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Kategorie: ‘Schülerberichte’

Digitale CAMMP week 2021 powered by Bürgerstiftung – Schülerbericht

13. Juli 2021 | von

Thema auf der CAMMP week: AUTOMATIC CADENCE COMPUTATION FOR REPETITIVE MOTIONS

Ich wollte schon immer an der CAMMP week teilnehmen. Eine Woche in einem Camp programmieren, nette Leute kennenlernen und Spaß haben, aber wie sollte das in Zeiten von Corona und social distancing möglich sein…

Dieses Jahr war die Veranstaltung digital. Am ersten Tag haben wir uns in der großen Gruppe kennengelernt und wurden danach  in sieben kleinere Gruppen aufgeteilt.  In diesem Moment habe ich herausgefunden, dass alle Teilnehmer*innen über ganz Deutschland verstreut waren. Die wären Carolin, Jil, Julian, Michael, Elias und ich, die Autorin dieses Berichts. In meiner Gruppe waren Leute aus Aachen und Umgebung und Karlsruhe vertreten – keine guten Vorraussetzungen um gemeinsam Eis essen zu gehen, was wir nach Absolvierung der Woche vor hatten. Trotzdem sind alle Freunde geworden und konnten sich gut in die Gruppe einbringen.

Die CAMMP week 2021 war ein unglaubliches Erlebnis. Meine Gruppe hatte die Aufgabe einen Algorithmus für die Sportuhren der Firma „wahoo“ mit Firmensitz in Atlanta zu entwickeln. Dieser Algorithmus soll die wiederkehrenden Bewegungen beim Paddeln erkennen und zählen. Besonders cool war es, dass die ganze Woche komplett auf Englisch stattgefunden hat, da unser Auftraggeber einer englischsprachigen Firma angehört. Dieses Erlebnis war sehr bereichernd, an einem wissenschaftlichen Problem in englischer Sprache zu arbeiten, wie es auch die „richtigen“ Wissenschaftler oft tun. Unsere Aufgabe war unglaublich spannend und wir haben die Möglichkeit bekommen unser schulmathematisches Wissen auf eine reale Situation anzuwenden. Eine derartige Gelegenheit – ohne Vorgaben ein Problem zu bearbeiten – ergibt sich sonst selten.

Nachdem wir uns mit der Frage auseinandergesetzt haben, sind uns die Ideen förmlich zugeflogen. Daraufhin haben wir ein Konzept erstellt, welches wir dann technisch umgesetzt haben. Auch als wir auf Schwierigkeiten gestoßen sind und nicht mehr wussten, wie es weiter gehen kann, hat unsere Teambetreuerin Amel uns kleine Denkanstöße gegeben, die uns wirklich gut weitergeholfen haben, sodass wir am Ende vor einer Lösung standen und auch sehr stolz auf uns waren. Wir hatten die Lösung und dachten immer noch an Optimierungsmöglichkeiten bis zum geht nicht mehr, aber wir waren zufrieden – unser Algorithmus hat das gemacht, was er sollte. Er zählt die wiederkehrenden Bewegungen und hat nur eine Fehlerrate von 21% – nicht ideal – aber für eine Woche ist dies natürlich eine starke Leistung. Die Kernaufgabe unserer Challenge – das Programmieren – hat sehr viel Spaß gemacht. Wir haben in Python programmiert und zum Austausch verschiedene Kommunkationstools verwendet. Es war so, als ob wir uns in Präsenz gegenüber ständen.

Auf der Abschlussveranstaltung kam die Vorstellung vor der großen Gruppe, den Eltern und derFirma. Alle aus der Gruppe waren total nervös, jedoch waren wir super vorbereitet. Unser Auftraggeber von „wahoo“ war so begeistert, dass er uns gefragt hat unseren Code auch vor der Firma vorzustellen. Mit der CAMMP week war es also auch nach dieser Woche nicht vorbei. In der nächsten Woche sind wir zusammengekommen und haben unseren Vortrag vor“wahoo“ gehalten. Die „wahoo“-Mitarbeiter haben uns daraufhin viele Fragen gestellt und wir hatten den gleichen Ansatz wie die Profis. Es ist zu einem sehr interessanten Austausch gekommen und wir konnten viel über diese Firma lernen.

 

 

 

 

 

Ich habe persönlich viel für mich mitgenommen: das Lösen von realen Problemen macht sehr viel Spaß, da dieser Prozess sehr kreativ ist, es keine Vorgaben gibt, es so viele verschiedene Lösungswege gibt, die man ausprobieren kann und selber die Fehler suchen muss. Wir haben den Computer für uns arbeiten lassen, was sehr reizvoll war, wir haben Programme in Python geschrieben, welche uns die enormen Datensätze, die bereit gestellt wurden, geordnet hat.Ich kann nur empfehlen an der CAMMP week teilzunehmen, es war ein sehr bereicherndes und einmaliges Erlebnis. Vielen Dank an die Organisatoren Tobias Winkens und Sarah Schönbrodt und für die tolle Teambetreuung durch Amel Alhassan. Vielen Dank an „wahoo“ und besonders an Thomas Camminady, der uns die Möglichkeit gegeben hat, an ihrem Problem zu arbeiten.

Teilnahmebericht von Anna-Marie Geeraedts, Q1

Digitale CAMMP week 2020 powered by Bürgerstiftung – Schülerbericht

07. Dezember 2020 | von

Ich habe zum ersten Mal von der CAMMP week gehört, als meine Mathematiklehrerin mich fragte, ob ich an einem einwöchigen Programm für mathematisch interessierte Schüler/innen teilnehmen wollen würde. Ich musste nicht lange überlegen, denn ich bin mathematisch interessiert und ich kann mir sehr gut vorstellen einen mathematisch-naturwissenschaftlichen Studiengang zu wählen, weshalb ich mich kurz darauf für die CAMMP week 2020 beworben habe.

Zu Beginn der CAMMP week wurden wir in Kleingruppen eingeteilt, in denen wir uns dann eine Woche lang mit einer Problemstellung befasst haben, die uns von einem Unternehmen gestellt wurde. Da die CAMMP week dieses Jahr digital ablaufen musste, waren wir alle – Teilnehmer, Betreuer und auch Problemsteller – darauf angewiesen uns online per Videokonferenz oder Gruppen-Chat zu verständigen. Außerdem wurden uns von den Organisatoren der CAMMP week verschiedene Programmier- und Modellierungsprogramme, ein Whiteboard zum Sammeln von Ideen und ein Cloud-Speicher für die Bearbeitung der Probleme zur Verfügung gestellt. Diese Programme waren alle kollaborativ, sodass alle Gruppenmitglieder gleichzeitig darin Änderungen vornehmen konnten.

Die jeweiligen Tage der CAMMP week waren in Arbeitszeiten eingeteilt, in denen wir in den Gruppen jeweils an unseren Problemen gearbeitet haben. Zwischen diesen Arbeitszeiten fanden Vorträge zum Thema „Studieren am KIT“, „Studieren an der RWTH Aachen“ sowie einen Vortrag zum Thema „mathematische Modellierung“ satt und sorgten zusammen mit dem „Pausenexpress“, der Sport und Bewegung in die Woche gebracht hat, für Abwechslung während der CAMMP week.

Innerhalb unserer Gruppe haben wir uns sehr schnell gut verstanden und konnten sofort anfangen an unserer Problemstellung zu arbeiten. Was mich fasziniert hat war, dass wir uns nie zuvor begegnet sind und in Abständen von mehreren hundert Kilometern entfernt voneinander vor unseren Schreibtischen saßen und als Gruppe dennoch ziemlich gut zusammengewachsen sind. Nach einer arbeitsreichen Woche ist es uns gelungen ein erfolgreiches Ergebnis abzuliefern, dieses in einem wissenschaftlichen Bericht zusammenzufassen und es letztlich den Teilnehmern, Betreuern, Lehrern, Eltern und Problemstellern zu präsentieren. Die CAMMP week 2020 war für uns als Gruppe ein voller Erfolg!

Ich persönlich konnte eine Menge aus dieser CAMMP week mitnehmen. So habe ich gelernt mit Personen zusammenzuarbeiten, die ich bisher nicht kannte. Darüber hinaus haben sich meine Programmierkenntnisse erweitert, da wir zur Lösung unseres Problems programmieren mussten. Ich habe auch gelernt, wie man einen wissenschaftlichen Bericht verfasst und über einen längeren Zeitraum hinweg an einem Problem arbeitet. Außerdem habe ich sowohl durch die Vorträge über das Studieren am KIT und der RWTH Aachen als auch durch die praktischen Erfahrungen einen Einblick in das bekommen, was ich in Zukunft einmal machen möchte.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass die CAMMP week 2020 für mich ein sehr schönes und vor Allem aufschlussreiches Erlebnis war und ich ohne Zweifel wieder daran teilnehmen würde!

Teilnehmerbericht von Ivo Lasinski 

CAMMP: Kann man mit Mathe Wahlen gewinnen?

16. April 2018 | von

Eine Podiumsdiskussion der Q1 des Kaiser-Karls-Gymnasiums

Welche Aussagen lassen sich anhand unserer Angaben in sozialen Medien über uns treffen und inwiefern ist es möglich, uns durch diese zu manipulieren.

Die Ergebnisse der Präsidentschaftswahl Ende 2016 und des „Brexit“ Referendums werfen die Frage auf inwiefern personalisierte Werbung bereits zur Beeinflussung der Wahlergebnisse nutzen findet. Dieser und der Frage welche Rolle die Mathematik dabei einnimmt widmete sich die Q1 im Rahmen einer Podiumsdiskussion Anfang März 2018.

In Vorbereitung darauf hatten sich bereits die Mathe-Leistungskurse an einem CAMMP day, des Schülerlabors CAMMP für mathematische Modellierung an der RWTH Aachen,  mit diesem Themengebiet auseinander gesetzt.

Zentral stand die Frage ob es vertretbar sei, dass die Informationen der Nutzer sozialer Netzwerke weitergeleitet werden und passend zu daraus erstellten Schattenprofilen personalisierte Werbung geschaltet wird. Abzuwägen war dabei ob es nicht sogar vorteilhaft wäre nur relevante Werbung zu erhalten oder ob dieser Einschnitt in die Privatsphäre zu drastisch sei.

Zur Debatte stand die Behauptung des Unternehmens Cambridge Analytica, durch personalisierte Werbung das Wahlergebnis der US Präsidentschaftswahl und des „Brexit“ Entscheids bedingt zuhaben. Das Publikum bestritt zwar den möglichen Einfluss nicht, einigte sich jedoch darauf das es zu viele Variable Faktoren gegeben hätte, um es darauf zurück zuführen.

Erfahrungsbericht von Carl Dorndorf, Q1

CAMMP week 2017 powered by Bürgerstiftung – Schülerbericht

06. August 2017 | von

Was ist eigentlich Mathematik? Ist es wirklich nur ein Schulfach oder reicht Mathematik weit über die alltäglichen Aufgabenstellungen in der Schule hinaus? Während der CAMMP week haben wir Antwort auf diese Frage gefunden. Dazu haben wir uns in diesem Jahr mit insgesamt 42 interessierten Schülern in der belgischen Jugendherberge „De Veurs“ getroffen, um sieben verschiedene von Firmen gestellte reelle Probleme zu lösen.

Am Sonntagabend gab es zunächst eine Einführung in das Themengebiet der mathematischen Modellierung. Den Rest des Abends hatten wir dann Freizeit, in der wir uns gegenseitig kennengelernt haben. Am nächsten Morgen warteten wir dann gespannt darauf, welche Themen wir bekommen. Anschließend begann die erste Arbeitsphase, in der sich alle Gruppen zunächst mit ihren Themen vertraut machten. Die Arbeitsphase wurde nur durch die Mittagspause unterbrochen, in der wir uns über die unterschiedlichen Themen austauschen konnten. Erst am Abend wurde uns wirklich klar, welche Komplexität die einzelnen Themen hatten.
Die nächsten Tage wurde fleißig weitergearbeitet und wir bekamen eine Einführung in die Software MATLAB, die wir bei der Bearbeitung der Probleme nutzten. Trotz aller Bemühungen führte kein Weg daran vorbei, die eine oder andere Nachtschicht einzulegen. Kakao und Kaffee haben uns stets geholfen wach zu bleiben. Der Gang zum Automaten wurde zu einer Beständigkeit, sodass das Kakaopulver mehrfach am Tag aufgefüllt werden musste.
Am Mittwoch fand ein gemütlicher Grillabend statt und anschließend wurden die bis dahin erarbeiteten Ergebnisse interessierten Besuchern und Firmenvertretern präsentiert. Am Donnerstag bekamen wir zunächst weitere Arbeitszeit, bevor wir dann Probevorträge hielten, um nicht gänzlich unvorbereitet in die richtigen Präsentationen bei der Abschlussveranstaltung starten zu müssen. Dabei gab es für alle Gruppen eine Hand voll Anregungen und Verbesserungsvorschläge. Diese wurden sofort und auch in der Nacht noch fleißig umgesetzt, sodass kaum jemand vor 4 Uhr schlafen ging.
Nach wenig Schlaf und jeder Menge Kaffee und Kakao sind wir dann am Freitag nach Aachen aufgebrochen. Dort lauschten wir gespannt den anderen Gruppen bei ihren Präsentationen. Nach jedem Vortrag trugen die Firmenvertreter noch ein paar grundlegende Informationen zur Firma bei. In den Pausen bekamen wir schließlich auch die Möglichkeit, mit den Firmenvertretern über die gefundene Lösung des Problems zu reden oder zu diskutieren. Die Firmenvertreter waren sehr erfreut über unsere Arbeit und konnten die Forschungsergebnisse nutzen.

Insgesamt war der Aufenthalt bei der CAMMP week eine Erfahrung, die man unbedingt gemacht haben sollte, wenn man an Mathematik oder Informatik interessiert ist. Wir können diese Woche nur weiterempfehlen, denn es macht Spaß zusammen mit anderen Schülern über die verschiedenen Problemstellungen zu diskutieren und sie schließlich in Teamarbeit zu lösen.

Jannis, Florian und Jessica

CAMMP week 2017 powered by Bürgerstiftung – Schülerberichte

19. Juli 2017 | von

Am 7. Juli berichtete Miriam Rucks (Teilnehmerin der CAMMP week) über die diesjährige CAMMP week powered by Bürgerstiftung. Der Artikel ist nun online frei verfügbar.

Zum Artikel.

Christina Justus, Felix Tietz, Sven Drießen, Stefan Krischer, Sigrid Schneider-Haag (Teilnehmer der CAMMP week) berichteten über die diesjährige CAMMP week powered by Bürgerstiftung.

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Jannis Gabrisch, Florian Fechtel und Jessica Kraushausen berichten ebenfalls über die diesjährige CAMMP week powered by Bürgerstiftung.

Zum Artikel.

Der Artikel von Elena Gensch über die diesjährige CAMMP week powered Bürgerstiftung ist hier zu finden.

Sven Drießen, Christina Justus, Stefan Krischer und Felix Tietz vom Gymnasium am Wirteltor (Düren) berichten ebenfalls über die diesjährige CAMMP week.

Zum Artikel.

Erfahrungsberichte zur CAMMP science Sommerschule

02. Juli 2016 | von

Erfahrungsberichte zum CAMMPscience Projekt

01. Juni 2016 | von

Hier finden sie eine Zusammenfassung von Erfahrungen der teilnehmenden Schülergruppen: CAMMP science – Erfahrungen von KKG-Schüler/innen

Bericht über die CAMMP week 2015 powered by Bürgerstiftung

08. Juli 2015 | von

Sieben Probleme, eine Woche, viele neue Erfahrungen und der Wunsch nach einem anständigen Bett

Gutes Wetter, wenig Schlaf, Mathematik, viel Kaffee und noch mehr Spaß. Was im ersten Moment für die meisten Menschen widersprüchlich klingt, beschreibt doch am treffendsten die CAMMP week 2015. CAMMP, das steht für „Computational and Mathematical Modeling Program” und ist eine kleine Erfolgsgeschichte des Lehrstuhls CCES der RWTH-Aachen. So ist diese Woche voller Mathematik dieses Jahr bereits in seine fünfte Runde gegangen und wurde für alle Beteiligten ein gelungenes Erlebnis. Ziel ist es den Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, wie Mathematik in der Wissenschaft genutzt wird und dazu nicht wie im Mathematikunterricht Stift und Papier ausreichen. Dazu standen sieben offene, reelle Probleme zur Verfügung, die zu lösen waren.

Aber fangen wir vorne an: Bei strahlendem Sonnenschein, der uns für die nächsten fünf Tage nicht mehr verlassen wollte, trafen Sonntags peu à peu Schüler und Schülerinnen, Lehrkräfte und das Team der RWTH in der kleinen belgischen Jugendherberge ein. Die insgesamt 42 Schülerinnen und Schüler aus 13 Schulen trafen sich abends dann zum ersten Mal zu einer kleinen Einführung in die mathematische Modellierung, gehalten von Prof. Dr. Ahmed E. Ismail. Die Begeisterung der Teilnehmer hielt sich zu diesem Zeitpunkt noch in Grenzen. Jedoch ging es mit der Vorstellung der sieben Probleme, der Gruppeneinteilung und einem ersten kleinen Kennenlernspiel weiter, in dem sich die Gruppendynamik, die sich die nächsten Tage entwickeln sollte, bereits ein erstes Mal zeigte.

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Nach einer Nacht in belgischen Jugendherbergsbetten starteten wir montags in unseren Gruppen mit der Bearbeitung des gegebenen Problems. Dies mag einfacher klingen, als es tatsächlich war. Bevor wir überhaupt loslegen konnten, mussten wir erst einmal das Problem verstehen und inwiefern dies eigentlich etwas mit Mathematik zu tun hat. Daraus ergaben sich bereits die ersten Fragen, die Grundlage der Modellierung sind: Wie vereinfache ich ein komplexes, reelles Problem so, dass ich es in einem mathematischem Computermodell abbilden kann, das Aussagekraft hat.

Diese erste große Hürde konnte bereits Montags bewältigt werden. Die Arbeit an den Computern begann. Die darauf folgenden Tage zeichneten sich durch lebhafte Diskussionen, da jeder Teilnehmer eine eigene Auffassung des Problems hatte, Frustration, wenn der geschriebene Code mal wieder nicht funktionierte, und einen unfassbar hohen Kaffeeverbrauch aus. Die Dynamik und Eigenmotivation, die die Gruppen dabei entwickelten, waren mit nichts zu vergleichen, was man aus der Schule kennt. Hinzu kommt die Selbstständigkeit, mit der gearbeitet wurde: Die betreuenden Lehrer, die es sonst gewohnt waren das Zepter in der Hand zu halten und die Arbeit zu lenken, fanden sich auf einmal in einer Statistenrolle wieder. Um sich dennoch mit einzubringen beschränkte man sich darauf für das leibliche Wohl der Gruppe zu sorgen indem Obstteller zubereitet oder einfach nur Kaffee geholt wurde. Diese neue und ungewohnte Rolle für die Lehrer war jedoch ein gewünschter Nebeneffekt, da das fachliche Wissen diesmal gar nicht in ihren Händen lag, sondern bei den wissenschaftlichen Betreuern des CAMMP Teams. Somit war diese Woche nicht nur eine Lernmöglichkeit für die Schülerinnen und Schüler, sondern auch für deren Lehrkräfte. Dies führte dazu, dass die gewohnte Schüler-Lehrer-Hierarchie durchbrochen wurde und man sich sogar auf Augenhöhe begegnete, da die Schüler zum Ende der Woche mehr Wissen über ihr Problem und deren Lösung hatten als die Lehrer. Daraus und aus der Anwesenheit von einigen Kindern des Organisationsteams resultierte eine unbefangene, fast familiäre Stimmung, die diese Veranstaltung noch weiter vom schulischen Alltag abhob. Außerdem gab es reichlich Möglichkeiten sich körperlich auszutoben und den Kopf für ein paar Minuten von Mathe, falschen Codes und dem nicht funktionierenden Internet frei zu machen. Immerzu sah man Frisbee, Basketball oder Fußball spielende Grüppchen. Den Höhepunkt hatten die sportlichen Aktivitäten am Mittwoch, an dem es galt mit seiner Gruppe in einem Sportturnier anzutreten und zu zeigen, was man doch für ein tolles Team war.
Nicht verschweigen will ich hier auch eine kleine, stetig wachsende Gruppe von Schülerinnen,Schülern, Lehrerinnen und Lehrern, die so verrückt war, sich jeden morgen eine Stunde vor dem Frühstück zu treffen, um die Müdigkeit mit einer oder mehr Runden Liegestütze, Kniebeugen oder Yoga zu vertreiben.
Einzig am Donnerstag spürte man bei allen Teilnehmern eine unterschwellige Spannung, da die Deadline immer näher rückte und die Lösung noch immer nicht vollständig oder überhaupt in Sichtweite war. Allen war klar, dass diese Nacht wohl nicht so erholsam werden würde, wie die vorherigen und das der Kaffeekonsum nochmal gesteigert werden musste. Als dann auch noch bei den Probepräsentationen auffiel, dass manches was man erarbeitet hatte, gar keinen Sinn ergab, war die Motivation erst einmal im Keller. Hier konnten jedoch die Lehrer einen wichtigen Beitrag leisten und die Gruppen wieder anregen, die letzten Stunden zu investieren, um ein gutes Ergebnis abzuliefern. Als die letzten Gruppen dann um halb 5 ins Bett fielen und sich auf ganze 3,5 Stunden Schlaf freuen konnten, kam noch nicht der berechtige Stolz auf das Erreichte auf, aber das sollte sich am nächsten noch Tag ändern.

IMG_4923Das letzte Frühstück wurde nach einer kräftezehrenden Nacht dann auch größtenteils schweigend und in einer deutlich kleineren Runde, als an den anderen Tagen aufgenommen. Jeder war froh ein gutes Ergebnis erzielt zu haben, doch stand noch als letztes großes Event die Abschlusspräsentation vor Vertretern der RWTH und Wirtschaftsunternehmen im SuperC an. Am heißesten Tag der Woche fuhren wir zurück nach Aachen und bei allen machte sich ein Kribbeln breit, das sowohl aus Vorfreude und Lampenfieber, als auch ein wenig Enttäuschung bestand, dass nun alles so gut wie vorbei war. Als die Gruppen schlussendlich auf dem Podium standen und vor den geladenen Gästen, Lehrern, Eltern und Geschwistern ihre Ergebnisse präsentierten wurde sich jeder bewusst, welche grandiose Arbeit sie alle bewältigt hatten und das sich sämtliche Mühen gelohnt hatten. Der Stolz kam so richtig auf, als man sich nach der Präsentation mit den Vertretern der Problemsteller traf, die alle vollauf begeistert waren, und sowohl Lob als auch kleine Präsente entgegennehmen durfte.
Nun zeigte sich aber letzten Endes der Schlafmangel und blickte man im Saal um sich, sah man nicht wenige, denen es schwer fiel die Augen offen zu halten. Die Sehnsucht nach dem eigenen Bett stieg an. Das merkte man auch nachdem alle Gruppen fertig waren und man sich endlich mit den Eltern treffen konnte. Es wurde noch flüchtig einige Telefonnummern ausgetauscht und ausgemacht, dass man sich wiedersehen müsste, doch eigentlich wollte jeder nur noch nach Hause und sich hinlegen. So kam es auch, dass diese letzte Runde recht schnell ihr Ende fand und man an einigen Erfahrungen reicher, großer Zufriedenheit und mit viel Freude den Nachhauseweg antrat.

Text: Cornelius Hesse-Edenfeld (teilnehmender Student an der CAMMP week 2015 powered by Bürgerstiftung)

Erfahrungsbericht MINT EC

18. Dezember 2014 | von

Aus dem Jahresreport 2013/14 des MINT-EC-Vereins:

Meine Erfahrungen mit dem MINT-EC

Im Jahr 2012, also vor knapp zwei Jahren, durfte ich mein erstes MINT-EC-Camp besuchen. Es fand am DESY in Zeuthen bei Berlin zum Thema „Messung kosmischer Teilchen“ statt. Bis dahin war für mich ganz klar: Nach dem Abi geht es nach Aachen zum Maschinenbaustudium. Standard halt. Das hat sich auch durch die Teilnahme am DESY-Camp erst einmal nicht verändert. Denn die Forschung in der Physik habe ich zwar als spannend und interessant erlebt, aber für mich sah ich dort keine Zukunft. Ähnlich erging es mir in meinem zweiten Camp an der TU in Dresden. Beide Camps waren dennoch ein voller Erfolg für mich. Raus aus dem Schulalltag, rein in die „reale“ MINT-Welt und den Forschungsalltag. Denn nicht nur der Inhalt, sondern auch Planung, Teams, Ausrichter und die anderen Teilnehmer sind Teil der Erfahrungen, die man im Camp macht. Ausgehend von einem stets begeisterten Veranstaltungsleiter packt einen die Neugierde und der 14-Stunden-Tag geht schneller als der 45-Minuten-Unterricht vorbei. Stress, Druck und die Vorbereitung für die Abschlusspräsentation wirken sich nur positiv auf die Stimmung in der Gruppe aus. Genial!

Nun finde ich die Übersicht zum CAMMP in Aachen an der RWTH… da will ich doch hin… aber CES also Computational Engeneering Science?!? Noch nie gehört…. Egal! Teilnehmen. An den viel zu schnell vergehenden Tagen lerne ich, was das Ziel von CES ist: mittels der Rechenleistung von Computern technische Probleme zu analysieren und bestmögliche Lösungen zu finden. Dies wird über die Simulation in der Informatik realisiert. Innerhalb kürzester Zeit lassen sich so Lösungen für Produktverbesserungen finden und damit Produktionskosten senken. Ein gutes Beispiel ist die Automobilindustrie: Jeder neue Kleinwagen muss vor der Serienherstellung als Prototyp zu Testzwecken diverse Crashtests durchlaufen und positiv abschließen. Jeder dieser Tests kostet mindestens eine Million Euro. Zuviel, um bei einem solchen Test zu merken, dass die vorherige Planung nicht zielführend war und der Wagen den Sicherheitsanforderungen nicht gerecht wird. Die Simulation ersetzt zwar den physischen Test nicht, bietet jedoch die Möglichkeit alle Parameter im Vorhinein sorgfältig zu wählen und so Fehlversuche zu minimieren. Der Studiengang CES verbindet also Maschinenbau, Mathematik und Informatik miteinander. Eine spannende Woche macht mir deutlich, wie die Zukunft aussehen wird. Denn welches Gerät läuft heute noch rein mechanisch? Das Thema fasziniert mich und mit Blick auf das bevorstehende Abi rückt die Entscheidung näher. Ich hänge in einem großen Disput zwischen Maschinenbau und CES. Worin liegt die Zukunft? Was passt besser zu mir? Diese Fragen muss ich für mich beantworten, denn diejenigen, die ich um Rat frage, kennen CES nicht… zu neu, zu unbekannt. Die meisten Ratschläge laufen daher auf den Studiengang Maschinenbau hinaus. Ich entscheide mich für CES. Ausschlaggebend war die Tatsache, dass CES eher zukunftsorientiert ist und mir die Arbeit während des Camps sehr viel Freude bereitet hat.

Ich bin froh, die vielen Einblicke durch den MINT-EC erlebt zu haben. Eindrücke, die der Schulalltag verborgen hält, sind für mich unersetzlich bestechend. Noch heute habe ich tolle Kontakte, auf die ich zurückgreifen kann. Einmalig! – Danke!

Julius Genske, ehemaliger Schüler des Irmgardis-Gymnasium, Köln, Nordrhein-Westfalen

Bericht über die CAMMP week MINT-EC 2013

02. Oktober 2013 | von

SAM_95801Vom 13.11.-16.11.2013 haben wir die CAMMP week einmal anders als in der gewohnten Form ausprobiert. Zusammen mit dem Verein MINT-EC haben wir eine angepasste Variante unserer CAMMP week für Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland angeboten. Insgesamt 20 Schülerinnen und Schüler haben wir am Mittwochnachmittag bei uns in der RWTH Aachen begrüßen dürfen. Nachdem sie in das Hauptthema unserer CAMMP week, dem mathematischen Modellieren von Prof. Ahmed E. Ismail eingeführt wurden, haben sich die insgesamt vier Gruppen jeweils mit einem der folgenden Probleme beschäftig, die von unseren Partnern gestellt wurden:

  1. Berechnung der Kontaktfläche zwischen Fahrzeugsitz und Insasse
  2. Abbildung von Flechtprozessen
  3. Optimierung von Wärmeaustauschern
  4. Mobilität der Zukunft – Optimierung eines Carsharing Buchungssystem

 

SAM_96841Begleitet wurden sie dabei von einem unserer vier Betreuer Torsten Trimborn, Rolf Isele-Holder, Michael Woopen und Callum Corbett. Obwohl Jugendliche und Betreuer diesmal nicht zusammen in einer Jugendherberge untergebracht waren, haben sich die Gespräche doch meistens nur um eines gedreht:”Wie lösen wir das Problem?” Nicht nur in den Gruppenarbeitsphasen, die eingeplant waren, sondern auch beim Mittagessen, gemeinsamen Abendessen, der Stadtführung und dem Besuch der AixCAVE drehten sich die Gespräche immer wieder um mathematische Ansätze und mögliche Lösungswege. Der Ansporn auf eine möglichst gute Lösung war schließlich so groß, dass alle Gruppen ihre freien Abende nutzten, um weiter an ihren Aufgaben/Problemen zu arbeiten und auszufeilen.

Die Motivation der Schülerinnen und Schüler wurde dadurch verstärkt, IMG_3460dass am Samstagvormittag die Ergebnisse im Super C der RWTH Aachen den Firmenvertretern und einem neugierigen Publikum präsentiert werden sollten. So wurde in den Gruppen am Freitag Abend bis tief in die Nacht, teilweise sogar bis in die frühen Morgenstunden am Samstag gearbeitet. Am Ende präsentierten alle Schülergruppen, teilweise ohne eine einzige Minute Schlaf in der Nacht, hervorragende Ergebnisse.

Viele Schüler hätten sich gerne noch länger mit ihrem Thema auseinandergesetzt, um ihre Lösungsvorschläge zu vervollständigen. Dennoch ist es gelungen den Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, wobei es bei mathematischer Modellierung ankommt und dass ein Studium oder ein Beruf im MINT-Bereich viel Geduld, Selbstmotivation und Teamfähigkeit erfordert.

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