Kategorie: ‘Apotheker’
Digitale Vernetzung im Gesundheitswesen
Der neu gegründete Bundesverband Internetmedizin BiM widmet sich u.a. der Sicherstellung, Verbesserung und Kontrolle von medizinischer Information und Leistungsangeboten im Internet.
Der BiM möchte der Industrie und anderen Anbietern, die sich in der Internetmedizin für den Patienten engagieren möchten, eine Plattform in unmittelbarer Zusammenarbeit mit der Ärzteschaft bieten, damit der Arzt im Internet eine aktive, transparente und vor allem qualitätsgeprüfte Rolle für den Patienten einnimmt.
Quelle:
E-Health-Com, 13.12.2012
Ärzte Zeitung, 14.12.2012
Ärzte und Apotheker werden zu verstärkter Kommuniaktion gezwungen
Durch die Erneuerung der Apothekenbetriebsordnung, die im Juni 2012 in Kraft trat, soll die Kommunikation zwischen Ärzten und Apothekern gefördert werden, um so Fehldosierungen und Inkompatibilitäten bei Rezepturen vorzubeugen.
Apotheken seien verpflichtet eine Herstellungsanweisung für individuelle Rezepturen zu erstellen und diese vor deren Anfertigung auf Plausibilität zu prüfen.
Dabei ist beispielsweise zu prüfen, ob Dosierung und die Applikationsart den üblichen Empfehlungen entsprechen und ob die eingesetzten Wirkstoffe untereinander sowie mit den gewählten Rezepturgrundlagen kompatibel und stabil sind. Ergeben sich Bedenken, muss der Apotheker diese mit dem verschreibenden Arzt klären.
Quelle:
Ärzte Zeitung, 30.11.2012
Pilotprojekt zum patientenindividuellen Medikationsmanagement
Die AOK Rheinland/Hamburg und der Apothekerverband Nordrhein wollen ein gemeinsames Pilotprojekt zur Verbesserung der Arzneimitteltherapie in Alten- und Pflegeheimen starten.
Zentrales Thema sei die patientenindividuelle Umsetzung eines Medikationsmanagements durch den Apotheker, um u.a. unerwünschte Wechselwirkungen (UWA) durch Polymedikation zu reduzieren. Für die Mitarbeit der Apotheker sei eine Vergütung in Höhe von 55 Euro pro Medikationscheck vorgesehen.
Quelle:
Deutsche Apotheker Zeitung, 26.11.2012
Apotheken sollen alle verordneten Medikamente erfassen
Die nordrhein-westfälische Landesgesundheitskonferenz (LGK) habe einen umfassenden Maßnahmenkatalog zur Optimierung der Arzneimitteltherapie beschlossen, um mögliche Risiken bei der Einnahme mehrerer Medikamente zu reduzieren.
Als Schnittstelle sollen insbesondere die Apotheken dienen. Diese werden alle verordneten Medikamente einschliesslich der Selbstmedikation der Patienten mit Hilfe eines persönlichen Medikationsplans, der vom behandelnden Arzt erstellt werden kann, erfassen. Diesen Medikationsplan könnten die Patienten dann wie eine Versichertenkarte immer bei sich tragen.
„Mit diesem Bündel an Maßnahmen wollen wir zum einen die Sicherheit für Patientinnen und Patienten, zum anderen aber auch die Verordnungssicherheit für Ärztinnen und Ärzte erhöhen“, betonte Ministerin Steffens.
Quelle:
Deutsche Apotheker Zeitung, 24.11.2012
NRW.de, 26.11.2012
iMedication: Eine smarte Medikamenten-Software gegen Nebenwirkungen
Österreich: Ein im Rahmen des Forschungsprojekts „iMedication“ entwickeltes Medikamenten-Software-System soll die frühe Identifikation von unerwünschten Arzneimittelwirkungen unterstützen und so die Patientensicherheit erhöhen.
Das Software-Pilotsystem, das am Universitätsklinikum Salzburg validiert wurde, durchsuche die elektronische Patientenakte nach möglichen Arzneimittelrisiken und schlage gegebenenfalls Alarm. Je nach Risikograd würden im Anschluss unterschiedliche Vorgehensweisen empfohlen und derartige Arzneimittelwirkungen gemeldet.
Quelle:
Computerwelt, 22.11.1990
Apotheken bieten umfassende Hilfestellung für Diabetiker
Einige Apotheken bieten Diabetespatienten ein umfassendes Hilfsangebot. Deutschlandweit habe sich bereits rund ein Fünftel des Apothekenpersonals in Fortbildungen auf Diabetes spezialisiert, Tendenz steigend.
Neben einem qualifizierten Schulungsgespräch gehörten in den entsprechenden Apotheken auch eine fachgerechte Ernährungsberatung, Blutzuckermessung, Hilfe bei der Suche nach einer passenden Selbsthilfe- oder Sportgruppe und bei Bedarf auch die Erstellung eines individuellen Medikamenten-Einnahmeplans zum Programm.
Dieses breite Serviceangebot der Apotheken sei sowohl ein wertvoller Beitrag zur Gesundheitsversorgung als auch zur Prävention.
Quelle:
Deutschland Today, 13.11.2012
Digitale Gesundheitswirtschaft spart Kosten
Ein intelligentes Gesundheitsnetz könnte dem deutschen Gesundheitssytsem einen Nutzen von über 12 Milliarden Euro jährlich bringen. Das ergab eine Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung im Auftrag des BITKOM.
Voraussetzung dafür sei u.a. der flächendeckende Einsatz der elektronischen Gesundheitskarte, der elektronischen Patientenakte sowie von Telemonitoring Systemen. Ein Vorbild dazu sei Dänemark. Dort finde rund 70 Prozent der Kommunikation zwischen den Akteuren im Gesundheitswesen elektronisch statt.
Eine Verbesserung der Versorgung und gleichzeitige Kosteneinsparung mit Hilfe neuer Technologien hat sich auch das zweijährige Vorhaben „Modellregion für eine digitale Gesundheitswirtschaft Franken“ zum Ziel gesetzt. Mit einheitlichen Standards für Geräte und Systeme sollen durchgängige elektronische Lösungen von der Diagnose über den Austausch der Daten/Informationen zwischen den Ärzten und Klinken bis zur Abrechnung mit der Krankenkasse realisiert werden können.
Pharmakonzerne sollen mehr Transparenz zeigen
Das British Medical Journal (BMJ) will als erste große medizinische Fachzeitschrift ab 2013 nur noch solche klinische Arzneimittelstudien veröffentlichen, deren Rohdaten anderen Forschern, auf deren Verlangen hin, zur Verfügung gestellt wurden.
Anlass sei der Vorwurf, die Pharmaindustrie würde die Hälfte der Daten aus klinischen Studien geheim halten oder der Öffentlichkeit falsch preisgeben, wodurch u.a. mögliche Risiken für Patienten verdeckt blieben. Viele derzeit eingesetzte Medikamente erschienen daher wirkungsvoller und vor allem sicherer, als sie es wirklich sind.
Der, in der Kritik des BMJ stehende, Pharmakonzern Roche weist solche Anschuldigungen zurück und betonte, dass man aus rechtlichen Gründen und Geheimhaltungsauflagen keine Patientendaten bereitstellen würde.
Quelle:
Spiegel, 6.11.2012
Abgabe von rezeptpflichtigen Medikamenten ohne Rezept
Schweiz: Der Bundesrat will die Abgabe von Medikamenten in Apotheken und Drogerien lockern, um so die Selbstmedikation zu vereinfachen. Die Regierung verabschiedete dazu die Botschaft für die Revision des Heilmittelgesetzes.
Zukünftig soll es Apotheken erlaubt sein, einige verschreibungspflichtige Medikamente nach einer fachlichen Beratung abgeben zu dürfen. Drogerien sollen alle nicht-rezeptpflichtigen Medikamente verkaufen dürfen.
Desweiteren soll eine Informationsdatenbank zu zugelassenen Arzneimitteln für eine bessere Information der Patienten sorgen, da die Pharmafirmen dieser Pflicht nicht immer nachkämen. Ferner ziele die Revision darauf ab, die Entwicklung von Kindermedikamenten zu fördern. Dazu soll eine Datenbank zum Medikamenteneinsatz bei Kindern aufgebaut werden.
Quelle:
Tagesanzeiger, 7.11.2012
Neue Wissensdatenbank prognostiziert orale Bioverfügbarkeit von Wirkstoffen
Das Biotech-Unternehmen PharmaInformatik entwickelte in den letzten acht Jahren eine umfassende Wissensdatenbank zur oralen Bioverfügbarkeit von Wirkstoffen und Medikamenten, welche die gezielte Entwicklung neuer Medikamente am Computer ermöglicht.
Die Datenbank PACT-F (Preclinical And Clinical Trials Knowledge Base on Bioavailability) enthalte 8296 Einträge bestehend aus Ergebnissen und Versuchsbedingungen von mehr als 5000 wissenschaftlichen Veröffentlichungen zur chemischen Struktur von Wirkstoffen und bis zu 17 weiteren Feldern, die im Detail die Versuchsbedingungen beschreiben (Geschlecht, Alter, Gesundheitszustand und Anzahl der Probanden, genetische Unterschiede, untersuchte Spezies, Applikationsart, Einnahme zusätzlicher Medikamente, benutzte Messmethode, Formulierung und weitere Beschreibungen der Studien).
Mit Hilfe dieser Datenbank sollen Computermodelle zur Vorhersage der oralen Bioverfügbarkeit im Menschen erstellt werden. Dies erhöht die Erfolgsaussichten von neuen Medikamenten und führt zu mehr Sicherheit bei klinischen Studien am Menschen.
Quelle:
Nordic Market, 12.11.2012