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Akustik-Blog

Neues Graduiertenkolleg „MOSAIC“ zum Thema „Akustisches Wohlbefinden“ bewilligt

26. Februar 2025 | von

Die HEAD-Genuit-Stiftung unterstützt die Gründung des neuen Graduiertenkollegs „Akustisches Wohlbefinden im multi-domänen und kontextabhängigen Raumansatz (MOSAIC)“ an der RWTH Aachen. Das Graduiertenkolleg wurde durch den Profilbereich Built and Lived Environment (BLE) initiiert. Koordiniert von der RWTH, sind auch die Uniklinik RWTH Aachen sowie die TU Berlin beteiligt.

Die wissenschaftliche Leitung übernehmen Professor Marcel Schweiker vom RWTH-Lehrstuhl für Healthy Living Spaces und Professorin Janina Fels vom Lehrstuhl für Hörtechnik und Akustik der RWTH.

Das Graduiertenkolleg MOSAIC widmet sich der Erforschung des akustischen Wohlbefindens in unterschiedlichen Innen- und Außenräumen sowie bei verschiedenen Aktivitäten wie Lernen, Arbeiten und Erholen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der neuen Forschungsrichtung „Soundscape“, die Umgebungsfaktoren und ihren Einfluss auf die Hörempfindung untersucht.

Die interdisziplinäre Forschungsgruppe berücksichtigt dabei zahlreiche Faktoren, die das akustische Erleben beeinflussen. Dazu gehören Wechselwirkungen mit Temperaturen, Lichtverhältnissen, Luftqualität, sowie der Raumhöhe und -geometrie. Zudem wird erforscht, wie Menschen physiologisch auf verschiedene akustische Umgebungen reagieren. Um diese Fragen zu beantworten, setzt das Kolleg neben Laborexperimenten auch auf Feldstudien, Interviews und Umfragen.

Am Graduiertenkolleg sind insgesamt acht Lehrstühle beteiligt, davon sieben Lehrstühle der RWTH Aachen und des UKA und einer der TU Berlin. Zu den beteiligten Lehrstühlen gehören:

Sprecher und stellvertretende Sprecherin:

  • Univ.-Prof. Dr. Marcel Schweiker, Healthy Living Spaces (HLS)
  • Univ.-Prof. Dr.-Ing. Janina Fels, Hörtechnik und Akustik (IHTA)

Beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler:

  • Dr. André Fiebig, Technische Akustik, Psychoakustik (TUB)
  • Univ.-Prof. Dr.-Ing. Christoph van Treeck, Energieeffizientes Bauen (E3D)
  • Univ.-Prof. Dr.-Ing. Dirk Müller, Gebäude- und Raumklimatechnik (EBC)
  • Univ.-Prof. Dr. med. Thomas Kraus, Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin (IASU)
  • Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Christa Reicher, Städtebau (SB)
  • Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Florian Fischer-Almannai, Wohnbau (WB)

Das Teilprojekt am IHTA beschäftigt sich mit der „Evaluierung der Einsatzmöglichkeiten der akustischen virtuellen Realität für Studien zum akustischen Wohlbefinden unter Einbeziehung von Komponenten des Indoor Environmental Quality (IEQ)“

Das Teilprojekt am Institut für Hörtechnik und Akustik adressiert bedeutende Forschungslücken im Bereich akustisches Wohlbefinden und IEQ. Bisherige Studien betrachten oft isolierte Komponenten wie Akustik oder Luftqualität, statt einer ganzheitlichen Analyse aller vier Hauptkomponenten. Es fehlt an umfassenden Ansätzen zur gleichzeitigen Bewertung in Lern- und Arbeitssituationen sowie an standardisierten Methoden zur Validierung der Auralisierungstechnologien. Das Projekt zielt darauf ab, einen robusten Rahmen für die Analyse des akustischen Wohlbefindens zu schaffen und die Anwendbarkeit der Techniken zu gewährleisten.

Unser Ziel ist es, einen umfassenden Ansatz zu entwickeln, der alle vier Hauptkomponenten der Indoor Environmental Quality (IEQ) – Thermisches Wohlbefinden, Akustik, Luftqualität und Beleuchtung – integriert.

Unser Projekt adressiert folgende Forschungsfragen:

  1. Welche Methoden zur Untersuchung des akustischen Wohlbefindens sind am effektivsten?
  2. Wie können realistische Auralisierungen entwickelt und validiert werden um sie anschließend in Wahrnehmungsexperimenten zu nutzen
  3. Inwiefern unterscheiden sich psychoakustische Bewertungen in realen Umgebungen von kontrollierten Szenarien?
  4. Welche Wechselwirkungen zwischen den IEQ-Komponenten beeinflussen das akustische Wohlbefinden?

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