Kategorie: ‘Patienten’
Astma-Prävention durch Sensoren und Vernetzung
Forscher des US-Telekommunikationskonzerns AT&T Labs arbeiten an der Entwicklung eines Sensorsystems zur Identifikation von Asthma-Auslösern in der Luft. Betroffene Patienten sollen über einen tragbaren Detektor gewarnt werden, sobald sich bedenkliche Triggerstoffe in ihrer Umgebung befinden. Auch Ärzten könnte eine solche Langzeiterfassung dabei helfen, bessere Diagnosen zu erstellen.
Ein weiteres Forschungsprojekt in diesem Zusammenhang wird von der Firma Asthmapolis aus Wisconsin initiiert. Die Forschungsgruppe habe einen Sensor entwickelt, der an Inhalatoren angebracht werden kann, um zu verfolgen, ob der Patient seinen Therapieplan korrekt einhält. Bei vergessener Medikation werde der Benutzer automatisch über sein Smartphone benachrichtigt. Die Daten könnten dann wiederum an einen zentralen Server übermittelt und vom zuständigen Gesundheitsversorger kontrolliert werden lassen.
Quelle:
Heise Online, 17.1.2013
Telerehabilitation für zu Hause
Eine neue Technologie vom Fraunhofer Fokus soll es Patienten künftig ermöglichen, ihre Reha-Übungen zu Hause durchführen zu können, und gleichzeitig sicherstellen, dass sie die richtigen Bewegungen ausführen.
Die Grundlage bildet eine Technologie, die aus einem Übungseditor, einer Reha-Box und einer mobilen Sensoreinheit, die an das Smartphone angeschlossen wird, besteht. Der Therapeut konzipiert im Übungseditor ein patientenindividuelles Trainingsprogramm. Zu Beginn werden mit einer Software die Körperdaten jedes Patienten in drei Dimensionen modelliert und auf ein biomechanisches Computermodell übertragen. Die Reha-Box analysiert anschließend die Daten, die die zugehörige Kamera vom übenden Patienten aufgenommen hat und sendet diese ausgewertet, via Internet an das Reha-Zentrum.
Zusätzlich misst eine mobile Einheit in Form von Sensoren im Brustkorb oder einer Uhr die Vital- und Bewegungsdaten des Patienten und sendet diese an ein Smartphone.
Quelle:
Fraunhofer, 2.1.2013
Speicherresidente Datenbank – Therapiedaten online global vereint
Der Kampf gegen Krebs mittels personalisierter Therapiemethoden verursacht enorme Datenmengen und lässt die Zahl möglicher Behandlungswege enorm anschwellen. Hilfe diesbezüglich verspricht sich die Berliner Charité von der speicherresidenten Datenbank HANA mittels derer Krebstherapie und Computertechnologie verbunden werden sollen.
Die mobile Gesundheitsapplikation, entwickelt von SAP, soll den Medizinern via Tablet-PC schnelle Analysen und personalisierte Therapie-Entscheidungen liefern und zusätzlich in Sekundenschnelle Zugriff auf die Krankheitshistorie sowie auf relevante Studien etwa über Medikamentenwirksamkeit oder Therapieerfolge ermöglichen.
Von der Anwendung sollen insbesondere Krebsforscher profitieren, die anhand frei wählbarer Kriterien wie Krebsart oder Krankheitsverlauf verschiedenste Szenarien erstellen und neue Hypothesen formulieren können, um so auf den Patienten zugeschnittene und damit wirkungsvollere Behandlungsmethoden zu entwickeln, die im Idealfall Nebenwirkungen vorbeugen.
Quelle:
Heise Online, 4.1.2013
Letztmögliche Datensicherung bei Google Health
Bis zum 31. Dezember 2012 hatten die Nutzer des Dienstes Google Health die Möglichkeit, ihre persönliche Gesundheitsakte als ZIP-Datei lokal zu speichern oder diese direkt nach Microsoft Healthvault zu kopieren. Danach sollten alle verbleibenden Daten unwiderruflich gelöscht werden.
Google Health war eine Plattform, auf der Patienten ihre medizinischen Daten abspeichern und eine virtuelle Krankenakte erstellen konnten. Im Juni 2011 hatte Google bekannt gegeben, den seit 2008 angebotenen Dienst aus dem Netz zu nehmen.
Die Kritik von Datenschützern, eine Suchmaschine aggregiere medizinische Daten, konnte Google nicht überzeugend entkräften.
Quelle:
Heise Online, 19.12.2012
Neue Software erkennt Impflücken
Ein Projekt an der LMU München evaluiert seit 2010 die Steigerung der Impfquoten in Allgemeinarztpraxen mit Hilfe einer computergestützen Software. Dazu wurden die Impfungen und Diagnosen von Patienten mit dem Softwaremodul Impfdoc dokumentiert. Dieser elektronische Impfplaner enthält eine eigene Impfstoffdatenbank mit allen aktuell in Deutschland zugelassenen Impfstoffen.
Beim öffnen der Krankenakte erfolgt eine automatisierte Statusabfrage, wobei Impflücken graphisch z.B. über eine Ampelsymbolik sofort angezeigt werden. Bei bestehender Impflücke wird der Patient außerdem automatisch in ein Recallsystem übernommen.
Quelle:
Ärzte Zeitung, 17.12.2012
Gendermedizin: Neue Studie zum Herz-Kreislauf-Risiko bei Frauen
Vieles in der Medizin ist auf den männlichen Körper abgestimmt und an diesem erforscht, was fatale Folgen für die weiblichen Patienten haben kann.
Vor diesem Hintergrund soll dieses Jahr die Berliner Frauen-Risikoevaluation BEFRI starten und geschlechtsspezifische Erkrankungsunterschiede erforschen. Die geplante repräsentativen Befragung von 1000 Frauen soll die Selbsteinschätzung bezüglich Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die Bereitschaft zur Prävention ermitteln.
Mit BEFRI erhoffen Wissenschaftlerinnen sich eine neue Öffentlichkeit für geschlechtsspezifische Unterschiede bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bessere Diagnostik in Kliniken, mehr Prävention.
Quelle:
Spiegel, 20.11.2012
iMedication: Eine smarte Medikamenten-Software gegen Nebenwirkungen
Österreich: Ein im Rahmen des Forschungsprojekts „iMedication“ entwickeltes Medikamenten-Software-System soll die frühe Identifikation von unerwünschten Arzneimittelwirkungen unterstützen und so die Patientensicherheit erhöhen.
Das Software-Pilotsystem, das am Universitätsklinikum Salzburg validiert wurde, durchsuche die elektronische Patientenakte nach möglichen Arzneimittelrisiken und schlage gegebenenfalls Alarm. Je nach Risikograd würden im Anschluss unterschiedliche Vorgehensweisen empfohlen und derartige Arzneimittelwirkungen gemeldet.
Quelle:
Computerwelt, 22.11.1990
Apotheken bieten umfassende Hilfestellung für Diabetiker
Einige Apotheken bieten Diabetespatienten ein umfassendes Hilfsangebot. Deutschlandweit habe sich bereits rund ein Fünftel des Apothekenpersonals in Fortbildungen auf Diabetes spezialisiert, Tendenz steigend.
Neben einem qualifizierten Schulungsgespräch gehörten in den entsprechenden Apotheken auch eine fachgerechte Ernährungsberatung, Blutzuckermessung, Hilfe bei der Suche nach einer passenden Selbsthilfe- oder Sportgruppe und bei Bedarf auch die Erstellung eines individuellen Medikamenten-Einnahmeplans zum Programm.
Dieses breite Serviceangebot der Apotheken sei sowohl ein wertvoller Beitrag zur Gesundheitsversorgung als auch zur Prävention.
Quelle:
Deutschland Today, 13.11.2012
Pharmakonzerne sollen mehr Transparenz zeigen
Das British Medical Journal (BMJ) will als erste große medizinische Fachzeitschrift ab 2013 nur noch solche klinische Arzneimittelstudien veröffentlichen, deren Rohdaten anderen Forschern, auf deren Verlangen hin, zur Verfügung gestellt wurden.
Anlass sei der Vorwurf, die Pharmaindustrie würde die Hälfte der Daten aus klinischen Studien geheim halten oder der Öffentlichkeit falsch preisgeben, wodurch u.a. mögliche Risiken für Patienten verdeckt blieben. Viele derzeit eingesetzte Medikamente erschienen daher wirkungsvoller und vor allem sicherer, als sie es wirklich sind.
Der, in der Kritik des BMJ stehende, Pharmakonzern Roche weist solche Anschuldigungen zurück und betonte, dass man aus rechtlichen Gründen und Geheimhaltungsauflagen keine Patientendaten bereitstellen würde.
Quelle:
Spiegel, 6.11.2012
Abgabe von rezeptpflichtigen Medikamenten ohne Rezept
Schweiz: Der Bundesrat will die Abgabe von Medikamenten in Apotheken und Drogerien lockern, um so die Selbstmedikation zu vereinfachen. Die Regierung verabschiedete dazu die Botschaft für die Revision des Heilmittelgesetzes.
Zukünftig soll es Apotheken erlaubt sein, einige verschreibungspflichtige Medikamente nach einer fachlichen Beratung abgeben zu dürfen. Drogerien sollen alle nicht-rezeptpflichtigen Medikamente verkaufen dürfen.
Desweiteren soll eine Informationsdatenbank zu zugelassenen Arzneimitteln für eine bessere Information der Patienten sorgen, da die Pharmafirmen dieser Pflicht nicht immer nachkämen. Ferner ziele die Revision darauf ab, die Entwicklung von Kindermedikamenten zu fördern. Dazu soll eine Datenbank zum Medikamenteneinsatz bei Kindern aufgebaut werden.
Quelle:
Tagesanzeiger, 7.11.2012