Neue Diskussion um eGK-Finanzierung
Seit Januar 2015 ist die elektronische Gesundheitskarte (eGK) für Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen Pflicht.
Laut GKV-Spitzenverband, wollen die Kassen keinen weiteren Beitrag zur Finanzierung der eGK beisteuern. Damit wolle man Druck auf die Betreibergesellschaft gematik und die Ärzte ausüben. Die Anschuldigungen seitens der GKV gegenüber der Ärzteschaft, Online-Infrastrukturen zu blockieren, wiesen diese ab. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) bemängelte jedoch den nicht vorhandenen Nutzen für die Praxis.
Einen Einfluss auf weitere Entwicklungen hätte die Geldsperre laut gematik nicht, es würden ausreichend Mittel zur Verfügung stehen.
Ärzte Zeitung, 07.01.2015
Neues Verfahren der Arzneimittelzulassung
In Zusammenarbeit entwickelten die Europäische Arzneimittel Agentur (EMA) mit den nationalen Arzneimittelbehörden einen neuen Ansatz der Arzneimittelzulassung. Laut Entwicklerangaben, sei das neue Verfahren mit den Worten „adaptive pathways“ zu beschreiben.
Besonders an dem Verfahren, sei die frühe Zulassung für spezielle Patientengruppen, bereits nach den ersten klinischen Studien. Je nach Anwendungserkenntnissen, könne man die Verbreitung auf weitere Patienten ausdehnen, wie der Fachzeitschrift Clinical Pharmacology & Therapeutic zu entnehmen ist. Vorteile sehe man in der Möglichkeit rechtzeitig Zugang zu Arzneimitteln zu erlangen, oder dem kleineren Umfang der Patientenstudien.
Das 2014 gestartete Pilotprojekt solle seine erste Phase bereits im Februar 2015 hinter sich haben.
Quelle:
DAZ.online, 19.12.2014
Zwischenfazit AMNOG
Vier Jahre nach Inkrafttreten des Arzneimittelneuordnungsgesetzes (AMNOG), könne man bei etwa jeder zweiten Arzneimittelinnovation einen Zusatznutzen belegen, gab der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) bekannt. Laut Verband forschender Pharmaunternehmen, seinen im Jahr 2014 49 neue Medikamente auf den Markt gekommen, soviele, wie seit 25 Jahren nicht mehr.
Zur Diskussion stünde weiterhin, wie die gewonnene Zeit mit besserer Lebensqualität noch in die Arzneimittel-Beurteilung miteinfließen könne.
Quelle:
Ärzte Zeitung, 18.12.2014
Versandapotheke: Tele-Pharmazie Pilotphase
Die Live-Beratung einer Versandapotheke stehe nun laut Anbieter online zur Verfügung. In einer mehrmonatigen Testphase wird die Videoberatung mittels Testkunden täglich für einige Stunden geprüft. Für die Kunden der Versandapotheke werde das Angebot im Laufe des Jahres 2015 zur Verfügung gestellt.
Der Anbieter gab bekannt, dass man so einen wichtigen Beitrag zur Versorgung von schlecht angebundenen Regionen leiste. Patientenindividuelle Fragen könnten direkt und persönlich geklärt werden. Man trage so auch zur Arzneimitteltherapiesicherheit bei.
Quelle:
DAZ online, 10.12.2014
heise online, 09.12.2014
EU-Strategie für Mobile-Health Dienste
Zu mehr Kosteneffizienz im Gesundheitssystem könne, laut Ausschuss der Regionen (AdR), auch eine Zusammenarbeit der EU beitragen. Eine gemeinsame Strategie, um überregional Mobile-Health Dienste anzubieten, würde außerdem auch die Qualität der Angebote deutlich verbessern.
Durch den Austausch von Informationen und Wissen ermögliche man den Patienten besseren Zugang zu bezahlbaren und hochwertigen Mobile-Health Angeboten. Besonders ältere Menschen könnten von dieser Art der Gesundheitsdienste profitieren.
Wichtig sei vor allem, dass man eine gemeinsame Strategie mit einheitlichen Standards finde. Dabei müsse die Privatsphäre der Patienten im Mittelpunkt stehen.
Quelle:
Ärzte Zeitung, 15.12.2014
Zwischenfazit: Modellprojekt ARMIN
Mittlerweile würden sich ca. 1000 Ärzte und Apotheker in Sachsen und Thüringen an dem Projekt beteiligen. Für Thüringens KV Hauptgeschäftsführer Auerswald sei die immer noch sehr geringe Beteiligung der Ärzte damit zu begründen, dass man sich noch in der Modell-Aufbauphase befinde.
Erweiterungen für das neue Jahr sei zum einen eine Erweiterung der Wirkstoffempfehlung für die Anwendungsgebiete Typ-2-Diabetes, Antibiotikatherapie der oberen Atemwege, Antibiotikatherapie der unteren Atemwege sowie Antibiotikatherapie der Harnwege. Zum anderen solle die Testphase patientenindividuellen Medikationsberatung anlaufen, so die Partner der Arzneimittelinitiative Sachsen-Thüringen.
Quelle:
DAZ online, 10.23.2014
Ärzte Zeitung, 12.12.2014
APS bemängelt die verzögerte Einführung der eGK
Im Positionspapier zur praktischen Umsetzung der eGK bemängelt das Aktionsbündnis der Patientensicherheit die nur schleppend vorangehende Umsetzung der eGK. Dies würde laut APS die Patientensicherheit einschränken. Aus diesen Gründen fordert die APS die Interessen der Patienten in den Mittelpunkt zu stellen und schnell eine Möglichkeit zu finden, die eGK mit mehreren Funktionen zu nutzen.
Der stellvertretende Vorsitz der APS sprach sich für das kommende e-health Gesetz aus, das ihm zufolge patientenbezogen und zukunftsorientiert sei. Es sei klar, dass Parallellösungen vermieden werden und einheitliche Standards priorisiert werden müssten.
Vor allem sei es wichtig, Patienten als relevante Interessengruppe mit einzubeziehen. Nach Kettner seien sie schließlich nicht nur Nutzer sondern auch Kostenträger.
Quelle:
Ärzte Zeitung, 10.12.2014
AMTS-Datenmanagement mittels eGK
Die Freigabe des Lastenheftes zur freiwilligen Anwendung der Arzneimitteltherapiesicherheit mittels elektronischer Gesundheitskarte führt zu deren erstmaligen, nutzenorientierten Anwendung. Projektstart dazu war 2013, durch den Deutschen Apothekerverband (DAV).
DAV-Vorstandsmitglied Hubmann gab bekannt, dass Ärzte und Apotheker so Hinweise bezüglich der Auswahl und Abgabe des Medikaments bekämen. Patientenbezogene Informationen, wie Allergien oder Wechselwirkungen von Medikamenten stünden mit der Etablierung des Datenmanagements den Fachkräften bereit.
Quelle:
Pharmazeutische Zeitung online, 08.12.2014
Telemedizin als Notfallhelfer auf See
Um die Notfallversorgung auf Nord- und Ostsee zu erleichtern, arbeiten nun die Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), die Berliner Charité und das Unfallkrankenhaus Berlin zusammen. Zur Umsetzung nutzt man die Notfallleitstelle der DGzRS und die Telemedizin-Technik der Charité Tochtergesellschaft GHC Global Health.
Mit diesem Zusammenschluss kann eine Versorgung rund um die Uhr gewährleistet werden. Mittelfristig sei laut Angaben geplant, die Zusammenarbeit der Notfallbehandlung auf See auszuweiten. Geschäftsführer Stadeler gab bekannt, dass dazu die Seenotkreuzer mit der notwendigen Technik ausgerüstet würden.
Quelle:
Ärzte Zeitung, 05.12.2014
Adherence: Einfluss von Unterstützung nicht erwiesen
Laut Cochrane-Review kann trotz Anleitungen zur Medikation keine wirkliche Verbesserung der Adherence oder des klinischen Outcomes festgestellt werden. Interventionen fanden im Rahmen von täglichen Anleitungen zur Anwendung, Motivationsgesprächen, Verhaltenstherapien und familiärer Unterstützung statt.
Laut Review könne selbst intensivsten Betreuungen kein signifikanter Einfluss beigemessen werden. Allerdings gehe aus den Studien nicht hervor, welche Art der Unterstützung sich wie auswirke.
Die Reviewer bemängeln auch Methodik der Studien. Es sei weder ein Design für Langzeitinterventionen vorhanden, noch objektive Messparameter zur Untersuchung von Adherence und klinischem Outcome.
Quelle:
DAZ.online, 28.11.2014