Kategorie: ‘Patienten’
Deutsche Ärzteschaft kritisiert Online-Praxis DrEd
DrEd ist eine virtuelle Arztpraxis in England, bei der den Patienten online und an jedem Wochentag eine medizinische Beratung zur Verfügung steht. Je nach Krankheit müssen Fragebögen ausgefüllt, oder auch Fotos an den Arzt geschickt werden. In einigen Fällen telefoniert der Arzt auch mit seinen Patienten.
Unter den rund 1500 Patienten pro Tag kommen 400 bis 500 aus Deutschland. Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank-Ulrich Montgomery kritisiert das Konzept der Online Praxis, er wolle keine „Schmuddel-Rezepte“ aus dem Netz. Ein Verbot der Fernbehandlung besteht bereits in Deutschland, nun soll es ein weiteres Gesetz geben, nach dem Apotheker verschreibungspflichtige Medikamente nur abgeben dürfen, wenn klar sei, dass die Patienten in direktem Kontakt mit einem Arzt standen. Vor allem für ländliche Gebiete sei die Möglichkeit der Behandlung im Internet allerdings ein großer Vorteil.
Quelle:
www.gruenderszene.de, 09.08.2016
Belohnung für gesunde Lebensweise gewünscht
Laut einer Umfrage sind 76% der Bürger Deutschlands der Meinung, dass die Krankenkassen eine gesunde Lebensweise belohnen sollten. Die Krankenkasse solle das gesunde Leben und den Sport mit einem Bonus oder einem geringeren Tarif honorieren. Dafür seien die meisten auch bereit ihre Gesundheitsdaten zur Verfügung zu stellen.
Je jünger die Befragten waren, desto mehr wären sie mit der Weitergabe der Daten einverstanden. Besonders die Älteren stehen der Datenweitergabe skeptisch gegenüber und plädieren für eine Bestätigung der gesunden Lebensweise des Hausarztes.
Quelle:
www.aerztezeitung.de, 07.08.2016
Versicherte haben kein Recht auf Verweigerung der elektronischen Gesundheitskarte
Das Landessozialgericht Baden-Württemberg fällt nach einer Klage gegen die Pflicht der elektronischen Gesundheitskarte ein Grundsatzurteil, das erklärt, dass Versicherte die Digitalisierung nicht verhindern dürfen.
Laut des Klägers verstößt die Pflicht der elektronischen Gesundheitskarte gegen das Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Es sei nicht sichergestellt, dass die Daten zu einem späteren Zeitpunkt nicht in falsche Hände geraten oder die benutzte Telematik-Infrastruktur vollkommen sicher sei. Laut des Gerichts gewährt das Recht auf informationelle Selbstbestimmung jedoch kein Recht auf Verhinderung der Digitalisierung des Gesundheitswesens.
Quelle:
www.deutsche-apotheker-zeitung.de, 26.Juli.2016
Diskussion um Gesundheitskarte für Flüchtlinge
Ist ein Asylbewerber krank, muss er vor seinem Arztbesuch eine Bewilligung bei der Behörde einholen. Die elektronische Gesundheitskarte für Flüchtlinge könnte diesen Aufwand verhindern, doch nutzen sie nur wenige Bundesländer.
Laut Kinderärztin Andrea Kuhls, sei es ein besonders Problem, dass der Weg zu den Behörden, besonders im ländlichen Raum, oft weit sei und die Kinder nicht nur während der Öffnungszeiten krank würden. Vielen Kommunen ist die Gesundheitskarte für Asylbewerber allerdings zu teuer. Zusätzlich zu den Gesundheitskosten kämen noch acht Prozent Verwaltungsgebühren dazu, daher nutzen sie bisher nur wenige Länder und Kommunen.
Quelle:
www.ndr.de, 6. Juli. 2016
Brexit- Arzneimittelversorgung
Nachdem am 23. Juni 51,9% der wahlberechtigten Briten für den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU gestimmt haben wird um die gegenseitigen Handelsbeziehungen gefürchtet.
Großbritanniens Austritt aus der EU versetzt nicht nur die Finanzmärkte in Aufruhr. Auch die Folgen für das Gesundheitswesen können verheerend sein. Laut Dr. Martin Zentgraf, Vorstand des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI) wurde die pharmazeutische Industrie bisher durch die enge Verflechtung Großbritanniens in der Europäischen Union gekennzeichnet. Hierfür werde nun eine neue Grundlage benötigt, was für Unternehmen große Anstrengungen, sowie bürokratische Hürden bedeute.
Quelle:
news.doccheck.com, 29. Juni 2016
Mehr Sicherheit durch Medikationsplan
Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Deutscher Apothekerverband (DAV) und Bundesärztekammer (BÄK) legten eine Vereinbarung zur Erstellung und Aktualisierung des Medikationsplans vor.
Ab dem 1. Oktober 2016 haben alle Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung, die mindestens drei verordnete Medikamente gleichzeitig einnehmen, einen Anspruch auf einen Medikationsplan. Laut des KBV Vorstands Regina Feldmann bringe der Medikationsplan den Patienten mehr Sicherheit, da er alle wichtigen Details zur Einnahme der Medikamente enthalte.
Quelle:
www.aerzteblatt.de, 19.Juni. 2016
E-Rezept kaum bekannt
Laut einer Umfrage im Mai 2016 haben 63% der Bevölkerung noch nie etwas von dem elektronischen Rezept gehört. Aber auch unter jenen, bei denen das e-Rezept bereits bekannt ist, ist Skepsis vorhanden. Besonders das Argument, die Medikamente sofort zu benötigen hindert die Befragten daran, in Versandapotheken zu kaufen. Auf Platz zwei und drei der Gründe, die laut den Befragten gegen Versandapotheken sprechen, seien die komplizierte Einreichung der Rezepte und der Zweifel an der Gewährleistung des Datenschutzes.
Dies nimmt der Bundesverband der Deutschen Versandapotheken nun zum Anlass vermehrt Aufklärungsarbeit zu leisten.
Quelle:
www.healthcaremarketing.eu, 19. Juni 2016
Apothekerkammer und AOK wollen AMTS verbessern
Laut einer Pressemitteilung wollen die Apothekerkammer Westfalen-Lippe und die AOK Nordwest die Arzneimittel-Therapie-Sicherheit (AMTS) gemeinsam verbessern. In 200 AMTS-qualifizierten Apotheken sollen aktuelle und potenzielle Probleme bei der Versorgung mit Arzneimitteln evaluiert und dokumentiert werden. Ziel des Projekts ist die Vermeidung von Wechselwirkungen sowie Fehl- und Doppelverordnungen von Arzneimitteln. Dies soll langfristig zu einem höheren Behandlungserfolg sowie einer verbesserten Lebensqualität der Patienten führen.
Quelle:
pharmazeutische-zeitung.de, 02.06.2016
Aufbau von Interoperabilitätsverzeichnis durch gematik
Die Bundesregierung hat die gematik mit dem Aufbau eines Interoperabilitätsverzeichnisses beauftragt. Einige Wissenschaftler und Vertreter der Industrie sehen dies kritisch, da sie an der nötigen Unabhängigkeit der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte (gematik) zweifeln.
Laut Dr. Gessner der gematik sei das Ziel dieses Verzeichnisses die Zusammenarbeit und den Datenaustausch zwischen den IT-Systemen zu verbessern, Transparenz über verwendete Standards herzustellen und die Nutzung vorhandener Standards für neue Anwendungen zu unterstützen. Kritiker hätten sich eine unabhängigere Struktur gewünscht, welche besonders internationale Standards, Profile und Terminologien in einem höheren Maße beachten würde.
Quelle:
aerztezeitung.de, 02.05.2016
Rekord-Ausstellerzahl auf conhIT 2016 in Berlin
Auf Europas größter und wichtigster Veranstaltung für digitales Gesundheitswesen werden Lösungen und Produkte zur höheren Effizienz und Qualität in der Gesundheitsversorgung vorgestellt. Vom 19. bis zum 21. April zeigen 451 Aussteller aus 16 Ländern auf 18.000 Quadratmetern ihre Produkte. Laut Dirk Hoffmann, Geschäftsführer der Messe Berlin, haben sich die Besucher- sowie Ausstellerzahlen seit der Gründung vor 8 Jahren verdreifacht. Auch das Interesse von Besuchern aus dem Ausland nehme von Jahr zu Jahr zu.
Quelle:
www.finanzen.net, 20.04.1992