Kategorie: ‘Apotheker’
Elektronische Patientenakte gegen Polypharmazie
Zu dem Thema Arzneimitteltherapiesicherheit gebe es noch einige Verbesserungsmaßnahmen.
Das Kernproblem sei, dass die Schuld nicht im Fehlverhalten des Einzelnen liege, sondern vielmehr an der fehlenden Information über die Verordnungen der anderen Leistungserbringer. Es mangele also an einem Gesamtüberblick.
Zudem führe die freie Wahl von Arzt und Therapie bei nicht vorhandener Transparenz zu gefährlichen Wechselwirkungen Hier könne die elektronische Patientenakte, die jedem Arzt zur Verfügung stehe, Abhilfe schaffen.
Quelle:
Ärzteblatt, 17.6.2013
Klinik-Apotheke setzt auf automatisierte Arzneimittelversorgung
Im Rahmen eines 70 Millionen schweren Projektes soll in den nächsten Jahren Coburgs Klinikum ausgebaut werden.
Ein bedeutendes Element der Apotheken-Anlage bilde der neue Tablettenautomat. Dieser stelle die Medikamente patientenbezogen portioniert und für jeden individuell zusammen. Eine Maschine, die bisher nur in wenigen deutschen Kliniken zu finden sei.
Der Automat stelle auf Grundlage der Patientendaten die Arzneimittel individuell zusammen und verpacke diese anschließend in einzelne Blister. Damit ließe sich zum einen enorm viel Zeit und Aufwand seitens des Pflegepersonals einsparen. Zum anderen werde die Patientensicherheit enorm erhöht, da alle Medikamente gleichzeitig auf ihre Wechselwirkungen überprüft würden.
Quelle:
Neue Presse, 17.6.2013
Neues Forschungsprojekt für eine lückenlose Versorgung
Im Rahmen eines neuen Kooperationsprojektes der Universität Leipzig soll erforscht werden, wie die Schnittstellen zwischen stationärer und ambulanter Arzneimittelversorgung von Patienten verbessert werden können.
Ziel des länderübergreifenden Projektes sei es, gemeinsam Maßnahmen zu erarbeiten, Wissens- und Versorgungslücken an Schnittstellen zu identifizieren und strategisch zu schließen, um die Arzneimittelsicherheit nachhaltig zu verbessern.
Dabei sollen auch elektronisch unterstützte Kommunikationsstrukturen genutzt werden, die jedoch nicht das persönliche Gespräch mit dem Patient ersetzen dürfen.
Quelle:
E-Health, 12.6.2013
Nebenwirkungsdatenbank der BfarM jetzt öffentlich zugänglich
Die Nebenwirkungsdatenbank des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) steht seit dem 23.4.2013 mit einem Online-Zugang zur Verfügung.
Mit Hilfe der öffentlich zugänglichen Datenbank „UAW-DB„, in der seit 1995 Daten gesammelt würden, sollen Recherchen in anonymen Verdachtsfällen ermöglicht werden. Eingehende Verdachtsfälle würden von der BfarM analysiert und interpretiert, um anschließend ein Fazit daraus ziehen zu können.
Gesucht werden kann nach Begriffen und Wirkstoffen. Die Suche selbst lässt sich nach Zeiträumen und Altersgruppen einschränken.
Quelle:
BfarM, 23.4.2013
Ärzte Zeitung, 24.5.2013
Neue Medikamente bringen selten Fortschritte
Der Innovationsreport der Techniker Krankenkasse (TK) kommt zu dem Ergebnis, dass lediglich zwei von 23 Medikamenten, die im Jahr 2010 und Anfang 2011 auf den Markt gekommen sind, einen nennenswerten Zusatznutzen für die Behandlung bringen.
Seit dem Einzug des Arzneimittelordnungsgesetzes (Amog), müssen die Pharmafirmen den Zusatznutzen ihrer neuen Präparate nachweisen, bevor sie mit den Kassen in Verhandlung treten. TK-Chef Jens Baas betont, dass die Kassen durchaus bereit wären, mehr für innovative Medikamente auszugeben, aber man müsse solche auch verlässlich erkennen können.
Trotz des schlechten Urteils seien zwölf der 23 Wirkstoffe derzeit Bestandteil ärztlicher Behandlungsleitlinien. Ein Teil davon stamme jedoch noch aus der Zeit vor Amnog. Bei vielen Medikamenten ließe sich aber erst nach der Einführung ein Risikoprofil unter realen Bedingungen ermitteln.
Quelle:
Spiegel Online, 31.5.2013
Schweiz – Ärztliche und pharmazeutische Beratung per Telemedizin
Der schweizer Telemedizin-Anbieter Medgate bietet Patienten eine rein telemedizinische Betreuung, meist über das Telefon, an. Nach dem Motto „Doc around the clock“ bekämen die Patienten, die es wünschen, eine Fernbehandlung von einem der rund 250 Mitarbeiter des Unternehmens oder den Spezialisten, die als Partnerärzte von Medgate fungierten. Die Ärzte im Zentrum würden dabei nach Leitlinien arbeiten, um sicher entscheiden zu können, ob ein Patient einen Arzt konsultieren muss oder nicht.
Außerdem sei es Apothekern in über 200 Partner-Apotheken möglich medizinische Hilfe des Unternehmens per Videokonferenz, im Rahmen der Kundenberatung, in Anspruch zu nehmen.
Die Daten der Medgate-Patienten würden am Empfang von den Mitarbeitern aufgenommen, woraufhin ein Arzt später zurückrufe. Medgate habe für die Versicherungen teilweise eine Gatekeeper-Funktion, um unnötige Arztkonsultationen zu vermeiden.
Quelle:
Ärzte Zeitung, 23.5.2013
Direkte Rezeptübermittlung an Apotheken ist unzulässig
Eine direkte Übermittlung von Rezepten an eine Apotheke ist unzulässig. Diesen Beschluss äußerte das Oberverwaltungsgericht des Landes Nordrhein-Westfalen am 14. Februar 2013.
Ursache dafür war die Klage einer Apothekerin. Ihr wurde untersagt, Absprachen mit Ärzten bezüglich der Rezeptübersendung zu treffen. Denn sie habe in erheblichem Umfang Rezeptverordnungen direkt vom ausstellenden Arzt bekommen und die Medikamente anschließend an die Kunden ausgehändigt.
Die Klage wurde abgewiesen, da den Kunden die Möglichkeit zur freien Entscheidung bezüglich der Apothekenwahl genommen werde und ihnen der Zugriff auf die Rezepte verwehrt bleibe.
Quelle:
Deutsche Apothekerzeitung, 12.4.2013
Erprobungsverfahren zur Einführung der neuen eGK
Als erste von bundesweit fünf aktiven Arbeitsgemeinschaften zur Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (ARGE) sei es in Nordrhein-Westfalen gelungen, alle Organisationen der Leistungserbringer aktiv an der Arbeit zu beteiligen.
Die Einführung der neuen elektronischen Gesundheitskarte (eGK) und der Telematik-Infrastruktur (TI) soll schrittweise erfolgen. Nachdem die Krankenkassen bis Ende 2013 ihre Versicherten mit der eGK ausgestattet haben werden, würden im nächsten Schritt des Erprobungsverfahrens „Online-Rollout Stufe 1“ die beiden Testregionen über die TI miteinander vernetzt und zum Abgleich der Versicherungsdaten auf der eGK mit den Krankenkassen verbunden.
Quelle:
Ärzteblatt, 8.5.2013
Register für Lieferengpässe bei Arzneimitteln
Zur Verhinderung von Lieferengpässen sei ab Freitag ein Register auf der Webseite des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) freigeschaltet.
Gemeldet werden sollen vor allem Lieferengpässe bei Onkologika, Antibiotika, Notfallarzneimitteln oder Arzneimitteln, die im Zusammenhang mit Operationen angewendet werden. Das Register soll Ärzte und Apotheker dabei unterstützen, kurzfristig auf alternative Therapiemöglichkeiten auszuweichen.
Laut der BMG gebe es in den USA ein vergleichbares System, welches dort dazu beigetragen habe, die Zahl der Versorgungsengpässe zu reduzieren.
Quelle:
Ärzte Zeitung, 26.4.2013