Kategorie: ‘Krankenhaus’
Neue Referenzdatenbank für lesbare Klinikberichte
Die Referenzdatenbank mit Qualitätsberichten der Kliniken ist nun vom Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) freigeschaltet worden.
Im Rahmen der gesetzlichen Qualitätsberichterstattung können die Kliniken ihre Berichte in Form von maschinenverwertbaren XML-Daten übermitteln. Die Referenzdatenbank verwandele diese dann in ein lesbares PDF, welches auf der Seite der GBA zum Download bereitstehen wird.
Die Reporte können von Ärzten und Patienten zum Leistungsvergleich von Kliniken verwendet und von Krankenkassen ausgewertet werden, um ihren Versicherten Spitäler empfehlen zu können.
Quelle:
Ärzte Zeitung, 16.10.2012
ELGA-Einführung ab 2013 beschlossen
Nach langen Verhandlungen haben sich SPÖ und ÖVP nun auf die Einführung der elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) ab dem Jahr 2013 geeinigt.
Nach dem Start des ELGA-Portals für Patienten sei eine stufenweise Einführung in die weiteren Bereiche vorgesehen. 2015 sollen Krankenhäuser, 2016 Ärzte und Apotheker und 2022 die Zahnärzte Zugriff auf die Gesundheitsdaten haben.
Für die Patienten soll es bei einer freiwilligen Teilnahme mit einer Opting-Out-Regelung bleiben. Bei Fragen zu dieser Regelung würde ab Mitte 2013 ein Ombudsmann bereit gestellt. Für Ärzte gebe es lediglich die Verpflichtung, Entlassungsbriefe von Spitälern, Labor- und Radiologiebefunde sowie verschriebene Medikamente zu speichern. Bei einer Nicht-Verwendung von ELGA-Daten müssten diese jedoch selbst für Behandlungsfehler haften.
Quelle:
Heise Online, 9.10.2012
Projektdatenbank – Netzwerk zur Versorgungsforschung
Die sich im Aufbau befindende „Projektdatenbank Versorgungsforschung Deutschland“ ist ein öffentlich zugängliches, kostenfreies Online-Register für deutschlandweite Projekte der Versorgungsforschung.
In der Datenbank, die vom Institut für Medizinsoziologie, Versorgungsforschung und Rehabilitationswissenschaft (IMVR) der Uni Köln und des Wissenschaftlichen Instituts der TK für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen (WINEG) gestartet wurde, können Forscher ihre Projekte vorstellen und sich gleichzeitig über bestehende Projekte informieren.
Die Internetplattform soll wissenschaftliche Kompetenzen vernetzen und dazu beitragen, mehr Transparenz über Forschungsergebnisse im Bereich der Gesundheitsversorgung zu schaffen, um dadurch die Versorgung effektiver gestalten zu können.
Quelle:
Ärzteblatt, 2.10.2012
Landesweites Netzwerk soll Krankenhausinfektionen vorbeugen
Das Universitätsklinikum Jena stellte heute ein landesweites Netzwerk Namens „Alerts-Net“ vor, mit dessen Hilfe die Verbreitung von Krankenhausinfektionen in Thüringen verringert werden soll.
Das gemeinsame, thüringenweite Netzwerk von insgesamt 22 Kliniken, 14 Reha-Einrichtungen und 14 mikrobiologische Laboren führe erstmalig in Deutschland Daten von Patienten zusammen, bei denen krankheitsauslösende Keime im Blut nachgewiesen wurden. In einem zweiten Schritt wollen die Netzwerkpartner gezielt Maßnahmen zur nachhaltigen Infektionsprävention und verbesserten Diagnostik ausbauen und überprüfen.
Der große Unterschied zu anderen Netzwerken im Kampf gegen Krankenhausinfektionen liege darin, dass die gemeldeten Daten auf Basis von Erkrankungen gebündelt würden, nicht aufgrund eines Besiedelungsnachweises durch ein Screening.
Quelle:
Ärzteblatt, 8.10.2012
IDW, 8.10.2012
Sanicare stellt Krankenhausversorgung ein
Die Insolvenz der Versandapotheke Sanicare könnte bei einigen deutschen Krankenhäusern zu Medikamentenengpässen führen.
Beteuerte das Unternehmen anfangs noch Großkunden weiterhin zu beliefern, sei nun nach Angaben des Insolvenzverwalters die Arzneimittel-Lieferung von rund 50 Kliniken eingestellt worden.
Grund dafür sei u.a., dass Zulieferer des Unternehmens aus Bad Laer ihrerseits Schulden befürchteten, falls sie weiter Material an Sanicare abgeben.
Quelle:
Ärzte Zeitung, 4.10.2012
Bundesregierung strebt flächendeckende klinische Krebsregistrierung an
Zur besseren Früherkennung von Tumoren hat die Bundesregierung nun einen Gesetztesentwurf beschlossen, der die flächendeckende Einrichtung klinischer Krebsregister beinhaltet.
Man erhofft sich davon eine möglichst vollständige Erfassung von Daten über die Behandlung, den Verlauf und das Auftreten von Krebserkrankungen.
Um den hohen datenschutzrechtlichen Anforderungen gerecht zu werden, soll die Krankenversichertennummer nur in pseudonymisierter Form genutzt werden dürfen und den Betroffenen ein Widerrufsrecht bei der Weitergabe ihrer Daten zu Forschungszwecken zustehen.
Quelle:
Heise Online, 23.8.2012
Automatisierte Arzneimittelabgabe in der Uniklinik Köln sorgt für mehr Sicherheit
Die Universitätsklinik Köln hat sich für die Einführung eines Systems zur patientenorientierten Arzneimittelversorgung entschieden. Das Verfahren soll Fehler bei der Medikamentenvergabe reduzieren, das Pflegepersonal entlasten und Kosten einsparen.
Anstatt die Arzneimittel manuell zusammenzustellen, werden diese in der Krankenhausapotheke von einem speziellen Automaten in einen fortlaufenden Plastikschlauch eingeschweißt, auf dem die Bezeichnung des Medikamentes mit Hinweis zur Korrekten Einnahme, sowie der Name der Patienten abgebildet ist.
Vor der Abgabe werden die Tütchen noch einmal kontrolliert. Dazu durchläuft der Schlauch einen Scanner, der überprüft, ob Patientenname und im Schlauch befindliches Arzneimittel mit dem eingegebenen Datensatz übereinstimmen.
Quelle:
Ärzteblatt, 17.9.2012
RFID – ein intelligenter Helfer
Innovative RFID-Technologien verbessern Krankenhaus- und Klinikabläufe. Durch ihren Einsatz werden vorhandene Ressourcen effizienter genutzt, effektiveres Arbeiten ermöglicht und somit Kosten reduziert.
Der RFID-Chip lässt sich in verschiedenen medizinischen Bereichen einsetzen und dient hauptsächlich der Personen- und Inventarortung und Identifizierung.
Das Pharmazie Departement der University of Maryland verwendet ein RFID Lesegerät, welches dem Krankenhauspersonal einen genauen Überblick darüber verschafft, mit welchen Medikamenten ihre Notfall-Arzneimittelsets beladen wurden. Mithilfe dieser Technologie werden fehlende, mehrfach vorhandene und bald ablaufende Medikamente identifiziert.
Diese Technik dient aber auch der Inventarortung, wodurch es dem Klinikpersonal erleichtert wird, gezielt das gesuchte Equipment zu finden. So kann u.a. vor einer Operation sichergestellt werden, das alle nötigen Utensilien am rechten Platz sind und im Anschluss ordnungsgemäß verwaltet werden.
Quelle:
RFID Journal, 6.8.2012
RFID Journal, 13.8.2012
Biometrisches Armband erkennt Patienten
Bisher sind Krankenpfleger selbst dafür verantwortlich, die Identität ihrer Patienten nicht durcheinander zu bringen. Ein neues Verfahren soll für eine verbesserte Patientenerkennung in Krankenhäusern sorgen.
Ein biometrisches Armband misst die sogenannte Bioimpedanz einer Person und ordnet diese automatisch dem Träger zu. Das Gerät wertet die Antwort des Körpers auf schwache elektrische Signale aus und leitet diese dann an eine elektonische Patientenakte weiter.
Kritiker wie Ari Juels, Leiter eines Sicherheitslabors, zweifeln jedoch an der Verlässlichkeit dieser Methode, da die Fehlerquote noch zu hoch sei. So reicht beispielsweise ein Glas Wasser schon aus, um die Bioimpedanz des Körpers zu verändern.
Quelle:
Heise Online, 22.8.2012
Heise Online, 22.8.2012
IT-Anwendungen senken Kosten im Gesundheitssystem
Mit Hilfe moderner Informationstechnologien sollen Krankenhäuser besser kommunizieren können, um so u.a. Kosten im Gesundheitssystem zu senken.
Das Produkt T.vision soll im Krankenhaus die handschriftliche Erfassung von beispielsweise Visite-Daten ersetzten. Es ermöglicht den Ärzten, Daten auf Tablet-PCs einzugeben. Diese werden zentral gespeichert und können anschliessend an einem Desktop-PC analysiert werden. Ein effizienterer Datenaustausch wird durch Videokonferrenzen und Patientendaten, die online abrufbar sind, gewährleistet.
IT-Anwendungen in Form von Apps sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil. Ziel ist es, die Patienten stärker einzubinden und so den Betreuungsaufwand zu reduzieren. Apps wie „My Sugar“ fassen die gesammelten Blutzuckerwerte eines Patienten zusammen, sodass diese mit dem behandelnden Arzt besprochen werden können.
Quelle:
Wirtschaftsblatt, 7.8.2012