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SmartMed

Archiv für Februar 2026

Störungen bei Gesundheits-ID: Probleme für AOK- und Barmer-Versicherte

24. Februar 2026 | von

Aktuell kommt es bei Versicherten der AOK und Barmer zu erheblichen Problemen bei der Nutzung der Gesundheits-ID. Nach Angaben der Gematik liegt die Ursache in einer Störung des von T-Systems International GmbH betriebenen sektoralen Identity Providers (IDP). Betroffen sind vor allem die Anmeldung in der E-Rezept-App sowie der Zugriff auf die elektronische Patientenakte (ePA). Zeitweise war sogar von einem „Totalausfall“ die Rede. Der alternative Einlöseweg für E-Rezepte über die elektronische Gesundheitskarte (eGK) — Ausdruck oder App mit PIN — blieb jedoch zunächst nutzbar.

Zusätzlich kam es in Apotheken zu weiteren technischen Problemen innerhalb der Telematikinfrastruktur (TI). So konnten elektronische Gesundheitskarten von AOK- und teilweise auch Barmer-Versicherten zeitweise nicht korrekt eingelesen werden. Auch die Aktualisierung und Prüfung von Versichertendaten war gestört. Davon betroffen waren unter anderem das Versichertenstammdatenmanagement, die Nutzung von KIM-Nachrichten sowie weitere Funktionen rund um das E-Rezept. Teilweise konnten E-Rezepte nicht erstellt, verändert, eingelöst oder gelöscht werden.

Die Gematik teilte im Laufe des Tages mit, dass technische Redundanzmechanismen aktiviert wurden, damit Apotheken E-Rezepte trotz der Störung teilweise weiter bearbeiten konnten. Gegen 17:50 Uhr wurde schließlich Entwarnung gegeben: Die Störung sei behoben und es bestünden keine aktuellen Einschränkungen mehr beim Einlesen der eGK, beim Abruf von Versichertendaten oder beim Einlösen von E-Rezepten für die betroffenen Versicherten. Dennoch könne es vereinzelt noch Nachwirkungen geben.

Die Vorfälle zeigen, wie störanfällig die digitale Gesundheitsinfrastruktur weiterhin ist. Besonders problematisch ist dies, weil mit der AOK und der Barmer die größten gesetzlichen Krankenkassen betroffen waren. Zusammen versichern sie mehr als 35 Millionen Menschen in Deutschland.

https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/e-health/e-rezeptausfall-aok-karten-nicht-einlesbar/

(zuletzt aufgerufen 10.02.2026)

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/totalausfall-bei-gesundheits-id-fuer-barmer-und-aok-versicherte-162742/

(zuletzt aufgerufen am 12.02.2026)

Apothekenreform soll neue pharmazeutische Dienstleistungen stärken

20. Februar 2026 | von

Mit dem geplanten Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) möchte das Bundesgesundheitsministerium die Kompetenzen von Apotheken deutlich ausweiten. Nach Angaben der ABDA sollen fünf neue pharmazeutische Dienstleistungen zusätzlich zu den bereits bestehenden eingeführt werden. Ziel ist es, die Versorgung der Patientinnen und Patienten zu verbessern und die Rolle der Apotheke als Gesundheitsdienstleister weiter zu stärken.

Eine wichtige Neuerung besteht darin, dass Ärztinnen und Ärzte künftig alle pharmazeutischen Dienstleistungen verordnen können sollen. Zudem ist vorgesehen, die Impfkompetenz der Apotheken auf alle Totimpfstoffe für Erwachsene auszuweiten. Auch bei der Arzneimittelabgabe sollen Apotheken mehr Spielraum erhalten. So könnten sie in bestimmten Fällen verschreibungspflichtige Medikamente auch ohne ärztliches Rezept abgeben, etwa zur kurzfristigen Anschlussversorgung mit der kleinsten verfügbaren Packungsgröße, wenn das Arzneimittel zuvor bereits über längere Zeit verordnet wurde. Geplant ist außerdem ein sogenannter „Pharmacy first“-Ansatz für akute, in der Regel unkomplizierte Erkrankungen, bei denen Apothekerinnen und Apotheker bestimmte rezeptpflichtige Arzneimittel eigenständig abgeben dürfen. Systemisch wirkende Antibiotika sollen davon jedoch ausgeschlossen bleiben.

Weitere geplante Leistungen betreffen das Medikationsmanagement bei neu verordneter oder komplexer Dauermedikation, Präventionsangebote zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Adipositas, Kurzinterventionen zur Tabakentwöhnung sowie eine intensivere Einweisung in die richtige Anwendung von Arzneimitteln, etwa bei Injektionen. Diese Angebote sollen dazu beitragen, die Therapietreue, die Arzneimitteltherapiesicherheit und die Prävention zu verbessern.

Falls das Gesetz in Kraft tritt, soll die Bundesapothekerkammer innerhalb von zwei Monaten Arbeitsanweisungen für die neuen Leistungen entwickeln. Die Vergütung und Anspruchsberechtigung sollen anschließend zwischen Krankenkassen und dem Deutschen Apothekerverband geregelt werden. Insgesamt bewertet die ABDA die geplanten Neuerungen positiv, da sie evidenzbasiert seien und Apotheken ermöglichen würden, ihre pharmazeutische Expertise noch stärker in die Patientenversorgung einzubringen.

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/was-steckt-hinter-den-neuen-pdl-161566/

(zuletzt aufgerufen 01.01.2026)

https://www.abda.de/aktuelles-und-presse/newsroom/detail/griese-mammen-was-steckt-hinter-den-neuen-pdl/

(zuletzt aufgerufen am 12.01.2026)

Neuer AMTS-Aktionsplan 2026–2029: Mehr Sicherheit durch Digitalisierung

19. Februar 2026 | von

Das Bundesgesundheitsministerium plant mit dem neuen Aktionsplan 2026–2029 zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) eine stärkere Ausrichtung auf digitale Lösungen. Ziel ist es, Medikationsfehler zu reduzieren und dadurch Patientinnen und Patienten besser zu schützen. AMTS umfasst alle Maßnahmen, die einen sicheren und optimalen Medikationsprozess gewährleisten und vermeidbare Risiken bei der Arzneimitteltherapie verringern.

Ein zentraler Schwerpunkt des Entwurfs ist die Digitalisierung des Medikationsprozesses. Vor allem die flächendeckende Nutzung der elektronischen Patientenakte (ePA) und des E-Rezepts soll helfen, die Gesamtmedikation eines Patienten übersichtlich und aktuell darzustellen. Dies ist besonders wichtig für Menschen, die mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen. Ärztinnen, Ärzte, Apothekerinnen, Apotheker und Pflegekräfte sollen dadurch einen besseren Überblick erhalten, um Wechselwirkungen, Doppelverordnungen und andere Risiken frühzeitig zu erkennen. Auch der mögliche Einsatz von künstlicher Intelligenz zur Analyse von Medikationsdaten wird geprüft.

Darüber hinaus soll die AMTS-Fachkompetenz in Heil- und Pflegeberufen gestärkt werden. Vorgesehen ist die Einführung sogenannter AMTS-Stewardships: interprofessionell besetzter Teams, die institutions- und berufsgruppenübergreifend Risiken im Medikationsprozess verringern und AMTS als Qualitätsmerkmal in Einrichtungen wie Krankenhäusern und Pflegeheimen verankern sollen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Evaluation des Erfolgs bisheriger Aktionspläne. Da bislang kaum Daten zur praktischen Wirkung vorliegen, sollen bei einem Expertentreffen Möglichkeiten entwickelt werden, wie sich die Wirksamkeit künftiger Maßnahmen mithilfe von Gesundheitsdaten besser messen lässt.

Der Handlungsbedarf ist groß: Jährlich werden in Deutschland über 250.000 Menschen wegen Medikationsfehlern ins Krankenhaus eingeliefert. Der neue Aktionsplan versteht sich daher als wichtiger Schritt, um die Arzneimittelversorgung sicherer, transparenter und zukunftsfähiger zu machen.

 

https://www.apotheken-umschau.de/gesundheitspolitik/arzneimitteltherapie-aktionsplan-soll-mehr-sicherheit-bringen-1475017.html

https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/politik/kurs-fuer-e-medikationsplan/#

(zuletzt aufgerufen am 09.02.2026)

Elektronische Patientenakte: Große Akzeptanz in der Ärzteschaft, aber weiter erhebliche Mängel

16. Februar 2026 | von

Eine neue Umfrage zeigt, dass die elektronische Patientenakte (ePA) von vielen Ärztinnen, Ärzten und Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten bereits genutzt und grundsätzlich positiv bewertet wird. Seit dem 1. Oktober 2025 ist ihre Nutzung für Arztpraxen, Apotheken und andere Leistungserbringer verpflichtend. Ziel der ePA ist es, den Austausch medizinischer Informationen zu erleichtern und dadurch die Versorgung der Patientinnen und Patienten zu verbessern.

Nach einer Befragung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) unter rund 4.500 Arztpraxen haben bereits 80 Prozent der Ärztinnen, Ärzte und Psychotherapeuten Dokumente in die ePA hochgeladen. Zudem gaben etwa drei Viertel der Befragten an, bereits abgelegte Unterlagen wie Arztbriefe oder Befundberichte eingesehen und für Behandlungen genutzt zu haben. Auch die elektronische Medikationsliste (eML) wird von fast 80 Prozent als hilfreich oder zumindest teilweise hilfreich eingeschätzt.

Trotz dieser grundsätzlich positiven Bilanz gibt es weiterhin deutliche Kritik. Vertreter aus Apotheken, Ärzteschaft und Kassen in Hessen bemängeln vor allem technische Probleme, unzureichende Datenqualität und komplizierte Abläufe. Viele Informationen in der ePA seien unvollständig, unstrukturiert oder schwer auffindbar. Außerdem sei häufig unklar, wer für die Aktualität und Korrektheit der Inhalte verantwortlich ist. Apotheken kritisieren insbesondere, dass wichtige Informationen oft nicht schnell genug erfassbar und für den Alltag nicht zuverlässig genug seien. Auch die Landesärztekammer Hessen sieht zwar grundsätzlich Chancen in der ePA, verweist aber auf funktionale Lücken und häufige Ausfälle der Telematikinfrastruktur. Noch schärfer äußert sich die Kassenärztliche Vereinigung Hessen, die der ePA aktuell nur einen geringen praktischen Nutzen zuschreibt und sie als ineffizientes System mit erheblichen Schwächen bewertet.

Insgesamt zeigt sich: Die ePA wird zunehmend genutzt und besitzt Potenzial, doch ein wirklicher Mehrwert für die Versorgung entsteht erst, wenn Technik, Struktur, Verlässlichkeit und Datenqualität deutlich verbessert werden.

https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/e-health/epa-digitale-aldituete-ohne-suchfunktion/

(zuletzt aufgerufen 04.02.2026)

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/aerzte-sehen-epa-als-hilfreich-aber-kritisieren-die-technik-162596/

(zuletzt aufgerufen am 06.02.2026)