Kategorie: ‘Patienten’
Neue Software erkennt Impflücken
Ein Projekt an der LMU München evaluiert seit 2010 die Steigerung der Impfquoten in Allgemeinarztpraxen mit Hilfe einer computergestützen Software. Dazu wurden die Impfungen und Diagnosen von Patienten mit dem Softwaremodul Impfdoc dokumentiert. Dieser elektronische Impfplaner enthält eine eigene Impfstoffdatenbank mit allen aktuell in Deutschland zugelassenen Impfstoffen.
Beim öffnen der Krankenakte erfolgt eine automatisierte Statusabfrage, wobei Impflücken graphisch z.B. über eine Ampelsymbolik sofort angezeigt werden. Bei bestehender Impflücke wird der Patient außerdem automatisch in ein Recallsystem übernommen.
Quelle:
Ärzte Zeitung, 17.12.2012
Gendermedizin: Neue Studie zum Herz-Kreislauf-Risiko bei Frauen
Vieles in der Medizin ist auf den männlichen Körper abgestimmt und an diesem erforscht, was fatale Folgen für die weiblichen Patienten haben kann.
Vor diesem Hintergrund soll dieses Jahr die Berliner Frauen-Risikoevaluation BEFRI starten und geschlechtsspezifische Erkrankungsunterschiede erforschen. Die geplante repräsentativen Befragung von 1000 Frauen soll die Selbsteinschätzung bezüglich Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die Bereitschaft zur Prävention ermitteln.
Mit BEFRI erhoffen Wissenschaftlerinnen sich eine neue Öffentlichkeit für geschlechtsspezifische Unterschiede bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bessere Diagnostik in Kliniken, mehr Prävention.
Quelle:
Spiegel, 20.11.2012
iMedication: Eine smarte Medikamenten-Software gegen Nebenwirkungen
Österreich: Ein im Rahmen des Forschungsprojekts „iMedication“ entwickeltes Medikamenten-Software-System soll die frühe Identifikation von unerwünschten Arzneimittelwirkungen unterstützen und so die Patientensicherheit erhöhen.
Das Software-Pilotsystem, das am Universitätsklinikum Salzburg validiert wurde, durchsuche die elektronische Patientenakte nach möglichen Arzneimittelrisiken und schlage gegebenenfalls Alarm. Je nach Risikograd würden im Anschluss unterschiedliche Vorgehensweisen empfohlen und derartige Arzneimittelwirkungen gemeldet.
Quelle:
Computerwelt, 22.11.1990
Apotheken bieten umfassende Hilfestellung für Diabetiker
Einige Apotheken bieten Diabetespatienten ein umfassendes Hilfsangebot. Deutschlandweit habe sich bereits rund ein Fünftel des Apothekenpersonals in Fortbildungen auf Diabetes spezialisiert, Tendenz steigend.
Neben einem qualifizierten Schulungsgespräch gehörten in den entsprechenden Apotheken auch eine fachgerechte Ernährungsberatung, Blutzuckermessung, Hilfe bei der Suche nach einer passenden Selbsthilfe- oder Sportgruppe und bei Bedarf auch die Erstellung eines individuellen Medikamenten-Einnahmeplans zum Programm.
Dieses breite Serviceangebot der Apotheken sei sowohl ein wertvoller Beitrag zur Gesundheitsversorgung als auch zur Prävention.
Quelle:
Deutschland Today, 13.11.2012
Pharmakonzerne sollen mehr Transparenz zeigen
Das British Medical Journal (BMJ) will als erste große medizinische Fachzeitschrift ab 2013 nur noch solche klinische Arzneimittelstudien veröffentlichen, deren Rohdaten anderen Forschern, auf deren Verlangen hin, zur Verfügung gestellt wurden.
Anlass sei der Vorwurf, die Pharmaindustrie würde die Hälfte der Daten aus klinischen Studien geheim halten oder der Öffentlichkeit falsch preisgeben, wodurch u.a. mögliche Risiken für Patienten verdeckt blieben. Viele derzeit eingesetzte Medikamente erschienen daher wirkungsvoller und vor allem sicherer, als sie es wirklich sind.
Der, in der Kritik des BMJ stehende, Pharmakonzern Roche weist solche Anschuldigungen zurück und betonte, dass man aus rechtlichen Gründen und Geheimhaltungsauflagen keine Patientendaten bereitstellen würde.
Quelle:
Spiegel, 6.11.2012
Abgabe von rezeptpflichtigen Medikamenten ohne Rezept
Schweiz: Der Bundesrat will die Abgabe von Medikamenten in Apotheken und Drogerien lockern, um so die Selbstmedikation zu vereinfachen. Die Regierung verabschiedete dazu die Botschaft für die Revision des Heilmittelgesetzes.
Zukünftig soll es Apotheken erlaubt sein, einige verschreibungspflichtige Medikamente nach einer fachlichen Beratung abgeben zu dürfen. Drogerien sollen alle nicht-rezeptpflichtigen Medikamente verkaufen dürfen.
Desweiteren soll eine Informationsdatenbank zu zugelassenen Arzneimitteln für eine bessere Information der Patienten sorgen, da die Pharmafirmen dieser Pflicht nicht immer nachkämen. Ferner ziele die Revision darauf ab, die Entwicklung von Kindermedikamenten zu fördern. Dazu soll eine Datenbank zum Medikamenteneinsatz bei Kindern aufgebaut werden.
Quelle:
Tagesanzeiger, 7.11.2012
Genanalyse in zwei Tagen hilft Neugeborenen
US-Forscher aus einem Krankenhaus in Kansas City konnten mit einer neuen Technik demonstrieren, dass sich das komplette Genom von Neugeborenen im Notfall innerhalb von 50 Stunden analysieren lässt. Mit der sogenannten Turbo-Sequenzierung könne man bei bestimmten genetischen Krankheiten sehr genaue Diagnosen erstellen.
Künftig soll dieses Verfahren Ärzten die Chance geben, Säuglingen mit schwer zu diagnostizierenden Krankheitsbildern schnell und effizient helfen zu können. Eine Herausforderung liege jedoch noch in der Interpretation der riesigen Datenmengen.
Quelle:
Heise Online, 17.10.2012
Gesundheitsberufe fordern eigenen Heilberufsausweis
Die nicht verkammerten Gesundheitsberufe wollen in die Tests zur E-Card miteinbezogen werden und fordern einen eigenen Heilberufsausweis (HBA).
Derzeit seien bereits 51 Fachberufe an einem solchen Ausweis interessiert. Die Ausgabe soll über ein länderübergreifendes, elektronisches Gesundheitsberuferegister (eGBR) erfolgen.
Im Spätherbst soll ein Pilotprojekt des eGBR starten und ggf. auf weitere Berufsgruppen ausgedehnt werden. Ziel sei es, relevante Anwendungen wie beispielsweise Genehmigungsverfahren für die Verordnung von Heil- und Hilfsmitteln zu erproben.
Quelle:
Ärzte Zeitung, 15.10.2012
Verbraucher können Arzneimittelnebenwirkungen online melden
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und das Paul-Ehrlich-Institut PEI für Impfstoffe haben die Testphase für ein neues Internetportal gestartet, bei dem Patienten Nebenwirkungen von Medikamenten direkt melden können.
Unter der Adresse www.verbraucher-uaw.pei.de können unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) ohne Umweg über den Arzt verschlüsselt an die Behörden übermittelt werden.
Mit dieser Maßnahme soll direkten Patientenmeldungen mehr Bedeutung beigemessen, Risikosignale rechtzeitig erkannt und entsprechende Gegenmaßnahmen frühzeitig eingeleitet werden können.
Quelle:
Spiegel.de, 4.10.2012
Die Welt, 2.10.2012
PE-Games: Computerspiele als systematische Therapiehilfe
PE-Games (Patient Empowerment Exercise Video Games) gelten als ein neuer Trend in der Medizin und sind auf dem Weg, eine systematische Therapiehilfe zu werden.
Die auf bestimmte Krankheiten zugeschnittenen Computerspiele sollen einerseits über die betreffende Krankheit aufklären und andererseits dem Patienten ein aktives Teilnehmen am Therapieprozess ermöglichen.
Ähnlich wie bei der Entwicklung neuer Medikamente müssen Details wie Dosis, Dauer und die genaue Wirkung jedoch noch eingehend geprüft werden.
Quelle:
Futurzone, 21.9.2012