Schlagwort: ‘e-Health’
Wunderwaffe Digitalisierung?
Sowohl Krankenkassen als auch die Politik setzen große Hoffnungen in die Digitalisierung, um das Problem der Versorgungsengpässe zu beheben. Der Vorstandschef Jens Naumann des Bundesverbands Gesundheits-IT warnt jedoch, die Digitalisierung nicht als einzige Problemlösungsstrategie zu betrachten.
Die Digitalisierung hat Grenzen und kann nicht alle Probleme lösen, so Naumann. Es müsse bedacht werden, dass die Digitalisierung nicht die Arbeit des fachlich qualifizierten Personals ersetzen kann. Dennoch ist er sich sicher, dass sie die medizinische Versorgung signifikant verändern wird- sie wird ortsunabhängig, zeitlich flexibler und transparenter werden.
Quelle:
www.aerztezeitung.de, 12.03.2018
Video-Sprechstunde für Häftlinge
In Baden-Württemberg startet ab April ein Modellprojekt, in dem Gefängnisinsassen per Videosprechstunde von Ärzten behandelt werden.
Das neue Verfahren wird vorerst in fünf Justizvollzugsanstalten getestet und soll maßgeblich zur Verringerung der Fluchtgefahr beitragen. In den angesetzten sechs Monaten sollen rund 2000 Gefangene von 30 Ärzten behandelt werden. Finanziert wird das Projekt durch einen privaten Unternehmer in Hamburg.
Quelle:
www.apotheke-adhoc.de, 09.03.2018
E-Health kommt nur schleppend voran
In Deutschland kommt E-Health nur schleppend voran, die Schuld daran wird häufig Ärzten gegeben. Eine DAK-Studie in Zusammenarbeit mit der „Ärzte Zeitung“ hat dies näher untersucht.
Laut einer Analyse halten beispielsweise 80% der Ärzte Videosprechstunden für nützlich, es haben allerdings erst 9% bereits Erfahrungen mit dieser gemacht. Dies soll künftig durch eine Aufhebung des Fernbehandlungsverbots geändert werden. Besonders junge Ärzte bewerten digitale Lösungen sehr positiv, aber auch bei älteren habe ein Umdenken stattgefunden.
Quelle:
www.ärztezeitung.de, 13.02.2018
Modellprojekt Fernbehandlung
In Baden-Württemberg wird ab April eine Fernbehandlung übers Internet getestet. In Tuttlingen und Stuttgart können sich Patienten dann ohne vorherigen persönlichen Kontakt zum Arzt, ausschließlich per Videotelefonie oder Telefon, behandeln lassen.
Das Modellprojekt Doc Direkt der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) wurde im Jahr 2017, zunächst für zwei Jahre, genehmigt und umgeht das, im E-Health Gesetz verankerte, Fernbehandlungsverbot. Das Ziel von Doc Direkt ist eine ambulante medizinische Versorgung, auch in ländlichen Gebieten, sicherzustellen.
Quelle:
www.pharmazeutische-zeitung.de, 25.01.2018
Digitalisierung erzeugt höheren Arbeitsdruck
Laut einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung erzeugt die Digitalisierung in Krankenhäusern einen höheren Arbeitsdruck.
Im Vergangenen Jahr wurden im Rahmen einer Studie rund 500 Pflegekräfte, 40 Ärzte und 100 weitere Klinikangestellte befragt. Obwohl 90% der Befragten der Digitalisierung offen gegenüber stünden, würden sie neue Technologien dennoch eher als Zusatzaufgabe wahrnehmen. Ein Drittel der Studienteilnehmer gab an, dass die Digitalisierung bislang nicht zur Entlastung geführt habe, sondern zu „mehr Hetze und Arbeitsverdichtung“.
Quelle:
www.aerztezeitung.de, 18.12.2017
Bitkom kritisiert Marktzugangsregeln für E-Health-Start-ups
Der Digitalverband Bitkom hat zusammen mit dem Ärzteverband Hartmannbund eine Ärzteumfrage zum Thema E-Health-Start-ups durchgeführt. Jedem fünften Arzt seien entsprechende Start-ups bekannt, mehr als jeder dritte (36 Prozent) glaubt, dass diese zur Verbesserung des Gesundheitswesens beitragen können und ebenfalls jeder Dritte (30 Prozent) kann sich vorstellen, bei einem Start-up mitzuwirken. Vernetzt sind allerdings nur die wenigsten mit Health-Start-ups (7%).
Der Branchenverband der Bitkom fordert daher eine bessere Vernetzung innerhalb der Branche sowie verbesserte Marktzugangsregeln für E-Health-Anwendungen.
Quelle:
www.ibusiness.de, 17.11.2017
Digitalisierung benötigt Strategie
Eine übergreifende E-Health Strategie ist wichtig, um die Chancen der Digitalisierung für die Versorgung möglichst effizient nutzen zu können. Dabei muss insbesondere bedacht werden, dass Digitalisierung kein autonomes Ziel ist, sondern „ein Instrument zur Unterstützung der Versorgung“.
Thomas Kriedel, Vorstandsmitglied der Kassenärztlichen Bundesvereinigung betont, es müsse darauf geachtet werden, dass technische Anwendungen auf die Bedürfnisse der Praxis und der ambulanten Versorgung ausgerichtet werden und nicht umgekehrt. Aufgrund des, von Seiten der Industrie bemängeltem, langsamen Tempos der Weiterentwicklung digitaler Anwendungen fordert der KVB in solchen Fällen die Möglichkeit zu haben eigene Produkte anzubieten oder die Entwicklung von Anwendungen zu beauftragen.
Quelle:
www.aerzteblatt.de, 29.09.2017
Enttäuschung bezüglich elektronischer Gesundheitskarte
AOK-Chef Martin Litsch kritisiert bei dem gevko-Symposium „Digitales Gesundheitswesen 2021“ in Berlin die Entscheidungsstrukturen in der gematik. Es gäbe zu viele Regulären und zu wenig Handlungsspielraum.
Das Hauptproblem sei, dass die Gesetzgebung, insbesondere das E-Health Gesetz zu eng gefasst ist. So käme es zustande, „dass wir alle Smartphones mit uns herumtragen und mit Geräten in der Küche kommunizieren, und an einer E-Card herumdoktern, die heute genauso wenig kann, wie in Zeiten der Magnetstreifenkarte“
Quelle:
www.ärztezeitung.de, 17.09.2017
Diabetes-App erhält Auszeichnung
Im Rahmen des Diabetes Kongresses 2017 der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) in Hamburg stattfand wurde die App „MyTherapy“ ausgezeichnet.
Die App wurde mit dem DiaDigital Siegel der DiaDigital AG ausgezeichnet. Die DiaDigital AG ist ein Zusammenschluss verschiedener Diabetesverbände und hat das Ziel, Patienten und Diabetologen bei der Nutzung von Apps zu unterstützen. MyTherapy gilt als besonders benutzerfreundlich für Menschen mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes, da sie barrierefrei gestaltet ist und so auf von Menschen mit Seheinschränkungen genutzt werden kann.
Quelle:
www.aerztezeitung.de, 26.08.2017
Medikationsplan erzeugt negative Resonanz
Anderthalb Jahre nach der Verabschiedung des E-Health Gesetzes und der Einführung des Medikationsplans ist die anfängliche Begeisterung abgeschwächt. Während Ärzte ihn erstellen dürfen, können Apotheker ihn nur aktualisieren und ergänzen.
Kritisiert wurde während des Hauptstadtkongresses in Berlin das Papierformat des Medikationsplans. Ulrich Weigeldt, Chef des Deutschen Hausärzteverbandes bezeichnete den Plan als „Phantom der Oper“, weil es ihn kaum gebe, sondern die Ärzte und Apotheker noch stets per Fax miteinander kommunizierten. Ändern könne sich dies mit der Einführung des elektronischen Medikationsplans nächstes oder übernächstes Jahr.
Quelle:
www.deutsch-apotheker-zeitung.de, 29.06.2017