Neue Studie zu digitalen Lernszenarien im Hochschulbereich
Die Digitalisierung durchdringt zunehmend die gesamte Gesellschaft. Sie bietet zugleich Chancen und Risiken. Viele Bereiche, Prozesse und Strukturen unterliegen dadurch weitreichenden Veränderungen. Auch die Hochschulen und Universitäten sind von diesen Veränderungen betroffen. Viele Hochschulen nutzen bereits die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten der Erstellung, Bereitstellung und Nutzung digitaler Medien in der Lehre. Die Form und der Umfang der Nutzung sind dabei allerdings je nach Hochschule (oder sogar Studiengang) sehr verschieden.
Die Themengruppe ‚Innovationen in Lern und Prüfungsszenarien‘ des Hochschulforums Digitalisierung hat am 07. Januar 2016 eine Studie zu digitalen Lernszenarien im Hochschulbereich veröffentlicht. Diese liefert einen systematisierten Überblick über digitalisierte Lernelemente und -formate an deutschen und internationalen Hochschulen.
Für die Studie‘ wurden von den Autorinnen und Autoren 57 nationale und 188 internationale Fallstudien digitalisierter Lernelemente und -formate gesammelt und ausgewertet. Anhand von zwölf Merkmalen und Dimensionen wurden insgesamt acht digitalisierte Lernszenarien (z.B. Selbststudium, Personalisierung, Online-Lernen) abgeleitet und Handlungsempfehlungen erarbeitet, wie Lernelemente und -szenarien genutzt werden können, um die eigene Lehre weiterzuentwickeln oder neue Zielgruppen zu erschließen.
Die Studie steht kostenlos als PDF zum Download bereit. Darüber hinaus stellen die Autorinnen und Autoren eine Präsentation mit den wichtigsten Ergebnissen zur Verfügung.
Das Hochschulforum Digitalisierung wurde als unabhängige nationale Plattform im Jahr 2014 gestartet. Das Ziel ist es, die unterschiedlichen Ansätze zur Digitalisierung der Bildung in den Strukturen der Hochschulen fest zu verankern und einen bundesweiten Austausch zu derartigen Ansätzen herbeizuführen.
Tagung: Quality Assurance in Higher Education
Unter dem Titel Quality Assurance in Higher Education – the unsolved Mystery of its untapped Potential findet vom 02.-04. Mai 2016 im Steigenberger Hotel in Berlin eine Tagung zum Qualitätsmanagement an Hochschulen statt. Ausgangspunkt war und ist die Paradoxie, dass sich einerseits Qualitätsmanagement in der Hochschulbildung zu einem globalen Phänomen entwickelt hat und beträchtliche Ressourcen des Hochschulsektors in Anspruch nimmt, andererseits eine strukturierte Diskussion über ihre Auswirkungen, Funktionen und ihr großes Potenzial unter Beteiligung wichtiger Interessengruppen vielfach ausbleibt.
Die von der Akkreditierungsagentur ASIIN organiserte Konferenz thematisiert die Wechselwirkungen zwischen Qualitätsmanagement der europäischen Hochschulausbildung und ihrer Funktion
- für den Aufbau der Universität der Zukunft,
- für politische und wirtschaftliche Integrationsprozesse und die Definition nationaler Bildungsstrategien
- für die Konzeption einer modernen Entwicklungspolitik
- für die Anerkennung von Qualifikationen
- für die länderübergreifende Beförderung akademischer und beruflicher Mobilität sowie
- für eine fruchtbare Symbiose mit dem Beschäftigungssektor.
Die Veranstaaltung adressiert Vertreter der nationalen und internationalen Hochschulgemeinschaft, Qualitätsmanagement-Beauftragte, die Vertreter der internationalen Berufswelt sowie Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände, politische Akteure und Medienvertreter, Vertreter der internationalen Qualitätssicherungsagenturen, Vertreter der Anerkennungsbehörden, Vertreter der ASIIN-Mitgliedsorganisationen sowie alle, die an dem Thema interessiert sind. Weitere Informationen zur Konferenz sowie die Anmeldung können über folgende Webseite aufgerufen werden.
Frohe Weihnachten
Allen Leserinnen und Lesern des Logbuchs Lehre sowie unseren Autorinnen und Autoren wünschen wir frohe Weihnachten, erholsame Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr 2016! Das Logbuch Lehre macht einige Tage Pause. Ab dem 05.01.2016 sind wir wieder für Sie erreichbar.
GML² 2016: Die offene Hochschule: Vernetztes Lehren und Lernen
Vom 10. bis 11. März 2016 findet die vierzehnte E-Learning-Tagung „GML²: Grundfragen Multimedialen Lehrens und Lernens“ in Berlin statt. Das Center für Digitale Systeme (CeDiS) der Freien Universität Berlin lädt alle Akteurinnen und Akteure, die sich mit dem Einsatz digitaler Medien im akademischen Kontext befassen, dazu ein, sich mit Vorträgen zum Thema „Die offene Hochschule: Vernetztes Lehren und Lernen“ an der Tagung zu beteiligen und sich mit Vertreterinnen und Vertretern anderer Hochschulen und Institutionen zu vernetzen.
Die Organisatoren haben die Frist zur Einreichung von Abstracts für die GML² 2016 nochmals bis zum 20. Januar 2016 verlängert.
Weitere Informationen rund um die Konferenz finden Sie unter: www.gml-2016.de.
Eine Anmeldung zur Tagung ist ab Anfang Januar 2016 möglich.
Vorkurs Mathematik: Wie lerne ich besser?

Übergabe des iPads durch Prof. Nacken
Der Vorkurs Mathematik der RWTH Aachen erfreut sich stetiger Beliebtheit. Jährlich wird der Kurs von fast 2000 Teilnehmern genutzt, um sich auf das anstehende Studium vorzubereiten. Selbst zukünftige Studierende anderer Hochschulen nutzen ihn als Vorbereitung auf ihr Studium. Oft wird angenommen, dass die jungen Studierenden besser und lieber mit den „neuen Medien“ arbeiten als traditionell dem Frontalunterricht zu folgen. Um diese Hypothese zu testen, wurde ein Experiment veranstaltet, in dem der klassische Frontalunterricht mit einer Online-Lernplattform verglichen wurde. Es galt zu klären: Lernen die Studierenden besser mediengestützt als klassisch?
94 angehende Ingenieure nahmen an dem Experiment teil und wurden in zwei Gruppen unterteilt. Die erste Gruppe wurde mit traditionellen Mitteln mit Hilfe von Tutoren unterrichtet. Die zweite Gruppe nutzte den Online Mathematik Brückenkurs OMB+ zur Erlernung verschiedener mathematischer Themenbereiche. Das Ergebnis zeigte, dass die klassische Aufbereitung der Inhalte zurzeit besser geeignet ist, um das Wissen zu vermitteln.
Als Motivation zur Teilnahme an der Studie wurde unter allen Teilnehmern ein iPad verlost. Der glückliche Gewinner hieß Eric Chow, ein angehender Wirtschaftsingenieur. Bei der Übergabe seines Preises wurde er befragt, wie man die Motivation der Studierenden steigern und die Durchführung des Vorkurses verbessern könne. Aus seiner Sicht wäre ein zusätzlicher Anreiz, wie Bonuspunkte aus dem Vorkurs in anstehenden Matheklausuren förderlich.
Die Studie war die erste in einer Reihe von Beiträgen für die Digitalisierungsstrategie der RWTH Aachen, in deren Rahmen Maßnahmen identifiziert werden, die zu einer Steigerung der Qualität der Lehre beitragen. Unterstützt wird das Projekt vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und der Heinz Nixdorf Stiftung. Beteiligt sind die RWTH Lehrstühle LFI, TIME, i9, sowie der Lehrstuhl für Erziehungswissenschaften.
Konferenz für studentisches Forschen
Vom 08.-09. Juli 2016 findet an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg die erste bundesweite fächerübergreifende Konferenz für studentische Forschung statt. Das Ziel dieser Tagung besteht darin, studentische Forschung sichtbar zu machen, über regionalen Austausch hinaus und jenseits von üblichen Fächergrenzen. Studierende aller Fachrichtungen haben die Möglichkeit, ihre Forschungsergebnisse zu präsentieren und mit interessierten Studierenden und Lehrenden zu diskutieren und sich auszutauschen.
Um an der Konferenz mit einem Beitrag teilzunehmen, brauchen Interessierte nur eine kurze Zusammenfassung der Forschungsergebnisse einzureichen. Finanzielle Unterstützung für Anreise und Unterkunft sowie eine Erstattung des Teilnahmebeitrags erhalten alle, die ihre Arbeiten präsentieren.
Weitere Informationen zu der Veranstaltung erhalten Sie hier.
Blended Learning mit L²P – Teil 7: Zusammenarbeit fördern mit Wiki und Gruppenbereich
In Teil sieben der Artikelserie zu Blended Learning mit L²P betrachten wir mit Wiki und Gruppenbereich zwei Kollaborationswerkzeuge. In einem Wiki kann man z.B. (gemeinschaftlich) einen Wissenspool zur Veranstaltung aufbauen oder Projektarbeit dokumentieren. Der Gruppenbereich gibt Studierenden Freiraum zur selbständigen Zusammenarbeit und bietet zugleich Lehrenden die Option, Lehrszenarien mit Gruppenarbeit besser zu unterstützen.
Wiki-Seiten
Wiki-Seiten ermöglichen es einer Gruppe, online gemeinsam Texte zu verfassen, ihre Entstehung anhand der gespeicherten Versionen der Seite zu verfolgen und gegebenenfalls ältere Versionen wiederherzustellen. Aus- und Einchecken der Seiten vor bzw. nach dem Bearbeiten verhindern dabei, dass Änderungen durch paralleles Arbeiten gegenseitig überschrieben werden.
Mit Wiki-Seiten können Studierende z.B. ihre Arbeit an einem Gruppenprojekt dokumentieren, gemeinsam ein Skript zur Veranstaltung erstellen oder einen Wissenspool in Form eines Glossars oder einer Linkliste. Dozierende können eine FAQ und Informationen zu einer Veranstaltung und zur begleitenden Prüfung einstellen (s. Abb. 1) oder das Ergebnis einer Feedbackumfrage nach dem Modell des One Minute Paper dokumentieren.
Prof. Baumann im Rahmen des GEDC Awards ausgezeichnet!
Die Airbus Group und der Global Engineering Deans Council (GEDC) haben in Adelaide (Australien) den Preis für Vielfalt in der Ingenieurausbildung 2015 verliehen. Die Initiative zielt auf die Auszeichnung von Menschen ab, die in diesem Bereich wichtige Beiträge auf der ganzen Welt geleistet haben. Von der RWTH Aachen hat es Prof. Martin Baumann in die Runde der letzten drei Finalisten geschafft. Er wurde aufgrund seines Engagements ausgewählt, Studierenden mit Behinderung und Studierenden mit unterschiedlichem Hintergrund an der RWTH die gleichberechtigte Teilnahme an Prüfungen zu ermöglichen. Er hat eine Reihe von Werkzeugen entwickelt, die Studenten helfen und Dozenten unterstützen. Zudem arbeitet er eng mit den betroffenen Studierenden zusammen, um Schnittstellen und Geräte auf ihre Bedürfnisse zuzuschneiden. Mehr als 30.000 Studierende haben seit 2004 an angepassten elektronischen Prüfungen teilgenommen.
Als Preisträger wurde Prof. Fadi Aloul von der Amerikanischen Universität von Sharjah (AUS) in den Vereinigten Arabischen Emiraten für die Entwicklung eines allgemeinen Programms für Studierende im ersten Studienjahr an der AUS geehrt. Das Programm gibt Studienanfängern eine Einführung in den Ingenieursberuf und regt zu kritischem Denken, Kreativität und Innovation an.

v.l.n.r.: Prof. John Beyon (Exec. Dean, Univ. of Adelaide), Prof. Fadi Aloul (Director of the HP Institute, American Univ. of Sharjah, Vereinigte Arabische Emirate), Renetta Tull Ph.D (University of Maryland, USA), apl.-Prof. Martin Baumann (RWTH Aachen), Charles Champion (President of Airbus Operations SAS, Executive Vice President Engineering, Airbus, Frankreich)
„In diesem Jahr hatte die Jury drei hervorragende Kandidaten in der Endauswahl, die auf völlig unterschiedlichen Gebieten arbeiten. Die Airbus Group engagiert sich nachhaltig für verstärkte Diversität und Inklusion in der Belegschaft und unterstützt alle Formen der Vielfalt, was sich in der Wahl des diesjährigen Preisträgers deutlich widerspiegelt“, so Charles Champion (Executive Vice President Airbus Engineering und Schirmherr des Diversity Award).
Blended Learning mit L²P – Teil 6: Übungen anbieten mit dem Übungsbetrieb
Teil sechs der Artikelserie zu Blended Learning mit L²P beschäftigt sich mit einem weiteren Assessment-Werkzeug: dem Übungsbetrieb. Anders als die elektronischen Selbsttests werden die Übungen hier nicht automatisch vom System korrigiert, sondern manuell von Tutorinnen und Tutoren oder den Lehrenden selbst.
Manager_innen erstellen zunächst ein digitales Übungsblatt, das die Aufgaben für die Studierenden enthält. Es kann zeitgesteuert veröffentlicht werden und enthält eine Deadline.
Nach Veröffentlichung laden die Studierenden das Übungsblatt und die darin enthaltenen Aufgabendokumente herunter, erstellen einzeln oder als Gruppe eine Lösung und reichen diese wieder online im Übungsbetrieb ein. Sobald die Deadline erreicht ist, können keine neuen Lösungen eingereicht und bereits bestehende Lösungen nicht mehr bearbeitet werden.
Nun können Manager_innen oder Tutor_innen (= Rolle Betreuer) die Lösungen korrigieren und bewerten. Falls aggregierte Lernräume genutzt werden, lassen sich die Tutor_innen dabei ihren Tutorien zuordnen, so dass nur diejenigen Lösungen angezeigt werden, für die die Tutor_innen zuständig sind. Die erreichten Punkte, die bei Gruppenlösungen allen Gruppenmitgliedern gutgeschrieben werden, werden im Übungsbetrieb in eine Online-Korrektur eingetragen und optional Feedbackdokumente angehangen. Sobald alle Korrekturen zu einem Übungsblatt erstellt sind, müssen die Korrekturen noch freigegeben werden, damit die Studierenden die Punkte und Feedbackdokumente sehen können. Optional kann auch eine Musterlösung zeitgesteuert verfügbar gemacht werden. Die Ergebnisse können später als CSV-Datei exportiert werden.
Auch Szenarien mit Übungsabgaben auf Papier lassen sich in Kombination mit dem Gradebook-Prototypen abbilden. In diesen Fällen wird der Übungsbetrieb lediglich zur zeitgesteuerten Publikation der Aufgabendokumente genutzt. Nach Korrektur der auf Papier eingereichten Lösungsabgaben werden die erreichten Punkte direkt im Gradebook eingetragen oder können als CSV-Datei importiert werden. Alle Ergebnisse sind zudem exportierbar als CSV-Datei.
Wie immer finden Sie mehr Informationen in den L²P-Tutorials. In diesem Fall innerhalb des Bereichs Assessment.
ExAcT Lunch Lehre: Am offenen Herzen – Aktivierung durch interaktive Videos in der Hochschullehre
Diesmal Thema beim ExAcT Lunch Lehre:
Jeder Lerntyp – egal ob Kind oder Erwachsener – hat seine eigene Art, wie er am besten lernen kann. Denn je nach Lerntyp verwenden wir unterschiedliche Sinne, um Inhalte besser zu erfassen, zu verstehen und uns merken zu können. Studien beweisen, dass die meisten Menschen nicht ausschließlich rein auditiv, visuell, kommunikativ oder motorisch lernen, sondern die sogenannten „hybriden“ Lerntypen überwiegen. Das bedeutet, dass neue Informationen umso besser internalisiert werden, je mehr Sinne durch ihre Darstellung angesprochen werden. In der Konklusion bedeutet das für die Hochschullehre, dass Studierende Lehrinhalte besser aufnehmen, abspeichern und anschließend wieder abrufen und praktisch anwenden können, wenn bei der Vermittlung möglichst viele ihrer Sinne beansprucht werden. Weiterlesen »



