Am 7. März fand im IT Center die diesjährige Softwaretechnik-Messe (SWT-Messe) statt. Diese stellt für die dualen Studierenden des Studiengangs „Angewandte Mathematik und Informatik“ der FH Aachen den Abschluss des Moduls „Softwaretechnik“ dar. Die angehenden mathematisch-technischen Softwareentwickler*innen (MATSE) präsentieren ihre Projekte und zeigten, was sie im Laufe des Semesters erlernt haben.
Die Projekte
Auch in diesem Jahr haben die Ausbildungsbetriebe sowie Hochschuleinrichtungen wieder spannende Themen für die Projekte der MATSE-Auszubildenden bereitgestellt. Teilnehmenden Unternehmen waren GTS Systems and Consulting GmbH, INFORM GmbH, SOPTIM AG, Amadeus Leisure IT GmbH, Databay AG, Decadia GmbH, PSI Metals Non Ferous GmbH, IVU Traffic Technologies AG, Ericsson GmbH und das Institut für Medizinische Informatik des UKA. Auch verschiedene Einrichtungen der RWTH Aachen waren als Projektgeber vertreten: das WZL (Werkzeugmaschinenlabor), das IT Center, das Institut für Ingenieurshydrologie, das Institut für Getriebetechnik, Maschinendynamik und Robotik sowie der Lehrstuhl und das Institut für Massivbau.
Insgesamt arbeiteten 90 MATSE-Auszubildende in 20 Kleingruppen an ihren Projekten. Diese deckten ein breites Spektrum an Themen ab und reichten von einer „GUI unterstützte Diagnose eines NFC/Payment Gerätes auf On-Board-Units im ÖPNV“ über „Erstellung, Visualisierung und Begehung von Bauplänen in VR“ bis hin zu „Entwicklung und Prototyping einer KI-gestützten Software zur automatisierten Transkription“.
Die MATSE-Auszubildenen des IT Centers präsentierten zwei Projekte: in einem Projekt wurde die „Entwicklung eines Prototyps zum Hochladen, Verwalten und Überprüfen von Ausbildungsnachweisen (AnuBis)“ erarbeitet und in einem anderen Projekt die „Vorkursverwaltung in RWTHmoodle“.
AnuBis
AnuBis stellt ein Ausbildungsnachweis- und Betreuerinformationssystem dar und soll der Nachfolger des derzeit benutzten IHK-Tools „Tibros“ werden, welches im August 2025
abgeschaltet wird. Das System soll dabei die Relation zwischen Auszubildenden und Betreuenden modellieren und so ermöglichen, dass die Auszubildenden rechtzeitig Ausbildungsnachweise schreiben, diese von Betreuenden geprüft und dabei zentral gesammelt werden, um bei Beendigung der Ausbildung alle Nachweise darlegen zu können. Auszubildende können so mithilfe eines Eingabeformulars die Leistungen aus der (Hoch-)Schule sowie die Arbeitsleistung niederschreiben oder die erbrachten Leistungen via PDF hochladen.
Betreuende haben zudem die Möglichkeit, ein Zeitintervall zu definieren, in dem die Ausbildungsnachweise erstellt werden sollen, beispielsweise wöchentlich oder monatlich. Unterstützend kann das System eine automatische Erinnerungsemail verschicken, wenn kurz vor der Abgabefrist noch kein Nachweis eingegangen ist.
Die Webapp nutzt im Frontend das Framework Vue.js sowie das Stylingpackage Bootstrap5, während das Backend auf Django basiert und die Daten vom Frontend verifiziert und verwaltet. Zusätzlich wird im Backend Celery genutzt. Celery übernimmt die Kommunikation mit einem Worker-Server, um die Ausführung von
Erinnerungen asynchron und nach beliebigen, aber festen Zeitraum auszuführen und resistent gegenüber Server-Neustarts zu machen.
Primär übernimmt also das Backend die Modellierung der Relations und die Logik. Das Frontend dagegen dient zur Weiterleitung und Darstellung der Informationen aus dem Backend.
RWTHmoodle: Vorkursverwaltung
Das Projekt zielt darauf ab, ein Plug-in für RWTHmoodle zu erstellen. RWTHmoodle wird unter anderem für Vorkurse genutzt, die die RWTH Aachen neuen Studierenden zur Vorbereitung auf das Studium anbietet.
Bislang erfolgte die Verwaltung der Vorkursteilnehmenden dezentral bei den verschiedenen Anbietern der Vorkurse. Das Plug-in soll die Verwaltung dieser Vorkurse vereinheitlichen. Dabei wird durch ein konfigurierbares Anmeldeformular die Möglichkeit zur selbstständigen Anmeldung zum Vorkurs gegeben. Zudem wurde in diesen Prozess die Erstellung eines RWTHmoodle-Accounts inklusive Prüfung, ob die Person bereits einen Account besitzt, integriert. Nach Anmeldung zu einem Vorkurs wird eine automatische Bestätigungsmail versendet, durch welche ein Kennwort für den potenziell neu erstellten Accounts gesetzt werden kann.
Das Plug-in wurde mit PHP und der Moodle-Datenbank im Backend erstellt und in die Moodle-Umgebung integriert. Dazu ließ sich die Moodle-Datenbank beim Erstellen des neuen Plug-ins erweitern. Außerdem wurde Docker Desktop genutzt, um Moodle mit dem Plug-in auszuführen und zu testen.
Abschluss und Ausblick
Die Softwaretechnik-Messe 2025 war eine wertvolle Gelegenheit für die angehenden MATSEs, um ihre Projekte vorzustellen. Die Veranstaltung förderte den Austausch von Ideen und Erfahrungen und schuf eine positive Atmosphäre für den kommunikativen Austausch zwischen „Ausstellenden“ und „Besuchenden“.
Durch die praxisnahen Projekte konnten die Studierenden nicht nur ihre technischen Fähigkeiten, sondern gleichzeitig wichtige Softskills wie Teamarbeit und Kommunikationsfähigkeit weiterentwickeln. Diese Kombination aus technischem Know-how und persönlichen Kompetenzen ist entscheidend für ihren zukünftigen beruflichen Erfolg.
Wir gratulieren den MATSE-Auszubildenden zu ihren hervorragenden Leistungen und freuen uns darauf, im nächsten Jahr neue spannende Projekte zu erleben!
Ihr interessiert euch für eine MATSE-Ausbildung? Dann schaut mal auf unserer MATSE-Webseite vorbei!
Verantwortlich für die Inhalte dieses Beitrags ist Marc Weerts.
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