Arzneimittelinitiative ARMIN startet
Das Modellprojekt ARMIN gehe pünktlich zum 1. Juli 2014 in Sachsen und Thüringen an den Start. Für das Projekt hätten sich je Bundesland Ärzte im zweistelligen und Apotheken im dreistelligen Bereich angemeldet.
Das Projekt starte mit der Wirkstoffverordnung und dem Medikationskatalog. Das Medikationsmanagement sei für Anfang des Jahres 2015 vorgesehen, sei jedoch von der IT-Umsetzung abhängig.
Das auf dem ABDA/KBV-Modell basierende Projekt sei aus der Zusammenarbeit der AOK plus und Ärzten und Apothekern der beiden Bundesländer entstanden.
Quelle:
DAZ online, 20.06.2014
Arzneimitteltherapiesicherheit: Genuine Aufgabe der Ärzte
Trotz Vorteile des modernen Kommunikationsmanagements sehe die Ärzteschaft keine Unterstützung durch das neue Versichertenstammdatenmanagement mit der eGK.
Die neue eGK dürfe nicht zu mehr Bürokratieaufwand führen, sondern müsse sich in den Alltag eingliedern. Es sei klar, dass eine gesetzlich erzwungene Umsetzung der Telematik Infrastruktur nicht erfolgreich sein könne, sondern nur auf freiwilliger Basis funktioniere. Deshalb lehne die Ärzteschaft ab, einen quartalsmäßigen Datencheck vorzunehmen.
Die Einführung einer Online-Medikationsdatei und die Speicherung von Diagnosen werde von den Ärzten abgelehnt, denn die Arzneimitteltherapiesicherheit müsse in der Hand der Ärzteschaft bleiben.
Quelle:
DAZ online, 02.06.2014
heise online, 02.06.2014
Medikationsplan ohne Ärzteschaft
Weil die Zusammenarbeit mit Vertretern der Ärzteschaft noch immer sehr problematisch sei, wolle die Bundesapothekerkammer (BAK) nun im Alleingang einen flächendeckenden Medikationsplan anbieten. Für die BAK sei jedoch klar, dass eine effektive Umsetzung nur durch Kooperation möglich sei.
Ziel eines gemeinsamen Medikationsmanagements sei die Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit. Man wolle dies mit der Veröffentlichung einer Leitlinie zur Medikationsanalyse und einem Medikationsplan, der alle Medikamente mit Einnahmehinweisen erfasse, erreichen.
Quelle:
Pharmazeutische Zeitung, 26.05.2014
DAZ online, 26.05.2014
Arzneimittelneuordnungsgesetz
Das im Jahr 2011 in Kraft getretene Arzneimittelneuordnungsgesetz (AMNOG) sollte ursprünglich einen Ausgleich zwischen Innovation und Preisbildung schaffen und so die Arzneimittelkosten senken.
Für den stellvertretenden Vorsitzenden der Techniker Krankenkasse sei das Gesetz ein Erfolg. Obwohl noch immer neue Medikamente ohne nachgewiesenen Nutzen für die Patienten als Innovation gelten, gäbe es deutliche Einsparpotentiale.
Laut der Hauptgeschäftsführerin des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller e.V. müsse an Problemen weitergearbeitet werden. Dazu gehörten der niedrig angesetzte Preis der die Innovationskraft beeinflusse, der Bewertungsprozess und die Wissenschaftlichkeit der Untersuchung.
Quelle:
Rhein-Main-Presse, 03.06.2014
Patient behält Zugriffsrechte
Trotz unterschiedlicher Praxisverwaltungssysteme hätte man im Raum Nürnberg eine funktionierende Vernetzung von Haus- und Facharztpraxen geschaffen. Mit Hilfe der Software würden Patientendaten verschlüsselt, zertifiziert und dann gesichert auf einen Netzserver übertragen.
Ein zusätzlicher Service sei die elektronische Patientenkartei. Patienten, deren Krankenkassen eine vertragliche Vereinbarung hätten, könnten in einer Praxis mit ihrem persönlichen PIN ihre Daten freigeben.
Der Datenzugriff erfolge jedoch nur über bestimmte Terminals, damit kontrolliert werden könne, wer wann auf welche Daten zugreife.
Quelle:
Ärzte Zeitung, 12.06.2014
Datenflatrate für Medikamentenriesen
Laut Technology Review hätte das Selbsthilfeangebot „PatiensLikeMe“ für chronisch Kranke einen Vertrag mit einem großen US-Pharmakonzern geschlossen, der diesem erlaube, auf sämtliche Daten zuzugreifen.
Für die nächsten fünf Jahre könne der Konzern nun alle Daten nutzen, die von Patienten bereitgestellt würden. Dabei handle es sich um anonymisierte Echtzeitdaten, die Symptome oder Behandlungsformen von über 250.000 Kranken beschreiben.
Quelle:
heise online, 22.05.2014
Verbände der Leistungserbringer streiten Blockadevorwürfe ab
Die im März geäußerten Vorwürfe des GKV-Spitzenverbandes gegenüber den Leistungserbringern, diese würden das Projekt der elektronischen Gesundheitskarte boykottieren, wiesen diese nun in einem offenen Brief zurück.
Verbände der Leistungserbringer wie der Bundesärztekammer (BÄK), dem Deutschen Apothekerverband (DAV) und weiteren Organisationen erklärten in dem Brief, dass eine sichere Infrastruktur aus Sicht der Versorgungssicherheit seit vielen Jahren für notwendig erachtet würde.
Quelle:
ehealth.com, 14.05.2014
Bundesdruckerei produziert elektronische Heilberufsausweise
Damit Arztbriefe elektronisch versendet werden können, müssten die Daten verschlüsselt werden und mit einer elektronischen Unterschrift des Arztes versehen sein.
Die zur Authentifikation vorgesehenen Heilberufsausweise würden laut Gematik von der Bundesdruckerei hergestellt werden. Der Online-Test der elektronischen Gesundheitskarte solle in einem Jahr starten.
Quelle:
heiseonline, 19.05.2014
Pilotprojekt des Westdeutschen Teleradiologieverbundes startet
Das Pilotprojekt des Westdeutschen Teleradiologieverbundes startet in Niedersachsen. Die erste Übertragung erfolgte von Osnabrück zum Klinikum Lingen. Geplant sei, dass bis November rund 20 klinische Einrichtungen mit den über 100 Kliniken in NRW verbunden würden.
Möglich sei es dann zwischen den Kliniken Bildmaterial und Daten austauschen, um effektiver zusammen arbeiten zu können. So ließen sich leichter Zweitmeinungen einholen oder Verlegungen vorbereitet werden.
Quelle:
ehealth.com, 05.05.2014
Krankenhäuser nutzen Digitalisierung und Vernetzung kaum
Laut der Studie eines Wirtschaftsprüfers würden deutsche Krankenhäuser die Chancen durch elektronische Übermittlung nur sehr unzureichend nutzen.
Grund dafür sei zum einen die schlechte IT-Infrastruktur. In Deutschland seien nur sechs Prozent der Kliniken mit Akutversorgung auf regionaler oder nationaler Ebene vernetzt, während EU weit etwa 15 Prozent eingebunden seien. Eine umfassende elektronische Patientenakte sei nur in zwei von drei Krankenhäusern vorhanden.
Obwohl ein deutlicher administrativer Aufwand für Ärzte einzusparen wäre, schrecken viele Kliniken vor den hohen Initialkosten zurück.
Quelle: Wohlfahrt intern, 30.04.2014