Kategorien
Seiten
-

IfP Blog

Neuropsychologie über die Lebensspanne – GNP-Jahrestagung 2026 in Göttingen

18. September 2026 | von

Vom 10. bis 12. September 2026 fand in Göttingen die 41. Jahrestagung der Gesellschaft für Neuropsychologie (GNP) statt. Unter dem Motto  bot die Tagung einen breiten Einblick in aktuelle Forschung, Diagnostik und therapeutische Praxis der klinischen Neuropsychologie.

Die inhaltliche Bandbreite war dabei groß: Sie reichte von der Kinder- und Jugendneuropsychologie über Fragen neuropsychologischer Diagnostik und Rehabilitation bis hin zu kognitiven Veränderungen im höheren Lebensalter und Demenzerkrankungen. Weitere Themen waren unter anderem die interkulturelle neuropsychologische Diagnostik, Möglichkeiten einer stärker alltagsnahen Erfassung psychischer und kognitiver Funktionen durch Wearables und mobile Anwendungen sowie Fragen der Fahreignung, Begutachtung und gesellschaftlichen Teilhabe.

Auch unser Institut für Psychologie war durch Prof. Dr. Thomas Günther mit zwei wissenschaftlichen Vorträgen auf der Jahrestagung vertreten. Der Beitrag „Zeitvorgaben sind keine Nebensache: Zum Einfluss der Darbietungsgeschwindigkeit auf Gedächtnisleistungen in der neuropsychologischen Diagnostik“ beschäftigte sich mit methodischen Rahmenbedingungen neuropsychologischer Gedächtnistests. In einem zweiten Vortrag mit dem Titel „Aufmerksamkeit und Aktivität als dimensionale Prädiktoren schriftsprachlicher Leistungen: Diagnostischer Zusatznutzen bei ADHS und Lese-Rechtschreibstörung“ standen Zusammenhänge zwischen Aufmerksamkeit, Aktivität und schriftsprachlichen Leistungen im Mittelpunkt.

Neben dem wissenschaftlichen Austausch spielen derzeit auch Fragen der zukünftigen Ausrichtung des Faches eine wichtige Rolle. Innerhalb der GNP wird intensiv an einer Neuausrichtung des Curriculums Klinische Neuropsychologie gearbeitet. Damit verbindet sich die Frage, welche Kompetenzen zukünftige Klinische Neuropsychologinnen und Neuropsychologen benötigen und wie Weiterbildung und Qualifikation an die fachlichen und versorgungsbezogenen Entwicklungen der kommenden Jahre angepasst werden können.

Die Göttinger Jahrestagung bot damit nicht nur Gelegenheit, aktuelle Forschungsergebnisse zu diskutieren, sondern auch, gemeinsam über die weitere Entwicklung der klinischen Neuropsychologie nachzudenken.

Die Kommentare sind geschlossen.