Kategorie: ‘Apotheker’
ABDA beschließt interdisziplinäre Langzeitstudie
Mit der kürzlich im Saarland angelaufenen PHARM-CHF-Studie (Pharmacy-based Interdisciplinary Program for Patients with Chronic Heart Failure) der ABDA soll herausgefunden werden, welchen Effekt eine intensive, strukturierte Betreuung von Patienten mit Herzinsuffizienz durch den Apotheker hat.
Dazu werden voraussichtlich ab März 2014 in vier deutschen Bundesländern 2060 Studienteilnehmer rekrutiert. Teilnehmen können Menschen ab 65 Jahren, die an einer chronischen Herzinsuffiezienz leiden.
Durch die kombinierte Intervention aus pharmazeutischer Betreuung und patientenindividuell gestellter Medikation könnte die Einnahme-Treue verbessert, die Krankenhauseinweisungen verringert und die Lebensdauer verlängert werden.
Quelle:
Deutsche Apotheker Zeitung, 18.10.2012
Die zweite Generation der eGK
Ab 2017/2018 soll die mit neuen Funktionen ausgestattete zweite Generation der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) verteilt werden.
Im Gegensatz zum bisherigen Modell, welches mit zwei PINs und zugehörigen PUKs gesichert ist, soll die zweite Kartengeneration mit nur noch einer „Multireferenz-PIN“ ausgestattet sein, um „das Gedächtnis des Karteninhabers zu schonen“.
Desweiteren werde im künftigen Modell die Möglichkeit bestehen, neue Berufsgruppen (z.B. „Hebammen“) einfach hinzuzufügen, sowie bereits bestehende zu differenzieren („Arzt“ oder „Psychologe“).
Quelle:
Heise Online, 26.10.2012
Verbraucher können Arzneimittelnebenwirkungen online melden
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und das Paul-Ehrlich-Institut PEI für Impfstoffe haben die Testphase für ein neues Internetportal gestartet, bei dem Patienten Nebenwirkungen von Medikamenten direkt melden können.
Unter der Adresse www.verbraucher-uaw.pei.de können unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) ohne Umweg über den Arzt verschlüsselt an die Behörden übermittelt werden.
Mit dieser Maßnahme soll direkten Patientenmeldungen mehr Bedeutung beigemessen, Risikosignale rechtzeitig erkannt und entsprechende Gegenmaßnahmen frühzeitig eingeleitet werden können.
Quelle:
Spiegel.de, 4.10.2012
Die Welt, 2.10.2012
Versandapotheke Sanicare meldet Insolvenzverfahren an
Die Versandapotheke Sanicare hat nach dem Tod des Firmengründers Johannes Mönter diese Woche einen Nachlassinsolvenzantrag gestellt. Betroffen seien die Versandapotheke sowie drei niedergelassene Sanicare-Apotheken in Bad Laer, Versmold und Bielefeld. Die 50 Kliniken und mehrere hundert Pflegeeinrichtungen und Arztpraxen, die Sanicare mit Medikamenten versorgt, werden aber nach Angaben des Unternehmens weiter beliefert.
Zuvor hatte der Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) vor möglichen Folgen gewarnt: Sanicare habe in den vergangenen Jahren durch eine aggressive Markt- und Preispolitik eine Reihe auch großer Krankenhausapotheken aus dem Markt verdrängt. Dies könne sich für die Kliniken jetzt rächen.
Quelle:
Heise Online, 27.9.2012
Apotheker diskutieren Alternativenkonzepte zur eGK
Nachdem die eGK wiederholt ins Stocken geraten ist, entwickeln Apotheken bereits Alternativkonzepte, um speziell bei multimorbiden Patienten Therapierisiken zu verringern. Experten bringen die Hausapotheke (Zusammenarbeit Arzt-Apotheker) wieder ins Spiel.
Für die Erfassung der Medikamente an der Schnittstelle von Arztpraxis und Apotheke braucht es eine gemeinsame Datenbank, so ABDA-Chef Heinz-Günter Wolf. In diesem Verzeichnis sollen auch OTCs erfasst werden. Genau diese Komponenten wären auch beim gematik-Projekt vorgesehen gewesen.
Im kleinen Stil haben einige Apotheken das Konzept einer eigenen Gesundheitskarte bereits längst umgesetzt. Kundenkarten erfassen die Medikation von Kunden und werden im System gespeichert.
Quelle:
DocCheck, 11.3.2011
Per Mausklick zum Arzt und Apotheker
Der Rezeptdienst Ordermed ist eine innovative Internetplattform, die Patienten, Ärzte und Apotheker zusammenbringen soll.
Der Nutzer kann per Mausklick oder über die Ordemed-App gleichzeitig Rezepte beim Arzt und Medikamente in der nächst gelegenen Apotheke vorbestellen. Dabei kann der Kunde selbst entscheiden, ob er das Rezept bzw. das Medikament selbst abholen oder der Apotheke die Anlieferung überlassen möchte.
Mit Hilfe dieser Logistik-Anwendung habe der Apotheker einen Überblick über alle verordneten Arzneimittel der Kunden und könne so zu allen Wechselwirkungen und Gegenanzeigen beraten.
Quelle:
HAN-Online, 11.9.2012
Automatisierte Arzneimittelabgabe in der Uniklinik Köln sorgt für mehr Sicherheit
Die Universitätsklinik Köln hat sich für die Einführung eines Systems zur patientenorientierten Arzneimittelversorgung entschieden. Das Verfahren soll Fehler bei der Medikamentenvergabe reduzieren, das Pflegepersonal entlasten und Kosten einsparen.
Anstatt die Arzneimittel manuell zusammenzustellen, werden diese in der Krankenhausapotheke von einem speziellen Automaten in einen fortlaufenden Plastikschlauch eingeschweißt, auf dem die Bezeichnung des Medikamentes mit Hinweis zur Korrekten Einnahme, sowie der Name der Patienten abgebildet ist.
Vor der Abgabe werden die Tütchen noch einmal kontrolliert. Dazu durchläuft der Schlauch einen Scanner, der überprüft, ob Patientenname und im Schlauch befindliches Arzneimittel mit dem eingegebenen Datensatz übereinstimmen.
Quelle:
Ärzteblatt, 17.9.2012
Meldesystem soll Engpässe in der Medikamentenversorgung reduzieren
Ein neues Meldesystem in der Schweiz verpflichtet Pharmaunternehmen dazu, drohende Engpässe in der Medikamentenversorgung einer neutralen Plattform mitzuteilen.
Ziel dabei ist es, Behörden, Industrie und den Krankenhausapotheken mehr Zeit zu verschaffen, um auf die Engpässe zu reagieren und rechtzeitig Alternativen auszuarbeiten.
Wird ein drohender Engpass gemeldet, kann diese Information beispielsweise an einen anderen Hersteller weitergeleitet werden, damit dieser seine Produktionsmenge dementsprechend anpasst.
Quelle:
Südostschweiz, 23.8.2012
Altes Medikament – Neue Bestimmung
Sivanesan Dakshanamurthy, ein Molekularbiologe der Georgetown University in Washington DC, hat ein Computermodell entwickelt, welches Vorhersagen über die Wirkung von Medikamenten auf Proteine im menschlichen Körper treffem kann.
Hierzu vergleicht das Modell Informationen über die Struktur eines Arzneimittels mit denen menschlicher Proteine, um passende Paare zu finden.
Anhand dessen kann der Computer momentan bereits abschätzen, ob sich ein bestimmtes Medikament auch zur Behandlung einer anderen Krankheit einsetzten ließe.
Quelle:
The Economist, 11.8.2012