungen sollten sowohl flexibel als auch einfach zugänglich sein. Und genau hier kommen Open-Source-Systeme ins Spiel.

Personen zeigen auf Laptop

Eine Software gemeinsam je nach Bedarf weiterentwickeln? Kein Problem mit Open-Source-Softwares! (Bild: Unsplash)

Open-Source-Softwares für mehr Gemeinschaftsgefühl

90% aller Studierenden nutzen im Rahmen ihres Studiums Lernmanagement-Systeme auf Open-Source-Basis. Ob ILIAS, Stud.IP oder Moodle, es sind genau diese quelloffenen Softwares, die die notwendige Basis für die Lehre in diesem Online-Semester bilden. Digitalisierung spielt in unserem Leben eine immer größer werdende Rolle. Auch die Kompetenzen, die wir in den letzten 20 Jahren diesbezüglich angesammelt haben, sind immens. Dieses Know How sollte genutzt und unterstützt werden. Durch die Nutzung von quelloffener Software wird die Nutzergemeinschaft dazu ermutigt, sich bei der Weiterentwicklung dieser Software zu beteiligen. Der große Vorteil von Open-Source-Systeme liegt also darin, dass die Gemeinschaft selbst die Software weiterentwickelt. Nach Bedarf können also Lösungen für neue Herausforderungen durchdacht und eingebettet werden. Durch dieses Einbetten neuer Elemente innerhalb der Software wird das Einkaufen von Lizenzen für eigenständigen Softwares oftmals überflüssig. Das stärkt nicht nur das Gemeinschaftsgefühl, sondern kann ebenfalls erhebliche Kosten sparen. Des Weiteren wird die Unabhängigkeit von Softwareanbietern durch die Nutzung von quelloffenen Lösungen ebenfalls gewährleistet.

Langfristige Sicherung der freien Softwareentwicklung durch gemeinsame Erklärung

Die deutschen Open-Source-Communities rufen nun dazu auf, die Offenheit und Freiheit der Bildungslandschaft in Deutschland zu erhalten. Es handelt sich hierbei unter anderem um die Vereine, die hinter den großen Plattformen ILIAS, Stud.IP oder Moodle stecken. Die Strukturen, die sich insbesondere in den letzten Monaten bewährt haben, sollen durch eine geeignete Finanzierung gesichert und weiter ausgebaut werden. Die Erklärung beinhaltet 10 Forderungen, die die Open-Source-Communities an die Politik stellen. Dabei wird unter anderem die Entwicklung eines länderübergreifenden Konzepts für den Ausbau von Open-Source-Lern-Infrastrukturen vorgesehen. Auch sollte der Fokus auf den Ausbau von Strukturen der vorhandenen Open-Source Systemen liegen, statt für Lizenzen für die Nutzung kommerzieller Software zu zahlen.

Bildungseinrichtungen werden nun dazu eingeladen, diese Erklärung und die Nutzung von Open-Source Softwares in Zukunft zu unterstützen. Seit 2019 setzt die RWTH Aachen University mit RWTHmoodle ebenfalls auf quelloffene Lernmanagement-Systeme. Die RWTH unterstützt diese Erklärung sowie deren Forderungen und hat bereits die “Freie Software für freie Lehre!”-Erklärung offiziell unterzeichnet.

Die Forderung sowie alle weiteren Informationen zur Erklärung findet Ihr auf der Webseite opensourcelms.de.

Verantwortlich für die Inhalte des Beitrags ist Stéphanie Bauens.

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