Kategorie: ‘Patienten’
Entlastung von Arztpraxen durch Telemedizin-Angebot
Die Beratungs-Hotline „Medi24“ macht es sich zum Ziel Arztpraxen und Notaufnahmen zu entlasten. Rund um die Uhr ständen hier erfahrende Berater, Krankenpfleger oder Ärzte mit mindestens 10 Jahren Berufserfahrung, bei medizinischen Fragen oder Beschwerden am Telefon zur Verfügung. Das Angebot könne und solle den Arztbesuch nicht ersetzen, sondern als vorgeschaltete Möglichkeit zur Einschätzung der Dringlichkeit dienen. Die Berater arbeiten hierbei mit einer Software, die einen festen Fragenkatalog nutzt. Dadurch hätte das telemedizinische Angebot den Vorteil, dass keine Fragen vergessen werden könnten.
Quelle: https://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.rund-um-die-uhr-beratung-neues-telemedizin-angebot-soll-arztpraxen-entlasten.d6f71503-783d-42a1-a13e-21b5f64fadd6.html, 29. März 2019
Gesundheitsminister Jens Spahn will Digitalisierung zügig vorantreiben
Der Bundestag hat viele Punkte des Pakets von Gesundheitsminister Jens Spahn rund um das Kernthema Arzttermine verabschiedet. Unter anderem sind die gesetzlichen Krankenkassen ab 2021 dazu verpflichtet, eine elektronische Patientenakte anzubieten. Spahn verfolge das Ziel Gesundheitsdaten zu vernetzen und diese auch über ein Smartphone abrufbar zu machen. Hierzu will Spahn den Druck auf die Akteure erhöhen. Dies sei unter anderem notwendig, weil chinesische Konzerne, sowie Google und Amazon schon seit Jahren in den Gesundheitssektor investieren. Möchte man eine deutsche Infrastruktur implementieren müsse man schneller als diese Konkurrenten sein und beispielsweise Standards für die Datenspeicherung schaffen.
Hans Unterhuber, Vorstandschef der Siemens-Betriebskrankenkasse, kritisiert, dass die jetzigen Spezifikationen nicht den Patienten im Mittelpunkt stehen haben und sie somit mehr Umstände macht als Vorteile bringt. Weiterhin kritisieren Ärzte, dass die elektronische Patientenakte vorrangig Datensammlern und IT-Konzernen nutzen wird.
Quelle: https://www.merkur.de/politik/spahns-plan-mit-vollgas-zur-datenautobahn-11856969.html, 22. März 2019
Gemeinschaftliche Plattform für die IT-Vernetzung in der Gesundheitsversorgung
Für die IT-Vernetzung in der Gesundheitsversorgung haben mehrere mitteldeutsche Unternehmen das Projekt „Health.connect“ gegründet. Durch die geplante Plattform soll die Nutzung der elektronischen Fallakte (eFA) ermöglicht werden. Diese speichert im Gegensatz zur elektronischen Patientenakte (ePA) die Daten nur fallweise und zeitlich begrenzt. Zudem werden die Daten nur dezentral gespeichert. Die Plattform soll ermöglichen die verschiedenen Schnittstellen, Services und Apps mit einander zu verbinden. Dadurch sollen die Abläufe im Gesundheitswesen verbessert und revisionssicher nachvollzogen werden.
Frank Richter, geschäftsführender Gesellschafter der EWERK-Gruppe, erklärt, dass dabei auf die bereits bestehende Sicherheitsinfrastruktur für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte aufgebaut werden soll. Dadurch dass die internationalen Standards im Gesundheitswesen verwendet werden, sollen weitere Partnerschaften ermöglicht werden.
Quelle: https://www.egovernment-computing.de/healthconnect-plattform-soll-it-systeme-verbinden-a-809872/, 18. März 2019
Vorhofflimmern kann von Smartwatches zuverlässig erkannt werden
Die Photodetektoren von modernen Fitnessarmbändern und Smartwatches könnten zukünftig Vorhofflimmern erkennen. Die Smartdevices würden gleich gute Ergebnisse wie ein mobiles EKG erzielen solange sich der Patient nicht bewegt. Die Smartwatches messen ähnlich wie Fingerpulsoxymeter die Lichtabsorption, aus der auf die Sauerstoffsättigung geschlossen werden kann. Diese verändert sich im Verlauf des Herzschlags. Kommt es zu Unregelmäßigkeiten könnte dies ein Zeichen für Vorhofflimmern sein. Somit könnte neben der bisher bestimmten Herzfrequenz auch Vorhofflimmern erkannt werden.
In der WATCHAF-Studie, die eine mobile EKG-Aufzeichnung mit den Daten der Smartwatches verglich, konnte eine Sensitivität von 93.7%, eine Spezifität von 98,2% und eine Genauigkeit von 96,1% erreicht werden.
Quelle: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/101642/Smartwatch-kann-Vorhofflimmern-zuverlaessig-erkennen, 14. März 2019
Gesundheitsapps wird nicht vertraut
Laut einer Studie der EBS Business School, können die meisten Patienten keinen Nutzen in Gesundheitsapps erkennen. Die Auswertung der Umfrage ergab, dass nur 14.5 Prozent der Patienten eine App oder ein Wearable benutzen. Weiterhin begrüßten nur 35 Prozent, dass ihre Arztbesuche durch die digitale Technik reduziert werden könnten.
Die relativ deutliche Skepsis sei aber auch damit zu begründen, dass die Umfrage nicht digital abgehalten wurde, sondern in Praxen ohne digitale Hilfsmittel nachgefragt wurde.
Das Misstrauen der Patienten sei laut Ralph Tunder begründet. Laut ihm fehlen einheitliche Standards und bei 75 Prozent der Apps bestehe die Möglichkeit Gesundheitsdaten zu manipulieren. Zurzeit seien nur zehn Medizinprodukte-Apps registriert und mit CE-Kennzeichen versehen.
Aufgrund der Ergebnisse der Studie fordert Tunder, Standards für Apps festzulegen, ebenso wie die Vergütung und Haftung. Zudem sollen Krankenkassen die Kosten für medizinische Apps übernehmen. Dr. Titus Brinker gibt jedoch zu bedenken, dass Innovationen durch eine zu starke Regulation gebremst werden würden.
https://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/e-health/article/981699/umfrage-patienten-trauen-gesundheitsapps-oft-nicht.html?sh=536&h=-536502788, 21. Februar 2019
Die digitale Kommunikation kommt nur schleppend voran
Die digitale Kommunikation komme laut Jörg Debatin, Vorsitzender der Initiative Gesundheitswirtschaft, nur langsam voran, weil bislang Plattformen für die Anwendung und ein regulatorischer Rahmen fehlten. Der Staat müsse klären wie die Arzt-Patienten-Kommunikation im Detail aussehen soll und wie die digitale Kommunikation vergütet werden soll.
Bereits vorhandene Insellösungen anderer Länder seien in Deutschland wegen den Besonderheiten des deutschen Gesundheitssystems nicht umsetzbar. Durch die Digitalisierung könne das Gesundheitssystem deutlich effektiver werden. Beispielsweise könne eine automatische Medikamentenverteilung Fehlerquoten und den Zeiteinsatz des Pflegepersonals senken. Letztendlich geht es laut Debatin darum, „mehr Gesundheit mit weniger Ressourcen“ zu erreichen.
https://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/e-health/article/981573/e-health-laeuft-digitalisierung-patienten-alltag-vorbei.html?sh=541&h=-547068136, 19. Februar 2019
Ersthelfer App für Herz-Kreislauf-Patienten
Um das Zeitintervall der Erstversorgung von Herz-Kreislauf-Patienten zu verkürzen, haben die Björn-Steiger-Stiftung und der Kölner Verein Mobiler Retter eine Ersthelfer App entwickelt. Hierbei werden qualifizierte Ersthelfer wie Ärzte, Feuerwehrleute oder Krankenpfleger neben dem Rettungsdienst alarmiert, wenn ein Notruf in die Leitstelle eingeht. Die Anfrage, ob sie einsatzbereit sind, bekommen registrierte Ersthelfer, die in der unmittelbaren Umgebung sind. Die App lotse die Ersthelfer zum Ort des Notfalls.
Bislang binden Leitstellen in zehn Regionen das System der Mobilen Retter mit ein. Eine bundesweite Umsetzung sei schwierig, weil Rettungsdienste von den Ländern koordiniert werden und es zusätzlich rechtliche und versicherungstechnische Unsicherheiten gebe.
https://www.aerztezeitung.de/panorama/article/981095/mobile-retter-ersthelfer-dank-app-direkt-ort.html?sh=557&h=-709911040, 15. Februar 2019
Telemedizin in Indiens Slums
Indien versucht die Gesundheitsversorgung durch E-Health-Center deutlich billiger anzubieten. Hierdurch können enorme Zeit und Kosteneinsparungen realisiert werden, wodurch die medizinische Versorgung für viele Menschen erreichbarer wird. Eines dieser elektronischen Gesundheitszentren befindet sich in der Nähe eines Slums der Stadt Jaipur. Dort kann eine Sozialarbeiterin, die eine Gesundheitsgrundausbildung hat, einfache Voruntersuchungen durchführen und Fragen stellen. Daraufhin erfolgt ein Skypeanruf in ein Telemedizinstudio in einem nahegelegenen Krankenhaus. Hier können Ärzte nun Ferndiagnosen stellen und im Zweifel einen Besuch im Krankenhaus anordnen. Durch diese neue Gesundheitsinfrastruktur wird es vielen Menschen ermöglicht sich rechtzeitig und mit geringen Kosten in medizinische Behandlung zu begeben.
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/guenstige-gesundheitsversorgung-telemedizin-fuer-indiens.676.de.html?dram:article_id=439358, 29. Januar 2019
Erkennung von Gendefekten mithilfe von Software
Forscher aus den USA, Israel und Deutschland stellten im Fachblatt „Nature Medicine“ das Programm DeepGestalt vor, das mehr als 200 Gendefekte erkennen kann. Die Software soll dazu genutzt werden, die Diagnose bei einem Anfangsverdacht zu unterstützen, indem sie die möglichen genetischen Ursachen eingrenzt. Das Programm liefert nur Verdachtsdiagnosen. Der Wert liege jedoch darin, dass die Kinderärzte im Idealfall in Absprache mit einem Humangenetiker eine gezielte Diagnostik veranlassen können. Die Software untersucht Porträtaufnahmen auf charakteristische Auffälligkeiten. Hierbei werden 130 Punkte im Gesicht mit 216 Syndromen verglichen.
In Tests in denen überprüft werden soll wie gut die Software einem Gesichtsfoto einen von 216 unterschiedlichen Gendefekten zuordnen kann wurde festgestellt, dass die Wahrscheinlichkeit, dass der tatsächliche Gendefekt von der Software in der Top Ten genannt wurde, bei 90% lag. In etwa 65 Prozent der Fälle traf sogar die als am wahrscheinlichsten geltende Diagnose zu.
Quelle: https://www.n-tv.de/wissen/Software-erkennt-auf-Fotos-seltene-Erbkrankheiten-article20802863.html, 22. Januar 2019
Telemedizin für Parkinsonpatienten
Als zweithäufigste neurodegenerative Krankheit betrifft Parkinson allein in Europa mehr als eine Million Menschen. Um den Fortschritt der Krankheit zu beobachten und die Medikamente richtig einzustellen, bedarf es einer immer häufigeren Überprüfung des Gesundheitszustandes durch Spezialisten. Für Parkinsonpatienten ist jedoch nur zweimal im Jahr ein Termin bei einem Spezialisten vorgesehen.
Mit der, von dem Institut für Angewandte Informatik der Universität Leipzig entwickelten, telemedizinischen Plattform „TelePark“ können Neurologen Behandlungsempfehlungen, wie zunehmende Bewegung, das Verschreiben neuer Medikamente oder Dosierungen, Visitenpläne und Diskussionen zu chirurgischen Möglichkeiten, direkt und über Entfernungen hinweg vornehmen. Das vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) geförderte Projekt des Instituts soll zeigen, dass ein Großteil der Untersuchungen zu Parkinson von der Ferne aus durchgeführt werden können.
Quelle: https://www.pharma-relations.de/news/telepark-verbessert-mit-telemedizin-situation-von-parkinsonpatienten, 4. Dezember 2018