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Elektrotechnik und Informationstechnik

Kategorie: ‘Informationstechnische Systeme’

Erste AUDICTIVE-Konferenz 2023

07. September 2023 | von
Frau steht auf Präsentationsbühne.

Professorin Janina Fels © Gottfried Behler, Janina Fels und Alexander Raake

Eine Konferenz wie ein Booster-Shot für die Dynamik der interdisziplinären Grundlagenforschung mit dem Ziel eine Brücke zwischen auditiver Wahrnehmung und Kognition einerseits und virtueller Realität andererseits zu schlagen.

Mit den jüngsten Entwicklungen bei Hardware- und Softwaretechnologien hat die audiovisuelle virtuelle Realität (VR) ein hohes Maß an Wahrnehmungsplausibilität erreicht, was die Beschränkungen einfacher Laborsituationen zu überwindet ermöglicht. Das schafft gute Voraussetzungen, um die Fähigkeit zur Interaktion mit einer komplexen audiovisuellen Szene – als Abbildung einer authentischen Lebenserfahrung zum Beispiel in einem Klassenzimmer, einem Großraumbüro oder aber als komplexe Kommunikationssituationen im Freien – in Abhängigkeit von akustischen, visuellen und weiteren kontextbezogenen Faktoren kontrolliert zu erforschen. Die Anwendbarkeit der resultierenden wissenschaftlichen Ergebnisse in der unmittelbare Lebenswelt, ebenso wie ihre Rückkopplung zur Qualitätssteigerung in der interaktiven audiovisuellen virtuellen Umgebungen und Qualitätsbewertungsmethoden der Schnittstelle beider Fachbereiche sind Themen der Konferenz und Forschungsgegenstand.

Anlässlich dieser multidisziplinären Herausforderungen lud Universitätsprofessorin Janina Fels vom Lehrstuhl für Hörtechnik und Akustik der RWTH Aachen Forscher aus den Bereichen Akustik, Kognitionspsychologie und Informatik zur ersten AUDICTIVE-Konferenz vom 19. bis zum 22. Juni 2023 ein. Das Ziel war dabei eine interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Grundlagenforschung zu sichern und Synergieeffekte möglich zu machen, die von einer einzelnen Disziplin nicht erreicht werden können.
Gegenwärtig werden Forschungsanstrengungen meist getrennt innerhalb der einzelner wissenschaftlicher Forschungsgemeinschaften durchgeführt. Dies hindert die kognitive Psychologie und die Akustik daran, das enorme Potenzial der VR voll auszuschöpfen, um ihre bestehenden Theorien in den realistischeren, reichhaltigeren und interaktiven virtuellen Umgebungen zu testen und zu erweitern, die mit dem gegenwärtigen Stand der Technik in der VR-Technologie geschaffen werden können. Gleichzeitig kann die VR-Forschung vom Wissen über auditive Wahrnehmung und Kognition profitieren, um die wichtigen Qualitätskriterien zu verstehen, die erfüllt werden müssen, um die Wahrnehmung und kognitive Leistung der Nutzer sowie das subjektive Erleben und die (soziale) Präsenz in einer virtuellen Umgebung zu optimieren. Aufgrund des Mehrwerts der Zusammenarbeit und der Forschungsmethoden der drei Disziplinen ist zu erwarten, dass die Forschung in den Bereichen Hören, auditive Kognition und VR auf ein deutlich höheres Niveau gehoben werden kann.

sitzendes Publikum

© Gottfried Behler, Janina Fels und Alexander Raake

In den Vorträgen der Konferenz wurden faszinierende Einblicke in in die Zukunft der Mensch-Computer-Interaktion, auditive Wahrnehmung und Virtual Reality geboten:

Professorin Barbara Shinn-Cunningham vom Carnegie Mellon Institute führte in Ihrer Präsentation aus, wie unser Gehirn die auditive Welt um uns herum wahrnimmt und bewertet. Dabei nutzt es die Interaktion zwischen willentlicher Top-Down-Aufmerksamkeit und unwillkürlicher Bottom-Up-Aufmerksamkeit, um sich auf einen Sprecher zu konzentrieren und gleichzeitig neue Schallquellen in unserer Umgebung zu verarbeiten. In diesem Vortrag untersuchte Professorin Shinn-Cunningham, wie periphere und zentrale Faktoren zusammen den kommunikativen Erfolg bestimmen, der in alltäglichen Umgebungen von erwarteten und unerwarteten Geräuschen beeinflusst wird. Den Schwerpunkt legte Sie auf die kortikalen Netzwerke, die den Wettbewerb um die Aufmerksamkeit vermitteln.

Professor Frank Steinicke von der Universität Hamburg präsentierte in seinem Vortrag die aufregende Entwicklung der Verschmelzung von erweiterter Realität (XR) und künstlicher Intelligenz (KI). Er betonte, wie diese Technologien nahtlose Übergänge zwischen realen und virtuellen Welten ermöglichen und das Potential haben, immersive Erfahrungen zu schaffen.
Dennoch ist die heutige immersive Technologie noch Jahrzehnte von der ultimativen Darstellung entfernt. Die Unzulänglichkeiten des menschlichen Wahrnehmungssystems, der Kognition und der Motorik können jedoch ausgenutzt werden, um die Realität so zu verbiegen, dass überzeugende immersive Erfahrungen möglich werden. In seinem Vortrag wurden einige XR-Illusionen vorstellen, die uns der ultimativen Verschmelzung von Intelligenz und Realität näher bringen.

Professorin Alexandra Bendixen von der TU Chemnitz sprach über ihre Forschung im Bereich der auditiven Wahrnehmung und Sensorik. Sie erläuterte, wie Sie Szenen mit mehreren Interpretationen erstellt und die Wahrnehmung von Hörern überwacht, um Faktoren zu untersuchen, die die auditive Wahrnehmung in mehrdeutigen Szenen stabilisieren. Die jüngsten Kombinationen von auditiver Multistabilität mit Eyetracking haben neue Einblicke in das Zusammenspiel von auditiver und visueller Multistabilität gegeben, mit Auswirkungen auf unser allgemeines Verständnis der Szenenanalyse über alle Sinne hinweg. Wenn die psychophysiologische Messlogik umgedreht wird, können Gehirnreaktionen im Zusammenhang mit sensorischen Vorhersagen verwendet werden, um bestimmte Aspekte der virtuellen Realität (VR) zu bewerten, z. B. die Angemessenheit von VR-Latenzen.


Weitere Informationen zur AUDICTIVE-Konferenz sind auf der offiziellen Website verfügbar.

Deutscher Studienpreis: Silber geht an Dominik Šišejković

25. August 2023 | von
Junger Mann lächelt auf frontaler Portraitaufnahme.

Preisträger Dominik Sisejkovic ©David Ausserhofer

Seine exzellente Dissertationen, Entwicklung vertrauenswürdiger Mikroelektronik – von der Theorie zur Praxis, ehrt die Körber-Stiftung am 27. November in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin mit dem Deutschen Studienpreis 2023. Dominik Šišejković erhält von Bundestagspräsidentin Bärbel Bas den zweiten Preis in der Sektion Natur- und Technikwissenschaften.

Im Mittelpunkt seiner Doktorarbeit steht die Frage, wie Hardware gegen dezentrale Modifikationen geschützt werden kann. Denn Hardware-Trojaner stellen eine der größten Sicherheitsbedrohungen des modernen Zeitalters dar. Eine solche sorgfältig konzipierte Modifikation ermöglicht es Angreifern, sich Zugang zu kritischen Infrastrukturen zu verschaffen, geheime Informationen zu extrahieren oder sogar Systeme im ungünstigsten Moment abzuschalten.

„In dieser Arbeit gehen wir Schritt für Schritt vor, um die Logikverschlüsselung zu verstehen, von ihrer grundlegenden Mechanik über die Software Implementierung bis hin zu einer tiefgreifenden Analyse der Sicherheitseigenschaften im Zeitalter des maschinellen Lernens“, erklärt Dominik Šišejković, Doktorand an der RWTH Aachen im Fachgebiet Elektrotechnik.

Eine mögliche Lösung verbirgt sich in der Logikverschlüsselung, einer führenden Technik zur Absicherung von Hardware. Die Ergebnisse wurden in einem industriebewährten Verschlüsselungsverfahren gebündelt, das einen sicheren Weg zum Schutz von Hardware ermöglicht.


Der Deutsche Studienpreis zählt zu den höchstdotierten wissenschaftlichen Nachwuchspreisen in Deutschland. Er zeichnet jährlich herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler aller Fachrichtungen aus. Für exzellente Dissertationen von besonderer gesellschaftlicher Bedeutung vergibt die Körber-Stiftung Preise im Gesamtwert von über 100.000 Euro.

Projekt Sacred Sound: Ein längst verklungenes Lebensgefühl in längst verlorenen Räumen.

28. April 2023 | von
Visualisierung der akustischen Simulation einer virtuellen Nachbildung der historischen Kirche Cluny.

Raytracing-Simulation im akustischen 3D-Modell von Cluny III (Bild: Lukas Aspöck, CC-BY 4.0)

Wie war das damals im Mittelalter? Geschichte erleben und einen Zeitgeist nachfühlen –  Musikwissenschaftler Professor Stefan Morent von der Universität Tübingen rekonstruiert mit seinem Projektteam und in Kooperation mit dem Institut für Hörtechnik und Akustik der RWTH Aachen die Klangwelt dieser Epoche. Im Zentrum des musikhistorischen Experiments steht die Klosterkirche von Cluny III zwischen 1130 und 1790.

Drei dimensionale Simulation der historischen Kirche Cluny.

3D-Modell von Cluny III. Schwarze und dunkelgraue Teile zeigen die noch vorhandenen Reste der Kirche (Bild: Lukas Aspöck, CC-BY 4.0)

Die Benediktinerabtei von Cluny zählte, bis zu der Zerstörung wesentlicher Teile des imposanten Bauwerks, zu den einflussreichsten religiösen Zentren Europas. In Ihren Räumlichkeiten praktizierten Geistliche ihren Glauben: „Nur über Musik und wenn die Liturgie makellos ausgeführt würde, könne eine Verbindung zu Gott aufgebaut werden“, erklärt Professor Morent die Überzeugung der Mönche. Doch wie klang ihr Gesang in den weitläufigen und prachtvollen Sälen?

Singende performen mit Kopfhörern im schallabsorbierenden Laborraum.

Ensemble Ordo Virtutum während der Aufnahmesession im schalltoten Halbraum des Instituts (Foto: Lukas Aspöck, CC-BY 4.0)

Cluny III ist eine virtuelle Version des historischen Originals, die eine raumakustische Computersimulation ermöglicht. Dafür wurden mittelalterliche Chorgesänge des Ensembles Ordo Virtutum im Labor des IHTA – einem schalltoten Raum ohne Nachhall –  aufgenommen. In Echtzeit erlebten die Singenden dabei die Reflexionen des virtuell konstruierten Kirchenraumes über Kopfhörer. Diese Auralisation ermöglicht eine Einbettung der musikalischen Kompositionen in den baulich-historischen Kontext ihrer Entstehung. Doch welche Rolle spielt die Wechselwirkung von Architektur und Klang für zukünftige Raumkonzepte? Um diese Frage zu beantworten, werden die Aufnahmen in weiteren Projektschritten musikwissenschaftlich analysiert, um den Einfluss der Architektur auf die musikalische Darbietung zu untersuchen.

Ausgezeichnete Platzierung in weltweitem Hochschulranking

11. April 2023 | von
Eine Absolventin der RWTH

© Kurt Beyer

In Elektrotechnik gehört die RWTH Aachen zu den drei besten deutschen Universitäten. Zu diesem Ergebnis kommt das international hoch angesehene QS Ranking by Subjects des britischen Informationsdienstleisters Quacquarelli Symonds. In seiner neusten Version vorgestellt, basiert das Fächer-Ranking auf verschiedenen Kriterien, die fächerspezifisch gewichtet werden. Dabei macht eine Online Reputationsbefragung unter Hochschulabsolvierenden und Arbeitgebenden zwischen 40 und 100 Prozent der Gesamtpunkte aus und gilt als wichtigster Indikator. Zitationen, die wissenschaftliche Arbeiten der Hochschulen durchschnittlich erfahren, fließen bis zu 60 Prozent ein. Bei einigen ingenieur- und naturwissenschaftlichen Fächern werden zusätzlich noch die internationalen Forschungsnetzwerke betrachtet.

Die Aachener Exzellenzuniversität konnte sich deutschlandweit in vielen Fächern auf das Siegerpodest stellen und überzeugt auch im internationalen Vergleich. In zehn Fächern platzierte sie sich unter den 100 Besten weltweit. Besonders gut schneidet die RWTH in den Fächern Bergbauingenieurwesen mit Platz 15 und Maschinenbau mit Platz 19 ab.

Weitere Informationen unter: www.topuniversities.com

„Hex-Hex“: Text – Abschlussarbeit geschrieben!

31. März 2023 | von

Studierender schreibt an einer Abschlussarbeit.Die richtigen Zauberformeln werden in den Kursen der „Schreibwerkstatt E-Technik“ vermittelt. Das Präsenz-Angebot bietet Bachelor- und Masterstudierenden der Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik eine maßgeschneiderte Vorbereitung auf das Verschriftlichen der anstehenden Studien- oder Abschlussarbeiten. Die Teilnehmer profitieren von erworbenen Basiskenntnissen und Schreibstrategien, die in einer individuellen Online-Beratung weiter ausgebaut werden können. Bei erfolgreicher Teilnahme erlangen die Studierenden ein Zertifikat und 3 CP, die für den Wahlpflichtbereich anrechenbar sind.
Internationale Studierende müssen als Teilnahmevoraussetzung für den Kurs ein Deutschniveau von mindestens C1.2 nachweisen. Die Online-Schreibberatung findet wahlweise auf Deutsch oder Englisch statt.

Anmeldefrist: 27. März bis 3. April 2023

Termine:

Gruppe 1
02.84000
Gruppe 2
02.08496
Mi, 19.04.2023
Mi, 03.05.2023
Mi, 17.05.2023
Mi, 07.06.2023
jeweils von
14.30 bis 17.30 Uhr
Mi 26.04.2023
Mi 10.05.2023
Mi 24.05.2023
Mi 21.06.2023
jeweils von
14.30 bis 17.30 Uhr

Die Anmeldung erfolgt über das Benutzerkonto am Sprachenzentrum.

Kontakt für Rückfragen: schreibzentrum@sz.rwth-aachen.de

 

Top-Platzierung in internationalem Ranking

31. März 2023 | von

weißer Pokal auf petrolgrünem HintergrundDas Portal Research.com teilt im neu erschienenen Ranking mit, dass die Elektrotechnik und Informationstechnik der RWTH den 2. Platz im deutschlandweiten Vergleich erzielt. International liegt die RWTH in dieser Disziplin auf dem 65. Platz.
Research.com wertet für das Ranking die Häufigkeit der Zitationen wissenschaftlicher Artikel und weiterer Publikationen aus. Für die Auswertung  werden die Daten der Datenbanken OpenAlex und CrossRef einbezogen. Gerankt werden die Forschenden anhand des D-Index, einer Abwandlung des H-Index, der die Zitationen auf ihre wissenschaftlichen Arbeiten innerhalb einer Disziplin misst. In die Ranglisten werden alle Personen aufgenommen, die einen D-Index von mindestens 30 erreichen. Die Summe der D-Indizes aller gelisteten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einer Hochschule ist dann ausschlaggebend für deren Platzierung im Hochschulranking.
Folgende RWTH Professoren der Elektrotechnik und Informationstechnik haben sich demnach für das Ranking qualifiziert:

  • Dirk Uwe Sauer vom Lehrstuhl für Elektrochemische Energiewandlung und Speichersystemtechnik
  • R.W. De Doncker vom Lehrstuhl und Institut für Stromrichtertechnik und Elektrische Antriebe
  • Heinrich Meyr vom Lehrstuhl für Integrierte Systeme der Signalverarbeitung
  • Antonello Monti vom Lehrstuhl für Automation of Complex Power Systems
  • Max Lemme vom Lehrstuhl für Elektronische Bauelemente AMICA – Advanced Microelectronic Center Aachen
  • Steffen Leonhardt vom Lehrstuhl für Medizinische Informationstechnik
  • Petri Mahönen vom Lehrstuhl und Institut für Vernetzte Systeme
  • Rainer Leupers vom Lehrstuhl für Software für Systeme auf Silizium

 

 

Frauen für MINT-Berufe gewinnen – Unterstützung des ZDF heute journals

16. Februar 2023 | von
BA Studentin Helena im Interview mit dem ZDF Team.

BA Studentin Helena im Interview mit dem ZDF Heute Journal Team. Foto: C. Antweiler

Ende Januar war das Team vom ZDF heute journal für einen Beitrag zu Besuch beim Institut für Kommunikationssysteme an der RWTH Aachen. Der Beitrag gibt Einblicke zum Thema „Frauen in MINT Fächern“ welche bisweilen noch weniger von Frauen und Mädchen gewählt werden, wie beispielsweise Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Die Gründe für die niedrige Frauenquote sowie welche Ansätze es gäbe dies zu ändern, hat Redakteur Peter Böhmer vom Landestudio Nordrhein-Westfalen dazu an der RWTH recherchiert.

Durch Interviews verschiedener Studentinnen der RWTH, darunter unsere BA-Studentin Helena, sowie mit Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Aloys Krieg, Prorektor für Lehre, konnte sich das heute journal Team einen Eindruck verschaffen. Den bebilderten Rahmen für den Beitrag bildeten hierzu das Institut für Kommunikationssysteme und eine Vorlesung von Prof. Peter Jax.

Ihr findet den Beitrag in der ZDF Mediathek.

Gold und Bronze bei der Innovation Awards Verleihung 2023

10. Februar 2023 | von

Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner der diesjährigen Verleihung des Innovation Awards für wegweisende Hochschulprojekte, deren Beitrag in besonderem Maße die Region Aachen als Innovationsstandort bereichert.

Preisträger Dr.-Ing. Moritz Joseph hält eine Urkunde und steht neben Professor Malte Brettel.

Professor Malte Brettel und Preisträger Dr.-Ing. Moritz Joseph vom Team Neureka.

Gold ging an das Team Neureka um Professor Rainer Leupers vom Lehrstuhl für Software für Systeme auf Silizium mit einem Entwicklungskit auf Hardware – und Softwareebene für neuromorphe KI-Chips in Edge-Anwendungen.
Neuromorphe Rechensysteme bilden die Funktionsweise des menschlichen Gehirns ab, da sie Rechen- und Speichereinheit vereinen und somit eine enorme Leistungssteigerung in der Künstlichen Intelligenz ermöglichen. Bereits heute verfügbare neuromorphe Chips versprechen eine zehn- bis hundertfach verbesserte Energieeffizienz, Latenz und Platzeffizienz. Neureka ist der Herausforderung, den komplizierten Systementwurf dieser Technologie der Industrie zugänglich zu machen, erfolgreich entgegengetreten.
Das Hardware Development Kit integriert zugekaufte neuromorphe Chips in ein bestehendes Rechensystem, erlaubt die Validierung von neuromorpher Hardware und ist eine Entwicklungsplattform für marktreife KI-Geräte. Das Software Development Kit ermöglicht die einfache Programmierung und Simulation von KI-Applikationen auf neuromorphe Systeme. Softwareentwickler können so risikoarm KI-Applikationen auf disruptive, neuromorphe Hardware bringen und den Energieverbrauch von KI reduzieren.
Kunden beider Entwicklungen sind Industrieanwender, Hersteller mobiler Endgeräte und Anbieter von Smart City IoT-Geräten.

Silber ging an ein elektromagnetisch aufheizbaren nanomodifizierten Stent zur Behandlung von Hohlorgantumoren, der in Zusammenarbeit von Ioana Slabu vom Institut für Angewandte Medizintechnik und Benedict Bauer vom Institut für Textiltechnik entwickelt wurde.

Bronze ging zum einen an das Team um Mathias Bode vom Institut für Technische Verbrennung in Kooperation mit dem Jülich Supercomputing Centre. Ihre Software-as-a-Service-Plattform JuLES gilt als Schlüsseltechnologie für die klimaneutrale Transformation von Industrieprozessen.

Professor Heinz Pitsch, Mathis Bode, Professor Malte Brettel und Weihan Li von links auf der Bühne der Preisverleihung stehend.

Professor Heinz Pitsch mit Mathis Bode, linke Seite, und Weihan Li, rechte Seite, nach der Urkundenüberreichung durch Professor Malte Brettel.

Zum anderen freute sich ebenfalls über Bronze das Team vom Lehrstuhl für Elektrochemische Energiewandlung und Speichersystemtechnik unter Leitung von Professor Dirk Uwe Sauer. Die Auszeichnung würdigte die Entwicklung eines digitalen Batteriezwillings zur Steigerung der Effizienz und Sicherheit im Anwendungsfeld.
Lithium-Ionen-Batterien entwickeln sich aufgrund ihrer geringen Kosten und hohen Energiedichte zu der Technologie für Energiespeicherung, insbesondere im Bereich der Elektromobilität. Allerdings verschlechtert sich ihre Leistung im Laufe der Zeit. Eine Zustandsüberwachung und Vorhersage der Batteriealterung kommt nicht nur der Sicherheit, Wartung und Anlagenoptimierung zugute, sondern ist auch Ausgangspunkt für die technische und wirtschaftliche Analyse möglicher Second-Life-Anwendungen.
Das entwickelte Cloud-Batteriemanagementsystem deckt sieben Schlüsselfunktionen zur Kontrolle des gesamten Lebenszyklus von Batterien ab und ermöglicht so die Online-Überwachung der Alterung, die Vorhersage des Alterungsverlaufs und die Optimierung der Betriebsstrategie zur Begrenzung der Alterung.
Die Innovation trägt zur Beschleunigung der Energiewende und zur Elektrifizierung des Verkehrs bei. Auch eröffnen sich für eine Vielzahl von Branchen kommerzielle Möglichkeiten, wie etwa digitale Zertifikate für Batterien, Batteriegarantien und -versicherungen sowie vorausschauende und rechtzeitige Warnung vor sicherheitskritischen Zuständen.

 

 

Otto-Junker-Preise 2022

29. November 2022 | von

Bild: Ryan Benkert, Daniel Fallnich, Josefin Wilkes und Tomasz Engelmann (vorne, von links) wurden mit dem Otto-Junker-Preis ausgezeichnet. Wolfgang Bleck, Ulrich Rüdiger, Marianne Conradt und Udo vom Berg gratulierten (hinten, von links).
Foto: Andreas Schmitter

Für herausragende Studienleistungen ausgezeichnet

Ryan Benkert, Tomasz Engelmann, Daniel Fallnich und Josefin Wilkes erhielten für ihre herausragenden Studienleistungen den Otto-Junker-Preis 2022. Diese Auszeichnung wird jährlich an RWTH-Absolvierende der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik sowie der Fachgruppe Materialwissenschaft und Werkstofftechnik in der Fakultät für Georessourcen und Materialtechnik vergeben.

Die Otto-Junker-Stiftung wurde 1970 von Dr.-Ing. E.h. Otto Junker ins Leben gerufen. Als Ehemaliger der RWTH fühlte er sich der Hochschule verbunden und schätzte den wissenschaftlichen Austausch. Ziel der Stiftung ist die Unterstützung des wissenschaftlichen Nachwuchses sowie die Förderung zahlreicher Einzelprojekte. Udo vom Berg, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Otto Junker GmbH, und RWTH-Rektor Ulrich Rüdiger überreichten die Auszeichnungen im Rahmen einer Feierstunde. Professor em. Wolfgang Bleck, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats der Stiftung, sowie die Bezirksbürgermeisterin Marianne Conradt gratulierten den Preisträgern.

Ryan Benkert wurde im Januar 1997 geboren und machte sein Abitur in Gilching. Anschließend studierte er Elektrotechnik, Informationstechnik und Technische Informatik an der RWTH und schloss den Master mit der Note 1,0 ab. Die Masterarbeit mit dem Thema „Out-of-Distribution Detection for Unsupervised Perception Systems” wurde am Lehrstuhl für integrierte System der Signalverarbeitung unter Leitung von Professor Gerd Ascheid geschrieben. Während des Studiums absolvierte er einen Aufenthalt am Georgia Institute of Technology, gefördert durch das Deutschlandstipendium sowie durch ein Stipendium der Georgia Tech. Darüber hinaus schloss er drei Praktika in den USA ab, eines davon in Cupertino bei Apple. Derzeit promoviert Benkert am Georgia Institute of Technology in Atlanta, USA.

Daniel Fallnich, Jahrgang 1996, stammt aus Hannover und absolvierte nach dem Schulabschluss ein freiwilliges Wissenschaftsjahr im Bereich der Produktionstechnik. Anschließend studierte er an der Universität Hannover Elektrotechnik und Informationstechnik im Bachelor-Studiengang. Für den Master wechselte er an die RWTH und studierte in der Fachrichtung Elektrotechnik, Informationstechnik und Technische Informatik. Hier stand er auf der Dean’s List der besten Studierenden. Fallnich hat zusätzlich noch ein sechsmonatiges Studium an der TU Delft im Department Quantum and Computer Engineering absolviert. Die Masterarbeit mit dem Thema „Design of a Hardware Architecture for the Niederreiter Cryptosystem” wurde am Lehrstuhl für integrierte digitale Systeme und Schaltungsentwurf unter Leitung von Professor Tobias Gemmeke geschrieben. Derzeit arbeitet Fallnich bei IBM in Böblingen.

The Future of Networking

02. Dezember 2021 | von

Professor Dr. Haris Gačanin, Leiter des Lehrstuhls für Verteilte Signalverarbeitung und Co-Leitung des Institute of Communication Technologies and Embedded Systems, präsentierte die Forschungsaktivitäten des 6GEM Research-Hubs auf dem Thinknet 6G Summit. Der Thinknet 6G Summit ist eine internationale Konferenz, die sich mit der nächsten Generation von Kommunikationsnetzen beschäftigt.
Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung kommt der mobilen Kommunikation die entscheidende Rolle zu, die Kommunikationsinfrastruktur für die gesamte Gesellschaft bereitzustellen. Die aktuelle Generation der mobilen Kommunikation, 5G, ist die erste, die den Fokus weg von der individuellen Endnutzerkommunikation hin zu industriellen Anwendungen (Industrie 4.0), Logistik, Transport und eHealth verlagert. Die nachfolgende Generation, 6G, soll die Kapazität und Geschwindigkeit der Netze weiter ausbauen, um Anwendungen mit deutlich höheren Anforderungen an die Vernetzungsfähigkeit zu ermöglichen, wie z. B. vollständig autonomes Fahren.
In dieser Hinsicht konzentriert sich das 6GEM-Forschungszentrum mehr auf die praktischen Auswirkungen, die 6G auf unsere Gesellschaft haben wird. Schließlich muss diese fortschrittliche Infrastruktur anpassungsfähige und belastbare Kommunikationssysteme für ein breites Spektrum von Anforderungen und Anwendungen zum Wohle der Menschheit bereitstellen.