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RWTH-Schreibzentrum

Corona-Tagebuch

09. Juni 2020 | von

von Matthias Cherek

Im Rahmen des Kurses „Texte in Arbeit (Oberseminar)“ sind eine Reihe von Texten zur Corona-Pandemie entstanden, in denen die Studierenden die Möglichkeit hatten, ihre Gedanken zu Papier zu bringen.

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Ich verliere langsam den Überblick. Kontaktsperre ab drei Personen, außer Kernfamilie – was auch immer das bedeutet – Geschäfte öffnen ab wieviel hundert Quadratmetern? Außer Buchhandlungen und Autohäusern – interessant – und tausend Regeln mehr. Wo soll ich nochmal eine Maske tragen? Überlebt das Virus auf Oberflächen? Reichen zwei Meter Abstand beim Joggen? Ich habe da von einer Studie gehört, die besagt, dass während der Corona-Pandemie viel mehr Leute über Studien reden. Hat die denn ein Peer-Review? Ich weiß immer über die neuesten Entwicklungen Bescheid: In New York werden Massengräber angelegt, der Iran lügt, China vielleicht auch, Südkorea hat alles toll gemacht. Bescheid – achja, ums Bafög muss ich mich noch kümmern. Wird meine Regelstudienzeit verlängert? Schnell mal googlen, dann weiß ich … Bescheid. Die neueste Ausgabe von Vox Machina Origins wird wegen Corona nicht veröffentlich. Ich soll mich wegen der andauernden Krise in Geduld üben, ein neues Veröffentlichunsdatum wird bald bekannt gegeben. Warum wird denn die Veröffentlichung von einem digitalen Comic verschoben? Ich mache mir jetzt Waffeln. Schnell schauen, ob alles da ist – Milch, Zucker, Eier, Meh… – Ich bestelle mir jetzt Pizza.

Na toll, jetzt habe ich eine Woche nicht an meinem Corona-Tagebuch gearbeitet und schon ist alles veraltet.

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