Kategorie: ‘Psychologische Diagnostik und Intervention’
Neuropsychologie über die Lebensspanne – GNP-Jahrestagung 2026 in Göttingen
Vom 10. bis 12. September 2026 fand in Göttingen die 41. Jahrestagung der Gesellschaft für Neuropsychologie (GNP) statt. Unter dem Motto bot die Tagung einen breiten Einblick in aktuelle Forschung, Diagnostik und therapeutische Praxis der klinischen Neuropsychologie.
Die inhaltliche Bandbreite war dabei groß: Sie reichte von der Kinder- und Jugendneuropsychologie über Fragen neuropsychologischer Diagnostik und Rehabilitation bis hin zu kognitiven Veränderungen im höheren Lebensalter und Demenzerkrankungen. Weitere Themen waren unter anderem die interkulturelle neuropsychologische Diagnostik, Möglichkeiten einer stärker alltagsnahen Erfassung psychischer und kognitiver Funktionen durch Wearables und mobile Anwendungen sowie Fragen der Fahreignung, Begutachtung und gesellschaftlichen Teilhabe.
Auch unser Institut für Psychologie war durch Prof. Dr. Thomas Günther mit zwei wissenschaftlichen Vorträgen auf der Jahrestagung vertreten. Der Beitrag „Zeitvorgaben sind keine Nebensache: Zum Einfluss der Darbietungsgeschwindigkeit auf Gedächtnisleistungen in der neuropsychologischen Diagnostik“ beschäftigte sich mit methodischen Rahmenbedingungen neuropsychologischer Gedächtnistests. In einem zweiten Vortrag mit dem Titel „Aufmerksamkeit und Aktivität als dimensionale Prädiktoren schriftsprachlicher Leistungen: Diagnostischer Zusatznutzen bei ADHS und Lese-Rechtschreibstörung“ standen Zusammenhänge zwischen Aufmerksamkeit, Aktivität und schriftsprachlichen Leistungen im Mittelpunkt.
Neben dem wissenschaftlichen Austausch spielen derzeit auch Fragen der zukünftigen Ausrichtung des Faches eine wichtige Rolle. Innerhalb der GNP wird intensiv an einer Neuausrichtung des Curriculums Klinische Neuropsychologie gearbeitet. Damit verbindet sich die Frage, welche Kompetenzen zukünftige Klinische Neuropsychologinnen und Neuropsychologen benötigen und wie Weiterbildung und Qualifikation an die fachlichen und versorgungsbezogenen Entwicklungen der kommenden Jahre angepasst werden können.
Die Göttinger Jahrestagung bot damit nicht nur Gelegenheit, aktuelle Forschungsergebnisse zu diskutieren, sondern auch, gemeinsam über die weitere Entwicklung der klinischen Neuropsychologie nachzudenken.
23rd European Conference of Eye Movements 2026 in Ulm
Vom 30. August bis 04. September 2026 fand die 23. European Conference of Eye Movements (ECEM) in Ulm statt. Insgesamt kamen rund 260 Forschende aus den verschiedensten Fachbereichen zusammen, um sich über aktuelle Projekte im Bereich der Blickbewegungsforschung auszutauschen. Die Themen reichten von Wort-, Satz-, und Textlesen in verschiedenen Sprachsystemen über Social Gaze und Interaktion bis hin zu Blickbewegungen von Hunden und Affen.
Prof. Dr. Thomas Günther und Philippa Kadenbach vom Lehrstuhl für psychologische Diagnostik und Intervention nahmen an der Konferenz teil. Philippa Kadenbach präsentierte dort ihr Poster „Predictive Processing During L1-L2 Switching“, das sich mit dem Einfluss kontinuierlicher Sprachwechsel auf die prädiktive Sprachverarbeitung von morphosyntaktischen und semantischen Informationen beschäftigt.
Die Konferenz bot viele Möglichkeiten des Austauschs und der Vernetzung sowie spannende Einblicke in die neuesten Entwicklungen der Blickbewegungsforschung.
PsyDiagnostics Runners beim Lousberglauf: Gemeinsam unterwegs
Bei strahlendem Wetter und bester Stimmung waren die „PsyDiagnostics Runners“ beim diesjährigen Lousberglauf am Start. Mit dabei waren Thomas Günther, Frederike Steinke, Irina Gier, Philippa Kadenbach und Josefine Horbach vom Lehrstuhl 3 sowie Julia Neschen und Joana Thiel vom EfO.
Im Mittelpunkt stand für uns vor allem die gemeinsame Freude an der Bewegung, die tolle Atmosphäre entlang der Strecke und natürlich das Erlebnis, als Team dabei zu sein. Der Lousberglauf bot dafür den perfekten Rahmen: schönes Wetter, viele motivierte Läufer*innen und ein rundum gelungener Abend.
Gelaufen wurde natürlich auch — und das mit viel Einsatz. Besonders hervorzuheben ist Joana Thiel, die mit 26:57 Minuten die schnellste Zeit unseres Teams erzielte. Aber unabhängig von Platzierungen und Zeiten war es vor allem schön, gemeinsam an den Start zu gehen, sich gegenseitig anzufeuern und ins Ziel zu kommen.
Ein großes Dankeschön an alle, die mitgelaufen, angefeuert oder die Aktion unterstützt haben. Für die „PsyDiagnostics Runners“ war der Lousberglauf ein tolles Erlebnis — und wir freuen uns schon jetzt, wenn im nächsten Jahr vielleicht noch mehr Kolleg*innen mitlaufen.
Bilingualism Matters 2026 in Mailand
Am 29. und 30. April 2026 fand das Bilingualism Matters Symposium (BMS26) in Mailand statt – eine interdisziplinäre Konferenz, die Forschende und Praktizierende aus verschiedenen Fachbereichen zusammenbringt. Frederike Steinke vom Lehrstuhl für psychologische Diagnostik und Intervention präsentierte dort ein Poster zur prädiktiven Sprachverarbeitung in der L2 und dem Einfluss von Sprachwechsel.
Am Vortag fand eine spezielle Vortragsreihe zum Thema bimodale Mehrsprachigkeit statt, bei der englische, internationale Gebärdensprache (IS) und italienische Gebärdensprache (LIS) angeboten wurde. Das Symposium bot viele spannende Einblicke in aktuelle Bilingualitätsforschung, sowie gute Begegnungen.
Herzlich Willkommen Philippa Kadenbach
Seit März 2026 unterstützt Philippa Kadenbach das Team des Lehrstuhls für psychologische Diagnostik und Intervention als wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-geförderten Projekt „Bilingual Flexibility: Language control in the interplay of cross-linguistic transfer and language prediction in morphosyntactic processing for adults and children (geleitet von Prof. Thomas Günther).
Philippa Kadenbach absolvierte 2021 ihr Bachelorstudium in Linguistik an der Universität Potsdam und 2023 ihr Masterstudium in Angewandter Linguistik an der Universität Erfurt. In ihrer Masterarbeit beschäftigte sie sich mit der Leseverarbeitung arabischer Muttersprachler im Deutschen. Nach ihrem Masterstudium arbeitete sie unter anderem in Costa Rica als Lehrkraft für Deutsch als Fremdsprache.
Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit.
IfP Melaten: Drei Arbeitsgruppen in neuen Räumen angekommen
Die Arbeitsgruppen Psychologische Diagnostik und Intervention, Entwicklungspsychologie und Forschungsmethoden, sowie Biologische Psychologie und Sozialpsychologie sind im August in brandneue Räume auf den Campus Melaten umgezogen. Die Räumlichkeiten liegen im vor kurzem fertiggestellten Cluster Smart Logistik III (Campus-Boulevard 51, 52074 Aachen).
Nach einer intensiven Umzugsphase freuen wir uns die neuen Büros, vier Seminar- und Besprechungsräume, vier Labore, und mehrere Aufenthaltsräume für Studierende und Gäste im Betrieb zu sehen. Die smarte Gebäudetechnik ist sicher auch ein schönes Feature der Räume, am schönsten für uns ist aber die Möglichkeit für einen Austausch auf dem gemeinsam genutzten Stockwerk mit reichlich Platz zum Austausch.
Neugierig geworden? Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
IfP Sommerfest 2025

Das Institut für Psychologie hat am 2. Juni gemeinsam das diesjährige Sommerfest am Standort Jägerstraße gefeiert.
Bei gutem Wetter wurde gegrillt, ein leckeres Buffet genossen und die Gelegenheit genutzt, sich untereinander auszutauschen und zu vernetzen.
Ein besonderer Dank geht an das Orga-Team für das gelungene Fest!
Rückblick auf den 53. dbl-Kongress in Bremen

Vom 23. bis 24. Mai 2025 fand der 53. Jahreskongress des Deutschen Bundesverbandes für Logopädie (dbl) im Congress Centrum Bremen statt – ein echtes Highlight für alle, die sich für Sprachtherapie und Sprachwissenschaft interessieren! An diesen zwei Tagen erwartete die 1000 Teilnehmenden ein buntes Programm voll spannender Vorträge, inspirierender Symposien, interaktiver Workshops und interessanter Posterpräsentationen.

Ein besonderes Augenmerk lag auf dem Symposium „Wirksamkeitsforschung – Warum Einzelfälle die besten Geschichten erzählen“. Hier präsentierten Thomas Günther und Stefanie Jung (Hochschule Trier) ihren Vortrag mit dem Titel „Therapieeffekte sichtbar machen: Quantitative Methoden zur Therapieevaluation in der Logopädie“.
Am zweiten Tag teilten Thomas Günther und Frederike Steinke ihre Erkenntnisse im Vortragsblock zum Thema „Sprachverarbeitung“. Sie beleuchteten, wie Kinder grammatisches Genus im prädiktiven Sprachverstehen nutzen und diskutierten den interlingualen Transfer in der prädiktiven Sprachverarbeitung bei Mehrsprachigkeit.
Aber nicht nur der wissenschaftliche Austausch kam nicht zu kurz! Am Freitagabend wurde beim Get Together gefeiert, gelacht und neue Kontakte geknüpft. Der Kongress war somit nicht nur eine Plattform für Wissen, sondern auch für geselliges Miteinander!
Lehrstuhl für Psychologische Diagnostik und Intervention bei der Interdisziplinären Tagung über Sprachentwicklungsstörungen
Am 15. und 16.11.2024 fand zum 13. Mal die Interdisziplinäre Tagung über Sprachentwicklungsstörungen (ISES 13) der Gesellschaft für interdisziplinäre Spracherwerbsforschung und kindliche Sprachstörungen im deutschsprachigen Raum (GISKID e.V.) in Halle an der Saale statt. In diesem Rahmen präsentierte Frederike Steinke ein Poster zur Verarbeitung semantischer Relationen bei mono- und bilingualen Kindern. Am Vortag der Tagung fand die Interdisziplinäre Nachwuchsschool „Sprachentwicklung und ihre Störungen“ statt, an der 40 (Post-)Doktorandinnen teilnahmen und sich über ihre Forschungsprojekte aus dem Bereich Sprachentwicklung austauschten.


Lehrstuhl 3 bei der Fachtagung der European Dyslexia Association
Vom 18. bis 20. Oktober 2024 fand die 6. All European EDA Conference in Athen statt. Unter dem Thema „Dyslexia & Dyscalculia Across the Lifespan“ kamen Betroffene, Lehrkräfte, therapeutisches Personal, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammen, um aus unterschiedlichen Perspektiven über die Herausforderungen und Möglichkeiten im Umgang mit Legasthenie und Dyskalkulie zu diskutieren.
Im Einklang mit dem Motto der Konferenz präsentierte Dr. Josefine Horbach erste Ergebnisse aus dem Projekt „Reading and spelling from first grade to adulthood“. Die Konferenz bot den Teilnehmenden vielfältige Möglichkeiten zum Austausch und zur Vernetzung und förderte das Verständnis der lebenslangen Auswirkungen und Anforderungen von Legasthenie und Dyskalkulie.
