Kategorie: ‘Patienten’
Nachsorge nierentransplantierter Patienten mit telemedizinischer Unterstützung
Im Rahmen eines bundesweit einmaligen Projekts des Freiburger Transplantationszentrums wird innerhalb einer Patientenstudie die klassische Nachsorge von Nierentransplantierten mit Hilfe der Telemedizin unterstützt.
Die Patienten geben dabei täglich von zuhause aus ihre Daten über ein interaktives Terminal ein. Auffällige Befunde lösen im Transplantationszentrum einen Alarm aus, sodass eine sofortige Kontaktaufnahme seitens des Klinikpersonals zum Patienten erfolgen kann. Die tägliche Kommunikation zum Patienten schafft Vertrauen zur Nachsorge und die reduzierte Inhospitalisierung ermöglicht ein Stück bessere Lebensqualität.
Ziel der Studie ist es sowohl den medizinischen als auch den ökonomischen Vorteil der Telemedizin nachzuweisen.
Quelle:
Transplantationszentrum Freiburg, Badische Zeitung, 9.6.2013
Serviceroboter für Senioren
Selbstbestimmtes Leben – für die meisten älteren Menschen stellt ein eigenständig geführtes Leben in vertrauter Umgebung eine deutliche Verbesserung des Lebensstandards dar.
Zur Unterstützung der Senioren im Altag entwickeln Forscher derzeit teilautonome Serviceroboter, genannt »SRS« (Multi-Role Shadow Robotic System for Independent Living).
Die Roboter sind zuächst von den Senioren selbstädig zu steuern. In Notfällen, oder wenn Senioren die Aufgaben nicht selbständig lösen können, kann das Callcenter von Außen eingreifen und die Steuerung des Roboters übernehmen. Gleichzeitig kann Kontakt mit den Senioren aufgenommen werden und eine schnelle, zielgerichtete Hilfe sichergestellt werden. Zusätzlich wurde eine Monitoring-Funktion installiert, die den Angehörigen ermöglicht virtuell vor Ort zu sein.
Quelle:
e-health, 12.09.2013
Erinnerungshilfen für mehr Compliance
Eine mangelnde Therapietreue – auch „Non-Compliance“ genannt – kann gefährliche Folgen für den Patienten haben. Die WHO stellte bereits 2010 fest: „Die Hälfte aller Patienten nimmt ihre Medikamente nicht korrekt ein.“
In den USA versucht man das Problem mit technischen Ansätzen zu lösen. Dazu gebe es Apps, die den Patienten zu verschiedenen Zeiten an die Medikamenteneinnahme erinnern. Als zusätzlichen Service könne der Patient von Praxismitarbeitern angerufen werden, eine SMS oder eine Sprachnachricht geschickt bekommen, um so an die pünktliche Einnahme erinnert zu werden.
Beim „Medisafe“ Projekt gehe man sogar so weit, die Angehörigen zu informieren, falls der Patient nicht auf die Erinnerung reagiert. Die Firma Vitality biete eine GlowCap an, die aufleuchte, wenn es Zeit für die Einnahme ist.
Quelle:
Spiegel online, 25.8.2013
Personalisiertes Vorhersagemodell mittels App
Max Levchin, der Gründer der Firma PayPal, habe eine neue App auf den Markt gebracht, die die Chance auf eine Schwangerschaft erhöhen soll.
In Anlehnung an Ideen aus dem BigData Bereich, solle die Glow-App möglichst viele persönliche Daten von Nutzern erfassen, um daraus ein repräsentatives Vorhersagemodell zu erstellen. Mit der Zeit solle dieses individualisiert werden.
Neben der App biete Glow eine Art Gesundheitsfond namens „Glow-first“ an. Wer zehn Monate lang 50 Euro pro Monat in einen Fond zahlt und nicht schwanger wird, erhalte einen anteiligen Betrag zurückerstattet. Das Geld werde in einen Fortpflanzungsmediziner investiert, um den Betroffenen zu helfen.
Quelle:
Heise online, 26.8.2013
Medgate bietet passgenaue Versorgung für chronisch Kranke
Mit ihren „chronic care“-Angeboten versucht das Basler Telemedizinunternehmen Medgate chronisch Kranken beim Managen von Diabetis oder Bluthochdruck zu helfen.
Je nach Bedarf erhalten Nutzer der „chronic care“-Programme für ein Jahr lang eine Basisstation. Diese schickt z. B. Blutzuckerwerte des Patienten in elektronischer Form an die Ärzte von Medgate oder den jeweiligen Hausarzt, um Lese- oder Schreibfehler von Seiten der Patienten zu vermeiden. Bei Auffäligkeiten werde der Patient per Telefon kontaktiert.
Das „chronic care“-System bilde außerdem ein maßgeschneidertes Modul für den jeweiligen Patienten, etwa eine intensive Schulung zu Diabetes von A bis Z oder nur ein kurzes Coaching per Telefon, je nach Wissensstand.
Quelle:
Berner Zeitung, 10.7.2013
Ausländische Ärzte und Patienten profitieren von deutschem Telemedizinangebot
Das Universitätsklinikum Freiburg bietet auch ausländidschen Patienten und Ärzten an, ihr telemedizinisches und teleradiologisches Angebot zu nutzen, um sich von Experten beispielsweise eine Zweitmeinung einholen zu lassen.
Nachdem die Anforderung für eine sogenannte „Second Opinion“ Teleradiologie-Leistung eingegangen ist, würden die Bilder vom Kooperationspartner nach Freiburg übertragen und anschließend übersetzt zurückgeschickt. Insbesondere für Patienten, die aus finanziellen Gründen oder wegen Immobilität nicht nach Deutschland kommen können, stelle die Teleradiologie eine günstige Möglichkeit zur Absicherung der in der Heimat gestellten Diagnose dar.
Das regelmäßige Feedback der Freiburger Radiologen habe außerdem einen Lerneffekt bei den ausländischen Kooperationsärzten bewirkt, wodurch eine deutliche Qualitätssteigerung erzielt worden sei.
Quelle:
Uniklinik Freiburg, 8.7.2013
„Tele Lifestyle Coaching“ setzt auf Zusammenspiel von Telemedizin und persönlicher Betreuung
Die Studie „TeleLifeStyleCoaching“ von Prof. Dr. Stephan Martin, Chefarztes des Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrums (WDGZ) verdeutlichte den Nutzen von Telemedizin in Kombination mit persönlicher Betreuung.
Im Rahmen der Studie wurden drei Testgruppen mit je 60 übergewichtigen Personen über einen Zeitraum von 12 Wochen untersucht. Die erste Gruppe (Telemedizin, TM) erhielt telemedizinische Hilfsmittel, ebenso wie die zweite Gruppe (Telemedizin + Coaching, TMC), welche zusätzlich eine wöchentliche persönliche Betreuung bekam. Die dritte Gruppe wurde lediglich vor und nach den 12 Testwochen untersucht.
Die Auswertung der Ergebnisse nach 12 Wochen hätte gezeigt, dass die TMC-Gruppe die signifikantesten Verbesserungen erzielte. Demnach seien telemedizinische Hilfsmittel geeignet, die Patienten zu einem gesünderen Lebensstil zu motivieren. Die besten Resultate erziele jedoch die Kombination aus Telemedizin und persönlicher Betreuung.
Quelle:
E-Health-Com, 18.7.2013
Intelligentes Pflaster alarmiert im Falle eines Sturzes
Ein „intelligentes“ Pflaster soll Menschen im höheren Alter mehr Sicherheit bieten, indem es im Falle eines Sturzes den Notruf alamiert.
Das Pflaster könne direkt am Körper getragen werden und sei zudem wasserfest, sodass es auch in der Badewanne – einer Gefahrenquelle – nicht abgenommen werden müsse.
Wird der Notruf ausgelöst, könne dieser sofort den Hilfebedarf erfragen bzw. Hilfe ankündigen, ohne dass der gestürzte Senior von sich aus aktiv werden muss.
Quelle:
Ärzte Zeitung, 15.7.2013
Rezepte per App anfordern und dabei die eigene Medikationshistorie erfassen
Der Apothekendienstleister Ordermed bietet eine App an, mit der Patienten kostenlos Rezepte und Medikamente über ihr Smartphone bestellen können.
Der Anwender müsse nur den Namen des Arzneimittels oder die Packung einscannen und schon bekäme der jeweilige Arzt einen Fax mit der Rezeptanforderung und die Apotheke den Auftrag zur Bestellung. Damit die freie Apothekenwahl gewährleistet bleibt, könne der Patient selbst entscheiden, an welche Apotheke er sich bindet.
Durch die wiederholten Bestellvorgänge werde im Idealfall die gesamte Medikation eines Patienten erfasst und zur Kontrolle möglicher Wechselwirkungen für den Apotheker einsichtig. Sofern der Patient dies erlaubt, hätten auch Dritte einen schnellen Zugang zu den Medikationsdaten.
Quelle:
Ärzte Zeitung, 9.7.2013
US-Krankenversicherung will Gesundheitsdaten nutzbar machen
Mit Hilfe einer neuen App sollen Gesundheitsdaten der US-Krankenversicherung Aetna für Verbraucher, Unternehmen und Ärzte nutzbar gemacht werden.
Daten medizinischer Tracking-Geräte und – sofern dies gewünscht ist – Patientenakten könnten über das Programm „CarePass“ gespeichert werden.
Die App könne medizinische Daten von Arztbesuchen und Medikamenten-Rezepten erfassen und zusätzlich im Sinne des „Quantifed-Self“ genutzt werden. Eine Software leite aus diesen Daten Symptome und Diagnosen ab. Außerdem seien verschiedene Datenschnittstellen enthalten, über die die Gesundheitsdaten auch für Dritte zugänglich würden.
Quelle:
Heise Online, 25.6.2013