Kategorie: ‘Patienten’
Online Berichtssystem erhöht Patientensicherheit
Das „Cirs“-Formular, ein online Berichtssystem, soll Verwechslungen und „Beinahe-Unfälle“ in Krankenhäusern vermeiden. Seit einem Jahr erfasse das Klinikum Niederberg systematisch kritische Vorfälle und Behandlungsfehler.
Auf allen Ebenen des Spitals würden die Mitarbeiter dazu aufgerufen, Fehler und Schwachstellen mithilfe des online-Formulars anonym zu melden. Dieses lande direkt bei Wolfgang Droste, Risikomanager am Klinikum. Sanktionen seien dabei nicht zu befürchten, denn Ziel sei nicht, Mitarbeiter nach Fehlern zu erwischen, sondern in Zukunft weniger Fehler zu machen.
Quelle:
WZ-Newslife, 19.4.2013
Gesundheits-Apps – Das Smartphone als Ratgeber?
Das wachsende Angebot an Diagnose-Apps für das Smartphone könnte das Arzt-Patienten Verhältnis nachhaltig verändern und bereite daher einigen Ärzten Sorge. Laut des Branchenverbands Bitcom habe es im Jahr 2011 bereits 15.000 Gesundheits-Apps gegeben, von denen nur die wenigsten echtes medizinisches Fachwissen böten.
Dies könnte dazu beitragen, dass sich das Verhältnis zwischen Arzt und Patient verändert. Früher habe sich der Patient leichter der Autorität des Arztes unterworfen. Heute sei er – gerade bei seltenen Krankheiten – oft selbst Experte. Dadurch sei der Arzt jedoch auch mehr gefordert, denn er müsse sich nun mit Informationen aus dritter Hand auseinandersetzen.
Der Informatiker Urs-Vito Albrecht von der MHH betonte jedoch: „Keine Diagnose-App kann das Expertenwissen, die Erfahrung, das Einfühlungsvermögen eines guten Arztes ersetzen“.
Quelle:
Hannoversche Allgemeine, 15.4.2013
Fax-Proteste gegen Online-Abrechnung
Derzeit laufe im Saarland eine Protest-Fax-Aktion gegen den von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) beschlossenen Zwang, ab dem 1. Juli 2013 nur noch online abrechnen zu dürfen.
Ab 2014 dürfe zur Abrechnung nur noch das „kV-SafeNet“ genutzt werden. Dabei würden die Daten direkt aus dem Praxisrechner an die KV übermittelt. Wer dieses System nicht nutzt, könne nichts mehr abrechnen.
Kritiker befürchten durch die Zwangsvernetzung eine Gefährdung der Patienten- und Praxisdaten, sowie eine erhöhte Kostenbelastung der saarländischen Vertragsärzte.
Quelle:
Ärzte Zeitung, 17.4.2013
Smarte Sensoren im Mobiltelefon
Smartphones sind für viele Menschen bereits zum ständigen Begleiter und Helfer in verschiedensten Lebenslagen geworden. Moderne Varianten sind vollgepackt mit intelligenten Sensoren, die es dem Anwender in Kombination mit Health Apps ermöglichen, den eigenen Gesundheitszustand zu erfassen und zu analysieren.
Samsung bietet den Nutzern des Samsung Galaxy S3 die Gesundheits-App S Health zum kostenlosen Download an. Diese arbeitet mit verschiedenen Körpersensoren zusammen, die zum Beispiel Blutzucker, Blutdruck, Schlafrhythmus und die Herzfrequenz messen und auswerten. So kann dem Patienten geholfen werden, das persönliche Fitnessprogramm einzuhalten und seine Krankheit besser zu bewältigen.
Quelle:
Heise Online, 15.3.2013
Wachsende Bedeutung der Telemedizin
Felix Apitzsch, der sich am Fraunhofer Institut FOKUS mit dem Thema Telemedizin befasst, betonte die steigende Bedeutung dieser Technik für Patientinnen und Patienten. Vor allem für solche, für die die gängigen Leistungen der Gesundheitsversorgung nicht ausreichen.
Problematisch sei jedoch das notwendige Zusammenspiel aller Beteiligten. Der Arzt brauche Zeit zur Datenauswertung, die Technik müsse regelmäßig überprüft und in Stand gehalten werden und der Patient selbst müsse die Anwendungen planmäßig nutzen und dürfe dabei nicht überfordert werden.
Noch sei die Telemedizin überwiegend in der Entwicklungs- und Evaluierungsphase und es werde daran gearbeitet, dass diese Art der Versorgung Patienten aller Krankenkassen zur Verfügung steht.
Auch wenn die Telemedizin einen direkten Kontakt zu einem Arzt nicht ersetzen und demnach den Ärztemangel nicht ausgleichen könne, sei sie dennoch eine sinnvolle Ergänzung, insbesondere bei Notfällen und Krankheiten, die sich schnell verschlechtern.
Quelle:
Heise Online, 3.4.2013
Auf die Haut gedruckte elektronische Tattoos
Forscher der University of Illinois in Urbana-Champaign haben sogenannte „epidermal electronics“ entwickelt. Diese Netze aus Elektronik ließen sich wie entfernbare Tattoos auf die Haut aufbringen und lösten sich durch den natürlichen Hautalterungsprozess einfach wieder auf.
Mit diesem Verfahren kann der Nutzer Gesundheitssensoren ständig tragen, ohne von diesen in Alltagsaktivitäten beeinträchtigt zu werden. Während der Anwendung könne das Gerät Werte wie Temparatur oder den Feuchtigkeitsstatus der Haut erfassen. Daraus ließen sich Aussagen über den Gesundheitszustand des Nutzers ableiten. Außerdem könnte das System nach einer Operation den Wundheilungsprozess überwachen und eine drahtlose Rückmeldung an das zuständige Spital liefern.
Quelle:
Heise Online, 27.3.2013
Telemedizinische Langzeitbetreuung für herzschwache Patienten
Patienten, die an einer chronischen Herzschwäche leiden, sollen im Rahmen der sogenannten INTENSE-HF Studie fernmedizinisch überwacht werden.
Gemeinsam mit dem Austrian Institute of Technology und T-Mobile, nimmt das Ludwig Boltzmann Institut für Transnationale Herzinsuffizienzforschung 300 Probanden auf. Die Hälfte von ihnen wird telemedizinisch überwacht. Deren selbstgemessenen Daten schicken sie per Near Field-Technologie an ein Smartphone. Dieses leitet die Informationen wiederum an die Klinik weiter.
Bei abweichenden Daten können die Spezialisten sofort reagieren und Kontakt mit dem zuständigen Hausarzt aufnehmen. Dieser kann daraufhin die Therapie sofort anpassen.
Quelle:
Steiermark.ORF, 14.3.2014
Neue Plattform soll körperliche Aktivität als Therapie etablieren
Die europaweite Plattform „Exercise is Medicine“ soll Ärzte, nichtärztliche Berufsgruppen in der Medizin, Medien und Patienten dazu anregen körperliche Bewegung als Behandlung zu sehen. Ärzte würden dazu aufgefordert, Sport als Therapiemaßnahme zu verschreiben.
Die Initiative orientiere sich an dem US-amerikanischen Vorbild und soll dazu verhelfen, den präventiven und rehabilitativen Nutzen von körperlicher Bewegung in ein flächendeckendes Konzept umzusetzen.
Quelle:
Deutsches Ärzteblatt, 7.3.2013
Krebserforschung mittels Smartphone-Spiel
Mitte 2013 wollen britische Wissenschaftler der Krebsvorsorge-Organisation „Cancer Research UK“ in Zusammenarbeit mit Technikern von Amazon, Facebook und Google ein Smartphone-Spiel auf den Markt bringen, mit dessen Hilfe die Forschung nach Krebsmedikamenten vorangebracht werden soll.
Durch das Spielen auf dem Smartphone sollen Informationen über die Ursachen von Krebs gesammelt werden, um gezieltere Diagnosen und Therapien erstellen zu können. Bei der Erforschung setze man bewusst auf die Mitarbeit von Laien, mit deren spielerischer Teilnahme die Krebserforschung drastisch beschleunigt werden könne. Ein menschliches Auge erkenne beispielsweise feinste Unterschiede, die einer Maschine entgingen.
Noch unklar sei allerdings der genaue Ablauf des Spiels, da es sich erst in der „Game Jam“ Phase befinde.